{"id":1338,"date":"2021-10-20T15:52:35","date_gmt":"2021-10-20T15:52:35","guid":{"rendered":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=1338"},"modified":"2021-10-20T15:52:37","modified_gmt":"2021-10-20T15:52:37","slug":"ursula-ulrike-kaiser-die-rede-von-wiedergeburt-im-neuen-testament","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=1338","title":{"rendered":"Ursula Ulrike Kaiser: Die Rede von \u00bbWiedergeburt\u00ab im Neuen Testament"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ursula Ulrike Kaiser: <em>Die Rede von \u00bbWiedergeburt\u00ab im Neuen Testament. Ein metapherntheoretisch orientierter Neuansatz nach 100 Jahren Forschungsgeschichte<\/em>, WUNT 413, T\u00fcbingen: Mohr Siebeck, 2018, Leinen, 404\u00a0S., \u20ac\u00a0139,\u2013, ISBN <a href=\"https:\/\/www.mohrsiebeck.com\/buch\/die-rede-von-wiedergeburt-im-neuen-testament-9783161553417\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.mohrsiebeck.com\/buch\/die-rede-von-wiedergeburt-im-neuen-testament-9783161553417\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">978-3-16-155341-7<\/a><\/p>\n\n\n\n<div class=\"dwnldbtn\">[e2pdf-download id=&#8221;1&#8243;]<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kaiser legt mit ihrer 2017 in Hamburg angenommenen Habil. eine \u00fcberaus wichtige Arbeit zu einem Thema vor, das f\u00fcr evangelikale Theologie von hohem Interesse sein muss. Dass sie meint, das Thema \u201eWiedergeburt\u201c w\u00fcrde sich heute (neben esoterischen Kreisen) im christlichen Gebrauch \u201efast vollst\u00e4ndig auf evangelikal-pfingstkirchliche Richtungen\u201c beschr\u00e4nken (1; s.&nbsp;auch 7), und zwar st\u00e4rker in den USA als in Europa (belegt mit Billy Graham!), ist eine bedauerliche Wissensl\u00fccke (angesichts der Rolle, die das Thema z.&nbsp;B. im Pietismus spielte und bis heute (auch) den deutschsprachigen Evangelikalismus pr\u00e4gt), spielt aber f\u00fcr die Qualit\u00e4t der eigentlichen Arbeit keine Rolle. Allerdings nimmt sie dadurch die Arbeiten von Helmut Burkhardt oder auch David Pawson zum Thema nicht wahr.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kaiser erkl\u00e4rt einf\u00fchrend die Formulierung \u201eRede von ,Wiedergeburt\u2018\u201c im Titel ihrer Arbeit und sie will mit den G\u00e4nsef\u00fc\u00dfchen beim Ausdruck \u201eWiedergeburt\u201c sogleich \u2013 und zu Recht \u2013 darauf hinweisen, dass das Wort theologiegeschichtlich zu einem Leitbegriff f\u00fcr eine \u201eSache\u201c wurde, die zu undifferenziert in den Begriff hineingelesen wird (dogmatischer Topos (6); \u201e,Wiedergeburts\u2018-Ideologien\u201c der \u201ereborn Christians\u201c (7 Anm. 22)). Sie pl\u00e4diert daher f\u00fcr einen exegetischen Neuansatz, den sie im Verlauf der Arbeit dann auch durchf\u00fchrt und dabei ein besonderes Augenmerk darauf legt, dass \u201eWiedergeburt\u201c als Metapher verstanden werden muss. Dabei findet sie f\u00fcr die exegetische Applikation von den aktuellen Metapherntheorien in erster Linie die Interaktionstheorie und konzeptuelle Metaphernforschung geeignet und lehnt sich insbesondere an die \u201eConceptual Metaphor Theory\u201c an. Daran anschlie\u00dfend formuliert sie zehn sehr hilfreiche exegetische Leits\u00e4tze zur Auslegung von Metaphern in ntl. Texten (10\u201325). Sie weist in diesem Zusammenhang auch bereits darauf hin, dass im NT w\u00f6rtlich \u201enur\u201c in Mt 19,28 und Tit 3,5 von \u201eWiedergeburt\u201c die Rede ist und z\u00e4hlt zudem 1Petr 1,3.23 und Joh 3,3.7 zu den Stellen, \u201edie \u00fcberhaupt w\u00f6rtlich von etwas wie einem erneuten [\u2026] Geboren- bzw. Gezeugt-Werden schreiben\u201c (4).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im 1.&nbsp;Hauptteil der Arbeit erhebt K. aus einer ausf\u00fchrlichen Darstellung der Forschungsgeschichte (31\u2013126) seit ca. 1900 diejenigen neuralgischen Punkte, die aus metapherntheoretischer Sicht f\u00fcr ein angemessenes Verst\u00e4ndnis von \u201eWiedergeburt\u201c wichtig sein w\u00fcrden. Dabei bespricht sie im Kap.&nbsp;2 \u201eExegetische Weichenstellungen zu Anfang des 20. Jahrhunderts\u201c die Arbeiten von Gennrich (1907) und Heitm\u00fcllers RGG-Artikel (1913), dabei auch Kirns Artikel in der 3. Aufl. der RE (1908) streifend. Kap.&nbsp;3 fasst mit Harnack (1918), Procksch (1928), Wissmann (1931 RGG 2.&nbsp;Aufl.), B\u00fcchsel (1933 ThWBNT), Jacono (1934), Dey (1937 Diss.) und Schweitzer (1943 Diss.) die tendenziell religionsgeschichtliche Herleitungen des Gedankens einer Wiedergeburt vertreten. Nach dem 2. Weltkrieg (Kap.&nbsp;4) erschienen die Beitr\u00e4ge von Sj\u00f6berg (1951), Goppelt (1962 RGG 3.&nbsp;Aufl.) und einige Qualifikationsarbeiten, von denen K. allerdings nur diejenigen von Vann Murrell (1964), Mounce (1981) bespricht (und nicht: Christou (1950), Schrock (1956), Inman (1974), Parsons (1978)). Kap.&nbsp;5 referiert schlie\u00dflich die Arbeiten seit den 1980er-Jahren mit Burnett (1983), Lichtenberger (1986&nbsp;\/ 2008), S\u00f6ding (1990), Manns (1995), Roosimaa (1996), Bae (2003), Popkes (2004 TRE), Frey (2005 RGG 4.&nbsp;Aufl.), Feldmeier (2005), Back (2005), Bosetti (2006) und Zimmermann (2009). Vermisst habe ich hier die Artikel von Marshall in Hastings Encyclopaedia of Religion and Ethics&nbsp;10, 1918\/1967, 639\u2013648, von Guhrt im ThBNT 1, 450\u2013451, von Burkhardt im GBL&nbsp;3, 1989, 1203\u20131024, von Gulley im ABD&nbsp;5, 1992, 659\u2013660, von Bernhardt im EKL<sup>3<\/sup>&nbsp;4, 1996, 1284\u20131289, von Goldsworthy im New Dictionary of Biblical Theology, 2000, 720\u2013723, von Trummer im NBL&nbsp;3, 2001, 1110\u20131113 und von Pr\u00fcmm&nbsp;\/ Pax im LThK<sup>2<\/sup> 10, 1965, 1099\u20131102 und S\u00f6ding \/ Weismayer im LThK<sup>3<\/sup> 10, 2001, 1148\u20131150. Eine Tabelle (137\u2013140) listet auf, welche NT-Texte alle besprochenen Forschungsbeitr\u00e4ge f\u00fcr ihr Verst\u00e4ndnis von \u201eWiedergeburt\u201c beigezogen haben (gemeinsamer Nenner: Tit&nbsp;3,5; 1Petr&nbsp;1,3.23; Joh&nbsp;3,3ff).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der 2.&nbsp;Hauptteil (127\u2013178) wertet die Forschungsgeschichte aus und kommt insbesondere zum Schluss, dass nicht so sehr \u201eWiedergeburts\u201c-Vorstellungen im antiken Umfeld (inkl. AT), sondern das Vorkommen von \u201ekonzeptuelle[n] Metaphern der grundlegenden Erneuerung des Lebens als Geburt\/Zeugung\u201c im damaligen Sprach- und Kulturraum zum rechten Verst\u00e4ndnis verhelfen (174\u2013175). Unter dieser Voraussetzung werden Tit&nbsp;3,5, die joh. Texte (inkl. 1Joh), 1Petr&nbsp;1,3.23, Jak&nbsp;1,15.18, Mt&nbsp;19,28 und bei Paulus 1Kor&nbsp;4,14\u201316, Phlm&nbsp;10 und Gal&nbsp;4,19f kurz auf ihre metapherntheoretische Zugeh\u00f6rigkeit zur obigen konzeptuellen Metapher hin beleuchtet, um objektivere Kriterien f\u00fcr die Textauswahl zu erhalten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der 3.\u00a0Hauptteil (179\u2013404) erarbeitet auf diesem Hintergrund schlie\u00dflich ausf\u00fchrlich und in hoher exegetischer Qualit\u00e4t die \u201eAussagen der Texte\u201c im NT, die eben diese Metapher (grundlegenden Erneuerung des Lebens als Geburt\/Zeugung) enthalten: Tit\u00a03,5 (183\u2013224), joh. Texte (225\u2013291), 1Petr\u00a01,3.23 (293\u2013336) und Jak\u00a01,18 (337\u2013394). Dabei f\u00e4llt das sorgf\u00e4ltige Arbeiten mit den Texten ins Auge, die Wahrnehmung sprachlicher und exegetischer Feinheiten, eine angemessene Auseinandersetzung mit der aktuellen Forschung und ausgewogene Urteile \u00fcber andere Meinungen. Erfreulich wird z.\u00a0B. die Auseinandersetzung mit der Frage gef\u00fchrt, welche Bedeutung im Kontext von \u201eWiedergeburt\u201c die Taufe haben k\u00f6nnte. Oder hilfreich sind die \u00dcberlegungen zur Frage, ob mit dem griech. Wortfeld <em>genn-<\/em> eher ein \u201egezeugtsein\u201c oder \u201egeb\u00e4ren\u201c evoziert werden soll. Der Aufbau der ganzen Arbeit, die methodischen \u00dcberlegungen und Entscheide und die \u201ehandwerkliche\u201c Durchf\u00fchrung des Vorhabens sind vorbildlich gelungen und ertragreich. Ein kurzes Schlusskapitel \u201eR\u00fcckblick und Ausblick\u201c (395\u2013404) schlie\u00dft den Haupttext ab. \u2013 Wie in der WUNT-Reihe \u00fcblich, findet man ein Literaturverzeichnis und ein Stellen- und Sachregister, ist das Buch qualitativ gut gearbeitet und sind kaum Druckfehler zu finden (einzig der Abdruck von Fu\u00dfnoten auf der falschen Seite an zu vielen Stellen ist st\u00f6rend). Trotz des berechtigten Lobes ergibt sich f\u00fcr den Rezensenten \u201ein der Sache\u201c ein zwiesp\u00e4ltiges Urteil: Die forschungsgeschichtliche Aufarbeitung war \u00fcberf\u00e4llig, das Insistieren auf einem sprachwissenschaftlich verantwortbaren Umgang mit Metaphern wie Wiedergeburt ist notwendig und die solide exegetische Arbeit an den Texten ist vorbildlich. Aber die starke Fokussierung auf \u201eWiedergeburt\u201c <em>als Metapher<\/em> steht auch in der Gefahr einer Verengung. Wenn K. ausdr\u00fccklich nicht von \u201eder Sache\u2026\u201c, sondern \u201eder Rede von\u2026\u201c Wiedergeburt sprechen will, dann ist das zwar sprachbegrifflich richtig, aber es kann auch die Sicht darauf verbauen, dass die damit beschriebene Realit\u00e4t weit \u00fcber das hinausgeht, was der Zielbereich der Metapher \u201eWiedergeburt\u201c bezeichnet. Mit der m\u00f6glichen Engf\u00fchrung meine ich dreierlei: 1. Historisch w\u00e4re zumindest zu erw\u00e4gen, ob nicht doch das Gespr\u00e4ch von Jesus mit Nikodemus (Joh\u00a03 \u201egeistgewirkt von oben\/neuem geboren\u201c) der Ausgangspunkt f\u00fcr die Beschreibung einer geistlichen Realit\u00e4t war, die sp\u00e4ter mit verschiedenen sprachlichen Mitteln, u.\u00a0a. auch mit dem griechischen Begriff \u201eWiedergeburt\u201c, ausgedr\u00fcckt oder zusammengefasst wurde (der Beleg bei Mt w\u00e4re separat zu untersuchen, aber vielleicht nicht v\u00f6llig von einer solchen \u201ereligionsgeschichtlichen\u201c Rekonstruktion zu trennen?). 2. Sprachlich fokussiert K. auf das Ph\u00e4nomen der Metapher. In der textlichen Realit\u00e4t verbinden sich aber auf der Textverst\u00e4ndnisebene mehrere sprachliche Mittel miteinander. Das scheint mir besonders dort wichtig zu sein, wo der Fokusbegriff (hier: Zeugung\/Geburt) einer Metapher (hier: Wiedergeburt) eine Realit\u00e4t beschreiben will, die mit sprachlichen Mitteln nicht \u201eeinfach\u201c zu erfassen ist. Ich denke in unserem Fall insbesondere an Erkenntnisse der Framesemantik (Bedeutung von sprachlichen Ausdr\u00fccken in Bezug zum \u201eWeltwissen\u201c der Sprecher) und an Textverkn\u00fcpfungen, die in der Textlinguistik als Isotopie bezeichnet werden (Auftreten von Worten desselben Bedeutungs- oder Erfahrungsbereiches). Spielen diese f\u00fcr das Textverstehen mit, dann er\u00f6ffnen sich \u00fcber die Sprachleistung von Metaphern hinaus auch bereits auf der sprachlichen Ebene f\u00fcr \u201eWiedergeburt\u201c bzw. Zeugungs-\/Geburtsaussagen Verbindungen zu in der Sache verwandten Begriffen wie \u201eNeusch\u00f6pfung\u201c (die K. eher abwehrt) oder der Familienmetaphorik (Vater, Kinder, Sohn, Adoption usw.) insgesamt (die K. beinahe trennend anderen Metaphern zuweist). 3.\u00a0Exegetisch-theologisch sehe ich eine gewichtige Schwachstelle in dem Vers\u00e4umnis, in der Zentralstelle Tit\u00a03,5 dem zu \u201eWiedergeburt, <em>palingenesia<\/em>\u201c irgendwie parallel stehenden Ausdruck \u201eErneuerung, <em>anakainosis<\/em>\u201c keine vertiefte Beachtung zu schenken. K. versteht <em>anakainosis<\/em> offenbar wie das deutsche Wort \u201eErneuerung\u201c und deutet es als Hinweis auf ein wiederholt reinigendes \u201eBad\u201c im Unterschied zu <em>palingenesia<\/em>, welches eher die grundlegende, bleibende Wirkung des \u201eBades\u201c markiere. Sie meint sogar, dass die beiden W\u00f6rter zusammengefasst mit \u201e(das Bad, das zu einer) <em>grundlegenden Erneuerung des Lebens <\/em>(f\u00fchrt)\u201c wiedergegeben werden k\u00f6nnten (220\u2013221). Das wird m.\u00a0E. exegetisch den beiden bedeutungsschwangeren Begriffen \u201eWiedergeburt\u201c und \u201eErneuerung\u201c an dieser Stelle nicht gerecht. Vielmehr findet sich hier m.\u00a0E. in zwei Begriffe gefasst das, was K. an mehreren Stellen und im Schlusskapitel versucht als unverf\u00fcgbarer \u201eStart\u201c und damit untrennbar verbundenen \u201eFortgang\u201c des gemeinten Geschehens allein mit der Geburts-\/Zeugungsmetaphorik zu erfassen (s.\u00a0401\u2013402). \u201eWiedergeburt\u201c und \u201eErneuerung\u201c markieren hier genau dieses \u201ekomplexe Verh\u00e4ltnis von Heilsindikativ und -imperativ\u201c (402), die sie beide in dem einen Begriff \u201eWiedergeburt\u201c erkennen will. Dass das nicht wirklich passt, zeigt ihr eigenes Fazit zu Tit\u00a03,5, wenn sie \u2013 aus metapherntheoretischer Sicht zu Recht \u2013 betont, es gehe dort bei <em>palingenesia<\/em> weniger um den Gedanken einer Geburt (und den darauf folgenden Prozess), sondern in erster Linie um \u201eWiederentstehung\u201c (219). Ja, <em>palingenesia<\/em> bezeichnet den \u201eAnfang\u201c und steht schon von da her dem paulinischen \u201eneue Sch\u00f6pfung\u201c nahe. K. erw\u00e4hnt zwar nebenbei, dass \u201eErneuerung\u201c vor Paulus nicht belegt ist (222 Anm. 170), geht aber dem Befund und auch dem Begriff nicht weiter nach (obwohl sie Buchegger, Erneuerung 2001 kennt). Alles ordnet sich bei ihr der Metaphorik unter und die mit \u201eWiedergeburt\u201c (teilweise) beschriebene Realit\u00e4t schrumpft beinahe zu einem Allgemeinplatz. F\u00fcr Tit\u00a03,5 l\u00e4sst sich gem\u00e4\u00df K. paraphrasieren, dass mit <em>palingenesia<\/em> \u201ein Bezug auf Menschen eine <em>grundlegende neue Lebensm\u00f6glichkeit<\/em> beschrieben wird, die die Adressierten <em>nach einer Rettung aus widrigen Umst\u00e4nden<\/em> erfahren haben.\u201c (219). Als semantische Leistung der in Tit\u00a03,5 instanziierten, konzeptionellen Metapher \u201eWiedergeburt\u201c ist diese Beschreibung sicher korrekt, aber die Entkleidung des Wortes innerhalb dieses Textes zu einer \u201enackten Metapher\u201c steht in der Gefahr, den Blick daf\u00fcr zu verlieren, dass die mit \u201eWiedergeburt\u201c bezeichnete Realit\u00e4t nicht nur ihre Ursache in Gott hat (das betont K. zu Recht immer), sondern konkreter vom Heiligen Geist bewirkte Aneignung des \u201eneuen\u201c und zwar unverg\u00e4nglichen Lebens ist, das in der Mission und Initiation des neuen Bundes (Hes\u00a036) durch den Menschen und Gottessohn Jesus gr\u00fcndet, welches sehr wohl grundlegend mit der Beseitigung von S\u00fcnde (Reinigung) zu tun hat, welche die tiefste Ursache des Beziehungsbruches mit Gott, dem Vater, ist. K. ist sich grunds\u00e4tzlich dieser Engf\u00fchrung durch ihr Vorgehen bewusst, wie ihr Schlussabschitt zeigt, in dem sie den Blick wieder \u00f6ffnet hin zu der mit der Metapher \u201eWiedergeburt\u201c gemeinten (Erfahrungs-)Realit\u00e4t der ersten und heutiger Christen. Ihr Verdienst ist es, den Begriff \u201eWiedergeburt\u201c davon befreit zu haben, dass er in sich bereits eine Art \u201eKonzept\u201c mit sich tr\u00e4gt. Sie er\u00f6ffnet den Blick f\u00fcr eine textgerechtere Exegese dieses metaphorischen Wortes und fordert die evangelikale Theologie heraus, einen Begriff differenzierter zu reflektieren und zu gebrauchen, den diese doch auch im deutschsprachigen Raum gerne im Munde f\u00fchren. Wer sich in Zukunft mit dem neutestamentlichen Verst\u00e4ndnis von \u201eWiedergeburt\u201c besch\u00e4ftigt, f\u00fcr den ist dieses Buch ein Muss.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Pfr. Dr. J\u00fcrg Buchegger-M\u00fcller, Wetzikon ZH (Schweiz)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ursula Ulrike Kaiser: Die Rede von \u00bbWiedergeburt\u00ab im Neuen Testament. 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