{"id":1332,"date":"2021-10-20T15:45:40","date_gmt":"2021-10-20T15:45:40","guid":{"rendered":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=1332"},"modified":"2021-10-20T15:45:42","modified_gmt":"2021-10-20T15:45:42","slug":"pieter-gert-van-der-veen-dating-the-iron-age-iib-archaeological-horizon-in-israel-and-judah","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=1332","title":{"rendered":"Pieter Gert van der Veen: Dating the Iron Age IIB Archaeological Horizon in Israel and Judah"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Pieter Gert van der Veen: <em>Dating the Iron Age IIB Archaeological Horizon in Israel and Judah: A Reinvestigation of \u201eNeo-Assyrian (Period)\u201c Sigillographic and Ceramic Chronological Markers from the 8<sup>th<\/sup> and 7<sup>th<\/sup> Centuries B.C.<\/em>, \u00c4gypten und Altes Testament 98, M\u00fcnster: Zaphon 2020, geb., S.\u00a0222, \u20ac\u00a086,40, ISBN <a href=\"https:\/\/www.zaphon.de\/Dating-the-Iron-Age-IIB\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.zaphon.de\/Dating-the-Iron-Age-IIB\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">978-3-96327-086-4<\/a><\/p>\n\n\n\n<div class=\"dwnldbtn\">[e2pdf-download id=&#8221;1&#8243;]<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Buch von Pieter Gert van der Veen wurde 2018 an der Johannes-Gutenberg-Universit\u00e4t in Mainz als Habilitationsschrift eingereicht. Wie auch bei anderen Arbeiten des Privatdozenten f\u00fcr AT und Biblische Arch\u00e4ologie an der Uni Mainz werden chronologische Untersuchungen in den Mittelpunkt gestellt; daneben ist das Buch eine Fundgrube zu unterschiedlichsten Fragen. Der Schwerpunkt der Untersuchung liegt auf der Eisenzeit IIB bzw. dem 8. und 7. Jahrhundert v.&nbsp;Chr. und somit auf dem Zeitraum von den letzten Jahren des Nordreiches Israel (Untergang 722 v.&nbsp;Chr.) bis zum Ende der Regierung von K\u00f6nig Manasse (ca. 760\u2013642 v.&nbsp;Chr.).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Arbeit ist (au\u00dfer einigen deutschsprachigen Zitaten) ganz in Englisch verfasst und besteht \u2013 neben einer Einleitung und einem Fazit mit Schlussfolgerungen und Ausblick \u2013 aus drei Hauptteilen. In der Einleitung wird das Ziel der Arbeit umrissen: F\u00fcr die Eisenzeit IIB (herk\u00f6mmlich 900\u2013700 v.&nbsp;Chr.) sollen die absoluten Daten \u00fcberpr\u00fcft und gegebenenfalls neu aufgestellt werden. Van der Veen befasst sich dazu mit einer Reihe von chronologischen Markern, die zur Feinabstimmung der Chronologie der Eisenzeit IIB in den K\u00f6nigreichen Israel und Juda beitragen. Die ausgew\u00e4hlten Marker stammen in erster Linie aus einem Korpus von sp\u00e4ten Objekten im \u201eassyrischen Stil\u201c und\/oder assyrianisierenden Objekten, die auf den internationalen Einfluss des neuassyrischen Reiches auf die s\u00fcdliche Levante w\u00e4hrend des 8. und 7. Jh. v.&nbsp;Chr. hinweisen. W\u00e4hrend die Herstellung von Objekten im assyrischen Stil in der s\u00fcdlichen Levante w\u00e4hrend der Hochphase des Neuassyrischen Reiches (der sogenannten Pax Assyriaca) ihren kulturellen Zenit erreichte, listet diese Studie zahlreiche Funde, die nach traditioneller Auffassung der Zeit der assyrischen Hegemonie vorausgehen; unter anderem: Siegel (so das ber\u00fchmte Schema-Siegel aus Megiddo), Bullen, Tonwaren (Importe und Imitationen), Bronzekessel, lmlk-Kr\u00fcge und andere jud\u00e4ische Vorratsgef\u00e4\u00dfe, z.&nbsp;T. gestempelt mit k\u00f6niglichen Insignien der neuassyrischen Zeit. Die hier zusammengetragenen Argumente zeigen auf, wohin chronologische Studien zur sp\u00e4ten Eisenzeit in Israel und Judah in der Zukunft hinf\u00fchren k\u00f6nnen. Ferner wird in der Einleitung ein \u00dcberblick gegeben \u00fcber das Material, das in den drei Hauptteilen untersucht wird. Ferner werden die methodischen Grundlagen dieser Arbeit erl\u00e4utert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im ersten Hauptteil [\u201eNeo-Assyrian Related Sigillographic Evidence and the <em>terminus ante quem <\/em>of Iron Age IIA in Israel and Judah\u201c] werden verschiedene Siegel und Siegelabdr\u00fccke untersucht. Der erste Teil behandelt anepigraphische Siegelabdr\u00fccke aus Jerusalem, die nahe der Gihonquelle im so genannten Rock-Cut Pool gefunden wurden. Hier erfolgen Schlussfolgerungen f\u00fcr den \u00dcbergang von Iron Age IIA zu IIB. Im zweiten Teil geht van der Veen auf das ber\u00fchmte Siegel des Schema ein, das bereits 1904 in Megiddo gefunden wurde. Es tr\u00e4gt die Inschrift \u201egeh\u00f6rt Schema, dem Diener Jerobeams\u201c. Aufgrund der fr\u00fchen Fundzeit, in der die Stratigrafie noch nicht entwickelt war, ist die genaue Fundlage ungewiss; hier deutet van der Veen die Fundumst\u00e4nde auf das 8. Jh. v.&nbsp;Chr. Auch untersucht er die unterschiedlichen Symbole des Siegels, wobei der br\u00fcllende L\u00f6we auf das 8. Jh. v.&nbsp;Chr. deute. Somit ergibt sich als Ergebnis, dass Schema ein hoher Beamter unter Jerobeam II. gewesen sei.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der zweite Hauptteil [\u201e,Assyrian-Style\u2018 Pottery and Its Implications for Israel and Judah during Iron Age IIB (early)\u201c] handelt von Keramikfunden in assyrischem Stil. Sowohl aus Assyrien stammende Keramik als auch lokale Kopien in assyrischem Stil sowie Keramik in edomitischem Stil werden untersucht. Von Bedeutung ist dabei u.&nbsp;a., dass in Datierungsfragen bisher Inschriftenfunde aus Edom nicht ber\u00fccksichtigt wurden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der dritte Hauptteil [\u201eIron Age IIB in Judah: The ,Lachish Level III\u2018 Horizon and the <em>lmlk<\/em> Stamp Impressions\u201c] ist einer Untersuchung der bekannten <em>lmlk<\/em>-Henkel (<em>Lemelech<\/em>-Kr\u00fcge) gewidmet. Solche Krughenkel von Vorratskr\u00fcgen tragen einen Siegelabdruck mit der Beschriftung \u201egeh\u00f6rt dem K\u00f6nig\u201c sowie dem Namen einer der vier Orte Hebron, Sif, Socho und MMST (bisher unbekannt). Insgesamt wurden \u00fcber 2000 dieser Henkelkr\u00fcge gefunden, die meisten davon in Lachisch. F\u00fcr die Datierungsfragen ist dabei von besonderer Bedeutung Lachisch Level III als ein Fixpunkt, um andere St\u00e4dte aus dieser Zeit in Juda zu datieren; wenn sich die Datierung von Lachisch III \u00e4ndert (wie als Ergebnis von van der Veen angegeben), so hat dies gr\u00f6\u00dfere Auswirkungen. Und im Schlussteil erfolgt eine Zusammenfassung der Hauptergebnisse sowie ein Ausblick auf m\u00f6gliche weitere Studien (wie z.&nbsp;B. eine m\u00f6gliche Verwendung der <em>lmlk<\/em>-Kr\u00fcge unter Manasse).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr den Verfasser dieser Rezension fast noch spannender als die \u2013 m.\u00a0E. sehr interessanten \u2013 Hauptteile der Habilitation von van der Veen sind einige der insgesamt sechs Exkurse. So behandelt z.\u00a0B. der Exkurs 2 in Teil 1 [\u201eThe Duration of Iron Age IIA and Its <em>terminus post quem<\/em> in Israel\u201c] eine der Hauptfragen bez\u00fcglich der Chronologie Israels, n\u00e4mlich das Ende der Iron Age IIA (und somit die Frage, ob die bisher in die Zeit Davids und Salomos (10. Jh. v.\u00a0Chr. (datierten Funde in Jerusalem, Gezer, Megiddo und Hazor nicht eher ins 9. Jh. v.\u00a0Chr. zu datieren sind (wie es durch Finkelstein aufkam). Oder in Exkurs 1 in Teil 3 [\u201eThe Use of the Royal Jars: A Tentative Proposal\u201c] finden sich nachdenkenswerte Ans\u00e4tze f\u00fcr eine Neudatierung und Interpretation der <em>lmlk<\/em>-Henkel. Au\u00dferdem sind viele kleine Randbemerkungen spannend, z.\u00a0B. dass der Hiskija-Tunnel in Jerusalem unter Hiskija begonnen und unter Manasseh fertiggestellt worden sein k\u00f6nnte oder dass das Siegel des Schema, das verschollen ist, eine Grabbeigabe f\u00fcr Sultan Abdulhamid II. gewesen sein k\u00f6nnte (siehe 28 Anm. 51). H\u00f6hepunkte der Arbeit sind m.\u00a0E. \u2013 neben den chronologischen Betrachtungen \u2013 die Einordnung des br\u00fcllenden L\u00f6wen auf dem Siegel des Schema und die Untersuchungen der Symbolik auf den Siegelabdr\u00fccken von K\u00f6nig Hiskija. Ferner zeigt van der Veen \u00fcberzeugend, dass nicht jede Datierung, die festzustehen scheint, wirklich auf einem soliden Fundament steht. Eine St\u00e4rke des Buches ist die Ausgewogenheit der Argumentation sowie die Betonung, dass (nach Prof. Ze`ev Herzog) bei der arch\u00e4ologischen Arbeit 10 % Daten und 90 % Interpretation seien. Wer tiefer in den Bereich Biblische Arch\u00e4ologie einsteigen m\u00f6chte, dem sei diese Habilitationsschrift von Pieter van der Veen empfohlen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Thomas Kinker, D.Th. (USA), Dozent f\u00fcr Altes Testament am Martin Bucer Seminar Bonn<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pieter Gert van der Veen: Dating the Iron Age IIB Archaeological Horizon in Israel and Judah: A Reinvestigation of \u201eNeo-Assyrian<\/p>\n","protected":false},"author":74,"featured_media":1333,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","inline_featured_image":false,"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[],"class_list":["post-1332","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-altes-testament"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1332","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/74"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1332"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1332\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1334,"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1332\/revisions\/1334"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/1333"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1332"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1332"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1332"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}