{"id":1906,"date":"2023-04-22T09:59:54","date_gmt":"2023-04-22T09:59:54","guid":{"rendered":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=1906"},"modified":"2023-04-22T09:59:55","modified_gmt":"2023-04-22T09:59:55","slug":"johannes-greifenstein-vom-text-zur-predigt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=1906","title":{"rendered":"Johannes Greifenstein: Vom Text zur Predigt"},"content":{"rendered":"\n<p>Johannes Greifenstein: <em>Vom Text zur Predigt. Ein Beitrag zur Praxistheorie homiletischer Bibelauslegung<\/em>, T\u00fcbingen: Mohr Siebeck, 2021, Pb., 636\u00a0S., \u20ac\u00a0129,\u2013, ISBN <a href=\"https:\/\/www.mohrsiebeck.com\/buch\/vom-text-zur-predigt-9783161608612?no_cache=1\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.mohrsiebeck.com\/buch\/vom-text-zur-predigt-9783161608612?no_cache=1\">978-3-16-160862-9<\/a><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>\u201eVom Text zur Predigt\u201c \u2013 auch wenn der Gebrauch dieser homiletischen Formel in Kritik geraten ist, stellt Johannes Greifenstein seine Habilitationsschrift, die theoriebildend und handlungsorientiert konzipiert wurde, unter diesen klassisch klingenden Titel. Das nicht ohne Grund: Greifenstein ist der \u00dcberzeugung, dass die \u201eAusrichtung der Predigt an der Bibelauslegung (wieder) an Bedeutung gewinnt\u201c (15).<\/p>\n\n\n\n<p>Die fundamentaltheologisch und hermeneutisch ausgerichtete Arbeit zur homiletischen Bibelauslegung gliedert sich in zwei Teile zu je 4 Kapiteln, denen die beiden Themen \u201eZug\u00e4nge zur Praxis\u201c und \u201eFormen der Praxis\u201c zugeordnet werden. Alle Kapitel enden mit einer kurzen und angemessenen Schlussreflexion. W\u00e4hrend im ersten Teil hilfreiche Betrachtungsweisen auf Bibel (1.), Text (2.), Auslegung (3.) und Bibelauslegung (4.) freigelegt werden, erfolgt im zweiten Teil eine gelungene Perspektivierung auf der Bibelauslegung im Gottesdienst (5.), Bibelauslegung als Vergegenw\u00e4rtigung (6.), Bibelauslegung und Religion (7.) und Bibelauslegung und Predigtgestaltung (8.).<\/p>\n\n\n\n<p>Durch die Arbeit selbst ziehen sich drei Fragerichtungen und Problemfelder, die Greifenstein im Schlusskapitel seiner Abhandlung erneut aufgreift und abschlie\u00dfend zu kl\u00e4ren versucht. Dabei geht es ihm um die (umstrittenen) Themen der <em>Relevanz<\/em>, <em>Qualit\u00e4t<\/em> und <em>Zukunft <\/em>homiletischer Bibelauslegung.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit Blick auf die Relevanzfrage spricht Greifenstein von einer relativen Relevanz der biblisch-homiletischen Praxis, \u201edie \u00fcber ihrer Kritikf\u00e4higkeit nicht ihre konstruktive Aufgabe\u201c und \u201e\u00fcber ihrem konstruktiven Bezug nicht ihre kritischen Kompetenzen vergi\u00dft\u201c (572). Greifenstein ist der \u00dcberzeugung, dass die bibelauslegende Predigt kein Selbstzweck, sondern Mittel zu einem Zweck ist, weil sie einem h\u00f6heren Ziel dient. Auch wenn dieses Ziel verschieden bestimmt werden kann, ist die \u201eErbauung\u201c der Gl\u00e4ubigen als \u00fcbergeordnete Zielsetzung der homiletischen Bibelauslegung zu bestimmen. Gleichwohl kann sich eine erbauliche oder dienliche Predigt auch ohne biblischen Text einstellen. Daher wird von einer relativen Relevanz der homiletischen Bibelauslegung gesprochen (571\u2013574).<\/p>\n\n\n\n<p>Die Frage nach der Qualit\u00e4t des Bibelauslegens spricht die Frage nach einer guten oder schlechten, gelungenen oder verbesserungsbed\u00fcrftigen Predigtpraxis an. \u00dcber die Qualit\u00e4tsfrage der angeklungenen Erbauung oder Dienlichkeit hinaus (Wirkung auf die H\u00f6renden) ist nach Greifenstein insbesondere das Qualit\u00e4tsmerkmal einer in der Predigt erkennbaren \u201epers\u00f6nlichen Auseinandersetzung mit dem in der Bibel zum Ausdruck gebrachten religi\u00f6sen Leben\u201c zu bedenken (577). F\u00fcr den Verfasser gewinnt oder verliert eine Predigt dadurch an Qualit\u00e4t, wie der Predigende mit dem Bibeltext umgeht, wenngleich dabei unterschiedliche hermeneutische Perspektiven denkbar sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Zukunft der homiletischen Bibelauslegung sieht Greifenstein darin begr\u00fcndet, dass sie einen Beitrag zur \u201eKultur des Intersubjektivit\u00e4tsmoments und des Kontinuit\u00e4tsmoments christlicher Religion\u201c leistet (582). Die Bibel bildet somit ein intersubjektives kontinuierliches Moment in der allt\u00e4glichen Predigtarbeit ab. Als gemeinsamer Bezugspunkt ist sie f\u00fcr alle Beteiligten der Predigt gleicherma\u00dfen wichtig. Im Gesamten \u00fcberzeugt die Abhandlung von Johannes Greifenstein mit ihren differenzierten und tiefgr\u00fcndigen \u00dcberlegungen. Die Arbeit leistet einen wichtigen Beitrag dazu, die traditionelle Formel \u201eVom Text zur Predigt\u201c neu zu bedenken und kritisch zu w\u00fcrdigen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><em>Manuel Gr\u00e4\u00dflin, Doktorand STH Basel, Pastor ICF Karlsruhe, Content Creator bei FeedYourself<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Johannes Greifenstein: Vom Text zur Predigt. 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