{"id":2093,"date":"2023-10-23T14:11:47","date_gmt":"2023-10-23T14:11:47","guid":{"rendered":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=2093"},"modified":"2023-10-23T14:11:48","modified_gmt":"2023-10-23T14:11:48","slug":"martin-kloeckener-reinhard-messner-hg-wissenschaft-der-liturgie-bd-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=2093","title":{"rendered":"Martin Kl\u00f6ckener \/ Reinhard Me\u00dfner (Hg.), Wissenschaft der Liturgie. Bd. 1"},"content":{"rendered":"\n<p>Martin Kl\u00f6ckener \/ Reinhard Me\u00dfner (Hg.), <em>Wissenschaft der Liturgie. Bd. 1: Begriff, Geschichte, Konzepte<\/em> = Gottesdienst der Kirche. Handbuch der Liturgiewissenchaft Teil 1, Band 1, Regensburg: Pustet, 2022, Hb., 784 S., \u20ac 78,\u2013, ISBN <a href=\"https:\/\/www.verlag-pustet.de\/shop\/item\/9783791733647\/gottesdienst-der-kirche-handbuch-der-liturgiewissenschaft-wissenschaft-der-liturgie-von-martin-klockener-gebundenes-buch\">978-3-7917-3364-7<\/a>, eBook PDF \u20ac 62,99, ISBN 978-3-7917-7411-4<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Das auf acht B\u00e4nde angelegte Handbuch der Liturgiewissenschaft \u201eGottesdienst der Kirche\u201c hat das Ziel, die liturgiewissenschaftliche Forschungsarbeit nach der durch das Zweite Vatikanische Konzil initiierten Liturgiereform zu b\u00fcndeln und damit zur liturgischen Bildung beizutragen. Im Zeitraum 1983 bis 2008 wurden insgesamt vier B\u00e4nde (3; 4; 5; 8) und vier Teilb\u00e4nde (6,1; 7,1; 7,2; 2,2) publiziert. Mit der Ver\u00f6ffentlichung des Teilbandes 1,1 konnte nun eine erste L\u00fccke geschlossen werden. Die noch ausstehenden B\u00e4nde (1,2; 2,1; 6,2) sollen im Laufe der n\u00e4chsten Jahre erscheinen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der vorliegende Teilband hat das Ziel, den <em>Stand der Liturgiewissenschaft in \u00f6kumenischer Breite<\/em> darzustellen. Noch bevor in einem ersten Teil das liturgische Profil der gro\u00dfen nicht r\u00f6misch-katholischen Traditionen pr\u00e4sentiert wird (Augustinus Sander zum Luthertum, 110\u2013147; Bruno B\u00fcrki zum reformierten Gottesdienst, 148\u2013179; Paul F. Bradshaw zur anglikanischen Liturgie, 186\u2013205 sowie Stefanos Alexopoulos zum Gottesdienst der Ostkirchen, 206\u2013273), erfolgt eine Erl\u00e4uterung des Begriffs \u201eLiturgie\u201c (Reinhard Me\u00dfner, 69\u2013104). Diese hilfreiche begriffliche Orientierung ist insofern wichtig, weil dabei der in der Liturgiewissenschaft bevorzugte <em>deskriptive<\/em> Liturgiebegriff, der das gesamte gottesdienstliche Leben in all seinen Auspr\u00e4gungen umfasst, von einem kirchlich <em>normativen<\/em> Liturgieverst\u00e4ndnis, das nur bestimmte amtlich und gesamtkirchlich legitimierte und normierte liturgische Vollz\u00fcge als \u201eLiturgie\u201c qualifiziert, unterschieden wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Im zweiten umfangreichen Teil wird die Liturgiewissenschaft in den unterschiedlichen konfessionellen Traditionen pr\u00e4sentiert, zun\u00e4chst aus <em>katholischer<\/em> Perspektive: Benedikt Kranemann f\u00fcr den deutschen (277\u2013468), H\u00e9l\u00e8ne Bricout f\u00fcr den franz\u00f6sischen (473\u2013510), John F. Baldovin f\u00fcr den englischen (511\u2013521) sowie Andrea Grillo f\u00fcr den italienischen Sprachraum. Ebenfalls nach Sprachregionen wird die Liturgiewissenschaft im <em>evangelischen<\/em> Kontext dargestellt: Karl-Heinrich Bieritz\u2020 und Michael Meyer-Blanck zum deutschsprachigen (546\u2013640), Bruno B\u00fcrki zum frankophonen (641\u2013649) und Gordon Lathrop zum englischsprachigen Kontext (650\u2013664). Die Pr\u00e4sentationen zur <em>anglikanischen<\/em> (Paul F. Bradhaw, 665\u2013688) und zur <em>orthodoxen<\/em> Liturgiewissenschaft (Mikhail Zheltov, 689\u2013736) vervollst\u00e4ndigen den Band, der auch durch ausf\u00fchrliche Register (737\u2013782) gut erschlossen werden kann.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die umfangm\u00e4\u00dfig gr\u00f6\u00dften Beitr\u00e4ge zur deutschsprachig-katholischen (fast 200 Seiten) und deutschsprachig-evangelischen Liturgiewissenschaft (fast 100 Seiten) bilden das R\u00fcckgrat des Bandes und verleihen ihm besonders hohe Qualit\u00e4t. Insgesamt besticht der Band durch eine \u00fcbersichtliche und differenzierte Darstellung, durch ausf\u00fchrliche Literaturhinweise, die jedem Kapitel vorangestellt werden, sowie durch eine internationale und konfessionelle Breite. Das Handbuch er\u00f6ffnet einen ausgezeichneten \u00dcberblick \u00fcber die Disziplin der Liturgiewissenschaft und erleichtert insbesondere den Zugang zu denjenigen sprachlichen und konfessionellen Kontexten, mit denen man noch nicht vertraut ist. So kann man sich beispielsweise einen raschen \u00dcberblick \u00fcber die unterschiedlichen Riten der Ostkirchen verschaffen, die facettenreiche r\u00f6misch-katholische Liturgiewissenschaft kennenlernen oder sich mit den verschiedenen Ans\u00e4tzen zum theologischen Charakter der Liturgiewissenschaft auseinandersetzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das in der Liturgiewissenschaft bevorzugte deskriptive Liturgieverst\u00e4ndnis w\u00fcrde prinzipiell auch nicht-agendarische Liturgien umfassen, wie sie f\u00fcr weite Teile der \u201eevangelical community\u201c charakteristisch sind. Solche Gottesdiensttraditionen (etwa pietistisch, baptistisch, pentekostal-charismatisch oder auch katholisch-charismatisch) werden kaum thematisiert oder reflektiert. Das liegt vor allem an der Tatsache, dass in diesen Kontexten liturgiewissenschaftliche Forschungen eher die Ausnahme darstellen und dass daher diese Traditionen trotz deren globaler Verbreitung und deren Bedeutung f\u00fcr die Erneuerung des kirchlichen Lebens in der Liturgiewissenschaft noch unterbelichtet sind.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><em>Dr. Stefan Schweyer, Professor f\u00fcr Praktische Theologie an der StH Basel<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Martin Kl\u00f6ckener \/ Reinhard Me\u00dfner (Hg.), Wissenschaft der Liturgie. Bd. 1: Begriff, Geschichte, Konzepte = Gottesdienst der Kirche. 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