{"id":2186,"date":"2024-04-30T13:41:42","date_gmt":"2024-04-30T13:41:42","guid":{"rendered":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=2186"},"modified":"2024-04-30T13:41:43","modified_gmt":"2024-04-30T13:41:43","slug":"juerg-buchegger-mueller-die-briefe-des-johannes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=2186","title":{"rendered":"J\u00fcrg Buchegger-M\u00fcller: Die Briefe des Johannes"},"content":{"rendered":"\n<p><em>J\u00fcrg Buchegger-M\u00fcller: Die Briefe des Johannes<\/em>, Historisch Theologische Auslegung, Holzgerlingen: SCM R. Brockhaus, 2023, geb., 1048\u00a0S., \u20ac\u00a073,\u2013, ISBN <a href=\"https:\/\/www.scm-shop.de\/die-briefe-des-johannes.html\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.scm-shop.de\/die-briefe-des-johannes.html\">978-3-7655-9739-8<\/a><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Dr. J\u00fcrg Buchegger-M\u00fcllerist Pastor einer Freien evangelischen Gemeinde in der Schweiz und unterrichtete an verschiedenen Einrichtungen in Belgien, der Schweiz und \u00d6sterreich Theologie, u.&nbsp;a. am IGW, der STH, TSC und der ETF in Leuven. Nach einem Theologiestudium an der FETA bzw. STH in Basel, studierte er in Deerfield, USA, und in Leuven, Belgien, weiter. F\u00fcr seine Dissertation wurde ihm im Jahre 2021 der Johann-Tobias-Beck-Preis verliehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Buchegger-M\u00fcllers Beitrag \u00fcber die Johannesbriefe ist ein weiterer Schritt zur Vervollst\u00e4ndigung der HTA-Reihe, die eine gro\u00dfe L\u00fccke im deutschsprachigen wissenschaftlichen Diskurs schlie\u00dft. Dabei ist festzustellen, dass sein Werk schon allein aufgrund seines Umfangs und der Detailtiefe einzigartig ist: Der Kommentar von Dietrich Rusam (Botschaft des Neuen Testaments) hat beispielsweise einen Umfang von lediglich 200 Seiten, der Kommentar von Udo Schnelle (ThHK) immerhin 250 Seiten. So bemerkt Buchegger-M\u00fcller in seinem Vorwort: \u201eIch kann daher nachvollziehen, dass die drei Briefe in der Gefahr stehen, neben den \u00fcbrigen Texten des Neuen Testaments unterzugehen und ungeh\u00f6rt zu bleiben.\u201c (25) Trotzdem kann er allein rund 480 Kommentare und \u201euns noch bekannte Auslegungen \u00fcber die JohBriefe\u201c (234) auflisten.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Werk ist auf dem neuesten Stand der Forschung und behandelt alle drei Johannesbriefe (Teile A, B und C), jeweils mit der Behandlung der Einleitungsfragen und der Auslegung. Hervorzuheben ist, dass die Einleitungsfragen f\u00fcr jeden Text gesondert betrachtet werden, wobei die zum ersten Johannesbrief ausf\u00fchrlicher ausf\u00e4llt, einen Beitrag zur Forschungs- und Auslegungsgeschichte der Johannesbriefe beinhaltet und ggf. mit Vor- und R\u00fcckverweisen f\u00fcr die anderen Texte gearbeitet wird (29).<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr drei so kurze neutestamentliche Briefe f\u00e4llt die Kommentierung und Diskussion nicht nur sehr detailliert aus, sondern auch sehr kenntnisreich. Dabei bezieht Buchegger-M\u00fcller \u2013 und das ist au\u00dferordentlich zu w\u00fcrdigen \u2013 auch aktuelle Diskussionen, z.&nbsp;B. zum Jesusbild des Korans, ein. Er schreibt:<\/p>\n\n\n\n<p>Die Eckpunkte meiner Auslegung lassen sich so zusammenfassen: Der 1Joh entstand auf dem Hintergrund der Erfahrung des Weggangs (1Joh 2,19) einiger Personen aus der christlichen Gemeinschaft. Der 2. und der 3. Johannesbrief sind zwei Privatbriefe, die in dieses Umfeld passen k\u00f6nnten. (27)<\/p>\n\n\n\n<p>Die gr\u00fcndliche Arbeit vertieft sich in verschiedenen Exkursen, z.&nbsp;B. zu den Vorschl\u00e4gen f\u00fcr die \u201eGegnerprofile\u201c im 1Joh, zu den Begriffen \u201eWort des Lebens\u201c, \u03ba\u03bf\u03b9\u03bd\u03c9\u03bd\u03af\u03b1, oder zur Familienmetaphorik. Buchegger-M\u00fcller geht detailliert auf Textkritik und Struktur des Textes eins, die Einzelexegese ist sehr ausf\u00fchrlich und nah am Grundtext. Manche Ausf\u00fchrungen sind eher von akademischem Interesse und nicht unbedingt zum Textverst\u00e4ndnis n\u00f6tig, haben aber in diesem Werk trotzdem ihren richtigen Platz. Die Zusammenfassung der einzelnen Abschnitte liefert einen wichtigen Beitrag zum Anliegen der Reihe, auch f\u00fcr die gemeindliche Praxis und kirchliche Gegenwart relevant zu sein. Die Diskussion mit dem Islam stehen nicht immer prominent im Vordergrund (z.&nbsp;B. 644).<\/p>\n\n\n\n<p>Bemerkenswert an diesem Buch sind neben einer F\u00fclle von verst\u00e4ndnisf\u00f6rdernden Textschaubildern auch die Illustrationen des Autors (z.&nbsp;B. 604, 845). Allerdings ist es sehr schade, dass der Verlag diese Abbildungen nicht in Flie\u00dfobjekten mit Bildunterschrift versehen hat und deshalb im Text darauf nicht direkt Bezug genommen werden kann. Wie bei der ganzen HTA-Reihe spiegelt sich die Qualit\u00e4t des Inhalts leider nicht im Textsatz wider. Dieser ist zwar gut lesbar, aber eher lieblos und vor allem mit etlichen typografischen Schnitzern ausgef\u00fchrt worden. Dies ist aber dem Autoren nicht anzulasten und schm\u00e4lert den Wert des vorliegenden Buches nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Das empfehlenswerte Werk ist in deutscher Sprache verfasst, sprachlich \u00e4u\u00dferst zug\u00e4nglich, auch wenn es sich eher an Fachkundige und nur am Rande an Laien richtet. Aber auch der interessierte Laie wird den Kommentar mit gro\u00dfem Gewinn lesen k\u00f6nnen und einen tiefen Einblick in die aktuelle Forschung finden. Dieser Gewinn kann hier nur ansatzweise gew\u00fcrdigt werden. Ein Verzeichnis der Exkurse, ein Literaturverzeichnis, ein Autorenregister sowie ein Sach- und Namensregister rundet das Werk ab; ein Abk\u00fcrzungsverzeichnis wird dem Werk vorangestellt.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><em>Dr. Jens D\u00f6rpinghaus, University of Pretoria, Faculty of Theology and Religion, Pretoria, South Africa<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>J\u00fcrg Buchegger-M\u00fcller: Die Briefe des Johannes, Historisch Theologische Auslegung, Holzgerlingen: SCM R. 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