{"id":1567,"date":"2022-04-27T16:48:31","date_gmt":"2022-04-27T16:48:31","guid":{"rendered":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=1567"},"modified":"2022-04-28T16:17:11","modified_gmt":"2022-04-28T16:17:11","slug":"michael-kisskalt-andrea-klimt-martin-rothkegel-hg-pastor-bonus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=1567","title":{"rendered":"Michael Ki\u00dfkalt\u00a0\/ Andrea Klimt\u00a0\/ Martin Rothkegel (Hg.): PASTOR BONUS"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Michael Ki\u00dfkalt&nbsp;\/ Andrea Klimt&nbsp;\/ Martin Rothkegel (Hg.): <em>PASTOR BONUS. Theologie f\u00fcr die pastorale Praxis. Festschrift f\u00fcr Volker Spangenberg<\/em>, Kassel: Oncken, 2021, Hardcover, XIV+447&nbsp;S., \u20ac&nbsp;28,\u2013, ISBN <a href=\"https:\/\/www.blessings4you.de\/shop\/item\/9783879390908\/pastor-bonus-theologie-fur-die-pastorale-praxis-von-m-kikalt-gebundenes-buch#\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.blessings4you.de\/shop\/item\/9783879390908\/pastor-bonus-theologie-fur-die-pastorale-praxis-von-m-kikalt-gebundenes-buch#\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">978-3-87939-090-8<\/a><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Volker Spangenberg war Professor f\u00fcr Praktische Theologie an der Theologischen Hochschule Elstal. Anl\u00e4sslich der Beendigung seines Dienstes gaben drei seiner Kollegen diesen Sammelband heraus. Auf die Pastoraltheologie anspielend, w\u00e4hlten sie den Titel \u201ePastor bonus\u201c, der auf Jesus als den guten Hirten verweist, als Vorbild f\u00fcr heutige Pastoren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die insgesamt 34 Beitr\u00e4ge des Bandes werden in f\u00fcnf Kategorien eingeteilt: Biblisch\u2011, systematisch- und pastoraltheologische Impulse, au\u00dferdem homiletische Impulse sowie Predigten. Zur Homiletik geh\u00f6ren etwa die Beitr\u00e4ge von Erich Geldbach \u2013 er betrachtet \u201eSadhu Sundar Singh als Prediger\u201c, oder Thomas Klammt, der sich dem \u00dcbersetzen von Predigten widmet, das mittlerweile eine gro\u00dfe Bedeutung hat, da in Deutschland viele Predigth\u00f6rer nicht Deutsch als Muttersprache haben (377).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Einige Beitr\u00e4ge zeigen eine Hochsch\u00e4tzung (\u00dcbersch\u00e4tzung?) von Aufkl\u00e4rung und Rationalismus. Johannes Fischer, vormals Professor f\u00fcr Theologische Ethik an der Universit\u00e4t Z\u00fcrich, vertritt die These, \u201edass es [\u2026] religi\u00f6se Ethik und mithin auch christliche Ethik nicht gibt und nicht geben kann, und zwar aus prinzipiellen Gr\u00fcnden\u201c; er geht davon aus, \u201edass Ethik eine Frucht der Aufkl\u00e4rung ist\u201c (71). Hans-Peter Grosshans versucht im Anschluss an den Mathematiker Heinrich Scholz zu zeigen, inwiefern evangelische Theologie als Wissenschaft gelten kann. Es solle sich die Theologie u.&nbsp;a. an dem Konkordanzpostulat orientieren und nur solche S\u00e4tze vertreten, \u201edie das physikalisch und das biologisch Unm\u00f6gliche respektieren\u201c, also nichts vertreten, \u201ewas den S\u00e4tzen unserer Physik und unserer Biologie widerspricht\u201c (97). Sollten demnach Jesu Wunder von der Theologie abgelehnt werden?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Umgang der Hochschule in Elstal mit historisch-kritischen Thesen wird punktuell sichtbar, etwa bei den Alttestamentlern. Michael Rohde (bis 2015 Prof. f\u00fcr AT in Elstal) meint, dass in der atl. Sch\u00f6pfungsgeschichte \u201evermutlich gelehrte Priester im babylonischen Exil rund 580 Jahre vor Christus \u00fcber das Leben nachdenken\u201c (15) \u2013 demnach entstand 1Mose 1 erst fast ein Jahrtausend nach dem Wirken Moses, und ist ein Niederschlag des Nachdenkens von Menschen \u2013 also kein Ergebnis einer Offenbarung? Dirk Sager (seit 2015 Prof. f\u00fcr AT in Elstal) befasst sich mit der vom Propheten Jesaja zugesagten Heilung des K\u00f6nigs Hiskija (nach 2K\u00f6n 20,1\u201311). Sager hinterfragt literarkritische Thesen und h\u00e4lt an der Einheitlichkeit dieses Abschnittes fest, ausgenommen Vers 20,6: Die Zusage Gottes, dass Hiskija noch weitere 15 Jahre leben und dass Jerusalem vor den Assyrern gerettet wird, sieht Sager als sp\u00e4teren Zusatz; diesen datiert er auf ca. 600 v.&nbsp;Chr., also etwa ein Jahrhundert nach dem Wirken von Hiskija und Jesaja (29\u201331). Die Synthese von Sonnengott und JHWH \u2013 und damit der Monotheismus \u2013 reiften gem\u00e4\u00df Sager nicht erst w\u00e4hrend des babylonischen Exils im 6.&nbsp;Jh., sondern bereits kurz vor 600 v.&nbsp;Chr. (32), aber jedenfalls erst lange nach vielen im AT geschilderten Vorg\u00e4ngen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Carsten Clau\u00dfen sp\u00fcrt dem Ursprung des Begriffs der \u201eUnverf\u00fcgbarkeit Gottes\u201c nach, der von Rudolf Bultmann gepr\u00e4gt wurde, vermutlich angeregt durch \u00e4hnliche verneinende Begriffe in Martin Heideggers Buch \u201eSein und Zeit\u201c (45\u201347). Johann Hafner thematisiert das Bewusstsein Jesu (Frage: \u201eWas wusste Jesus?\u201c), und vertritt \u2013 analog zur Zweinaturenlehre und zur Zweiwillenlehre \u2013 eine \u201eZweiwissenslehre\u201c, also einen \u201eDyonoetismus\u201c (112f).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Martin Rothkegel bespricht eine Abhandlung des englischen Baptisten Thomas Tillam, der mit anderen Baptisten aus England floh und sich 1661 in Deutschland ansiedelte. In seiner Abhandlung sieht er den Zweck der Ehe in der Gl\u00fcckseligkeit des Mannes (150), wie das zuvor bereits von John Milton vertreten wurde. Uwe Swarat beleuchtet das ethische Thema Sonntag und Feiertag in der gegenw\u00e4rtigen Gesellschaft, ausgehend vom atl. Sabbatgebot. Er kommt zu folgendem Ergebnis: Christen \u201ehalten den w\u00f6chentlichen Ruhetag somit nicht, weil er ein Gebot Gottes w\u00e4re, sondern aus vern\u00fcnftiger Einsicht in das Bed\u00fcrfnis der menschlichen Natur nach Erholung\u201c (194).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am Ende des Buches steht eine Bibliografie der Ver\u00f6ffentlichungen Spangenbergs. In den Beitr\u00e4gen selbst wird jedoch nur selten auf eine Publikation von Spangenberg verwiesen, was ich bedauere. Nicht um Spangenbergs konkretes Wirken geht es hier, aber um die von ihm gelehrten pastoralen Wirkungsfelder; die vielf\u00e4ltigen Beitr\u00e4ge forschungserfahrener Theologen sp\u00fcren wichtige Gegenwartsthemen auf und entwerfen eigenst\u00e4ndige L\u00f6sungsans\u00e4tze.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Dr. Franz Graf-Stuhlhofer B.Sc., Lehrbeauftragter an der KPH Wien\/Krems f\u00fcr Kirchengeschichte und Dogmatik<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Michael Ki\u00dfkalt&nbsp;\/ Andrea Klimt&nbsp;\/ Martin Rothkegel (Hg.): PASTOR BONUS. Theologie f\u00fcr die pastorale Praxis. 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