{"id":1521,"date":"2022-04-27T14:52:12","date_gmt":"2022-04-27T14:52:12","guid":{"rendered":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=1521"},"modified":"2022-04-27T14:52:14","modified_gmt":"2022-04-27T14:52:14","slug":"eberhard-bons-hg-historical-and-theological-lexicon-of-the-septuagint","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=1521","title":{"rendered":"Eberhard Bons (Hg.): Historical and Theological Lexicon of the Septuagint"},"content":{"rendered":"\n<p>Eberhard Bons (Hg.): <em>Historical and Theological Lexicon of the Septuagint. Volume I: Alpha \u2013 Gamma<\/em>, T\u00fcbingen: Mohr Siebeck, 2020, Ln., CLXIII+1980\u00a0Sp., \u20ac\u00a0289,\u2013, ISBN <a href=\"https:\/\/www.mohrsiebeck.com\/buch\/historical-and-theological-lexicon-of-the-septuagint-9783161507472\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.mohrsiebeck.com\/buch\/historical-and-theological-lexicon-of-the-septuagint-9783161507472\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">978-3-16-161289-3<\/a><\/p>\n\n\n\n\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p>Das Historical and Theological Lexicon of the Septuagint (HTLS) ist ein Meilenstein. Als erster Teil einer auf vier B\u00e4nde angelegten Reihe schlie\u00dft es eine lange schmerzlich empfundene L\u00fccke f\u00fcr die Erforschung des Antiken Judentums hinsichtlich seines Hauptdokuments, der \u00dcbertragung und Erweiterung der Hebr\u00e4ischen Bibel (HB) \u2013 besser bekannt als die Septuaginta (LXX). Seit der intensiven Besch\u00e4ftigung mit den Schriften vom Toten Meer ergab sich ein immer klareres Bild hinsichtlich der Andersartigkeit der LXX gegen\u00fcber dem Bestand des Masoretischen Textes (MT). Bei genauerer Lekt\u00fcre wird schnell klar, dass die \u00dcbersetzer der LXX deutlich gr\u00f6\u00dfere Freiheit in ihrer Arbeit empfanden, die Hebr\u00e4ische Bibel in eine neue Zeit zu \u00fcbertragen. In diesem Zuge hat die Erforschung der Septuaginta als eigenst\u00e4ndigem Dokument mit eigenst\u00e4ndigen Akzenten und gar einer eigenst\u00e4ndigen Theologie in den letzten Jahrzehnten nicht nur zu einigen kritischen \u00dcbersetzungen der Septuaginta ins Franz\u00f6sische (La Bible d\u2019Alexandrie, 1986\u2013), ins Englische (The New English Translation of the Septuagint, 2007) und ins Deutsche (Septuaginta Deutsch, 2009) gef\u00fchrt. Auch die monografische wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der LXX als Bindeglied zwischen der HB und dem NT hat betr\u00e4chtlich an Fahrt aufgenommen. Doch f\u00fcr all diese Dinge fehlte bisher das geeignete Lexikon zum (wichtigsten) Lexembestand der LXX.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieser erste Band deckt nun alle wichtigen Lemmata der Anfangsbuchstaben Alpha bis Gamma, also der ersten drei griechischen Buchstaben ab. Dabei bietet dieses Lexikon \u2013 wie der Name bereits sagt \u2013 weit mehr als einen ausf\u00fchrlicheren W\u00f6rterbucheintrag. Jedes Lemma, das das Herausgeberteam um Eberhard Bons (Stra\u00dfburg) als (mehr oder weniger) spezifischen Sinn in der LXX tragend betrachtet und damit in dieses Lexikon aufgenommen hat, wird nach sechs Unterpunkten analysiert: (I) Zun\u00e4chst wird dem Gebrauch des Wortes in der klassischen und hellenistischen Profangr\u00e4zit\u00e4t Rechnung getragen. (II) Sodann wird entsprechend der Erkenntnis, dass das Griechisch der LXX \u00fcberwiegend weder so recht klassisches Griechisch noch wirkliches hellenistisches Koine-Griechisch widerspiegelt, der Benutzung des jeweiligen Lemmas in den griechischen Inschriften und Papyri nachgegangen. Diese literarische Art ist wohl die n\u00e4chste Parallele zum LXX-Griechisch. (III) Nach diesen beiden Vorarbeiten erh\u00e4lt nun sachgem\u00e4\u00dfer Weise die Verwendung des Lemmas in der Septuaginta an dritter Stelle den gr\u00f6\u00dften Raum, wobei hier wiederum nach drei Untergliederungen vorgegangen wird: (III.1) Statistical observations, (III.2) Hebrew equivalents, (III.3) LXX use. (IV) Daraufhin werden etwaige Gebr\u00e4uche im Antiken Judentum au\u00dferhalb der LXX analysiert, bevor dann der Fokus (V) auf das Neue Testament und (VI) die fr\u00fchchristliche, au\u00dferkanonische Literatur verwiesen wird. Den Abschluss macht eine kurze Listung der wichtigsten Bibliografieeintr\u00e4ge.<\/p>\n\n\n\n<p>Damit wird auf wenigen Spalten ein Gebrauchs\u00fcberblick pro Lemma erarbeitet, der oftmals gut 500 Jahre \u00fcberblickt. In dieser Funktion steht es neben anderen wichtigen Nachschlagewerken wie dem ThWAT und dem ThWQ, beide freilich mit einer anderen Zielsetzung. Das ThWNT wird durch dieses Lexikon in mancher Hinsicht sogar \u00fcbertroffen, nat\u00fcrlich ganz abgesehen von seinem Fokus auf das NT. Zun\u00e4chst ist zu sagen: Offensichtlich bietet das HTLS fast 90 Jahre nach der Ver\u00f6ffentlichung des 1. Bandes des ThWNT zu Alpha bis Gamma (1933) an vielen Stellen modernere, oftmals sogar schlicht korrektere Forschungsergebnisse. Man vergleiche nur einmal die Eintr\u00e4ge zu \u1f00\u03bd\u03af\u03c3\u03c4\u03b7\u03bc\u03b9 \/ \u1f00\u03bd\u03ac\u03c3\u03c4\u03b1\u03c3\u03b9\u03c2 in beiden Werken. Selbstverst\u00e4ndlich ist auch die Bibliografie auf dem neusten Stand \u2013 im Falle von \u1f00\u03bd\u03ac\u03c3\u03c4\u03b1\u03c3\u03b9\u03c2 sogar in angemessener Breite. Dazu kommt die Betrachtung der Papyri und Inschriften, die gr\u00f6\u00dftenteils zur Zeit des ThWNT noch gar nicht recht vorlagen. Die gr\u00f6\u00dfte Unterscheidung jedoch d\u00fcrfte die Vorsicht sein, in der manche neugewonnene Differenziertheit bis hin zur Unklarheit gegen\u00fcber einem historischen und methodischen Positivismus jener Tage erarbeitet wird. Dabei f\u00e4llt auf, dass \u2013 anders als in ThWNT \u2013 zwischen LXX und \u201eJudentum\u201c differenziert wird, dazu sind oftmals mehrere Autoren an einem Artikel beteiligt. Dies, besonders in Verquickung mit einem hochkar\u00e4tig international angelegten und transdisziplin\u00e4r vertretenen Advisory Boards, f\u00fchrt zu einem Mehraugenprinzip, das in seiner theologischen wie auch sonstigen Aussageintention ausgeglichen bleibt. Daher ist auch die Ver\u00f6ffentlichung auf Englisch nur konsequent und richtig.<\/p>\n\n\n\n<p>Formal ist \u2013 wie gewohnt aus dem Hause Mohr Siebeck \u2013 die Bindung, der Satz und der Druck hervorragend. Es steht auch eine PDF-Version zur Verf\u00fcgung, auf die viele Studierende und Forschende wohl durch einen Schibboleth-Zugang kostenfrei zugreifen k\u00f6nnen werden. In ferner Zukunft w\u00e4re wohl eine preisg\u00fcnstigere Studienausgabe oder gar Open-Access eine w\u00fcnschenswerte Erweiterung.<\/p>\n\n\n\n<p>Was bereits aus Otto Michels Dissertation (<em>Paulus und seine Bibel<\/em>) im Jahre 1929 als Desiderat zu erkennen war, wird mit dieser Reihe nun in der n\u00f6tigen Breite und Tiefe entfaltet. Es ist f\u00fcr jeden, der sich ernsthaft mit der Denk- und Sprachwelt des Antiken Judentums befassen m\u00f6chte, ein anwenderfreundliches, philologisch wie theologisch vorz\u00fcgliches Lexikon, das hoffentlich in B\u00e4lde um weitere B\u00e4nde anwachsen wird.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p><em>Magnus Rabel, M.Th., Doktorand bei Prof. Dr. J\u00f6rg Frey am Lehrstuhl f\u00fcr neutestamentliche Wissenschaft an der Universit\u00e4t Z\u00fcrich<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eberhard Bons (Hg.): Historical and Theological Lexicon of the Septuagint. 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