{"id":1617,"date":"2022-10-22T13:12:13","date_gmt":"2022-10-22T13:12:13","guid":{"rendered":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=1617"},"modified":"2022-10-22T13:12:15","modified_gmt":"2022-10-22T13:12:15","slug":"drayton-c-benner-andrew-zulker-james-r-covington-h-h-hardy-ii-hg-the-hebrew-old-testament","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=1617","title":{"rendered":"Drayton C. Benner \/ Andrew Zulker \/ James R. Covington \/ H. H. Hardy II (Hg.): The Hebrew Old Testament"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Drayton C. Benner \/ Andrew Zulker \/ James R. Covington \/ H. H. Hardy II (Hg.): <em>The Hebrew Old Testament. Reader\u2019s Edition<\/em>, Wheaton, IL: Crossway, 2021, geb., XIX+2224\u00a0S., US\u00a0$ 89,99, ISBN <a href=\"https:\/\/www.crossway.org\/bibles\/the-hebrew-old-testament-readers-edition-hconly\/\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.crossway.org\/bibles\/the-hebrew-old-testament-readers-edition-hconly\/\">978-1-4335-7101-5<\/a><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die meisten von uns begegnen der hebr\u00e4ischen Sprache erst in ihrem Theologiestudium. Nach anf\u00e4nglichen Schwierigkeiten im Entziffern der Zeichen stellt sich Stunde um Stunde gr\u00f6\u00dfere Klarheit \u00fcber die Bedeutung der Zeichenkombination ein, bis irgendwann fl\u00fcssiges Lesen und Verstehen m\u00f6glich ist. Dieses Verm\u00f6gen h\u00e4lt jedoch in meisten F\u00e4llen nicht viel l\u00e4nger als die Hebraicumspr\u00fcfung an. Unter Theologen ger\u00e4t die Pflege der m\u00fchsam erlernten Sprachen daher vielfach in den Hintergrund. Gerade diesen Theologen ist eine Reader\u2019s Edition gewidmet. Kennzeichnend f\u00fcr alle Reader\u2019s Editions ist die Erkenntnis, dass nur und insbesondere durch anhaltende Lekt\u00fcre der biblischen Texte in ihrer eigenen Sprache auch ein tieferes Verst\u00e4ndnis derselben erworben werden kann. Zu diesem Zweck erscheinen seit einigen Jahren vermehrt leserfreundliche Editionen der Septuaginta (Lanier\/Ross 2018), des griechischen Neuen Testaments (z.&nbsp;B. Newman\/Voss 2014) und freilich auch der Hebr\u00e4ischen Bibel (Aram\u00e4isch etwa Vance\/Athas\/Avrahami\/Kline 2017; Hebr\u00e4isch Vance\/Athas\/Avrahami 2015). Dieser Reihe erg\u00e4nzt nun f\u00fcr die Hebr\u00e4ische Bibel eine weitere Ausgabe von Crossway unter der Regide von H.&nbsp;H. Hardy II (Southeastern Seminary) (u.&nbsp;a.).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Version bietet neben dem Text des Westminster Leningrad Codex (Version 4.20) in 13.5 pt einen umfangreichen Apparat als Sublinearkommentar, wobei hier nicht alles M\u00f6gliche angegeben wird, sondern der \u201eintermediate reader\u201c (x) im Blick ist. Eine Definition f\u00fcr diesen fehlt bedauerlicherweise. Annotiert werden Worte in drei F\u00e4llen:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">(I) Zun\u00e4chst angegeben werden alle Worte, die selten vorkommen. Das trifft in dieser Ausgabe auf jegliche Wortform zu, die im hebr\u00e4ischen Teil der Bibel 75 Mal oder weniger vorkommt, im Aram\u00e4ischen 10 Mal oder weniger. Summiert ergibt sich so eine moderate Menge an vorausgesetztem Vokabular von ca. 500 hebr\u00e4ischen Worten und 100 aram\u00e4ischen. Die W\u00f6rter der Kategorie I werden in dreifacher Weise im Apparat erschlossen: Lemma, morphologische Aufschl\u00fcsselung, \u00dcbersetzungsvorschl\u00e4ge. Letztere verbleiben dabei absichtlich st\u00e4rker in der Weite eines W\u00f6rterbucheintrags, als dass jederzeit die (angenommene) kontextuell naheliegendste \u00dcbersetzung als einzige vorgeschlagen wird. Stattdessen wird bei dem gleichen Lemma jeweils kontextungebunden das Bedeutungsspektrum schematisch geboten, wenngleich die von den Herausgebern f\u00fcr diesen Kontext pr\u00e4ferierte \u00dcbersetzung als erste genannt wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beide anderen Kategorien umfassen das Verb, das im Hebr\u00e4ischen zweifellos die gr\u00f6\u00dfte Variet\u00e4t auspr\u00e4gt und damit die gr\u00f6\u00dfte Schwierigkeit bildet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So findet sich (II) eine Fu\u00dfnote bei Verbformen, die in ihrer Kontextform wenig Aufschluss \u00fcber ihren Stamm bieten. Hier denke man beispielsweise an verba primae Nun oder mediae geminatea. Es wird jedoch kein \u00dcbersetzungsvorschlag angegeben, sondern einzig die Lemmaform und die morphologische Aufschl\u00fcsselung. Dies soll helfen, nicht ungepr\u00fcft eine \u00dcbersetzung zu \u00fcbernehmen, sondern selbstst\u00e4ndig anhand der gezeigten Wurzel die Vokabeln wichtiger Verben zu repetieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die letzte Kategorie (III) befasst sich innerhalb der Klasse der Verben mit solchen, deren Bedeutung zwischen den St\u00e4mmen unvorhergesehen stark variiert und sich durch die \u00fcblichen Methoden (z.&nbsp;B.: kausativ = XY \u201emachen\u201c) nicht herleiten lassen. Man denke etwa an \u05dc\u05e7\u05d7 im Hitpael oder \u05e0\u05e1\u05e2 im Qal.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Abgerundet wird das Buch mit einigen Aufstellungen. Darunter ist die hilfreiche Umwandlungstabelle zwischen Kontextform und Lemmaform zu nennen, die auch schwierige Kontextformen auf die W\u00f6rterbuchform zur\u00fcckf\u00fchren l\u00e4sst (Hebr. 2147\u20132180; Aram. 2180f). So umgeht der interessierte Leser den voreiligen Blick in die Fu\u00dfnotenbestimmung und kann eigenst\u00e4ndig die Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten der hebr\u00e4ischen\/aram\u00e4ischen Sprache nachvollziehen. Ein sch\u00f6nes Glossar der h\u00e4ufigsten hebr\u00e4ischen und aram\u00e4ischen Verben mit Gattungsbestimmung und \u00dcbersetzungsm\u00f6glichkeiten bietet weitere M\u00f6glichkeiten zum pers\u00f6nlichen Repetieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Formal ist das Buch im Gegensatz zur Reader\u2019s Edition der Deutschen Bibelgesellschaft (2015) deutlicher ansprechender gestaltet. Beginnend mit einem sch\u00f6nen Pappschuber mit Goldbeschriftung \u00fcber das Hardcover und die Bindung (fadengebunden statt geklebt) bis hin zum Druckbild ist dieses Werk leserfreundlich gestaltet und befindet sich in der Mittelklasse dessen, was m\u00f6glich gewesen w\u00e4re. Verglichen mit den ESV-Bibelausgaben von Crossway oder mit der Leinenausgabe der Reader\u2019s Edition zur LXX aus dem Hause Hendrickson bleibt das Buch jedoch weit zur\u00fcck. Etwas gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftig ist die Entscheidung, Eigennamen in grau zu drucken. Wegen des sehr durchl\u00e4ssigen Schriftbildes bzw. der viel zu d\u00fcnnen Seitenst\u00e4rke, kann es dazu f\u00fchren, dass der unge\u00fcbte Leser den Text der n\u00e4chsten Seite durchliest, welcher dem Grau-Druck von Eigennamen nicht selten stark \u00e4hnelt. Auch die Wiedergabe von Ketiv-Qere direkt im Text ist dem Lesefluss nicht zutr\u00e4glich und m.&nbsp;W. einzigartig. Wie bei allen Reader\u2019s Editions ist auch bei dieser eine solide bis sehr gute Kenntnis des englischen Fachvokabulars vonn\u00f6ten, da der gesamte Apparat \u2013 wenig \u00fcberraschend \u2013 in dieser Sprache gehalten ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Insgesamt legt Crossway mit diesem Buch eine sch\u00f6ne Hilfestellung zum kontinuierlichen Erschlie\u00dfen des Textes der Hebr\u00e4ischen Bibel vor. Dennoch sollte klar sein, dass diese Reader\u2019s Edition auch nicht mehr liefert als das. Weder wurden Erkenntnisse der BHQ in einen zus\u00e4tzlichen Apparat aufgenommen, noch finden sich Diskussionen \u00fcber notorisch schwierige Passagen oder einzelne Stellen. Es h\u00e4tte m.\u00a0E. auch in der Einleitung des Werkes deutlich st\u00e4rker darauf verwiesen werden m\u00fcssen, dass die angegebenen \u201eglosses\u201c von einer deutlichen interpretatorischen Eigenleistung der Herausgeber gepr\u00e4gt sind. Hier h\u00e4tte der Leser eindeutiger ermutigt werden k\u00f6nnen, selbstst\u00e4ndig die Weite des vorliegenden Textes auszuloten. Bis zuletzt wurde dem Rezensenten dar\u00fcber hinaus nicht klar, weshalb neben der bereits genannten, noch immer erh\u00e4ltlichen BHS Reader\u2019s Edition der Deutschen Bibelgesellschaft nun eine eigene Ausgabe publiziert wurde, die im Gro\u00dfen und Ganzen abgesehen von ihrer Bindung nicht mehr liefert als ihr g\u00fcnstigerer Konkurrent.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Magnus Rabel, M.Th., Doktorand bei Prof. Dr. J\u00f6rg Frey am Lehrstuhl f\u00fcr neutestamentliche Wissenschaft an der Universit\u00e4t Z\u00fcrich<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Drayton C. Benner \/ Andrew Zulker \/ James R. Covington \/ H. H. 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