{"id":2147,"date":"2024-04-30T12:50:43","date_gmt":"2024-04-30T12:50:43","guid":{"rendered":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=2147"},"modified":"2024-04-30T12:50:44","modified_gmt":"2024-04-30T12:50:44","slug":"benjamin-l-merkle-adrianne-cheek-miles-christian-academic-writing","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=2147","title":{"rendered":"Benjamin L. Merkle \/ Adrianne Cheek Miles: Christian Academic Writing"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Benjamin L. Merkle \/ Adrianne Cheek Miles: <em>Christian Academic Writing. Twelve Practices and Principles for Becoming a Successful Writer<\/em>, Grand Rapids\/MI: Baker Academic, 2023, pb., 158\u00a0S., $\u00a017,99, ISBN <a href=\"https:\/\/bakeracademic.com\/p\/christian-academic-writing-benjamin-l-merkle\/542814\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/bakeracademic.com\/p\/christian-academic-writing-benjamin-l-merkle\/542814\">978-1-5409-6599-8<\/a><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Egal in welchem Bereich man sich im wissenschaftlichen Betrieb befindet, es muss geschrieben werden: Hausarbeiten, Aufs\u00e4tze, B\u00fccher und auch Rezensionen. Eine Anleitung, wie man das ansprechend und effizient macht, mag man von diesem Buch erwarten \u2013 und wird entt\u00e4uscht. Wer ein vertiefendes How-To-Book zum guten Schreiben nach einer gesetzten Reihenfolge sucht, sollte etwa zu Nijay K. Gupta <em>The Writer<\/em> (2022) greifen. Vielmehr soll das vorliegende B\u00fcchlein eine \u201efresh breeze\u201c f\u00fcr den Leser sein, um ihm zu helfen, ins Doing zu kommen (xi). Entsprechend erwartet einen in diesem Buch eher ein weisheitlicher Gedankenspaziergang zu Fragen und Erfahrungen rund um das wissenschaftliche Schreiben (und Publizieren) im religionswissenschaftlichen und theologischen Bereich. Aufgeteilt in zw\u00f6lf kurze Kapitel behandeln die beiden Autoren, ein Neutestamentler und eine Englisch- und Linguistikdozentin, \u00dcberlegungen zur Themenauswahl (1\u201310), zum Lesen (11\u201330), zum eigentlichen Abfassen von Texten (31\u201374), zu Feedback und \u00dcberarbeitung (75\u201398) und zu wissenschaftlichen Konferenzen (99\u2013106). Am Ende stehen zwei summarische Kapitel (107\u2013124), die zentrale Thesen b\u00fcndeln und einer Art \u201ePep Talk\u201c gleichkommen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Buch sticht durch seine Einfachheit heraus. Geeignet f\u00fcr jedes Niveau ist dieses Buch leicht verst\u00e4ndlich und gut lesbar. Die Kapitel sind kurz, die dort behandelten Punkte leuchten \u00fcberwiegend ein. Gleichzeitig hilft es direkt und praktisch der eigenen Schreibarbeit weiter. Gerade f\u00fcr junge Forscher sind in diesem Zusammenhang besonders zwei Aspekte zu betonen: (1) Nach jedem Kapitel wird es praktisch. Unter der \u00dcberschrift \u201eThe Next Level\u201c werden die Aussagen und Herausforderungen des jeweiligen Kapitels zusammengefasst und in pointierte Fragen \u00fcberf\u00fchrt, die dann auf leeren Linien vom Leser beantwortet werden k\u00f6nnen. Der damit vertiefte Umgang und direkte Bezug auf das eigene Schreiben k\u00f6nnen helfen, das Buch eben nicht akademisch-distanziert zu lesen, sondern eher als ermunternder Guide. (2) F\u00fcr den theologischen und religionswissenschaftlichen Bereich bietet das Buch im Anhang gute \u00dcbersichten \u00fcber akademische Journals, Verlage und Institutionen f\u00fcr den theologischen Bereich (125\u2013147).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Buch geht auf einen vormals 10.000 W\u00f6rter umfassenden Aufsatz von Merkle zur\u00fcck. Die Co-Autorin Cheeck Miles hat diesen kondensierten Beitrag nun mit Illustrationen und weiterf\u00fchrenden Erkl\u00e4rungen angereichert (x). Das hat Vor- und Nachteile. Ein Vorteil sind sicher die vergn\u00fcglichen Geschichten und hilfreichen Illustrationen, die deutlich die gekonnte Handschrift der Sprachdozentin widerspiegeln. Ein Beispiel: Lesestoff gewohnheitsm\u00e4\u00dfig mit uns zu f\u00fchren, egal wo wir sind, ist ein guter Tipp. Nun zu h\u00f6ren, wo man \u00fcberall lesen und wie viel Lesestoff in manche Pause und Abende passen, macht diesen Punkt anschaulich. Doch umschreiben die Autoren diesen Sachverhalt auf 10 Seiten (11\u201321!). Das Ergebnis: F\u00fchre Lesestoff gewohnheitsm\u00e4\u00dfig mit dir. Weitere Beispiele f\u00fcr etwas langgezogene Passagen wie diese lie\u00dfen sich vielfach nennen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es stellt sich also die Frage, ob man dieses Buch zum Vergn\u00fcgen, zum vergn\u00fcglichen Lernen oder zum Wissensgewinn liest. Je mehr man sich das Vergn\u00fcglich-Leichte erhofft, desto eher wird man nach der Lekt\u00fcre zufrieden sein. Will man etwas lernen, bleibt man doch etwas angestrengt zur\u00fcck. Kaum jemand, der sich mit gutem Schreiben auf akademischem Niveau besch\u00e4ftigt, braucht f\u00fcr einzelne, schnell einleuchtende und wenig komplexe Punkte Analogien, Illustrationen und Anekdoten in dieser F\u00fclle. Wieder und wieder fragt man sich beim Lesen, worin der Mehrwert in diesen Erweiterungen stecken soll. Aufgrund meiner Erwartung bleibt der Eindruck: Ein 10.000-W\u00f6rter-Aufsatz h\u00e4tte ausgereicht und \u2013 ehrlichgesagt \u2013 einiges an Lesezeit gespart. Dar\u00fcber m\u00f6gen sich aber auch andere Meinungen bilden lassen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dopplungen und L\u00e4ngen m\u00fcssen aber auch in anderer Hinsicht bemerkt werden. Das Kapitel \u201eBust Your Writing-Related Myths\u201c (31\u201342) fokussiert pr\u00e4gnant auf einige wesentliche und oft anzutreffende Sorgen vor, beim und nach dem wissenschaftlichen Schreiben. Die Tipps sind hilfreich, der Stil auch hier konversational-fl\u00fcssig. Doch beim Blick in die Fu\u00dfnote (hier: 31, Anm.&nbsp;1) wird klar, dass all diese Punkte \u2013 so gut sie sind \u2013 aus Joli Jensens Buch <em>Write no Matter What<\/em> (2017) \u00fcbernommen sind. Wer dort nachschaut, findet nicht nur eine F\u00fclle weiterf\u00fchrender und \u00e4u\u00dferst hilfreicher Tipps, sondern eben auch die meisten Erkenntnisse, die in diesem Kapitel zusammengefasst sind. Wiederum erg\u00e4nzt dieses Buch die zentralen Thesen Jensens mit Anekdoten und Illustrationen, f\u00fchrt aber kaum \u00fcber Jensen hinaus. Freilich wird man zu Recht fragen m\u00fcssen: Was gibt es noch zum Recherchieren, Erarbeiten und Publizieren von wissenschaftlichen Texten zu sagen, wodurch Dopplungen jeder Art vermieden werden k\u00f6nnen? Wenig, mag man zugeben m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Tieferes Profil h\u00e4tte das Buch gewonnen, wenn das \u201eChristian\u201c im Titel noch mehr Raum erhalten h\u00e4tte. Durchweg fragt man sich: Wo bleibt die christliche Perspektive? Am Schluss kommen zwar die schon erw\u00e4hnten Listen mit theologischen Verlagen usw., aber ein <em>theologischer<\/em> Blick auf das wissenschaftliche Schreiben und Publizieren bleibt beinahe v\u00f6llig aus. Doch gerade das h\u00e4tte aus meiner Sicht den Reiz dieses Buches ausgemacht und einen Fortschritt im Fragen nach gutem, d.\u00a0h. mir und meinem Forschungsgegenstand angemessenem, Lesen und Schreiben geliefert.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Magnus Rabel, M.Th., Doktorand bei Prof. Dr. J\u00f6rg Frey am Lehrstuhl f\u00fcr neutestamentliche Wissenschaft an der Universit\u00e4t Z\u00fcrich<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Benjamin L. Merkle \/ Adrianne Cheek Miles: Christian Academic Writing. 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