{"id":1370,"date":"2021-10-20T16:20:13","date_gmt":"2021-10-20T16:20:13","guid":{"rendered":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=1370"},"modified":"2021-10-20T16:20:14","modified_gmt":"2021-10-20T16:20:14","slug":"michael-meyer-blanck-zeigen-verstehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=1370","title":{"rendered":"Michael Meyer-Blanck: Zeigen &#038; Verstehen"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Michael Meyer-Blanck: <em>Zeigen &amp; Verstehen. Skizzen zu Glauben und Lernen<\/em>, WGS 2543, Leipzig: Evangelische Verlagsanstalt, 2018, 248\u00a0S., \u20ac\u00a028,\u2013, ISBN <a href=\"https:\/\/www.eva-leipzig.de\/product_info.php?info=p4411_Zeigen---Verstehen.html\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.eva-leipzig.de\/product_info.php?info=p4411_Zeigen---Verstehen.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">978-3-374-05422-0<\/a><\/p>\n\n\n\n<div class=\"dwnldbtn\">[e2pdf-download id=&#8221;1&#8243;]<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201e<em>Glauben kann man weder lernen noch lehren wollen, doch Glauben muss man lernen, weil es dazu keine Alternative gibt.<\/em>\u201c (135) Mit dieser zugegebenerma\u00dfen paradoxen Aussage k\u00f6nnen die von Michael Meyer-Blanck verfassten Skizzen und gesammelten Beitr\u00e4ge zum religi\u00f6sen Lernen \u2013 Lernen im Sinne a) der \u201eAneignung definierter Kompetenzen\u201c <em>und<\/em> b) der \u201eEntwicklung und Ver\u00e4nderung des Menschen in seiner Lebensgeschichte\u201c (135) \u2013 zusammengefasst werden. In seiner Essaysammlung versucht Meyer-Blanck seinen Leserinnen und Lesern darzustellen und mitzuteilen, dass ein lebensbestimmender Glaube <em>nicht<\/em> \u201e\u00fcbertragen\u201c, \u201ebeigebracht\u201c, \u201evermittelt\u201c oder \u201eweitergegeben\u201c werden kann. Vielmehr geschieht das in einem lebenslangen Prozess stattfindende religi\u00f6se Lernen semiotisch bzw. symboldidaktisch, durch \u201eZeigen und Verstehen\u201c (7).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die zw\u00f6lf hier zusammengestellten Beitr\u00e4ge beleuchten aus unterschiedlichen Perspektiven einige grundlegende Themen der P\u00e4dagogik: Neben einer Darstellung zur Kreuzestheologie im Religionsunterricht (29\u201344) und einer Er\u00f6rterung der Wahrheitsfrage und Wirklichkeitsdeutung im Kontext religi\u00f6ser Bildung (183\u2013200) wendet sich Meyer-Blanck zum Abschluss seines Buches u.&nbsp;a. dem Verh\u00e4ltnis von P\u00e4dagogik und Theologie (223\u2013235) zu. Die einzelnen Ausf\u00fchrungen stehen dabei in einer engen Verbindung zueinander und erg\u00e4nzen sich gegenseitig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In seinen Darstellungen kommt Meyer-Blanck mehrfach auf die Rolle der Erziehenden in der P\u00e4dagogik und auf ihre Beziehung zum <em>educandus<\/em> zu sprechen. Dabei ist ihm die Differenzierung zwischen der <em>Rede \u00fcber Religion<\/em> (beschreibend) und der <em>religi\u00f6sen Rede<\/em> (bezeugend) ein Kernanliegen, das sich durch die einzelnen Aufs\u00e4tze zieht: \u201eOhne die kritische Rede \u00fcber Religion wird der Religionsunterricht zum Katechismusunterricht, ohne die religi\u00f6se Rede selbst wird er zur lediglich informierenden Religionskunde.\u201c (67). Das von Meyer-Blanck vertretene und an die Lehrperson herangetragene Grundverst\u00e4ndnis von \u201eReligion zeigen\u201c, d.&nbsp;h. ein Verst\u00e4ndlichmachen der auf Gott verweisenden Zeichen (78), sieht einen reflektierten Wechselschritt beider Redeformen vor. Auf diese Weise kann es gelingen, Traditionsorientierung und Erfahrungsorientierung, intellektuelles und emotionales Verstehen im Religionsunterricht spannungsvoll aufeinander zu beziehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unter einer guten Didaktik versteht der Bonner Theologe weiter \u201e[d]as Aufl\u00f6sen der Antworten in existentielle Fragen.\u201c (31). Mehrfach steht f\u00fcr Meyer-Blanck das pers\u00f6nliche Verstehen des Glaubens \u2013 genauer: das Ineinander der objektiven und subjektiven Seite des Glaubens \u2013 im Vordergrund seiner didaktischen \u00dcberlegungen. Demnach wird das Objektive des Glaubens (Aneignung von objektiv gegebenen Traditionsbest\u00e4nden; inhaltliche Gestalt der \u00dcberzeugung) gerade am Ort der Subjektivit\u00e4t (subjektive Deutung der Welt; existentielles \u00dcberzeugtsein) erfahrbar (147, 199). Bei <em>Zeigen &amp; Verstehen<\/em> handelt es sich um ein lohnenswertes Buch, das nochmals neu \u00fcber die objektive und subjektive Seite christlicher Wahrheit und \u00fcber die damit verbundene Lern- und Lehrbarkeit von Glauben \u2013 eingebettet in \u00dcberlegungen zu relevanten religionsdidaktischen Themen \u2013 nachdenkt.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Manuel Gr\u00e4\u00dflin, MTh, Doktorand Praktische Theologie, STH Basel<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Michael Meyer-Blanck: Zeigen &amp; Verstehen. 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