{"id":1352,"date":"2021-10-20T16:04:22","date_gmt":"2021-10-20T16:04:22","guid":{"rendered":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=1352"},"modified":"2021-10-20T16:04:23","modified_gmt":"2021-10-20T16:04:23","slug":"thomas-schlegel-martin-reppenhagen-hg-kirche-in-der-diaspora","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=1352","title":{"rendered":"Thomas Schlegel \/ Martin Reppenhagen (Hg.): Kirche in der Diaspora"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Thomas Schlegel \/ Martin Reppenhagen (Hg.): <em>Kirche in der Diaspora. Bilder f\u00fcr die Zukunft der Kirche. Festschrift zu Ehren von Michael Herbst<\/em>, Leipzig: Ev. Verlagsanstalt, 2021, Pb., 212\u00a0S., \u20ac\u00a038,\u2013, ISBN <a href=\"https:\/\/www.eva-leipzig.de\/product_info.php?info=p5093_Kirche-in-der-Diaspora.html\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.eva-leipzig.de\/product_info.php?info=p5093_Kirche-in-der-Diaspora.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">978-3-374-06827-2<\/a><\/p>\n\n\n\n<div class=\"dwnldbtn\">[e2pdf-download id=&#8221;1&#8243;]<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Herausgeber, zwei fr\u00fchere Mitarbeiter am \u201eInstitut zur Erforschung von Evangelisation und Gemeindeentwicklung\u201c (IEEG), wollen in der Festschrift unterschiedliche Kirchenbilder versammeln und \u201edamit den Diskursraum \u00fcber die Bilder einer k\u00fcnftigen Diaspora-Kirche er\u00f6ffnen\u201c (12).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Johannes Zimmermann<\/em> (fr\u00fcher IEEG, jetzt EH Tabor in Marburg) skizziert unter dem Titel \u201e<em>Mission bringt Gemeinde in Form<\/em>\u201c (17\u201337) das theologische Werk von Michael Herbst. Er beschreibt den \u201emissionarischen Gemeindeaufbau\u201c als <em>das<\/em> Lebensthema von Herbst (17), das sich auch in anderen Feldern der Praktischen Theologie widerspiegelt und durchaus wichtige Ver\u00e4nderungen (23f) seit der Erlanger Dissertation von 1987 erfahren hat. Zimmermann beschreibt Herbst als \u201elutherischen Pietisten\u201c (32), der die konkrete Jesusnachfolge mit dem Pietismus, die Rechtfertigungslehre gegen jeden Perfektionismus (34) mit Luther teilt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der stellvertretende Direktor des IEEG, <em>Patrick Todjeras<\/em>, beschreibt das Programm des Instituts (39\u201349), das Herbst zusammen mit J\u00f6rg Ohlemacher 2004 gegr\u00fcndet hat, und berichtet von aktuellen Konkretionen, die heute st\u00e4rker durch institutionelle und internationale Partnerschaften gepr\u00e4gt seien (44.46).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Herbsts Kieler Kollegin <em>Uta Pohl-Patalong<\/em> will \u201e<em>missionarische Gemeinden<\/em>\u201c (gemeint sind \u201eFresh Expressions of Church, 55) im R\u00fcckgriff auf ihre mit E. Hauschild entwickelte Unterscheidung von Gruppe, Bewegung, Organisation und Institution analytisch sch\u00e4rfen (56). Sie sieht in der Logik der \u201eBewegung\u201c den Kern des kirchentheoretischen Ansatzes von Herbst (75).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Z\u00fcricher Praktische Theologe <em>Ralph Kunz<\/em> betrachtet \u201e<em>Gottes transformative Mission als Leitbild der Kirche<\/em>\u201c (79\u201398). Den Begriff der Mission will er in \u201emissionaler\u201c (81) Weise neu profilieren und interpretiert ihn als Gottes die gesamte (auch au\u00dfermenschliche) Sch\u00f6pfung heilvoll transformierendes Handeln (93\u201397), dem die Kirche in ihrem Handeln hoffnungsvoll und \u00f6kologisch t\u00e4tig entspricht (97).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der englischsprachige Beitrag von <em>Stefan Paas<\/em>, Missiologe in Amsterdam und Kampen, beschreibt \u201e<em>the Church as a Restaurant in a Consumer Culture<\/em>\u201c (115\u2013128). Paas sieht sich zwischen den Positionen einer postmodernen Bed\u00fcrfnisorientierung und einem gegenkulturellen Kirchenmodell, wenn er die Kirche der Gegenwart (unter anderem! 119) mit einem Restaurant (117) vergleicht, in dem elementare Bed\u00fcrfnisse gestillt werden. Diese Orientierung an \u201eConsumption\u201c ist f\u00fcr Paas das Ergebnis gesellschaftlicher Ver\u00e4nderungen: Kein postmoderner Mensch nimmt am Gottesdienst teil, weil es Vorschrift oder Tradition ist, sondern nur als Ergebnis eigener Wahl (123f.). Diesen Entwurf verteidigt er gegen den Vorwurf der prinzipiellen Oberfl\u00e4chlichkeit und der Zerst\u00f6rung von Gemeinschaft (124\u2013126).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der emeritierte Hallenser Praktische Theologe <em>Eberhard Winkler<\/em> beschreibt \u201e<em>die Suche nach ekklesiologischen Leitbergriffen im Bund der Evangelischen Kirchen in der DDR<\/em>\u201c (129\u2013144). Im R\u00fcckgriff auf Erfahrungen und Debatten der DDR-Zeit h\u00e4lt Winkler wichtige Aspekte fest: Kein Konzept darf die \u201eDringlichkeit, Menschen zum pers\u00f6nlichen Glauben zu f\u00fchren und in die Gemeinde einzugliedern\u201c vernachl\u00e4ssigen (132). Und: Der \u201e\u00dcbergang von der Volkskirche zur Freiwilligkeitskirche\u201c (134) ist auch ein Weg \u201evon der Versorgungs- zur Beteiligungskirche\u201c (139) gegen die \u201eVerachtung der Gemeinden\u201c (Wegner 143).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>\u201eJede\/r h\u00f6rte sie in seiner Sprache reden\u201c (Apg 2,6b)<\/em>. Unter diesem Titel beschreibt <em>Heinzpeter Hempelmann<\/em> \u201e<em>Verhei\u00dfungen f\u00fcr eine milieusensible, lebensweltorientierte Kirche<\/em>\u201c (145\u2013168). Der von ihm konstatierten Milieuverengung der Kirche h\u00e4lt Hempelmann in 21 Thesen gegen\u00fcber, wie \u201eevangelische Kirche Zukunft gewinnen kann\u201c (Anm. 1), indem sie konsequent \u201ebei den Menschen ist\u201c (155). Ekklesiologisch geht es um die Akzeptanz der Milieugrenzen und den Aufbau von vielf\u00e4ltigen \u201eMilieukirchen\u201c (155).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im letzten Beitrag \u00e4u\u00dfert sich der fr\u00fchere Leiter des Sozialwissenschaftlichen Instituts der EKD, <em>Gerhard Wegner,<\/em> \u201e<em>zur Inszenierung des Christlichen im Sozialraum<\/em>\u201c (192\u2013210). Darin interpretiert er den Sozialraum als Ort, an dem sozialwissenschaftlich, aber auch religi\u00f6s definierte Geistesm\u00e4chte miteinander ringen, die als solche dem Erleben unmittelbar zug\u00e4nglich sind (200\u2013206, 209). Hier inszeniert Kirche den \u201eGeist der Liebe\u201c (206) in ihrem prosozialen Handeln als eigenst\u00e4ndigem Ort der Gotteserfahrung (209). Insgesamt bietet die vorliegende Festschrift f\u00fcr Michael Herbst zum Teil spannende Darstellungen von sehr unterschiedlichen \u201eKirchenbildern\u201c in allerdings auch sehr unterschiedlicher N\u00e4he zu missionarisch-theologischen Grund\u00fcberzeugungen von Herbst. Da sich die Verfasser aber um einen Anschluss an ihn bem\u00fchen, werden m\u00f6gliche Folgen oder Fortsetzungen aus dessen Vorstellungen erkennbar und f\u00fcr die im engeren Sinne missionarische Debatte fruchtbar.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Dr. Wolfgang Becker, Vorstand der Stiftung Hensoltsh\u00f6he, Gunzenhausen<\/em><em>[Eine ausf\u00fchrliche Fassung der Rezension ist beim Autor erh\u00e4ltlich:<br>wolfgang.becker@ekir.de]<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Thomas Schlegel \/ Martin Reppenhagen (Hg.): Kirche in der Diaspora. Bilder f\u00fcr die Zukunft der Kirche. 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