{"id":1208,"date":"2021-04-25T12:31:39","date_gmt":"2021-04-25T12:31:39","guid":{"rendered":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=1208"},"modified":"2021-04-25T12:31:41","modified_gmt":"2021-04-25T12:31:41","slug":"christoph-heilig-paulus-als-erzaehler","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=1208","title":{"rendered":"Christoph Heilig: Paulus als Erz\u00e4hler?"},"content":{"rendered":"\n<p>Christoph Heilig: <em>Paulus als Erz\u00e4hler? Eine narratologische Perspektive auf die Paulusbriefe<\/em>, BZNW 237, Berlin: de Gruyter, 2020, geb., 1097 S., \u20ac&nbsp;129,95, ISBN <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.degruyter.com\/document\/doi\/10.1515\/9783110670691\/html\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.degruyter.com\/document\/doi\/10.1515\/9783110670691\/html\" target=\"_blank\">978-3-11-066979-4<\/a><\/p>\n\n\n\n\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p>Christoph Heilig bietet in diesem Werk einen umfangreichen Einblick in die Narratologie, um somit narratologische Ans\u00e4tze in der paulinischen Theologie, die insbesondere im Angels\u00e4chsischen an Einfluss gewinnen, zu beleuchten. Das Werk ist in sechs Teile gegliedert. Im ersten Teil nimmt Heilig eine Bewertung des Forschungsstandes vor. Kapitel 1 widmet sich der Kategorie der \u201eErz\u00e4hlung\u201c in der neutestamentlichen Wissenschaft und stellt gegen\u00fcber dieser Kategorie eine Skepsis in der (vor allem deutschen) Forschung fest. Diese beruht laut Heilig auf einer fragw\u00fcrdigen Unterscheidung zwischen \u201eNarrativtexten\u201c und \u201eBriefen\u201c, die diese als Textsorten auffasst und \u201eErz\u00e4hlung\u201c f\u00e4lschlicherweise nur Ersterem zuordnet. Das zweite Kapitel untersucht die Kategorie der \u201eErz\u00e4hlung\u201c im \u201enarrative approach\u201c und stellt \u00fcberraschend bei den Haupt\u00adverfechtern dieses Ansatzes (R. B. Hays und N. T. Wright) ein mangelndes In\u00adteresse an expliziter Erz\u00e4hlung in paulinischen Briefen fest. Teil II analysiert \u201eexplizite Erz\u00e4hlungen\u201c. Er bietet zun\u00e4chst eine Einf\u00fchrung in die Erz\u00e4hltheorie (Kap. 3) und untersucht ausf\u00fchrlich verschiedene Aspekte erz\u00e4hlerischer Texte: Textgrammatische \u00dcberlegungen werden in Kap. 4 angestellt, diskursanalytische (d.&nbsp;h. satzverkn\u00fcpfende) Elemente werden in Kap. 5 untersucht und eine beinahe ersch\u00f6pfende Untersuchung der Syntax des griechischen Verbs in Bezug auf ihre Relevanz f\u00fcr Erz\u00e4hltexte wird in Kap. 6 geboten. Die daraus gewonnenen Einsichten werden in den folgenden zwei Kapiteln auf Paulustexte angewandt, wobei sich Kap. 7 der Frage der temporalen Ordnung der erz\u00e4hlten Ereignisse in den Paulusbriefen widmet, w\u00e4hrend Kap. 8 etwaige Erz\u00e4hlelemente auf ihre kommunikative Funktion in ausgew\u00e4hlten Texten untersucht. Teil III befasst sich mit impliziten Erz\u00e4hlungen bzw. mit der Rolle, die Protoerz\u00e4hlungen (Kap. 9), \u201eDiserz\u00e4hltes\u201c (Kap. 10) \u2013 eine breite Kategorie von Alternativvorstellungen, falschen Einsch\u00e4tzungen etc., die eben nicht in Erf\u00fcllung gehen und deswegen nicht erz\u00e4hlt werden, aber mitbeeinflussen, welchen Verlauf eine Erz\u00e4hlung nimmt \u2013 und Zuk\u00fcnftiges (Kap. 11) dabei spielen. Die daraus gewonnenen Ansichten werden in Teil IV auf \u201epaulinische Erz\u00e4hlfragmente\u201c angewandt, indem der Ertrag \u201ediserz\u00e4hlter Ereignisse\u201c (Kap. 12), \u201eangek\u00fcndigter Ereignisse\u201c (Kap. 13) und \u201ezukunftsungewisser Vorausdeutungen\u201c (Kap. 14) f\u00fcr paulinische Texte eruiert wird. Teil V analysiert die Entw\u00fcrfe von Hays und Wright. Kap. 15 fragt nach dem Stellenwert implizierter Erz\u00e4hlungen in ihren jeweiligen \u201enarrative approaches\u201c. Kap. 16 geht der Frage \u201enarrativer Substrukturen\u201c in paulinischen Texten nach. Kap. 17 setzt sich kritisch mit (insbesondere) Wrights These eines umfassendes Protonarrativ hinter den paulinischen Texten auseinander. Schlie\u00dflich wird in Teil VI ein Gesamtfazit gezogen. Eine ausf\u00fchrliche Bibliografie sowie Quellen-, Autoren- und Stichwortverzeichnisse runden das Werk ab.<\/p>\n\n\n\n<p>Heilig hat sich mit dieser Studie einem Thema gewidmet, das in der deutschen Forschung bisher eher auf schwaches Interesse gesto\u00dfen und in der angels\u00e4chsischen Forschung bisher keiner stringenten methodischen Reflexion unterzogen worden ist. Somit hat Heilig beiden Gruppen, bei denen man manchmal den Eindruck bekommt, dass sie aneinander vorbeireden, einen wichtigen Dienst geleistet. Insbesondere gelingt es Heilig zu zeigen, dass die einflussreichen \u201enarrative approaches\u201c von Hays und Wright explizite Erz\u00e4hl\u00adtexte und -elemente in den Paulusbriefen unberechtigterweise ausblenden, und einen Weg zu skizzieren, der diese besser in einen narrativen Ansatz integrieren k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist allerdings zu bef\u00fcrchten, dass Heiligs Projekt wegen seines Umfangs und seines \u00fcber weite Strecken abstrakten Inhalts nur von ein paar wenigen Theologen, die sich in der Narratologie auskennen und sich daf\u00fcr interessieren, wahrgenommen wird. Denn ihm gelingt es nicht, die zum Teil komplizierten Konzepte und das f\u00fcr Nichteingeweihte abstruse Vokabular der Erz\u00e4hltheorie auf eine Ebene herunterzubrechen, die das wirklich Wesentliche f\u00fcr die neu\u00adtestamentliche Wissenschaft bzw. die paulinische Theologie zug\u00e4nglich macht. Heilig h\u00e4tte mindestens drei B\u00fccher von jeweils respektablem Umfang statt eines jeden Nichtspezialisten abschreckenden Bands von \u00fcber tausend Seiten schreiben k\u00f6nnen: eine Einf\u00fchrung in die Erz\u00e4hltheorie, eine Untersuchung syntaktischer und textpragmatischer Aspekte von Erz\u00e4hltexten bei Paulus und eine kritische Auseinandersetzung mit den narrativen Ans\u00e4tzen von Richard Hays und N. T. Wright. Damit w\u00e4re dem Duktus des Arguments Heiligs wesentlich leichter zu folgen gewesen. Denn jedes dieser Themen ist an sich komplex, und ihre Komplexit\u00e4t wird in die dritte Potenz erhoben, weil sie miteinander verwoben werden. Dennoch lohnt es sich f\u00fcr Neutestamentler, zumindest Teile I und V etwas genauer zu lesen, denn Heilig hat Recht, wenn er auf den merkw\u00fcrdigen Zustand hinweist, dass die Verfechter narrativer Ans\u00e4tze in der paulinischen Theologie oft wenig Interesse f\u00fcr Erz\u00e4hltexte und -elemente in paulinischen Texten aufbringen. Zudem st\u00f6\u00dft sein impliziter Aufruf zu gr\u00f6\u00dferer methodischer Stringenz bei der Identifizierung meta- oder protonarrativer Erz\u00e4hlungen hinter den paulinischen Texten bei mir auf offene Ohren, habe ich doch bei grunds\u00e4tzlicher Zustimmung zu Wrights These eines fr\u00fchj\u00fcdischen Metanarrativs bei Paulus als Desiderat genannt, dass dies viel st\u00e4rker einzelnen Texten entnommen werden muss (vgl. Joel White, \u201eN. T. Wright\u2019s Narrative Approach\u201c, <em>God and the Faithfulness of Paul: A Critical Examination of the Pauline Theology of N. T. Wright<\/em>, Hg. C. Heilig, J. T. Hewitt und M. F. Bird, WUNT II\/413, T\u00fcbingen, 2016, 181\u2013204).<\/p>\n\n\n\n<p>Weil Heiligs Analyse der Ans\u00e4tze von Hays und Wright meine eigenen For\u00adschungsinteressen tangiert, befasse ich mich im Folgenden mit diesem dritten \u201eBuch\u201c ausf\u00fchrlicher. Heilig findet Wrights Ansatz aus narratologischer Per\u00adspektive problematischer als Hays\u2019. Darin stimme ich ihm zu. Das hat, wie Heilig konstatiert, zum Teil damit zu tun, dass Hays sich der bescheideneren Aufgabe stellt, einzelne Erz\u00e4hlstr\u00e4nge hinter spezifischen paulinischen Texten zu identifizieren, w\u00e4hrend es Wright darum geht, hinter allen paulinischen Texten ein \u00fcbergreifendes fr\u00fchj\u00fcdisches Metanarrativ aufzudecken. Das ist ein Unterfangen von atemberaubenden Dimensionen, das Kritikern eine gro\u00dfe An\u00adgriffsfl\u00e4che bietet, und Heilig geht mit seiner Kritik an Wright nicht sonderlich sparsam um. Das ist an sich v\u00f6llig in Ordnung und auch zum Teil angebracht, aber sie ist meines Erachtens nicht ganz zutreffend.<\/p>\n\n\n\n<p>Heiligs Kritik setzt bei Wrights Anwendung von Norman Petersons Methode zur Beschreibung der \u201enarrative world\u201c des Paulus durch die Rekonstruierung der \u201ereferential sequence\u201c des Textes (vgl. <em>Rediscovering Paul: Philemon and the Sociology of Paul\u2019s Narrative World<\/em>, Philadelphia, 1985) an. Peterson meint, damit die \u201e<em>Erz\u00e4hlung des Senders des untersuchten Briefes<\/em>\u201c \u2013 im Falle des Philemonbriefes Paulus \u2013 erfassen und den Brief als koh\u00e4rentes Schreiben erschlie\u00dfen zu k\u00f6nnen. Der Philemonbrief ist auch f\u00fcr Wright von gro\u00dfem Interesse \u2013 die ersten siebzig Seiten seines <em>Paul and the Faithfulness of God<\/em> (COQG 4, London, 2013) sind ihm gewidmet. Ich kenne kein Paulusbuch, das sich auch nur ann\u00e4hernd so intensiv damit befasst. Das hat damit zu tun, dass der Philemonbrief nach der Einsch\u00e4tzung Wrights den idealen Zugang zur Theologie des Apostels bietet. Ausgehend von seinem Ansatz des \u201ecritical realism\u201c (vgl. seine methodischen \u00dcberlegungen in <em>The New Testament and People of God<\/em>, COQG 1, London, 1992, 31\u201380) versucht er zu erheben, wie nah das dem Philemonbrief zugrundeliegende und von Paulus konstruierte Narrativ der Wirklichkeit bzw. dem Narrativ der Gemeinde in Koloss\u00e4 ent\u00adspricht. Denn nur in diesem Fall konnte es die Ver\u00e4nderung in der Weltanschauung der Kolosser bewirken, auf die Paulus zielt.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch liefert Peterson \u2013 so Heilig \u2013 \u201ekeinen Grund f\u00fcr die Annahme, dass die Konstruktion der Ordnung, welche der Exeget vornimmt, eine <em>Re<\/em>konstruktion dessen darstellt, wie <em>Paulus<\/em> den Zusammenhang urspr\u00fcnglich konstruierte\u201c (kursiv bei Heilig, 942). So ist es \u201eletztlich der Exeget[, der] als Erz\u00e4hler auftritt\u201c (944). Diese \u00dcberzeugung begr\u00fcndet Heiligs Vorwurf, dass Wright im Umgang mit paulinischen Texten nicht die Geschichte des Paulus nacherz\u00e4hlt, sondern <em>seine eigene Geschichte<\/em> konstruiert. Aber damit disqualifiziert Heilig nicht nur Peterson und Wright, sondern auch seine eigene Nacherz\u00e4hlung paulinischer Texte, und somit stellt er den Wert narratologischer Ans\u00e4tze grunds\u00e4tzlich in Frage. Denn wenn diese nur dazu dienen, dass Exegeten mithilfe biblischer Texte ihre eigenen Geschichten erz\u00e4hlen, statt jene Texte zu erschlie\u00dfen, ist das vielleicht f\u00fcr die Literaturwissenschaft von Interesse, aber nicht f\u00fcr die biblische Exegese (bzw. nur f\u00fcr eine radikal leserorientierte Hermeneutik, die \u2013 wie es mir scheint \u2013 Heilig gerade nicht bef\u00fcrwortet).<\/p>\n\n\n\n<p>Zudem kommt hinzu, dass Heilig meines Erachtens das Anliegen Petersons falsch auffasst bzw. aus einer eher banalen Ansicht Petersons zu viel Kapital f\u00fcr seine These schlagen will. Peterson ist zum Teil selbst daf\u00fcr verantwortlich, weil er etwas salopp von \u201efictions\u201c des Paulus spricht, aber das, worauf er hinaus zu wollen scheint und worin ihm Wright auf jeden Fall zustimmen w\u00fcrde, ist nichts anderes als die inzwischen allseits akzeptierte Einsicht, dass historische Entw\u00fcrfe (zu denen wiederhergestellte referenzielle Sequenzen selbstverst\u00e4ndlich geh\u00f6ren) immer nur Konstrukte sind und keine umfassenden Darstellungen dessen, was tats\u00e4chlich geschehen ist. Insofern spiegeln sie die \u201eerz\u00e4hlte Welt\u201c ihrer Schreiber wider, egal, ob diese Paulus, Wright, Peterson oder Heilig hei\u00dfen. Dennoch will keiner dieser Autoren blo\u00df seine eigene Geschichte erz\u00e4hlen, sondern die Geschichte anderer nacherz\u00e4hlen, auch wenn es auf der Hand liegt, dass sie dies aus ihrer eigenen, keineswegs objektiven Perspektive tun.<\/p>\n\n\n\n<p>Jedenfalls behaupten sowohl Peterson als auch Wright implizit, dass man durch ihre Ans\u00e4tze eine zuverl\u00e4ssigere Nacherz\u00e4hlung der Geschichten hinter paulinischen Texten und somit eine bessere Auslegung dieser Texte erzielen kann. Ob sich narratologische Analyse eignet, dar\u00fcber ein Urteil zu f\u00e4llen, scheint mir fraglich. Heilig w\u00e4re meines Erachtens viel besser mit der Methode bedient, die er in seiner Monografie <em>Hidden Criticism? <\/em><em>The Methodology and Plausibility of the Search for a Counter-Imperial Subtext in Paul<\/em>, WUNT II\/392, T\u00fcbingen, 2015, entwickelt hat. Dort ist es ihm gelungen, wissenschafts- und geschichtsphilosophische \u00dcberlegungen im Hinblick auf die Hintergrundwahr\u00adscheinlichkeit und das Erkl\u00e4rungspotential einer Hypothese f\u00fcr die Entdeckung vermeintlicher \u201eanti-imperial Subtexts\u201c hinter paulinischen Texten brauchbar zu machen. Mir entgeht, warum dieser Ansatz nicht ausreicht, um allgemeinere Protonarrative oder auch umfassende Metanarrative in den gleichen Texten aufzudecken.<\/p>\n\n\n\n<p>Genau darum sind Hays und Wright bem\u00fcht. Deswegen scheint mir Heiligs kritische Stellungnahme zu den beiden nach 800 Seiten, die sich der Erz\u00e4hltheorie mit gro\u00dfer Gelehrsamkeit und beeindruckender Detailliertheit widmen, etwas fehl am Platz. Insbesondere Wright will vor allem untersuchen, inwiefern sich die Ausf\u00fchrungen des Paulus in seinen Briefen in ein \u00fcbergreifendes fr\u00fchj\u00fcdisches Metanarrativ einklinken und aufgrund dessen verst\u00e4ndlicher werden. Das stellt Heilig vor ein methodisches Problem, wenn es darum gehen soll, Wrights Entwurf aus narratologischer Perspektive zu beurteilen. Denn ein Metanarrativ kann man nicht (jedenfalls nicht ausschlie\u00dflich) aus einer Analyse einzelner paulinischer Texte erheben, und Wright versucht es gar nicht. Stattdessen f\u00fchrt er \u2013 meines Erachtens v\u00f6llig nachvollziehbar, weil seinem Forschungsobjekt und -ziel angemessen \u2013 eine vergleichende literaturwissenschaftliche Untersuchung fr\u00fchj\u00fcdischer Quellen von beeindruckendem Umfang durch. Dass Heilig daf\u00fcr \u00fcberhaupt kein Interesse aufbringt \u2013 jedenfalls gibt es in seinem Quellenverzeichnis keinen einzigen Verweis auf eine fr\u00fchj\u00fcdische Quelle \u2013, ist auch nachvollziehbar. Denn narratologische Ans\u00e4tze greifen nur auf der Ebene des Textes und eignen sich weniger f\u00fcr die Analyse von Metanarrativen, die per definitionem \u201ehinter\u201c dem Text liegen. Hier l\u00e4sst sich Heilig von Wright, der selbst diese methodische Einschr\u00e4nkung immer wieder aus den Augen verliert und weltanschauliche und narrative Kategorien miteinander immer wieder ver\u00admischt, auf einen m\u00fchsamen Weg in eine Sackgasse verleiten. Dennoch bleibt Heiligs Ansatz von Nutzen, denn eine methodische Skepsis gegen\u00fcber ver\u00admeintlichen Proto- und Metanarrativen, die keine Spuren in einzelnen Texten hinterlassen, ist durchaus angebracht. Insofern es narratologischer Analyse m\u00f6glich ist, solche Spuren aufzudecken (und Wright bem\u00fcht sich herzlich wenig darum), darf und soll sie kritische Fragen an solche Entw\u00fcrfe stellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Fazit: Heilig ermutigt dazu, die paulinische Briefliteratur aus einer narratolo\u00adgischen Perspektive zu analysieren, und stellt in Aussicht, dass die Erhebung ihres erz\u00e4hlerischen Gehalts gewinnbringend sein k\u00f6nnte. Sowohl der Umfang als auch der Komplexit\u00e4t seines Arguments werden jedoch verhindern, dass seine Einsichten von Nichtspezialisten wahrgenommen werden. Zudem m\u00fcsste noch klarer herausgestellt werden, welchen Beitrag narratologische Ans\u00e4tze in der Analyse von vermeintlichen Proto- und Metanarrativen hinter neutestament\u00adlichen Texten leisten k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p><em>Dr. Joel White, Hochschuldozent f\u00fcr Neues Testament, Freie Theologische Hochschule Gie\u00dfen<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Christoph Heilig: Paulus als Erz\u00e4hler? 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