{"id":1373,"date":"2021-10-20T16:22:11","date_gmt":"2021-10-20T16:22:11","guid":{"rendered":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=1373"},"modified":"2021-10-20T16:22:12","modified_gmt":"2021-10-20T16:22:12","slug":"thomas-hirsch-hueffell-die-zukunft-des-gottesdienstes-beginnt-jetzt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=1373","title":{"rendered":"Thomas Hirsch-H\u00fcffell: Die Zukunft des Gottesdienstes beginnt jetzt"},"content":{"rendered":"\n<p>Thomas Hirsch-H\u00fcffell:<em> Die Zukunft des Gottesdienstes beginnt jetzt<\/em>. <em>Ein Handbuch f\u00fcr die Praxis<\/em>, G\u00f6ttingen: Vandenhoeck &amp; Ruprecht, 2021, Pb., 300 \u00a0S., \u20ac\u00a035,\u2013, ISBN <a href=\"https:\/\/www.vandenhoeck-ruprecht-verlage.com\/zukunft-gottesdienst\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.vandenhoeck-ruprecht-verlage.com\/zukunft-gottesdienst\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">978-3-525-62017-5<\/a><\/p>\n\n\n\n<div class=\"dwnldbtn\">[e2pdf-download id=&#8221;1&#8243;]<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p>Aus seiner jahrzehntelangen Erfahrung als landeskirchlicher Pfarrer und Leiter eines der ersten Gottesdienstinstitute in Deutschland entfaltet Thomas Hirsch-H\u00fcffell in seinem praxisnahen Buch wesentliche Aspekte des evangelischen Gottesdienstes und bietet eine Vielzahl von innovativen Impulsen f\u00fcr neue Gottesdienststrukturen, zeitgem\u00e4\u00dfe Gemeindeformen und verschiedenartige gottesdienstliche Ausdrucksformen. Das Buch besteht aus f\u00fcnf der L\u00e4nge nach etwas unausgewogenen Teilen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Teil A<\/em> (16\u2013128) dient einer allgemeinen Einf\u00fchrung in die gottesdienstliche Thematik im Angesicht der zunehmenden Entchristlichung und Entkirchlichung der heutigen Zeit. Positiv zu w\u00fcrdigen ist, dass das vorliegende Werk das s\u00e4kulare Umfeld ernst nimmt. Der Autor schreibt selbstkritisch: \u201eKirche hat keine Lufthoheit mehr \u00fcber den Glauben, nicht einmal mehr \u00fcber den christlichen\u201c (23). Die Bem\u00fchungen des Autors, den Gottesdienst mit den Augen nichtkirchlicher Menschen zu sehen, ist empfehlenswert und kann die nachfolgenden Standpunkte auch f\u00fcr Leser aus freikirchlichen Hintergr\u00fcnden fruchtbar machen. <em>Teil B<\/em> (131\u2013235) greift die angeschnittenen Themen auf und bem\u00fcht sich, diese zu vertiefen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Autor befasst sich mit den verschiedenen Elementen des Gottesdienstes wie Schriftlesungen, Abendmahl und Gebet. Seine ausf\u00fchrlichen und praxisrelevanten Tipps demonstrieren vielf\u00e4ltige M\u00f6glichkeiten der Gestaltung. Der deutlich k\u00fcrzere <em>Teil C<\/em> (237\u2013264) setzt sich dann mit einigen ausgew\u00e4hlten Kasualien auseinander und fragt, wie diese f\u00fcr Kirchenferne gestaltet werden k\u00f6nnten. Seine methodologischen \u00dcberlegungen sind fantasievoll und bieten neue und innovative Ideen an. Der letzte inhaltliche <em>Teil D<\/em> (268\u2013290) versucht die bisher gewonnenen Einsichten zu b\u00fcndeln und verschiedene Anregungen f\u00fcr die Zukunft des Gottesdienstes zu empfehlen. Der Autor unterstreicht unter anderem die Notwendigkeit der Teamarbeit und einer weniger pfarrerzentrierten Kirche. <em>Im letzten Teil des Buches<\/em> (291\u2013294) verweist der Autor auf das digitale Zusatzmaterial, das \u00fcberraschend umfangreich ist (90 Seiten) und einige empfehlenswerte Praxis\u00fcbungen dem Leser bereitstellt. Hervorzuheben ist die detaillierte Diskussion \u00fcber die Spiritualit\u00e4t und Bedeutung des Raumes (63 \u2013 97). Sie enth\u00e4lt Anregungen, die bei der Reflexion ihrer eigenen Gottesdienstgestaltung helfen k\u00f6nnten, etwa eine einfache T\u00e4tigkeit, wie z.\u00a0B. den Aufbau der Sitzanordnung (Frontalstellung, Halbkreis, Kreis), angemessener zu reflektieren. Diese bewusste Intentionalit\u00e4t ist besonders wichtig f\u00fcr Gemeinden im Blick auf selbstbewusste postmoderne und kirchenferne Menschen, \u201esonst taumeln sie wie Dinosaurier blind in den neuen riesigen freigelassenen Raum des spirituellen, der sich \u00fcberall zwischen den Kirchen auftut\u201c (90). Auch f\u00fcr Leserinnen und Leser, die manche inhaltlichen Akzente anders setzen w\u00fcrden, etwa im Blick auf die offenbarungstheologische Dimension, enth\u00e4lt das vorliegende Buch anregende Impulse. Es wird aber eingehend deutlich, dass der Autor eine horizontale Ebene vertritt, die den Menschen und seine Interessen in den Mittelpunkt stellt, um \u201eGottesdienste rund um Menschen zu feiern\u201c (28). W\u00e4hrend dieser anthropozentrische Ansatz sicherlich viel kreativen Spielraum, Selbstinitiative und M\u00fcndigkeit aller Gemeindeglieder f\u00f6rdert, tritt eine biblisch normierte Reflexion zur\u00fcck. Bei allem Respekt vor dem Ideenreichtum des Autors und seinem Wunsch, Au\u00dfenstehende in den Gottesdienst mit einzubeziehen, wird sein Vorschlag zur Abschaffung der Predigt (228\u2013235), die durch eine Collage von kurzen Beitr\u00e4gen diverser Beteiligten, welche \u201eansatzweise in die Sph\u00e4re von Offenbarung\u201c (235) hochgehoben werden, f\u00fcr manche befremdlich sein. Das \u00e4ndert nichts dran, dass die praxisrelevanten Anregungen f\u00fcr landeskirchliche wie f\u00fcr freikirchliche Gottesdienste hilfreich sind.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p><em>Dr. Dejan A\u017edaji\u0107, Hochschuldozent f\u00fcr Praktische Theologie an der FTH Gie\u00dfen<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Thomas Hirsch-H\u00fcffell: Die Zukunft des Gottesdienstes beginnt jetzt. 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