{"id":1382,"date":"2021-10-20T16:27:59","date_gmt":"2021-10-20T16:27:59","guid":{"rendered":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=1382"},"modified":"2021-10-20T16:28:00","modified_gmt":"2021-10-20T16:28:00","slug":"christof-sauer-martyrium-und-mission-im-kontext","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=1382","title":{"rendered":"Christof Sauer: Martyrium und Mission im Kontext"},"content":{"rendered":"\n<p>Christof Sauer: <em>Martyrium und Mission im Kontext. Analyse ausgew\u00e4hlter theologischer Positionen aus der weltweiten Christenheit<\/em>, Missionswissenschaftliche Forschungen. Neue Folge 37, Neuendettelsau: Erlanger Verlag f\u00fcr Mission und \u00d6kumene, 2021, kt., 486\u00a0S., \u20ac\u00a025,\u2013, ISBN <a href=\"http:\/\/www.erlanger-verlag.de\/epages\/79678872.sf\/de_DE\/?ObjectID=214848110\" data-type=\"URL\" data-id=\"http:\/\/www.erlanger-verlag.de\/epages\/79678872.sf\/de_DE\/?ObjectID=214848110\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">978-3-87214-367-9<\/a><\/p>\n\n\n\n<div class=\"dwnldbtn\">[e2pdf-download id=&#8221;1&#8243;]<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p>Christof Sauer, Professor f\u00fcr Religionsfreiheit und Erforschung der Christenverfolgung an der FTH Gie\u00dfen, widmet sich in seiner Habilitationsschrift einem Randthema innerhalb der Missionswissenschaften: Er zeigt in einer anspruchsvollen Analyse, dass die theologische Verkn\u00fcpfung von religi\u00f6ser Verfolgung und christlichem Sendungsbewusstsein nicht k\u00fcnstlich herbeigef\u00fchrt werden muss, sondern tief hineinreicht in christliche Identit\u00e4t \u2013 und das unabh\u00e4ngig von Herkunft oder Pr\u00e4gung. Aus diesem Grund sei empfohlen, das Werk nicht allein als akademische Schrift zu lesen.<\/p>\n\n\n\n<p>In Teil I und II werden vier sehr unterschiedliche Positionierungen der letzten 60 Jahre zu Leid und Martyrium (42\u2013362) systematisch-theologisch untersucht. Diese stammen aus El Salvador, \u00c4gypten, Korea, Deutschland und spiegeln verschiedene Konfessionen wider. Die jeweiligen Theologen treibt nicht nur ein wissenschaftliches Interesse an der Thematik: Deren pers\u00f6nliche Betroffenheit und die zeitliche N\u00e4he zur Gegenwart bekr\u00e4ftigen, dass Martyrium und Leid auch heute keinen Au\u00dfenseiterplatz verdienen.<\/p>\n\n\n\n<p>Begrifflichkeiten bekommen einen hohen Stellenwert einger\u00e4umt. Sauer pl\u00e4diert in der gesamten Schrift immer wieder f\u00fcr eine differenzierte Wahrnehmung und saubere Definitionen. So werden das Verst\u00e4ndnis von Verfolgung, Martyrium, Leid und Zeugnis aus den einzelnen Positionen nachvollziehbar herausgearbeitet. Sie wollen aus ihrem jeweiligen Entstehungskontext heraus verstanden werden. Dessen Einfluss ist von hoher Bedeutung: Die von Sauer jeweils einleitenden Einordnungen der untersuchten Positionen gehen zun\u00e4chst nicht \u00fcber den theologie- und kirchengeschichtlichen Hintergrund hinaus. Beides kann aufgrund der notwendigen Begrenzung zun\u00e4chst nur bedingt beleuchtet werden. Die soziopolitischen Bedingungen, in denen die Entw\u00fcrfe entstanden sind, finden aber in der sich anschlie\u00dfenden Entfaltung Niederschlag. Der Kontext ist schlie\u00dflich ausschlaggebend f\u00fcr die Leitgedanken, die Sauer aus den Positionen heraus entwirft und auf deren Grundlage er Aussagen trifft, die die Entw\u00fcrfe hinsichtlich ihrer Doxologie, Christologie, Nachfolge, Ekklesiologie und Eschatologie analysieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese wiederum l\u00e4sst Sauer zu einer doxologisch-martyrologischen Missionstheologie verschmelzen. Eine solche Transferleistung ist eine Herausforderung, da die zuvor dargestellten Positionen in ihrer Unterschiedlichkeit zusammenhanglos erscheinen m\u00f6gen. Sie gelingt, insofern Gott zum Ausgangspunkt und Ziel der Theologie erkl\u00e4rt wird: Die Tatsache des Leides und die Antwort der Kirche und des Christen auf Bedrohung kann auf Gottes Herrlichkeit verweisen und unter dieser Lesart erst verstanden werden. In Teil III des Werkes schl\u00e4gt Sauer praktische Konsequenzen vor (364\u2013427). Ohne den Praxisbezug w\u00e4ren die von Sauer selbst immer wieder herausgearbeitete gegenw\u00e4rtige Bedeutung von Leid und Martyrium unvollst\u00e4ndig. Sauer unterscheidet zwischen kirchlicher Praxis nach innen (z.\u00a0B. liturgische Praxis) und nach au\u00dfen (z.\u00a0B. interreligi\u00f6ser Dialog, diakonische Praxis an Bedr\u00e4ngten und Verfolgten). Eine konsequentere Verkn\u00fcpfung von der vorherrschenden mitteleurop\u00e4ischen Mentalit\u00e4t zum Leid mit M\u00f6glichkeiten kirchlicher Praxis w\u00e4re an diesem Punkt angebracht und erhellend gewesen. Die Vermittelbarkeit einer doxolgisch-martyrologischen Missionstheologie, wie sie Sauer entwirft, darf n\u00e4mlich nicht vorausgesetzt werden \u2013 vielmehr ist sie zun\u00e4chst anzuzweifeln. Trotz dieses Einwandes kann der Leser hier ein St\u00fcck Theologie finden, das bei allen tiefen Analysen und scharfer Theoriebildung den Bezug zur Gegenwart nicht aus den Augen verliert.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p><em>Alena Edler, M.A., Stadtmissionarin der Berliner Stadtmission, Berlin<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Christof Sauer: Martyrium und Mission im Kontext. Analyse ausgew\u00e4hlter theologischer Positionen aus der weltweiten Christenheit, Missionswissenschaftliche Forschungen. 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