{"id":1019,"date":"2020-04-18T12:10:16","date_gmt":"2020-04-18T12:10:16","guid":{"rendered":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=1019"},"modified":"2020-04-18T12:10:17","modified_gmt":"2020-04-18T12:10:17","slug":"klaus-haacker-die-apostelgeschichte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=1019","title":{"rendered":"Klaus Haacker: Die Apostelgeschichte"},"content":{"rendered":"\n<p>Klaus Haacker: <em>Die Apostelgeschichte<\/em>, ThKNT 5, Stuttgart: Kohlhammer, 2019, kt., 463\u00a0S., \u20ac\u00a059,\u2013, ISBN <a href=\"https:\/\/www.kohlhammer.de\/wms\/instances\/KOB\/appDE\/Theologie\/Neues-Testament\/Die-Apostelgeschichte-978-3-17-026990-3\">978-3-17-026990-3<\/a><\/p>\n\n\n\n\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p>Der Verfasser (H.) dieses neuen Kommentars lehrte bis zu seiner Emeritierung 2007 Neues Testament an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal. Das zweiseitige ,,Vorwort\u201c gibt Einblicke in H.s wissenschaftlichen Werdegang, auch in seine jahrzehntelange Besch\u00e4ftigung mit der Apg. Auf einer ganzen, eng bedruckten Seite sind 444f H.s ,,Eigene Studien als ,Vorl\u00e4ufer\u2018 dieses Kommentars\u201c gelistet. Dessen Erstfassung ,,sprengte aber die f\u00fcr die Kommentarreihe vorgesehene Seitenzahl\u201c (6) und musste deshalb gek\u00fcrzt werden. Man kann nur hoffen, dass nichts eventuell doch Wichtiges den K\u00fcrzungen zum Opfer fiel. Denn die Apg ist \u201eein Buch ohnegleichen \u2026 Ohne die Apg bes\u00e4\u00dfen wir nur ganz wenige historische Daten \u00fcber die ersten Jahrzehnte der Kirchengeschichte&#8230;\u201c (11)<\/p>\n\n\n\n<p>Inhaltlich setzt das Vorwort drei erste Markierungen f\u00fcr die Exegese der Apg. Diese sind nach H.:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>eine genaue Wahrnehmung des Urtextes<\/li><li>die Beachtung des gesamtbiblischen Zusammenhangs. ,,Sie (sc. die Bibel) ist nur als ganze ,Wort Gottes\u2018&#8230;\u201c (19)<\/li><li>die vielf\u00e4ltigen Ber\u00fchrungen mit sonstiger antiker Literatur.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>In der sich ans Vorwort anschlie\u00dfenden ,,Einleitung&#8221; werden die drei Markierungen vertieft, z.&nbsp;B. betreffs der Historischen Kritik. H. will sich nicht zum F\u00fcrsprecher einer der beiden Grundtypen im Verst\u00e4ndnis der Reden in der Apg machen, also weder im Gefolge von Dibelius und Wilckens (fiktional) stehen, noch sich prinzipiell der konservativeren britischen Forschung (sie glaubt an historische Kerne) anschlie\u00dfen, sondern: ,,Es kann nur darum gehen, ob Lukas die Intention und m\u00f6glicherweise bestimmte Argumente in der erz\u00e4hlten Situation wiedergibt oder in einer passenden Situation einen Redner so sprechen l\u00e4sst, wie es f\u00fcr ihn charakteristisch war.\u201c (20)<\/p>\n\n\n\n<p>Weitere wichtige Punkte sind zu nennen: H. loziert sich und seinen Kommentar vor allem im Gespr\u00e4ch mit der deutschen Geschichte (Antijudaismus) und der deutschen Forschungstradition. Dabei ist sein eigener methodischer Ansatz der des sog. <em>close reading, <\/em>will hei\u00dfen: an erster Stelle stehen der Urtext und all sprachlichen Hilfsmittel. Erst in einem zweiten Schritt kommen dann Kommentare und die Sekund\u00e4rliteratur ins Spiel. In welch gro\u00dfem Ma\u00dfe H. diese einsah und f\u00fcr seine Auslegung verwendete, davon zeugen die vielen Anmerkungen und die umf\u00e4ngliche Liste der Kommentare, Aufsatzb\u00e4nde, Monografien und Aufs\u00e4tze (s. 440\u2013444).<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp; In 14 Teilabschnitte unterteilt (sie sind jeweils mit ansprechend formulierten \u00dcberschriften versehen), legt H. dann die Apg Vers f\u00fcr Vers aus. Am Beginn eines jeden Sinnabschnittes steht H.s eigene, verst\u00e4ndliche und gut les- und h\u00f6rbare \u00dcbersetzung.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum Schluss m\u00f6chte ich ein Vierfaches bemerken.<\/p>\n\n\n\n<p>Mir gef\u00e4llt das Konzept des <em>close reading<\/em> sehr. Denn es erinnert an J. A. Bengels Satz <em>te totum applica ad textum. rem totam applica ad te. <\/em>Dieser Satz stand in fr\u00fcheren Ausgaben des<em> Novum Testamentum Graece<\/em>, leider nicht mehr in den aktuellen. H.s Kommentar kommt in vorbildlicher Weise der ersten Satzh\u00e4lfte nach und leitet unaufdringlich zur pers\u00f6nlichen und gemeindlichen Applikation an.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf der Buchr\u00fcckseite betont der Verlag \u201edie feministisch-theologische[n] und geschlechterbewusste[n] Forschungen\u201c, die als \u201eDeutungsmuster\u201c der gesamten Kommentarreihe zu Grunde liegen. Als Leser*in von H.s Kommentar ist man froh, dass H. als n\u00fcchterner Exeget keinerlei ideologiebehaftete Interpretationen der einschl\u00e4gigen Texte vornimmt, sondern eng am Text bleibt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die letzten beiden S\u00e4tze von H.s Kommentar lauten im Blick auf den unvollst\u00e4ndigen Schluss der Apg \u2013 wissenschaftlich-redlich <em>und<\/em> dem\u00fctig \u2013 so: ,,Wo die Quellen schweigen, m\u00fcssen wir uns mit dem begn\u00fcgen, was sie \u00fcberliefern. Es ist so viel, dass wir dem Lukas (oder ,,Lukas\u201c) gro\u00dfen Dank und Respekt vor seiner Arbeit schulden.\u201c (435) Gro\u00dfer Dank und Respekt geb\u00fchrt auch dem philologisch h\u00f6chst genauen und bed\u00e4chtigen Ausleger H.!<\/p>\n\n\n\n<p>Sein Werk geh\u00f6rt zuallererst in die H\u00e4nde von H.s exegetischen Kolleg*innen. Dann jedoch auch und vor allem geb\u00fchrt ihm ein Ehrenplatz in jeder exegetisch fokussierten Pfarrbibliothek. Und warum sollten auch interessierte sog. Laien nicht darin lesen?<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p><em>Dr. Gerhard Maier, Pfarrer i.\u00a0R., Neuffen<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Klaus Haacker: Die Apostelgeschichte, ThKNT 5, Stuttgart: Kohlhammer, 2019, kt., 463\u00a0S., \u20ac\u00a059,\u2013, ISBN 978-3-17-026990-3 Der Verfasser (H.) dieses neuen Kommentars<\/p>\n","protected":false},"author":17,"featured_media":1020,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","inline_featured_image":false,"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":["post-1019","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-neues-testament"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1019","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/17"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1019"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1019\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1021,"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1019\/revisions\/1021"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/1020"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1019"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1019"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1019"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}