{"id":1344,"date":"2021-10-20T15:58:46","date_gmt":"2021-10-20T15:58:46","guid":{"rendered":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=1344"},"modified":"2021-10-20T15:59:01","modified_gmt":"2021-10-20T15:59:01","slug":"dane-ortlund-gentle-and-lowly","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=1344","title":{"rendered":"Dane Ortlund: Gentle and Lowly"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dane Ortlund: <em>Gentle and Lowly. The Heart of Christ for Sinners and Sufferers<\/em>, Wheaton: Crossway, 2020, geb., 224&nbsp;S., \u20ac&nbsp;17,60, ISBN <a href=\"https:\/\/www.crossway.org\/books\/gentle-and-lowly-hcj\/\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.crossway.org\/books\/gentle-and-lowly-hcj\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">978-1-4335-6613-4<\/a><\/p>\n\n\n\n<div class=\"dwnldbtn\">[e2pdf-download id=&#8221;1&#8243;]<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dane Ortlund (*1978, Senior Pastor einer presbyterianischen Kirche in Illinois und Verlagsleiter von Crossway) publizierte eine eindr\u00fcckliche Monografie zum Herzen von Jesus. Bisher wurden mehr als 1,5 Millionen Exemplare verkauft, auch sind unterdessen erg\u00e4nzende Materialien zum Buch erschienen wie ein Tagebuch, ein Studienleitfaden und eine DVD mit Videos f\u00fcr Kleingruppen und Hauskreise. Als Grundlage seines Buches verwendet O. die Selbstbeschreibung von Jesus in Mt 11,29, wo er sagt, dass er <em>sanftm\u00fctig und von Herzen dem\u00fctig<\/em> ist [engl. gentle and lowly at heart]. Ausgehend von diesem Startpunkt zieht O. immer weitere Kreise, indem er anhand des NTs und ATs Gottes Liebe f\u00fcr uns S\u00fcnder und Leidende erkl\u00e4rt (s. Untertitel). Auch die Aussagen der Puritaner Thomas Goodwin (1600\u20131680) und Richard Sibbes (1577\u20131635) werden oft zitiert. O. begr\u00fcndet seine Auslegungen anhand der altgriechischen und hebr\u00e4ischen Bedeutung der Begriffe. Das Buch gliedert sich in 23 kurze Kap. Fu\u00dfnoten weisen jeweils auf die genauen Quellenangaben hin. Das Herz sieht er als Motivationshauptquartier und Zentrum einer Person (18). Jesus ist diejenige Person des ganzen Universums, die uns am besten versteht (19). Wir m\u00fcssen unsere Lasten nicht erst ablegen, um zu Jesus zu kommen (20). Jesus ist der Freund der S\u00fcnder, der diejenigen ber\u00fchrt, umarmt und denen vergibt, die es am wenigsten verdienen und dennoch am meisten Sehnsucht danach haben (27). Zwischen Jesu Liebe und seinem Zorn auf das B\u00f6se in und um uns sieht O. keinen Widerspruch, sondern sie geh\u00f6ren zusammen (29). Den Hauptunterschied zwischen dem AT und NT erkennt O. darin, dass zur Zeit des AT eine Person, die etwas Unreines ber\u00fchrt hat, selber unrein wurde. Wenn Jesus einen unreinen S\u00fcnder ber\u00fchrt hat, wurde Jesus nicht unrein, sondern der S\u00fcnder wurde rein (30\u201331). Die irdische Mission von Jesus bestand darin, S\u00fcndern unverdienterma\u00dfen ihre Menschlichkeit wiederzugeben (31). Jesus ist in Fleisch geh\u00fcllte Liebe (32). Jesus freut sich, wenn wir zu ihm kommen und ihn um Vergebung unserer Schuld bitten (37). Er leidet mit uns mit (46). Seine S\u00fcndlosigkeit ist unsere Erl\u00f6sung (49). Mit Bezug zu Joh 6,37 (Jahreslosung 2022) schreibt O. sogar: Unsere S\u00fcnden und Schwachheiten sind sogar die Qualifikationen, um uns Jesus zu n\u00e4hern (64). Jesus verb\u00fcndet sich mit uns gegen unsere S\u00fcnden, er stellt sich nicht gegen uns wegen unserer S\u00fcnde. Er hasst S\u00fcnde, aber er liebt uns (71). Die S\u00fcnden derer, die zu Gott geh\u00f6ren, \u00f6ffnen die Schleusentore seines Herzens voller Mitgef\u00fchl f\u00fcr uns. Der Damm bricht. Nicht unsere Liebensw\u00fcrdigkeit gewinnt seine Liebe, sondern unsere Liebensunw\u00fcrdigkeit (75). Rechtfertigung leistete Jesus in der Vergangenheit, seine F\u00fcrbitte f\u00fcr uns leistet er in der Gegenwart (78). Aus Gottes liebevoller Zuwendung k\u00f6nnen wir uns nicht rauss\u00fcndigen (83). Tiefe M\u00e4nnerfreundschaften sind in der westlichen Kultur am Verschwinden. Dies hat negative Auswirkungen auf die Sicht, wie wir Jesus als unseren Freund wahrnehmen, der uns nie im Stich l\u00e4sst (113\u2013114). Der Heilige Geist bewirkt in uns, dass wir das Herz von Jesus f\u00fcr uns f\u00fchlen (122). Er verwandelt Kummer in Freude (123). Gott liebt uns mehr, als wir uns je selbst lieben k\u00f6nnen (133). O. sieht die Bibel als Gottes langanhaltendes Bestreben, unsere nat\u00fcrliche Sicht von Gott zu dekonstruieren und zu seinem wahren Charakter vorzudringen, wie er sich selber beschreibt (149; 155). Anhand von Thr 3,33 differenziert O. zwischen Gottes nat\u00fcrlichem Wirken seiner Liebe und dem au\u00dfergew\u00f6hnlichem Wirken seines Zornes (144). Im Himmel werden wir das Herz von Jesus vollst\u00e4ndig genie\u00dfen (208). Wir werden einmal schockiert vor Gottes Herz stehen, weil es so liebevoll ist (180). Der gr\u00f6\u00dfte Sieg des Teufels besteht darin, wenn er es schafft, unsere Sicht auf Gottes liebevolles Herz zu verdunkeln (151). Die Herausforderung des christlichen Lebens besteht darin, das eigene Herz in \u00dcbereinstimmung mit dem Herz von Jesus zu bringen und t\u00e4glich unsere neue Identit\u00e4t in ihm zu ergreifen (181, 187). Das Evangelium ist die Einladung, dass das Herz von Jesus uns beruhigt und erfreut. Perverserweise widerstehen wir Jesus, uns zu lieben (187). Wir lieben bis zu einem gewissen Limit, doch Jesus liebte uns bis ans Ende (198). Nichts kann dich nun aus deiner Stellung als Kind Gottes heben, nicht einmal du selbst (195). Ein Stichwortindex und ein Bibelstellenverzeichnis runden das Buch ab. Zur konstruktiven Kritik: Das Buch hat mich mehrmals zu Tr\u00e4nen ger\u00fchrt, so eindr\u00fccklich beschreibt O. die Liebe von Jesus zu allen Menschen. Es ist gut lektoriert und mir sind keine Druckfehler aufgefallen. Manchmal verwendet O. gehobene englische Begriffe, die ich zuerst nachschlagen musste. Stark finde ich, dass O. am Dualismus von Himmel und H\u00f6lle festh\u00e4lt: Es ist wahrscheinlich unm\u00f6glich, sich den Horror der H\u00f6lle, die Grausamkeit der vergeltenden Gerechtigkeit und den gerechten Zorn [Gottes] vorzustellen, die sich am J\u00fcngsten Tag \u00fcber alle ausgie\u00dfen wird, die au\u00dferhalb von Jesus sind (67). Jesus ist der gef\u00fcrchtete Richter f\u00fcr alle, die ihm nicht geh\u00f6ren (204). Das Geheimnis der Pr\u00e4destination l\u00e4sst er jedoch aus. Ich stellte mir die Frage, wie sich seine Sicht der Liebe Gottes mit der Gemeindezucht (Mt 18,15\u201317) verh\u00e4lt, wenn jemand in seiner S\u00fcnde bewusst verharren will. Au\u00dferdem hat er Jes 59,2 weder implizit noch explizit erw\u00e4hnt, wo es hei\u00dft, dass unsere S\u00fcnde uns von Gott trennt. Mit Bezug auf Mt 7,22\u201323; 12,31, Hebr 10,25\u201339 und 1Joh 5,17 stellt sich mir die Frage, ob wir uns wirklich nicht aus Gottes Zuwendung wegs\u00fcndigen k\u00f6nnen (vgl. 83, 195). Die Vorteile des Buches \u00fcberwiegen jedoch bei Weitem: O. gelingt eine flammende Charakterisierung der Liebe Gottes, die ich allen Christen, die der englischen Sprache m\u00e4chtig sind, w\u00e4rmstens empfehle: Wenn du Jesus kennen w\u00fcrdest, w\u00fcrdest du zu ihm kommen (216).<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Pfr. Michael Freiburghaus, Leutwil-D\u00fcrren\u00e4sch (Schweiz)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dane Ortlund: Gentle and Lowly. 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