{"id":1268,"date":"2021-04-25T13:27:02","date_gmt":"2021-04-25T13:27:02","guid":{"rendered":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=1268"},"modified":"2021-04-25T13:27:03","modified_gmt":"2021-04-25T13:27:03","slug":"carsten-gennerich-mirjam-zimmermann-bibelwissen-und-bibelverstaendnis-bei-jugendlichen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=1268","title":{"rendered":"Carsten Gennerich \/ Mirjam Zimmermann: Bibelwissen und Bibelverst\u00e4ndnis bei Jugendlichen"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Carsten Gennerich \/ Mirjam Zimmermann: <em>Bibelwissen und Bibelverst\u00e4ndnis bei Jugendlichen. Grundlegende Befunde \u2013 Theoriegeleitete Analysen \u2013 Bibeldidaktische Konsequenzen<\/em>, Stuttgart: Kohlhammer, 2020, Pb., 212\u00a0S., \u20ac\u00a039,\u2013, ISBN <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.kohlhammer.de\/wms\/instances\/KOB\/appDE\/nav_product.php?product=978-3-17-038910-6\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.kohlhammer.de\/wms\/instances\/KOB\/appDE\/nav_product.php?product=978-3-17-038910-6\" target=\"_blank\">978-3-17-038910-6<\/a><\/p>\n\n\n\n\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Carsten Gennerich und Mirjam Zimmermann lenken mit dieser empirischen Studie den Blick auf ein in Deutschland bisher wenig erforschtes Thema: <em>Das Bibelwissen und Bibelverst\u00e4ndnis von Jugendlichen<\/em>. Damit soll \u201edas Defizit aktueller empirischer Forschungen auf diesem Feld\u201c (7) aufgegriffen werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zur Datenerhebung (Kapitel 3) wurde eine quantitative Erhebung mittels Fragebogen durchgef\u00fchrt. An der Entwicklung des Fragebogens waren neben den Autoren verschiedene Fachkollegen disziplin\u00fcbergreifend beteiligt. Die Teilnehmer wurden \u201enicht nach Kriterien der Repr\u00e4sentativit\u00e4t rekrutiert\u201c, sondern als \u201econvenience sample\u201c (64). Dennoch ist den Befunden allgemeine Bedeutung beizumessen, da die Fragestellungen eher auf Zusammenh\u00e4nge ausgerichtet sind, die \u201ekeine repr\u00e4sentativen Stichproben erfordern\u201c (64). Die Befragung fand 2015\/2016 unter 1446 Sch\u00fclern im Alter von 9\u201320 Jahren (\u00d8 13,52) in Deutschland (Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Baden-W\u00fcrttemberg) statt. Im Jahr 2016 wurden 665 englischsprachige Sch\u00fcler in Australien, England und Kanada befragt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach einer bewusst knappen Einleitung (Kapitel 1) liefern Gennerich und Zimmermann in Kapitel 2 zun\u00e4chst einen \u00dcberblick \u00fcber den \u201eForschungsstand\u201c (2.1). Dazu fassen sie insgesamt neun Studien in ihren wichtigsten Inhalten zusammen. Zeitlich stammen diese Untersuchungen aus den Jahren 1964 bis 2018, eine davon wurde in England (1964), eine weitere in Finnland (1991\/1993) durchgef\u00fchrt. An der \u201emageren Ausbeute\u201c wird deutlich, dass Studien zu diesem Thema in Deutschland rar sind. Schade ist an dieser Stelle, dass der aktuelle internationale Forschungsstand au\u00dfen vor bleibt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein weiterer Fokus liegt auf ausgew\u00e4hlten \u201etheoretischen Zug\u00e4ngen zur Bibel\u201c (2.2), n\u00e4mlich dem Zusammenhang von \u201eBibelverst\u00e4ndnis und Lebensstilen\u201c, \u201eBibel und Gender\u201c, der \u201eFrage der Wahrheit der Schrift\u201c und der \u201eKonzeptionalisierung von pers\u00f6nlicher Bedeutsamkeit\u201c. Gerade in der Entwicklung eines Modells zur Konzeptionalisierung von pers\u00f6nlicher Bedeutsamkeit biblischer Texte f\u00fcr Jugendliche liegt ein wertvoller Beitrag f\u00fcr weitere empirische Forschungen zu dieser Thematik auf theoretischer Ebene.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Neben den methodischen Grundlegungen sind f\u00fcr die religions- und gemeindep\u00e4dagogische Praxis vor allem die in Kapitel 4 vorgestellten \u201eErgebnisse\u201c und daraus resultierenden \u201ebibeldidaktischen Konsequenzen\u201c (Kapitel 5) von hohem Wert. Zum Beispiel liefern die Befunde zur Frage \u201ewie die Bibel als bedeutsam erlebt werden kann\u201c (184) hilfreiche Anhaltspunkte, Jugendliche in wirkungsvollen Kontakt mit der Bibel zu bringen. Man wei\u00df jetzt, dass \u201emit zunehmendem Bibelwissen allgemein die Kompetenz steigt, biblische Geschichten identit\u00e4tsrelevant zu interpretieren\u201c (174). Auch die Feststellung, dass Sch\u00fclerinnen insgesamt einen leichteren Zugang zur Bibel haben als Sch\u00fcler und \u201edass es die Jungen sind, um die man sich im Religionsunterricht bei biblischen Themen besonders k\u00fcmmern muss\u201c (195), ist ein Befund, der nicht nur innerhalb des Religionsunterrichtes, sondern auch in der gemeindep\u00e4dagogischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen Beachtung finden sollte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Fazit: Angesichts des hohen Stellenwertes der Bibel innerhalb des Protestantismus einerseits und den vielfach beschriebenen kulturellen Ver\u00e4nderungen des gegenw\u00e4rtigen Zeitalters andererseits, liefert diese Studie sowohl f\u00fcr Religionsp\u00e4dagogen als auch f\u00fcr Erzieher und Mitarbeiter in der kirchlichen Kinder- und Jugendarbeit bedeutsame Erkenntnisse. Es ist w\u00fcnschenswert, dass die Befunde auch in der gemeindlichen Praxis der \u201eevangelical community\u201c wahrgenommen werden und zu weiteren praktisch-theologischen \u00dcberlegungen innerhalb der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Judith Hildebrandt, Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Freien Theologischen Hochschule Gie\u00dfen<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Carsten Gennerich \/ Mirjam Zimmermann: Bibelwissen und Bibelverst\u00e4ndnis bei Jugendlichen. 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