{"id":1477,"date":"2022-04-27T13:54:44","date_gmt":"2022-04-27T13:54:44","guid":{"rendered":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=1477"},"modified":"2022-04-27T17:49:24","modified_gmt":"2022-04-27T17:49:24","slug":"alexander-b-ernst-kurze-grammatik-des-biblischen-hebraeisch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=1477","title":{"rendered":"Alexander B. Ernst: Kurze Grammatik des Biblischen Hebr\u00e4isch"},"content":{"rendered":"\n<p>Alexander B. Ernst: <em>Kurze Grammatik des Biblischen Hebr\u00e4isch<\/em>, G\u00f6ttingen: Vandenhoeck &amp; Ruprecht, 2020, geb., 184&nbsp;S., \u20ac&nbsp;35,\u2013, ISBN <a href=\"https:\/\/www.vandenhoeck-ruprecht-verlage.com\/55602\/kurze-grammatik-des-biblischen-hebraeisch\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.vandenhoeck-ruprecht-verlage.com\/55602\/kurze-grammatik-des-biblischen-hebraeisch\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">978-3-7887-3462-6<\/a><\/p>\n\n\n\n\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p>In dieser 5., durchgesehenen Auflage legt Dr. Alexander B. Ernst, Dozent f\u00fcr Biblisches Hebr\u00e4isch an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal, eine aktualisierte und verbesserte Version seiner bereits zum Klassiker avancierten Kurzgrammatik zum biblischen Hebr\u00e4isch vor. Dass diese Auflage n\u00f6tig wurde, verwundert angesichts der breiten Rezeption dieser Grammatik nicht. Durch seine Kompaktheit und Klarheit hinsichtlich dessen, was \u201ewirklich n\u00f6tig\u201c ist f\u00fcr ein fundiertes Verstehen der hebr\u00e4ischen Sprache, dient dieses Werk an vielen Gymnasien und manchen Hochschulen als Begleitgrammatik und handliches Nachschlagewerk. Und genau darin liegt sein Wert: Durch seinen bew\u00e4hrten Aufbau in I. Schrift- und Lautlehre, II. Formenlehre \u2013 unterteilt nach Nomen und Partikeln sowie einem gro\u00dfen Abschnitt zum Verb \u2013 und zuletzt III. Satzlehre eignet es sich hervorragend zum schnellen Nachschlagen einzelner Ph\u00e4nomene. Neben sinnvoll konzipierten Merks\u00e4tzen zu wichtigen Regeln erfreuen besonders die ausf\u00fchrlichen Paradigmentabellen (anhand des ausnahmslosen \u05e7\u05d8\u05dc f\u00fcr die starken Verben). Sie verschaffen einen schnellen \u00dcberblick und bieten gleichzeitig die M\u00f6glichkeit systematischen (Er-)Lernens. Trotz ihrer K\u00fcrze von 159 Seiten eigentlicher Grammatik schlie\u00dft sich Ernsts Grammatik erfreulicherweise nicht der zunehmend sp\u00fcrbaren Tendenz an, Fachbegriffe auszusparen. Im Gegenteil: Fachbegriffe werden stringent verwendet, jedoch bei der ersten Nennung (in der gebotenen K\u00fcrze) erkl\u00e4rt. Dadurch wird von vorneherein der Einstieg in den wissenschaftlichen Usus optimal vorbereitet.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass bei n\u00e4herer Betrachtung des Aufbaus der Grammatik eine gewisse Unwucht in der Behandlung des Verbes zu erkennen ist, liegt freilich an der sprachlichen Zentralit\u00e4t des Verbs im Hebr\u00e4ischen, sodann jedoch sicher an der \u2013 oftmals bei Studentinnen und Sch\u00fclern empfundenen \u2013 Komplexit\u00e4t in diesem Bereich. Es entspricht dem Charakter einer handlichen Kurzgrammatik, den Teil zur Satzlehre durchaus zu behandeln, und doch nur auf die wichtigsten Regeln zu verweisen. Gerade angesichts der gro\u00dfen F\u00fclle stark verschiedenartiger Ph\u00e4nomene auf der Ebene des hebr\u00e4ischen Satzes (besonders in der Poesie, vgl. den kurzen Exkurs 174f) w\u00e4re eine Kurzgrammatik dieser Art \u00fcberfordert und gleicherma\u00dfen \u00fcberfordernd f\u00fcr eine schnelle Orientierung des Studenten. Dennoch vermisst man bei interessierter Lekt\u00fcre regelm\u00e4\u00dfige Verweise auf ausf\u00fchrlichere Grammatiken f\u00fcr eine vertiefte Auseinandersetzung. Da Ernst explizit auf die klassische Grammatik von Wilhelm Gesenius in seiner Einf\u00fchrung verweist, w\u00e4re ein st\u00e4ndiges Hin\u00fcberschauen auf die entsprechenden Passagen dort w\u00fcnschenswert gewesen. F\u00fcr eine weiterf\u00fchrende Auseinandersetzung bleibt dagegen dem Leser eine einzige Seite mit einer Listung einiger \u201eHilfsmittel zum Hebr\u00e4ischen\u201c (184), wobei sowohl bei den gelisteten Lehrb\u00fcchern als auch den wissenschaftlichen Grammatiken die beiden Werke von Heinrich von Siebenthal, besonders seine Grammatik, schmerzlich vermisst werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Orthografisch sind bei der nunmehr 5. Auflage m\u00f6gliche Versehen weitgehend getilgt (einzig die \u00fcberlange Unterstreichung auf 158). Inhaltlich w\u00e4ren zwei Dinge f\u00fcr eine n\u00e4chste Auflage noch w\u00fcnschenswert: <em>Zum einen<\/em> w\u00e4re eine Unterteilung nach Schwa mobile und Schwa medium w\u00fcnschenswert. Sicher ist diese umstritten, doch scheint sie im Sinne der leichteren Nachvollziehbarkeit innerhalb der Schrift- und Lautlehre m.\u00a0E. sinnvoll (wie etwa Neefs Arbeitsbuch sie nach wie vor bietet). <em>Zum anderen<\/em> w\u00e4re dem Verst\u00e4ndnis hier und da ein Beispielsatz des gerade Erkl\u00e4rten zutr\u00e4glich \u2013 dies passiert zwar, aber noch recht zaghaft. Weder der \u00dcbersichtlichkeit noch der Handlichkeit w\u00e4re damit Abbruch getan, jedoch dem intuitiven Verstehen gedient. In diesem Sinne scheint die in der Einf\u00fchrung (13) gerechtfertigte, systematische Auslassung der Bibelstellenangaben nicht recht einzuleuchten. Dem Studenten w\u00e4re doch gerade darin <em>geholfen<\/em>, einmal den altbekannten deutschen Text neben die BHS zu legen und das erkl\u00e4rte Ph\u00e4nomen nochmals an Ort und Stelle und in seinem weiteren Kontext zu begreifen. <\/p>\n\n\n\n<p>Abgerundet durch eine Schrifttafel, ein Abk\u00fcrzungsverzeichnis sowie Sach- und Wortregister findet sich in dieser Kurzgrammatik ein hervorragender \u00dcberblick \u00fcber alle wesentlichen Teile des biblischen Hebr\u00e4isch. In der Einf\u00fchrung k\u00fcndigt Ernst (urspr\u00fcnglich f\u00fcr 2021) ein eigenes, zu dieser Grammatik konzipiertes \u201e\u00dcbungsbuch zum Biblischen Hebr\u00e4isch\u201c an. Dieser Erg\u00e4nzung zum vorliegenden Werk ist mit Freuden entgegenzusehen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p><em>Magnus Rabel, M.Th., Doktorand bei Prof. Dr. J\u00f6rg Frey am Lehrstuhl f\u00fcr neutestamentliche Wissenschaft an der Universit\u00e4t Z\u00fcrich<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Alexander B. 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