{"id":1379,"date":"2021-10-20T16:25:11","date_gmt":"2021-10-20T16:25:11","guid":{"rendered":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=1379"},"modified":"2021-10-20T16:25:13","modified_gmt":"2021-10-20T16:25:13","slug":"andrew-root-faith-formation-in-a-secular-age","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=1379","title":{"rendered":"Andrew Root: Faith Formation in a Secular Age"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Andrew Root: <em>Faith Formation in a Secular Age: Responding to the Church\u2019s Obsession with Youthfulness<\/em>, Grand Rapids: Baker Academic, 2017, Pb., 240\u00a0S., \u20ac\u00a021,20, ISBN <a href=\"http:\/\/bakerpublishinggroup.com\/books\/faith-formation-in-a-secular-age\/383960\" data-type=\"URL\" data-id=\"http:\/\/bakerpublishinggroup.com\/books\/faith-formation-in-a-secular-age\/383960\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">978-0-8010-9846-8<\/a><\/p>\n\n\n\n<div class=\"dwnldbtn\">[e2pdf-download id=&#8221;1&#8243;]<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit diesem Buch legt Andrew Root den Grundstein einer Trilogie zu <em>Ministry in a Secular Age<\/em>, in welcher er die religionssoziologischen Herausforderungen der gegenw\u00e4rtigen Zeit f\u00fcr die Religionsp\u00e4dagogik <em>(Faith Formation in a Secular Age)<\/em>, den pastoralen Dienst (<em>The Pastor in a Secular Age<\/em>, 2019) und das Gemeindeleben aufzeigt (<em>The Congregation in a Secular Age<\/em>, 2021). Als Praktischer Theologe in der Tradition von Osmer gelingt es ihm hier meisterhaft, westliche kultur- und philosophiegeschichtliche Entwicklungen sowie sozialwissenschaftliche Befunde in ihrer Bedeutung f\u00fcr die Praxis anschaulich darzustellen, diese theologisch zu beurteilen und den Leser zu einem tieferen Verst\u00e4ndnis von Glaubensbildung zu f\u00fchren. Root ist gegenw\u00e4rtig einer der bedeutendsten Theologen im Bereich Youth Ministry und hebt sich deutlich von anderen Autoren ab, die allzu oft simple \u201ehow-to\u201c-L\u00f6sungen pr\u00e4sentieren oder Jugendarbeit ohne theologisch formativen Anspruch betreiben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ausganspunkt seiner Ausf\u00fchrungen ist die Beobachtung, dass trotz enormen Aufwandes von christlichen Gemeinden und Werken bei vielen Jugendlichen heute Glaube als moralistisch-therapeutischer Deismus (MTD) gelebt wird und \u201afaith formation\u2018 ihr Ziel verfehlt: \u201eOur best studies show that faith formation itself is lacking, giving us a limp theological commitment, without the Holy Spirit, where God does little more than ask us to be good and, in turn, offers us good feelings\u201c (xvi).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So geht es Root zun\u00e4chst darum (Teil I), die tiefgreifenden kulturellen Ver\u00e4nderungen aufzuzeigen, die zu dieser Entwicklung gef\u00fchrt haben. In Kap. 2\u20136 beschreibt er in Anlehnung an C. Taylors philosophiegeschichtliche Genealogie <em>A Secular Age<\/em> anschaulich und differenziert, wie im letzten Jahrhundert Authentizit\u00e4t zum h\u00f6chsten Ziel f\u00fcr ein erf\u00fcllendes Leben wurde und \u201aJugendlichkeit\u2018 zum Weg, dieses Ziel zu erreichen. Die Wurzeln dieser Entwicklung sieht er im Denken f\u00fchrender Intellektueller des 19. Jh. sowie in der Ideologie S. Freuds und seiner Sch\u00fcler, wie z. B. E. Erikson. Im Zuge der Jugendbewegung der 1960er habe dieses Gedankengut durch die Unterst\u00fctzung von Medien und Marketing grundlegenden Eingang in weite Teile der Gesellschaft gefunden. \u201aJugendlichkeit\u2018 wurde zu einem spirituellen Lebensgef\u00fchl ohne Transzendenzbezug und damit zum N\u00e4hrboden f\u00fcr MTD-Glauben: \u201eYouthfulness, then, is a spirituality without transcendence or divine action (the deistic element of MTD), with an anthropology of self-pursuit (the therapeutic) and an ethic for individualism (the moralistic) (74)\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gerade evangelikale Gemeinden in den USA seien durch ihre Betonung einer individuellen Bekehrung und religi\u00f6ser Erfahrungen besonders offen gewesen, Authentizit\u00e4t und \u201aJugendlichkeit\u2018 als hohe Werte zu \u00fcbernehmen, ohne die Gefahr zu erkennen, dass Glaube dadurch als ein subjektives Gef\u00fchl ohne Transzendenzbezug verstanden werden kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im zweiten Teil (Kap 7\u201311) legt Root unter Bezugnahme auf sein fr\u00fcheres Werk <em>Christopraxis: A Practical Theology of the Cross<\/em> die Grundlage f\u00fcr ein Verst\u00e4ndnis von Glauben als einem ontologischen Geschehen durch Teilhabe \u201ain Christus\u2018. Als Leitbegriffe dienen ihm <em>hypostasis<\/em>, <em>kenosis<\/em> und <em>theosis<\/em>. Nur durch eine R\u00fcckkehr zu einem \u201etheologischen\u201c Verst\u00e4ndnis von Glauben sei es m\u00f6glich, MTD-Glauben und die Kluft zwischen dem Gegenstand des Glaubens selbst und Programmen zur Glaubensbildung zu \u00fcberwinden. Root setzt damit ein \u201eneues\u201c Verst\u00e4ndnis von Glaubensbildung zum Ma\u00dfstab f\u00fcr wiss. Forschung und Praxis. Unabh\u00e4ngig von der Frage, ob man Root in allen Details seiner kulturgeschichtlichen Analyse oder theologischen Ausf\u00fchrungen zustimmen mag oder inwieweit seine Ausf\u00fchrungen auch f\u00fcr den deutschen Kontext zutreffen, besticht <em>Faith Formation in a Secular Age<\/em> durch seine analytische Pr\u00e4gnanz des gegenw\u00e4rtigen Zeitalters und durch theologischen Tiefgang. Es ist als ein Grundlagenwerk zum Thema \u201eGlaubensbildung\u201c zu sehen und verdient weitreichende Beachtung.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Judith Hildebrandt, Wiss. Mitarbeiterin an der FTH Gie\u00dfen<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Andrew Root: Faith Formation in a Secular Age: Responding to the Church\u2019s Obsession with Youthfulness, Grand Rapids: Baker Academic, 2017,<\/p>\n","protected":false},"author":68,"featured_media":1380,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","inline_featured_image":false,"footnotes":""},"categories":[6],"tags":[],"class_list":["post-1379","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-praktische-theologie"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1379","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/68"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1379"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1379\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1381,"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1379\/revisions\/1381"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/1380"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1379"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1379"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1379"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}