{"id":1224,"date":"2021-04-25T12:48:20","date_gmt":"2021-04-25T12:48:20","guid":{"rendered":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=1224"},"modified":"2021-04-25T12:48:22","modified_gmt":"2021-04-25T12:48:22","slug":"johann-arndt-vier-buecher-von-wahrem-christentum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=1224","title":{"rendered":"Johann Arndt: Vier B\u00fccher von wahrem Christentum"},"content":{"rendered":"\n<p>Johann Arndt: <em>Vier B\u00fccher von wahrem Christentum<\/em> (1610). <em>Buch 1. Kritisch herausgegeben, kommentiert und mit einem Nachwort versehen von Johann Anselm Steiger unter Mitwirkung von Thomas Illg<\/em>, Philipp Jakob Spener, Schriften. Sonderreihe Texte \u2013 Hilfsmittel \u2013 Untersuchungen, Bd. VII.1, Hildesheim, Z\u00fcrich, New York: Olms 2020, \u20ac 198,\u2013, ISBN <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.olms.de\/search\/Detail.aspx?pr=2009890\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.olms.de\/search\/Detail.aspx?pr=2009890\" target=\"_blank\">978-3-487-15893-8<\/a><\/p>\n\n\n\n\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p>Nachdem in der Reihe \u201ePh. J. Spener, Schriften. Sonderreihe V.1\u20133\u201c (= Johann Arndt-Archiv, Bd. II.1\u20133) im Jahr 2007 die erste Gesamtausgabe von Arndts \u201eVon Wahrem Christenthum\u201c (1610) als Reprint erschienen war, folgt nun in der gleichen Reihe als Bd. VII.1 (= Johann-Arndt-Archiv IV.1) das erste Buch des \u201eWahren Christentums\u201c als neu gesetzte historisch-kritische Ausgabe, herausgegeben und bearbeitet von Johann Anselm Steiger und Thomas Illg \u2013 ersterer als erfahrenem Editor von Texten aus dem 17. Jahrhundert (z.&nbsp;B. Johann Gerhard), letzterer auf Grund seiner Promotion zu Johann Arndts Verst\u00e4ndnis der Imitatio Christi als ausgewiesenem Kenner dieses bedeutenden geistlichen Schriftstellers. Im Sinne einer Doppelausgabe als Reprint und Neusatz wird dann auch der Begriff \u201eHybridedition\u201c (im Nachwort, S. 467) zu verstehen sein, der ansonsten eher als Terminus f\u00fcr eine Ausgabe in Druck- und Digitalversion verwendet wird. Das durch zahllose Auflagen und \u00dcbersetzungen in viele andere Sprachen \u00fcberaus wirksame \u201eWahre Christentum\u201c (467\u2013471) ist es wert, endlich auch in wissenschaftlicher Manier vorzuliegen, und es ist zu hoffen, dass die noch ausstehenden B\u00fccher 2 bis 4 in absehbarem Zeitraum folgen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine inhaltliche Vorstellung des Arndtschen Werkes kann hier unterbleiben, so dass die vorliegende Edition in das Zentrum der Besprechung treten soll.<\/p>\n\n\n\n<p>Dem eigentlichen Text sind als Anhang I die Vorrede zur zweiten Auflage von Buch 1 (1606), zusammen mit den Varianten der Urausgabe (1605), und als Anhang II die Beschreibung und notwendige Verzeichnisse der vorliegenden kritischen Ausgabe beigegeben.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Entstehungsgeschichte des ganzen Werkes Johann Arndts, vor allem aber des ersten Buches, ist reichlich kompliziert. Sie wird im Nachwort nachgezeichnet (475f). Die \u201eUrausgabe\u201c (Frankfurt a.&nbsp;M.: Jonas Rosa 1605) liegt nach der Auskunft der Herausgeber heute nur noch in zwei Exemplaren vor, die ausf\u00fchrlich beschrieben werden. In der zweiten Auflage (Braunschweig 1606) hatte Arndt schon den Plan f\u00fcr sein Gesamtwerk dargelegt (abgedruckt: Nachwort 482) und auch die Gelegenheit wahrgenommen \u201eseinem Erbauungsbuch einen st\u00e4rker lutherischen Duktus zu verleihen\u201c (480). Noch im gleichen Jahr wurde eine ver\u00e4nderte Fassung dieser Braunschweiger Ausgabe herausgegeben, in der weitere \u00c4nderungen vorgenommen werden, womit \u201ePhrases, so ich aus den alten Lehrern eingef\u00fchret\u201c (aus einem Brief Arndts vom 13.6.1606) erkl\u00e4rt oder korrigiert werden k\u00f6nnten (484). Diese zweite Braunschweiger Auflage ist jedoch eng mit der ersten verwandt, wie die Authentifizierung einiger identischer Druckb\u00f6gen aufweist. Die Titelbl\u00e4tter der hier genannten Auflagen (1605 und 1606), sowie der weiteren Auflagen bis 1610 werden im vorliegenden Band jeweils als Faksimile vorgelegt. Insgesamt stellt das Nachwort die \u00e4lteste Geschichte von Buch I des \u201eWahren Christentums\u201c schl\u00fcssig zusammengefasst dar.<\/p>\n\n\n\n<p>Abgeschlossen wird die Ausgabe durch ein Bibelstellen- und ein Personenregister (unterteilt in \u201ebiblische\u201c und \u201esonstige\u201c Personen). Anstatt auf die entsprechenden Seiten der vorliegenden Ausgabe zu verweisen, beziehen sich die Eintr\u00e4ge \u201eauf die Paginierung bzw. Foliierung der Vorlagen\u201c (503). F\u00fcr die Erstellung des Manuskripts mag dies eine Hilfe gewesen sein, weil zur finalen Registererstellung nicht auf den abschlie\u00dfenden Seitenumbruch gewartet werden musste. F\u00fcr den Leser ist es aber eher m\u00fchsam, die zu suchenden Stellen zu finden. Insbesondere f\u00fcr das Auffinden von Registereintr\u00e4gen, die auf den Abdruck der \u201eVorrede zur zweiten Auflage\u201c (Anhang I, S. 413\u2013428) verweisen, trifft dies zu. Die Angabe der urspr\u00fcnglichen Paginierung f\u00fchrt durchaus noch zu weiteren Unsicherheiten. Dass der im Personenregister mit einem Verweis auf die Seitenangabe der Ausgabe des \u201eWahren Christentums\u201c von 1605 aufgef\u00fchrte Herausgeber des deutschen Sprichw\u00f6rterlexikons K.&nbsp;F.&nbsp;W. Wander nicht bei Arndt erw\u00e4hnt sein kann, ist noch leicht einzusehen. Anders hingegen ist es mit Plinius, der sehr wohl im Text von 1605 auftauchen k\u00f6nnte, aber in der vorliegenden Ausgabe lediglich in der erkl\u00e4renden Fu\u00dfnote erscheint (im Register jedoch mit dem Verweis auf die Seite der Ausgabe von 1605). Weitere Beispiele lie\u00dfen sich anf\u00fchren. Es w\u00e4re f\u00fcr die Herausgeber \u00fcberlegenswert, in den noch ausstehenden B\u00e4nden dieser Edition die Referenzierung in den Registern zu \u00e4ndern.<\/p>\n\n\n\n<p>In \u201eAnhang II\u201c (431\u2013465) finden sich eine Beschreibung der \u201eder Edition zugrunde gelegten Drucke\u201c (431\u2013437), ein Verzeichnis der (von den Herausgebern vorgenommenen) Emendationen (439\u2013448), ein \u201eQuellen- und Literaturverzeichnis zur Edition\u201c (449\u2013458) und schlie\u00dflich ein \u201eEditorischer Bericht\u201c (459\u2013465), in dem Hinweise zur Textkonstituierung und -darbietung, zum Leittext sowie zur Darstellung der Varianten und zur Kommentierung gegeben werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum Schluss seien noch einige Bemerkungen zur Darstellung des Textes angef\u00fcgt. Als Leittext fungieren weder die <em>editio princeps<\/em> noch die <em>editio ultima<\/em> (w\u00e4hrend der Lebenszeit des Autors), sondern die Fassung der \u201e1610 publizierte(n) Gesamtausgabe als mit Blick auf den Autorwillen definitiver Fassung des Werkes\u201c (493) \u2013 eine Entscheidung, die ausf\u00fchrlich damit begr\u00fcndet wird, dass bis zu dieser Ausgabe \u201ebisweilen tiefgreifende Ver\u00e4nderungen\u201c vorgenommen worden seien und die Ausgaben nach 1610 zahlreiche neue Setzfehler und irrt\u00fcmliche Textauslassungen aufweisen, die als Zeichen daf\u00fcr gewertet werden k\u00f6nnen, dass Arndt sich nach 1610 nicht mehr um die Betreuung der weiteren Ausgaben bem\u00fchte (494). Dennoch ist dieser Text (mit dem Siglum E) mit den Ausgaben aus den Jahren 1605 bis 1607 (Siglen A, B, C, D) und 1615 und 1617 (Siglen F und G) kollationiert und alle Varianten (auch die der Kolumnentitel und Marginaltexte) sind in den Apparat aufgenommen worden. Au\u00dferdem werden auch noch die durch die Corrigendalisten der Drucke B, C und E entstandenen Varianten aufgef\u00fchrt (s. 463). Dadurch ergibt sich ein \u00fcppiger textkritischer Apparat, der im Haupttext durch kleine Buchstaben ausgezeichnet wird, w\u00e4hrend der kommentierende Apparat, der zu weiten Teilen im Nachweis der Bibelstellen und der Erkl\u00e4rung (heute) ungew\u00f6hnlicher Begriffe (mit Hinweis auf das Grimmsche Deutsche W\u00f6rterbuch) besteht, vergleichsweise schmal ausf\u00e4llt. Auf Grund dieser minuti\u00f6sen Dokumentation vor allem der Varianten und Druckfehler so vieler Auflagen bleibt es nicht aus, dass die Pr\u00e4sentation des Textes etwas unruhig wirkt und den Lesefluss behindert.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Ausgabe ist weiterhin ein gutes Gelingen und Fortkommen zu w\u00fcnschen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p><em>Dr. Klaus vom Orde, Halle (Saale)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Johann Arndt: Vier B\u00fccher von wahrem Christentum (1610). Buch 1. 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