{"id":1700,"date":"2022-10-22T14:45:37","date_gmt":"2022-10-22T14:45:37","guid":{"rendered":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=1700"},"modified":"2022-10-22T14:45:38","modified_gmt":"2022-10-22T14:45:38","slug":"christina-michelsen-chauchot-john-the-baptist-as-a-rewritten-figure-in-luke-acts","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=1700","title":{"rendered":"Christina Michelsen Chauchot: John the Baptist as a Rewritten Figure in Luke-Acts"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Christina Michelsen Chauchot: John the Baptist as a Rewritten Figure in Luke-Acts<\/em>, Copenhagen International Seminar, New York: Routledge, 2021, geb., 196&nbsp;S., \u00a3&nbsp;120,\u2013, ISBN <a href=\"https:\/\/www.routledge.com\/John-the-Baptist-as-a-Rewritten-Figure-in-Luke-Acts\/Chauchot\/p\/book\/9780367481438\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.routledge.com\/John-the-Baptist-as-a-Rewritten-Figure-in-Luke-Acts\/Chauchot\/p\/book\/9780367481438\">978-036-748-143-8<\/a><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Christina Michelsen Chauchotlegt mit diesem Band Ihre Promotionsschrift an der Universit\u00e4t Kopenhagen (2017, betreut von Professor Mogens M\u00fcller) vor. Sie ist Pastorin in der <em>Vereinigten Protestantischen Kirche Frankreichs<\/em> und Vizepr\u00e4sidentin des <em>Institut Biblique de Versailles<\/em>, einer \u00f6kumenischen Bildungsst\u00e4tte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Chauchots Beitrag ist der biblischen Exegese zuzuordnen, wobei sie sich methodisch schwerpunktm\u00e4\u00dfig mit dem vom G. Vermes eingef\u00fchrten Begriff der \u201eRewritten Bible\u201c besch\u00e4ftigt. Ihre Hauptforschungsfrage betrifft die Entwicklung der Darstellung von Johannes dem T\u00e4ufer: \u201eI seek to trace the development of a creative textual strategy in the synoptic gospels\u201c (3). Gr\u00f6\u00dftenteils arbeitet die Autorin allerdings mit dem lukanischen Doppelwerk.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dabei sind f\u00fcr sie zwei Themen besonders wichtig: Ob die Darstellung Johannes des T\u00e4ufers im lukanischen Doppelwerk insbesondere sein \u00f6ffentliches Wirken betrifft und ob vor diesem Hintergrund eine besondere theologische Ausrichtung zu finden ist. Ihre Hauptthese ist, dass Johannes der T\u00e4ufer eine \u201erewritten figure\u201c als Ergebnis eines kreativen Schreibprozesses ist, und nicht als eine Neukompilierung der vorhandenen Quellen verstanden werden muss. Insofern kann Chauchots Werk auch als Beitrag zur Quellenforschung und Hermeneutik gesehen werden. Insbesondere dieZweiquellentheorie wird von ihr kritisch hinterfragt, they \u201edo not sufficiently account for the thematic changes in Luke\u2019s recasting of the baptizer when they presuppose that Luke is restricted by his sources, Mark and Q\u201c (163). Allerdings tangieren Methode und Fragestellung durchaus ein sehr weites Feld, neben Exegese, Hermeneutik, Narratologie und Quellenforschung ist auch die Rezeptionsgeschichte \u2013 wenn auch sehr spezifisch \u2013 zu nennen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ihrer Forschungsfragestellung und der weiteren Methode widmet Chauchot den ersten Teil ihrer Arbeit: Dem Konzept von \u201erewritten Bible\u201c, dem synoptischen Problem und ihrem eigenen Ansatz, eine \u201erewriting strategy\u201c im LkEv zu erforschen. Insbesondere in der gr\u00fcndlichen methodischen Darstellung und Diskussion ist eine St\u00e4rke des Werkes zu sehen. Sie stellt selber klar: \u201eI prefer to define the method of a literary strategy common to rewritten Scripture. The value of integrating this concept into New Testament study is the possibility of focussing on the exegetical process that has directed a literary and theological rewriting\u201c (28). Thematisch bewegt sich die Autorin in einem durchaus skandinavischen Thema, wobei sich das urspr\u00fcngliche Netzwerk \u201eRewritten Bible\u201c an der Universit\u00e4t von Turku in Finnland inzwischen thematisch zum \u201eNetwork for the Study of the Reception History of the Bible\u201c erweitert hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der zweite Teil des Werkes ist der Bearbeitung der Forschungsfrage und dem LkEv gewidmet, wobei sich die Autorin auf Lk 3,2 und 3,7\u201317 beschr\u00e4nkt. Der Autor des lukanischen Doppelwerks ver\u00e4ndere laut Chauchot insbesondere die Beziehungen Johannes des T\u00e4ufers durch Auslassungen oder Hinzuf\u00fcgungen und lege einen besonderen Wert auf die Referenzen zum AT. Insgesamt kommt sie damit zu dem folgenden Ergebnis: \u201eLuke\u2019s narrative, in which John figures most prominently, also makes the clearest distinction between the figures of John and Jesus and their respective baptism. In a paradoxical way, Luke says more about John just to diminish his importance.\u201c (116). Der dritte Teil besch\u00e4ftigt sich mit dem \u00dcbergang zwischen dem LkEv und der Apg unter Ber\u00fccksichtigung von Lk 3,16; 21\u201322.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In ihrer kritischen Auseinandersetzung mit der Zweiquellentheorie kommt Chauchot zu folgendem Ergebnis: \u201eLuke shares identically reproduced material with at least these two sources [Mark and Matthew], and it has become clear that Luke\u2019s description of John\u2019s ministry and baptism can be studied as a reception of both Mark and Matthew, without appeal to lost sources.\u201c (164). Allerdings legt sich die Autorin letztlich methodisch nicht pr\u00e4zise fest: Die Grenzen zwischen \u201eliterary-critical\u201c (3), \u201enarrative\u201c und ihrer Abgrenzung zu \u201ehistorical-critical\u201c (162) sind nicht konsequent und wirken an einigen wenigen Stellen sogar beliebig. Das ist insbesondere deswegen schade, weil der Autorin mit ihrem Werk durchaus das Potential hat weitere Br\u00fccken zwischen diesen Ans\u00e4tzen zu bauen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gerade deswegen w\u00e4re dieses Werk aber ein lesenswerter Beitrag. Konkret fasst die Autorin zusammen: \u201eLuke thus offers a careful and profound interpretation of John the baptist, his baptism, and how to situate it in early Christianity. [\u2026] Luke\u2019s account offers a further step into the history of interpretation and, ultimately, also the early history of the church\u201c (164). Mit diesem Schritt, vom LkEv zur Apg und in die Kirchengeschichte, entfaltet die Methode ihre St\u00e4rke und als Leser w\u00fcrde man sich hierzu weitere Arbeiten w\u00fcnschen. Diese h\u00e4tten wohl aber den Rahmen dieser Arbeit deutlich gesprengt. So zeigen sich die \u00dcberschneidungen mit der Rezeptionsgeschichte des Textes bzw. ihrer Wirkungsgeschichte. Die Ergebnisse der Autorin werden hoffentlich noch breiter \u2013 inhaltlich wie methodisch \u2013 diskutiert, da sich bei einer konsequent literarischen Sicht und einem w\u00fcnschenswerten methodischen Diskurs sicherlich weitere Ergebnisse erzielen lie\u00dfen. Auch ein weiterer Blick in die Apg und die neutestamentlichen Briefe erscheinen vielversprechend.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Werk ist in englischer Sprache verfasst, sprachlich zug\u00e4nglich, auch wenn es sich definitiv an Fachkundige und nur am Rande an interessierte Laien richtet. Eine Bibliografie und ein kurzes Stichwortverzeichnis runden das Werk ab. Der Textsatz des Buches ist lesbar, wobei kleinere M\u00e4ngel zu finden sind und auch ein paar W\u00fcnsche \u00fcbrigbleiben: So w\u00e4re z.\u00a0B. eine Aufnahme der Unter\u00fcberschriften in die Nummerierung und das Inhaltsverzeichnis w\u00fcnschenswert gewesen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Dr. Jens D\u00f6rpinghaus, University of Pretoria, Faculty of Theology and Religion, Hatfield, Pretoria, South Africa<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Christina Michelsen Chauchot: John the Baptist as a Rewritten Figure in Luke-Acts, Copenhagen International Seminar, New York: Routledge, 2021, geb.,<\/p>\n","protected":false},"author":103,"featured_media":1701,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","inline_featured_image":false,"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":["post-1700","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-neues-testament"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1700","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/103"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1700"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1700\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1703,"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1700\/revisions\/1703"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/1701"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1700"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1700"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1700"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}