{"id":1422,"date":"2021-10-20T17:01:12","date_gmt":"2021-10-20T17:01:12","guid":{"rendered":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=1422"},"modified":"2021-10-20T17:01:14","modified_gmt":"2021-10-20T17:01:14","slug":"adolf-martin-ritter-harry-oelke-volker-leppin-hg-alte-kirche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=1422","title":{"rendered":"Adolf Martin Ritter, Harry Oelke, Volker Leppin (Hg.): Alte Kirche"},"content":{"rendered":"\n<p>Adolf Martin Ritter, Harry Oelke, Volker Leppin (Hg.): <em>Alte Kirche<\/em>, Kirchen- und Theologiegeschichte in Quellen (KTGQ) 1, 12. Aufl. G\u00f6ttingen: Vandenhoeck &amp; Ruprecht, 2019, Pb., 303\u00a0S., \u20ac\u00a039,\u2013, ISBN <a href=\"https:\/\/www.vandenhoeck-ruprecht-verlage.com\/themen-entdecken\/theologie-und-religion\/kirchengeschichte\/53113\/alte-kirche\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.vandenhoeck-ruprecht-verlage.com\/themen-entdecken\/theologie-und-religion\/kirchengeschichte\/53113\/alte-kirche\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">978-3-7887-3311-7<\/a><\/p>\n\n\n\n<div class=\"dwnldbtn\">[e2pdf-download id=&#8221;1&#8243;]<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p>1977 erschien im Neukirchener Verlag der erste Band der damals neuen Reihe \u201eKirchen- und Theologiegeschichte in Quellen\u201c mit Texten aus der Zeit der Alten Kirche, herausgegeben von Adolf Martin Ritter. Wenn ein Quellenkompendium dieser Art nach 42 Jahren noch einmal verlegt wird, und dann sogar in 12. Auflage, kann man es mit Sicherheit als Standardwerk seines Fachs bezeichnen! Das Vorwort des Herausgeberkreises ist nur geringf\u00fcgig ge\u00e4ndert worden, in der Erstauflage zeichneten neben Ritter auch Heiko A. Oberman und Hans-Walter Krumwiede verantwortlich, in der vorliegenden Auflage Volker Leppin und Harry Oelke.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Umfang der Quellensammlung ist gegen\u00fcber der Erstauflage \u2013 mit einigen wenigen Umstellungen \u2013 von 95 auf 100 Abschnitte erweitert worden, die Seitenzahl hat von 227 auf 266 Seiten zugenommen. Geblieben sind die eng bedruckten Seiten, die in ungew\u00f6hnlich kleinen Schriftgraden repr\u00e4sentative Ausz\u00fcge aus einer gro\u00dfen Anzahl von wichtigen Quellenschriften vorstellen. Die Geschichte des altkirchlichen Christologischen Streits wurde neu gegliedert, die gez\u00e4hlten Abschnitte wurden damit vermehrt (\u00a792). Nicht nur orthodoxe Theologen und Synoden kommen zu Wort, sondern auch die bedeutenden Lehrabweichungen der fr\u00fchen Alten Kirche: Markion (\u00a715) und der Montanismus (\u00a718). Damit sind wichtige Lehrfragen ber\u00fchrt, die in ver\u00e4nderter Gestalt auch heute diskutiert werden. Zitate aus Texten weiterer Gruppierungen und Lehren wie der Mysterien der Isis (\u00a719), der Christentumskritik des Kelsos (\u00a723), christlicher Gnostiker (\u00a725), Manich\u00e4er (\u00a743) und Kaiser Julian Apostata (\u00a771) zeigen, wie sich die christliche Lehre von nicht-christlichen Weltanschauungen unterschied.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Auswahl kommen bedeutende Kirchenv\u00e4ter der fr\u00fchen Jahrhunderte des Christentums zu Wort: Tertullian (\u00a730), Klemens von Alexandrien (\u00a731), Origenes (\u00a732) und Cyprian von Karthago (\u00a737), sp\u00e4ter u.&nbsp;a. Basilius von Caesarea (\u00a778), Ambrosius von Mailand (\u00a785), Johannes Chrysostomus (\u00a787), Theodor von Mopsuestia (\u00a788), sehr ausf\u00fchrlich Augustinus (\u00a790) und andere.<\/p>\n\n\n\n<p>Von gro\u00dfer geschichtlicher Tragweite waren und sind die Anf\u00e4nge des M\u00f6nchtums und seiner Regeln (\u00a753 Antonius, \u00a759 Pachomius, \u00a778a.b. Basilius von Caesarea) und nat\u00fcrlich die Konzilien mit den einberufenden Kaisern und Textausz\u00fcgen abgelehnter Theologenmeinungen. Das zweite Ephesinum von 449 n.&nbsp;Chr. \u2013 einschl\u00e4gig bekannt als \u201eR\u00e4ubersynode\u201c \u2013 wird nur kurz in der Einleitung zum Konzil von Chalkedon 451 erw\u00e4hnt (\u00a795).<\/p>\n\n\n\n<p>Doch fehlt bei aller \u201ehohen\u201c theologischen Diskussion nicht die praktische Dimension, beispielsweise in den Bemerkungen des Gregor von Nyssa 383 n.&nbsp;Chr., wie Angeh\u00f6rige niederer Gesellschaftsschichten auf der Stra\u00dfe \u00fcber die Gottheit diskutieren (\u00a783). Ebenso wird der Streit \u00fcber die Wiederaufstellung des 382 abgebauten Altars der Siegesg\u00f6ttin Victoria im r\u00f6mischen Senat (\u00a785.II.a.b) und der Bericht \u00fcber die Ermordung der Hypatia im Jahr 415 (\u00a789) abgedruckt.<\/p>\n\n\n\n<p>In vielen Quellenausz\u00fcgen wird die Christenverfolgung der Fr\u00fchzeit, aber auch der Umgang der regierenden Richtung des Christentums mit theologisch anders orientierten Theologen, mit Heiden und Juden thematisiert. Leider benahmen sich die Christen in diesen Auseinandersetzungen nicht immer besser zu ihren Gegnern als diese sich vor dem \u00dcbergang der politischen Gewalt auf christliche Regenten zu ihnen benommen hatten. Es ist dem Verlag Vandenhoeck &amp; Ruprecht in G\u00f6ttingen zu danken, dass er sich nach der \u00dcbernahme der \u201eNeukirchener Theologie\u201c im September 2016 entschlossen hat, die Reihe \u201eKirchen- und Theologiegeschichte in Quellen\u201c \u2013 ab sofort im aktuellen blauen Coverlayout von Vandenhoeck \u2013 neu herauszugeben. Weitere B\u00e4nde sollen in diesem und im n\u00e4chsten Jahr erscheinen. Die Lekt\u00fcre des ersten Sammelbandes \u00fcber die Alte Kirche sei wegen der besonderen, grundlegenden Bedeutung dieser Epoche f\u00fcr die Kirchengeschichte allen Studierenden sehr ans Herz gelegt!<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p><em>Pfarrer Dr. Jochen Eber, Margarethenkirche Steinen-H\u00f6llstein<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Adolf Martin Ritter, Harry Oelke, Volker Leppin (Hg.): Alte Kirche, Kirchen- und Theologiegeschichte in Quellen (KTGQ) 1, 12. Aufl. 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