{"id":1719,"date":"2022-10-22T16:48:11","date_gmt":"2022-10-22T16:48:11","guid":{"rendered":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=1719"},"modified":"2022-10-22T16:48:14","modified_gmt":"2022-10-22T16:48:14","slug":"johann-arndt-vier-buecher-von-wahrem-christentum-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=1719","title":{"rendered":"Johann Arndt: Vier B\u00fccher von wahrem Christentum"},"content":{"rendered":"\n<p>Johann Arndt: <em>Vier B\u00fccher von wahrem Christentum<\/em>. (1610): <em>Buch 2<\/em>. <em>Kritisch herausgegeben und kommentiert von Johann Anselm Steiger unter Mitwirkung von Thomas Illg und Thomas Hahn-Bruckart<\/em>, Philipp Jakob Spener, Schriften. Sonderreihe Texte \u2013 Hilfsmittel \u2013 Johann-Arndt-Archiv VII.2, Hildesheim, Z\u00fcrich, New York: Georg Olms Verlag, 2021, Kunstleder, 630&nbsp;S., \u20ac&nbsp;248,\u2013, ISBN <a href=\"https:\/\/www.olms.de\/search\/Detail.aspx?&amp;pr=2010119\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.olms.de\/search\/Detail.aspx?&amp;pr=2010119\">978-3-487-15894-5<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Johann Arndt: <em>Vier B\u00fccher von wahrem Christentum<\/em>. (1610): <em>Buch 3<\/em>. <em>Kritisch herausgegeben und kommentiert von Johann Anselm Steiger unter Mitwirkung von Thomas Hahn-Bruckart, Sarah Lehmann und Ralf Schuster<\/em>, Philipp Jakob Spener, Schriften. Sonderreihe Texte \u2013 Hilfsmittel \u2013 Johann-Arndt-Archiv VII.3, Hildesheim, Z\u00fcrich, New York: Georg Olms Verlag, 2022, Kunstleder, 203 S., \u20ac 128,\u2013, ISBN <a href=\"https:\/\/www.olms.de\/search\/Detail.aspx?&amp;pr=2010122\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.olms.de\/search\/Detail.aspx?&amp;pr=2010122\">978-3-487-15895-2<\/a><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Zwei bzw. drei Jahre nach der Edition von Buch 1 des bekannten Erbauungsbuchs Johann Arndts folgen nun das zweite und dritte Buch in entsprechender Weise der Textdarbietung. Damit ist die in der Rezension zu Bd. 1 (<a href=\"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=1224\">https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=1224<\/a>) formulierte Hoffnung zum guten Teil in Erf\u00fcllung gegangen. Selbstverst\u00e4ndlich sind auch die inzwischen erschienenen B\u00e4nde ein Neusatz der ersten Auflage von 1610. N\u00e4heres zu dieser Ausgabe ist im Nachwort von Bd. 1 ausgef\u00fchrt (s. dazu die genannte Rezension). Der \u201eEditorische Bericht\u201c f\u00e4llt deswegen im vorliegenden Band deutlich k\u00fcrzer aus. Er macht auf einige neue Erkenntnisse f\u00fcr die Arndtforschung aufmerksam. Die in ihr mit gro\u00dfem Aufwand durchgef\u00fchrte und heftig diskutierte Frage nach der Rezeption mittelalterlicher, sp\u00e4tmittelalterlicher, aber auch fr\u00fchneuzeitlicher Texte kann um einige interessante Beobachtungen erweitert werden, die bei der Kommentierung von Buch 2 des \u201eWahren Christentums\u201c aufgefallen sind. W\u00e4hrend die Aufnahme von Texten Johann Taulers und aus der \u201eTheologia Teutsch\u201c zu erwarten sind, f\u00e4llt auf, dass die Mystikerin Angela da Foligno (1248\u20131309) nach der Bibel am h\u00e4ufigsten zitiert wird \u2013 freilich ohne nur einmal namentlich genannt zu werden. Umgekehrt wird zwar Bernhard von Clairvaux (1090\u20131150) prominent auf dem Titelblatt von Buch&nbsp;2 erw\u00e4hnt, aber im Text wird nur zweimal auf seine Gedanken Bezug genommen. Thomas \u00e1 Kempis wird in Buch&nbsp;1 am h\u00e4ufigsten erw\u00e4hnt, in Buch&nbsp;2 erscheint er gar nicht. Erw\u00e4hnenswert ist noch, dass wohl auch Heinrich Seuse (1295\u20131366), der bislang nie mit diesem Werk Arndts in Verbindung gebracht wurde, als \u2013 namentlich nicht genannter \u2013 \u201ealter Vater\u201c nachgewiesen werden konnte. Diese und weitere Beobachtungen lassen deutlich werden, wie die f\u00fcr eine kritische Edition notwendige intensive Besch\u00e4ftigung mit dem Text die zwar ohnehin recht umfangreiche Arndtforschung dennoch weiterbringen kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Anhang werden in synoptischer Weise einige Texte aus Buch 2 mit ihren Vorlagen zusammengestellt. Das ausf\u00fchrlichste Beispiel bietet \u201eTextsynopse 3\u201c (498\u2013553), wo die, freilich schon bekannte, augenf\u00e4llige \u00dcbernahme von Valentin Weigels Gebetbuch in Kap. 14 von Arndts Werk demonstriert wird. Zwei weitere Synopsen beziehen sich auf Zitate des venetianischen Kanonikers Lorenzo Gustiniani (1381\u20131456). Gerne h\u00e4tte der Leser in einer Anmerkung einige Informationen gefunden, \u00fcber welche Wege Arndt an das Werk dieses eher nur lokal bekannten Autors gekommen sein mag. So werden ohnehin mit gro\u00dfem Aufwand der hier gebotene Text aus dem Jahr 1610 mit den Auflagen von 1615 und 1619 kollationiert, und die Varianten werden im textkritischen Apparat dokumentiert. Stichproben zeigen, dass es sich h\u00e4ufig um einfache Setzfehler oder in Drucken des 17. Jahrhunderts immer wieder vorkommende, aber meist unbedeutende Varianten (z. B. \u201ein\u201c statt \u201eim\u201c und umgekehrt) handelt. Die Emendationen werden noch zus\u00e4tzlich in einer gesonderten Liste aufgef\u00fchrt (563\u2013577). Dieser editorische Aufwand h\u00e4tte vielleicht besser in eine \u2013 wenn auch knappe \u2013 historische Kommentierung gesteckt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Um einen Eindruck vom urspr\u00fcnglichen Druck zu erhalten, werden die Titelseite und einige Seiten aus der Ausgabe von 1610 hinzugef\u00fcgt. Dass die Seitenverweise in den verschiedenen Registern (Bibelstellen und Personen) sich nicht auf die Seiten des vorliegenden Bandes, sondern auf die Paginierung bzw. die Foliierung der Vorlage beziehen, ist (wie schon im Buch&nbsp;1) der Arbeitserleichterung bei der Erstellung des Manuskripts geschuldet. F\u00fcr den Leser bleibt es aber \u00e4u\u00dferst gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftig. Zudem d\u00fcrfte hierin auch die Ursache daf\u00fcr zu finden sein, dass die im Anhang genannten Personennamen (zu Lorenzo Giustiniani und Jean Michel) im Register gar nicht auftauchen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Literaturregister umfasst eine \u2013 ausf\u00fchrliche \u2013 Auflistung von Quellen und eine \u2013 deutlich k\u00fcrzere \u2013 der Forschungsliteratur.<\/p>\n\n\n\n<p>Zus\u00e4tzlich zu dem Reprint der Ausgabe von 1610 (Philipp Jakob Spener Schriften, Sonderreihe V.1\u20133 = Johann Arndt-Archiv = II.1\u20133) ist nun auch die historisch-kritische Edition (Buch 4 steht noch aus) weit gediehen und bietet der Arndtforschung und insbesondere der Forschung um diesen Bestseller erbaulicher Literatur eine breite Basis f\u00fcr ihre weitere Arbeit.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><em>Dr. Klaus vom Orde, Edition der Briefe Philipp Jakob Speners, S\u00e4chsische Akademie der Wissenschaften, Halle an der Saale<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Johann Arndt: Vier B\u00fccher von wahrem Christentum. 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