{"id":186,"date":"2017-05-01T15:52:09","date_gmt":"2017-05-01T15:52:09","guid":{"rendered":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=186"},"modified":"2017-05-01T20:34:06","modified_gmt":"2017-05-01T20:34:06","slug":"allen-p-ross-a-commentary-on-the-psalms","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=186","title":{"rendered":"Allen P. Ross: A Commentary on the Psalms"},"content":{"rendered":"<p>Allen P. Ross: <em>A Commentary on the Psalms. Volume 1 ( 1\u201341) \/ Volume 2 (42\u201389) \/ Vo\u00adlume 3 (90\u2013150)<\/em>, Kregel Exegetical Library, Grand Rapids, MI: Kregel Aca\u00adde\u00admic, 2011 \/ 2013 \/ 2016, Hb., 887 \/ 841 \/ 1018 S., $ 44,99 \/ 44,99 \/ 49,99, <a href=\"http:\/\/www.kregel.com\/bible-commentaries\/a-commentary-on-the-psalms-3-volume-set\/\">ISBN 978-0-8254-2562-2 \/ 978-0-8254-2563-9 \/ 978-0-8254-2666-7<\/a><\/p>\n<div onclick=\"location.href='https:\/\/rezensionen.afet.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Ross_CommentaryPsalms.pdf'\" class=\"dwnldbtn\">Download PDF<\/div>\n<hr \/>\n<p>Dieser 3-b\u00e4ndige Kommentar zu den Psalmen geh\u00f6rt zu den umfangreichsten Aus\u00adle\u00adgun\u00adgen dieses Bibelbuchs. Der Autor (mit PhD von der Uni\u00adversit\u00e4t Cambridge, UK) ist Professor an der Beeson Divinity School innerhalb der Samford University (USA). Zuvor unterrichtete er u. a. am Dallas Theological Se\u00admi\u00ad\u00adnary. Das Kommentarwerk ist geschrieben \u201ewith pastors, teachers and serious stu\u00addents of the Bible in mind\u201c (III, 11). Hebr\u00e4ische (vokalisierte) Quadratschrift wird ver\u00adwendet. Da aber jeweils eine \u00dcber\u00adsetzung beigegeben ist, kann das Kommentar\u00adwerk auch von solchen, die des Bibel\u00adhebr\u00e4ischen wenig oder nicht kundig sind, ver\u00adwendet wer\u00adden.<\/p>\n<p>Die B\u00e4nde sind folgenderma\u00dfen strukturiert: Bd. I enth\u00e4lt eine ca. 180-seitige Ein\u00ad\u00ad\u00adf\u00fchrung. Nach Vorwort (Anliegen und Vorgehensweise) und Abk\u00fcrzungs\u00adver\u00adzeich\u00ad\u00ad\u00adnis folgen zwei kurze Abschnitte \u00fcber Bedeutung und Text\u00fcber\u00adlie\u00adfe\u00adrung (MT, Ver\u00adsionen, Qumran) der Psalmen. Es schlie\u00dfen sich Aus\u00adf\u00fchrungen zur Buch\u00ad\u00adbezeichnung, der unterschiedlichen Z\u00e4hlung der Psalmen (MT \/ LXX) und den \u00dcberschriften an, ferner zu Gattungen, Funktionen sowie zu Psalmgruppen, Glie\u00adde\u00adrung und Formierung des Buchs. Eine knappe Geschichte der Psal\u00ad\u00admen\u00adinter\u00adpre\u00adta\u00adtion ist ver\u00adbunden mit einer ausgew\u00e4hlten Bibliographie (englisch\u00adsprachige oder ins Eng\u00adli\u00adsche \u00fcbersetzte Titel). Der Vorspann beinhaltet im Weiteren eine Einf\u00fchrung in die bib\u00adlische (Psal\u00admen\u2011)Poe\u00adsie sowie eine Kategorisierung der Psalmen in formaler und \/ oder in\u00adhaltlicher Art (Klage- und Lobpsalmen, Zion- und Pilgerpsalmen, Hallel-, [JHWH-]In\u00adthro\u00adnisierungs- und K\u00f6nigspsalmen sowie Weisheitspsalmen). Es folgen Ab\u00ad\u00adschnitte zu \u201ePsalms in Worship\u201c und am Schluss zur Theologie (Themen, Gat\u00adtun\u00adgen, heilsgeschichtliche \u00dcberlegungen) und der \u201eExposition\u201c (Skizzierung des methodischen Vorgehens). Ab Bd. I, S.\u00a0181 beginnt die Einzelauslegung aller 150 Psalmen und diese zieht sich \u00fcber die beiden Folgeb\u00e4nde hin. Lediglich zu Beginn von Bd. III findet sich (noch\u00admals) ein kurzes Vorwort und ein Abk\u00fcrzungsverzeichnis, bevor die Auslegung fort\u00ad\u00adschreitet und auf S. 969 abgeschlossen wird. Am Ende steht ein Index zu hebr\u00e4ischen Begriffen mit Angabe der Psalmstellen, wo diese er\u00f6rtert werden, sowie eine gegen\u00fcber Bd. I teils identische, aber umfangreichere Bibliographie.<\/p>\n<p>Die Aus\u00adle\u00adgung zu den Psalmen ist folgenderma\u00dfen strukturiert: Jeder Psalm wird durch einen Titel charakterisiert. Es folgt die \u00dcbersetzung in poetischer Zeilensetzung und mit Abschnittsmarkierungen (durch Leerzeilen). In Fu\u00dfnoten sind Erl\u00e4uterungen zum Text sowie Varianten der hebr\u00e4ischen Manuskripte und der alten \u00dcbersetzungen beigegeben. Unter \u201eKomposition und Kontext\u201c folgen knapp gehaltene Er\u00f6rterungen (samt Literaturverweisen) zu Inhalt (Textspur), Gattung, sprachlichen Eigenheiten und der Datierung. Daran schlie\u00dft sich eine kurze inhaltliche Analyse in Form einer Zusammenfassung und einer Gliederung an. Den Hauptteil der Auslegung bildet ein \u201eCom\u00admentary in Expository Form\u201c. Hier findet, den Vers(grupp)en entlang gehend, die exegetisch-theologische Erarbeitung statt. Sind damit Vorarbeiten zu Bibelarbeit und Homilie bereits geleistet, so geschieht dies im Schlussabschnitt \u201eBotschaft und Anwendung\u201c noch verst\u00e4rkt.<\/p>\n<p>Die St\u00e4rke dieses Kommentars liegt in der vom Verfasser vorgenommenen \u00dcbersetzung und ihrer Abst\u00fctzung durch Hinweise auf Textformen, Varianten etc.. Sein eigentliches Anliegen ist die Darlegung des Inhalts als Zubereitung f\u00fcr die Ver\u00adwen\u00addung in Lehre und Verk\u00fcndigung \u2013\u00a0nicht nur ausge\u00adw\u00e4hlter (\u201esch\u00f6ner\u201c) Verse, sondern des <em>ganzen<\/em> Psalms sowie <em>aller <\/em>Psalmen. Diesen Anspruch hat Ross mit seinem Werk gr\u00fcndlich und gut eingel\u00f6st. Dabei handelt es sich nicht um einen Forschungskommentar, der die unterschiedlichen Meinungen breit disku\u00adtiert und ihre Repr\u00e4\u00adsentanten anf\u00fchrt. Er will vielmehr, wissenschaftlich abgest\u00fctzt, denjenigen Hand\u00adreichung geben, welche die Bibel und mit ihr die Psalmen in der Kirche aus\u00adlegen und verk\u00fcnden (in Bibelarbeit, Predigt, Unterweisung). Vom Typus her w\u00fcrde ich den Kommentar mit zwei \u201eK\u201c-Stichworten als \u201eklassisch\u201c und \u201ekonservativ\u201c ein\u00adstufen. \u201eKlassisch\u201c ist er in dem Sinn, als er die Psalmen als \u201eEinzelst\u00fccke\u201c wahr\u00adnimmt und gr\u00fcndlich er\u00f6rtert. Der <em>Buch<\/em>charakter wird in der Einf\u00fchrung zwar kurz in den Blick genommen, die mit der Einbettung der Psalmen einhergehenden Sinn\u00ad\u00fcber\u00adsch\u00fcsse der Psalmen werden aber kaum bedacht. Als \u201ekonser\u00advativ\u201c ist er aufgrund seiner Auffassungen zu den David- Pr\u00e4s\u00adkri\u00adbie\u00adrungen (teils mit Situations\u00adangaben) zu bezeichnen. Bekannterweise manifestieren sich im Blick auf den Psalter bei den Evangelikalen unterschiedliche Positionen, ins\u00adbesondere bei der Frage, wie <em>l<sup>e<\/sup>dawid<\/em> in den Psalm\u00fcberschriften zu \u00fcbersetzen und einzu\u00adstufen sei (daran h\u00e4ngt teils auch die Datierung der Psalmen). In Auseinan\u00adder\u00adsetzung mit u. a. Goldingay pl\u00e4diert Ross f\u00fcr ein Ernstnehmen der M\u00f6glichkeit davi\u00ad\u00addi\u00adscher Autorschaft. Allerdings geht er nicht so weit, s\u00e4mtliche David zu\u00adge\u00adwie\u00adsenen Psal\u00admen als von ihm verfasst einzusch\u00e4tzen (die Pr\u00e4position <em>lamed <\/em>\u201ecan [\u2260 must] be used for authorship\u201c, I, 42). Andererseits will er nur mit guten Gr\u00fcnden von dieser \u00dcber\u00ad\u00adlieferung abweichen. F\u00fcr die konkrete Anwendung muss auf die Aus\u00adf\u00fchrungen zu den einzelnen Psalmen verwiesen werden. Mit der traditionellen Annahme der David-Verfasserschaft geht eine neuere, buchtheologisch und kanonhermeneutisch orientierte Sichtweise insofern konform, als den \u00dcberschriften, die zum Schrift\u00adbestand geh\u00f6ren, ver\u00adst\u00e4rkt Rechnung getragen wird. Das hei\u00dft, dass ein David-Psalm in jedem Fall als solcher wahr\u00adgenommen und interpretiert werden soll \u2013\u00a0sei es, dass der Psalm von David stammt, ihm zugeschrieben oder f\u00fcr ihn geschrieben wurde (Wid\u00admung), jedenfalls mit seinem Leben und Wirken in Verbindung zu bringen ist (auch in der Auslegung und Aneignung). Ungeschickt ist, dass die Titel in der Struk\u00adturskizze nicht mit denjenigen der folgenden Auslegung \u00fcbereinstimmen. Der poeto\u00adlogische Textcharakter ist nur teilweise ber\u00fccksichtigt: Die Versparallelismen werden dargestellt, doch die strukturellen Bausteine werden nicht bedacht und die Gliederung st\u00fctzt sich (nur) auf inhaltliche Kriterien. Die Auslegung folgt der linearen (\u201enarrativen\u201c) Sequenz und stellt r\u00e4umliche Strukturen (Chias\u00admen etc.) und ihre Sinn\u00ad\u00adpotentiale kaum in Rechnung. Gleichwohl: ein gutes \u201eNachschlagewerk\u201c, dienlich f\u00fcr diejenigen, die mit und an den Psalmen arbeiten und ihre Botschaft dienend weitergeben. Die Auslegung in ihrer Ausf\u00fchrlichkeit fordert und f\u00f6rdert eine eingehende und beharrliche Besch\u00e4ftigung mit ihr und den Psalmen selbst \u2013\u00a0das ist gut so. Dieser \u201eevangelikale\u201c Kommentar ist anders als der \u201emainstream\u201c und hat gerade darum seinen Platz unter den recht zahlreich greifbaren englischsprachigen Psalmenkommentaren. Dem Kommentator ist zu danken und seiner Auslegung eine gute Aufnahme und weite Verbreitung zu w\u00fcnschen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Dr. Beat Weber<\/em><em>, Pfarrer\/Dozent in verschiedenen Diensten\u00a0<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-nd\/4.0\/\" rel=\"license\"><img decoding=\"async\" style=\"border-width: 0;\" src=\"https:\/\/i.creativecommons.org\/l\/by-nd\/4.0\/88x31.png\" alt=\"Creative Commons Lizenzvertrag\" \/><\/a><br \/>\nDieses Werk ist lizenziert unter einer <a href=\"http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-nd\/4.0\/\" rel=\"license\">Creative Commons Namensnennung &#8211; Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Allen P. Ross: A Commentary on the Psalms. Volume 1 ( 1\u201341) \/ Volume 2 (42\u201389) \/ Vo\u00adlume 3 (90\u2013150),<\/p>\n","protected":false},"author":12,"featured_media":187,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","inline_featured_image":false,"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[],"class_list":["post-186","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-altes-testament"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/186","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/12"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=186"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/186\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":188,"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/186\/revisions\/188"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/187"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=186"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=186"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=186"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}