{"id":1415,"date":"2021-10-20T16:54:43","date_gmt":"2021-10-20T16:54:43","guid":{"rendered":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=1415"},"modified":"2021-10-20T16:55:30","modified_gmt":"2021-10-20T16:55:30","slug":"winfried-eisenblaetter-die-befoerderung-des-reiches-gottes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=1415","title":{"rendered":"Winfried Eisenbl\u00e4tter: \u201eDie Bef\u00f6rderung des Reiches Gottes\u201c"},"content":{"rendered":"\n<p>Winfried Eisenbl\u00e4tter: <em>\u201eDie Bef\u00f6rderung des Reiches Gottes\u201c. Carl Friedrich Adolph Steinkopf (1773\u20131859) und der englische Einfluss auf die kontinentale Erweckungsbewegung<\/em>, Hamburg: WDL-Verlag Dr. Dietmar L\u00fctz, 2021, Pb., 221+IV&nbsp;S., \u20ac&nbsp;20,\u2013, ISBN <a href=\"https:\/\/www.wdl-verlag.de\/kirchengeschichte\/978-3-86682-178-1_Detail.htm\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.wdl-verlag.de\/kirchengeschichte\/978-3-86682-178-1_Detail.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">978-3-86682-178-1<\/a><\/p>\n\n\n\n<div class=\"dwnldbtn\">[e2pdf-download id=&#8221;1&#8243;]<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p>Dass eine Dissertation \u00fcber 50 Jahre nach ihrer Abfassung erstmals als Buch erscheint, legt zwei Dinge nahe: Zum einen l\u00e4sst es R\u00fcckschl\u00fcsse auf die hohe Qualit\u00e4t der Arbeit zu und zum anderen weist es daraufhin, dass bis dato keine weiteren neuen Forschungsergebnisse zu der Thematik vorliegen. Beides trifft auf dieses Buch zu.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Autor, Jahrgang 1934 und langj\u00e4hriger Pastor im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (Baptisten) sowie ehemaliger Dozent f\u00fcr Altes Testament am Theologische Seminar des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Hamburg, promovierte mit vorliegender Arbeit im Jahr 1967 an der Universit\u00e4t Z\u00fcrich unter Fritz Blanke.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Werk beginnt mit einem Geleitwort von Ulrich G\u00e4bler, in dem dieser die Relevanz und Bedeutung der Arbeit Eisenbl\u00e4tters hervorhebt, sowie einem kurzen Vorwort des Autors.<\/p>\n\n\n\n<p>Hieran schlie\u00dft sich die eigentliche Arbeit an, die als Faksimile der urspr\u00fcnglich mit Schreibmaschine geschriebenen Dissertation abgedruckt ist. Leben und Werk Steinkopfs werden in drei gro\u00dfen Abschnitten behandelt: W\u00fcrttemberg (1773\u20131795), Basel (1795\u20131801) und London (1801\u20131859).<\/p>\n\n\n\n<p>Zum ersten Kapitel zu W\u00fcrttemberg: Der Autor bietet eingangs einen kurzen Abriss der geistesgeschichtlichen Ausgangslage in W\u00fcrttemberg im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts und zwar veranschaulicht anhand der Korrespondenz zwischen der Zentrale der Christentumsgesellschaft in Basel sowie der w\u00fcrttembergischen Partikulargesellschaft der Christentumsgesellschaft in Stuttgart. Hieran schlie\u00dft sich ein \u00dcberblick \u00fcber Elternhaus, Kindheit und Jugend des am 6. September 1773 in Ludwigsburg geborenen Steinkopf an. Im Elternhaus an sich erlebte Steinkopf keine pietistische Pr\u00e4gung (16\u201317). Wahrscheinlich kam er zwar schon durch seine Gro\u00dfmutter mit pietistischem Gedankengut in Kontakt, allerdings fand er erst w\u00e4hrend seines Theologiestudiums in T\u00fcbingen ab 1790 Kontakte zu pietistischen Kreisen (23\u201327), die ihm ein geistliches Zuhause anboten und denen er sich zeitlebens verbunden wusste. Direkt nach Abschluss seines Studiums nahm Steinkopf das Angebot an, die Sekret\u00e4rsstelle in der Zentrale der Christentumsgesellschaft in Basel zu \u00fcbernehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu Beginn des Kapitels zur relativ kurzen Baseler Zeit (1795\u20131801) geht der Autor ausf\u00fchrlich auf die Situation des Pietismus in Basel ein (36\u201350), bevor er \u201eBasel als Zentrum der Christentumsgesellschaft\u201c untersucht (51\u201365). Hilfreich ist zudem eine Liste aller Partikulargesellschaften der Christentumsgesellschaft rund um das Jahr 1800 \u2013 insgesamt \u00fcber 20 in den verschiedenen Teilen Deutschlands aber auch in Amsterdam (59\u201361). Die durch die Korrespondenzen mit den Partikulargesellschaften entstandenen Kontakte sollten auch in der Londoner Zeit von Bedeutung sein, konnte Steinkopf doch auf sein bestehendes Netzwerk unter den Erweckten zur\u00fcckgreifen. Weitere Abschnitte in diesem zweiten Hauptteil gehen auf die Rolle von Jung-Stilling und Lavater innerhalb der erweckten Kreise und die entstehende Freundschaft zu Steinkopf ein (66\u201378), bevor Eisenbl\u00e4tter die ersten Kontakte Steinkopfs nach England nachzeichnet (79\u201388).<\/p>\n\n\n\n<p>Das dritte Hauptkapitel zu London (1801\u20131869) bildet sowohl vom zeitlichen Rahmen als auch vom Umfang das Zentrum der Arbeit Eisenbl\u00e4tters. An sich war Steinkopf 1800 auf eine Pfarrstelle ins ober\u00f6sterreichische Eferding berufen worden und hatte die Stelle auch angenommen. Allerdings erhielt er seitens des Wiener Konsistoriums hierf\u00fcr keine Genehmigung; wahrscheinlich aufgrund seiner pietistischen Pr\u00e4gung (89\u201391). Stattdessen erfolgte 1801 eine Berufung als Prediger an die deutsche Savoy-Gemeinde in London. Ausf\u00fchrlich geht der Autor auf die Reise Steinkopfs nach London ein, die dieser mit zahlreichen Zwischenstationen und Besuchen verband (98\u2013100) und stellt im Anschluss die deutsche lutherische St. Mariengemeinde in der Savoy vor (101\u2013123).<\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiteres Unterkapitel ist den zahlreichen erwecklichen und missionarisch ausgerichteten Gesellschaften Londons und Steinkopfs Engagement in denselben gewidmet (124\u2013162). Das letzte Teilkapitel geht auf das Wirken Steinkopfs als Auslands-Sekret\u00e4r der British and Foreign Bible Society ein (BFBS, 163\u2013201). Gerade in diesen beiden Abschnitten wird die einzigartige Netzwerkfunktion Carl Steinkopfs zwischen England und Kontinentaleuropa deutlich, die u.&nbsp;a. auch in Deutschland erweckte Kreise zur Gr\u00fcndung eigener missionarischer Vereine und Gesellschaften motivierte, die den britischen Vorbildern nachahmen wollten.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Anhang zum dritten Kapitel listet u.&nbsp;a. die Stationen von Steinkopfs vier Kontinentalreisen in den Jahren 1812, 1815, 1820 und 1825 auf (202\u2013203). Zum Abschluss zieht Eisenbl\u00e4tter ein Res\u00fcmee (207\u2013221) und fasst noch einmal die Bedeutung Steinkopfs als \u201ebegeisterter und begeisternder\u201c (207) Vertreter und \u00dcbermittler eines erwecklichen und praktischen Christentums von England zum europ\u00e4ischen Festland zusammen: er war dabei \u201enicht selbst der Sch\u00f6pfer seiner Handlungsmodelle, sondern ihr Mittler und Makler; er war ein typischer Vertreter des englischen Revival und der beginnenden Erweckungsbewegung auf dem Kontinent (207). Ulrich G\u00e4bler schreibt in seinem Geleitwort: \u201eDie Bedeutung von Eisenbl\u00e4tters Werk liegt in der gr\u00fcndlichen Darstellung der Lebensleistung von Carl Steinkopf, wodurch eine zutreffende W\u00fcrdigung des britischen Einflusses auf das aufbl\u00fchende, protestantische Vereinswesen m\u00f6glich wird\u201c (Geleitwort 3). Diesem Urteil kann der Rezensent nur zustimmen und dem Verlag ist zu danken, dieses f\u00fcr die Erforschung der Erweckungsbewegung um die Jahrhundertwende vom 18. zum 19. Jahrhundert im europ\u00e4ischen Kontext so wichtige Werk einer breiteren \u00d6ffentlichkeit zug\u00e4nglich gemacht zu haben.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p><em>Pfr. i. E. Dr. Frank Hinkelmann, Rektor des Martin Bucer Seminars (Bonn) und Vorstand des Instituts f\u00fcr Historische Theologie am Campus Danubia, Wien<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Winfried Eisenbl\u00e4tter: \u201eDie Bef\u00f6rderung des Reiches Gottes\u201c. 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