{"id":2231,"date":"2024-04-30T15:46:27","date_gmt":"2024-04-30T15:46:27","guid":{"rendered":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=2231"},"modified":"2024-04-30T15:46:29","modified_gmt":"2024-04-30T15:46:29","slug":"daniel-j-treier-douglas-a-sweeney-hg-hearing-and-doing-the-word-the-drama-of-evangelical-hermeneutics-in-honor-of-kevin-j-vanhoozer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=2231","title":{"rendered":"Daniel J. Treier \/ Douglas A. Sweeney (Hg.): Hearing and Doing the Word. The Drama of Evangelical Hermeneutics in Honor of Kevin J. Vanhoozer"},"content":{"rendered":"\n<p>Daniel J. Treier \/ Douglas A. Sweeney (Hg.): <em>Hearing and Doing the Word. The Drama of Evangelical Hermeneutics in Honor of Kevin J. Vanhoozer<\/em>, London, New York: T&amp;T Clark, 2021, Pb., x+348\u00a0S., US $36,85, ISBN <a href=\"https:\/\/www.bloomsbury.com\/uk\/hearing-and-doing-the-word-9780567702197\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.bloomsbury.com\/uk\/hearing-and-doing-the-word-9780567702197\/\">978-0-5676-6265-1<\/a><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Die Festschrift f\u00fcr Kevin J. Vanhoozer, herausgeben anl\u00e4sslich seines 65. Geburtstags, bietet sowohl in ihrer G\u00e4nze als auch in Teilen eine relevante Einf\u00fchrung in und Auseinandersetzung mit dem noch nicht abgeschlossen Gesamtwerk von Kevin Vanhoozer. Der Titel <em>Hearing and Doing the Word<\/em> kn\u00fcpft an sein Interesse an einer biblischen Hermeneutik und das Anliegen an, dass ein theologisches Verstehen von Gottes Wort auch die Praxis pr\u00e4gen soll. Die Festschrift steht im Zeichen des Dialogs mit seiner Hermeneutik und hofft, auch f\u00fcr die Zukunft das \u201efaithful hearing and doing of God\u2019s Word\u201c (1) zu f\u00f6rdern.<\/p>\n\n\n\n<p>Der einleitende Aufsatz von <em>Daniel Treier<\/em> zeigt, warum es sich lohnt, sich mit Kevin Vanhoozer auseinanderzusetzen. Er ordnet das Wirken und die Ver\u00f6ffentlichungen von Vanhoozer in die historische Entwicklung der Hermeneutik als Thema evangelikaler Theologie ein. Ihre Anf\u00e4nge verortet er am Ende der 1960er Jahre und in einer Auslegung, die im Gefolge der Arbeiten von Eric Donald Hirsch Jr. die Intentionen des Autors ins Zentrum stellte. Auch wenn dieser Ansatz pr\u00e4gend blieb, beeinflussten in den folgenden Jahrzehnten Hans-Georg Gadamer und Paul Ricoeur die evangelikale Hermeneutik. Anthony Thiselton war es in den fr\u00fchen 80er Jahren zu verdanken, dass Gadamers Denken positiver rezipiert wurde und text- bzw. leserorientierte Aspekte mehr Aufmerksamkeit bekamen (3). W\u00e4hrend Treier in Thiselton den \u201esenior statesman and encyclopedic resource\u201c (4) einer evangelikalen Hermeneutik sieht, bezeichnet er Vanhoozer als \u201esenior theologian and a primary source of its operational vocabulary\u201c (4). Treier unterteilt das Wirken von Vanhoozer in drei Phasen. Von 1986\u201398 ist seine Arbeit gepr\u00e4gt vom Dialog mit der philosophischen Hermeneutik und von der Frage, was es bedeutet, eine biblische Hermeneutik und Theologie zu entfalten. In diese fr\u00fche Phase f\u00e4llt die Dissertation Vanhoozers in Cambridge (<em>Biblical Narrative in the Philosophy of Paul Ricoeur. A Study in Hermeneutics and Theology<\/em>, 1990). Zum Abschluss kommt die Phase 1998 mit der Publikation von <em>Is There a Meaning in This Text? <\/em><em>The Bible, the Reader, and the Morality of Literary Knowledge<\/em>. Die zweite Phase von 1998 bis 2005 hat einen st\u00e4rkeren theologischen Fokus. Vanhoozer publiziert in dieser Zeit seine wichtigen Werke <em>First Theology. <\/em><em>God, Scripture, and Hermeneutics<\/em> (2002) und <em>The Drama of Doctrine. A Canonical-Linguistic Approach to Christian Theology <\/em>(2005). In der dritten und noch unvollendeten Phase seines Wirkens setzt Vanhoozer den Dialog mit der Dogmatik fort. Treier hebt als wichtigste Ver\u00f6ffentlichung das 2010 ver\u00f6ffentlichte Werk <em>Remythologizing Theology. Divine Action, Passion, and Authorship<\/em> hervor.<\/p>\n\n\n\n<p>Die weiteren Beitr\u00e4ge der Festschrift gliedern sich in drei Teile mit jeweils sechs Artikeln. Der <em>erste Teil<\/em> der Festschrift handelt thematisch vom \u201eBiblical Script\u201c (21) und ist inspiriert vom Vanhoozers Interesse am biblischen Kanon. <em>Iain Provan<\/em> besch\u00e4ftigt sich mit der Hermeneutik der Textkritik, <em>V. Philips Long<\/em> mit der Entschl\u00fcsselung von impliziten Botschaften des biblischen Textes. <em>Karen H. Jobes<\/em> interpretiert die Zitate aus der Septuaginta im Hebr\u00e4erbrief im Kontext der f\u00fcr Vanhoozer wichtigen Theorie der Sprechakte. <em>Robert H. Gundry,<\/em> ein Lehrer Vanhoozers aus seinen ersten Studienjahren am Westmont College in Kalifornien (303), argumentiert, dass die Unterschiede zwischen dem Johannesevangelium und den Synoptikern das Ergebnis einer bewussten R\u00fcckdatierung (\u201ebackdating\u201c, 75) durch Johannes seien. <em>Graham A. Cole<\/em> steuert einen Aufsatz \u00fcber den Satan als den gro\u00dfen Antagonisten im biblischen Theodrama bei. <em>Robert W. Yarbrough<\/em> besch\u00e4ftigt sich mit der Bedeutung des Martyriums innerhalb von Vanhoozers Theologie und vergleicht sie mit der Theologie von Martin Albertz, einem durch die Nazis verfolgten deutschen Neutestamentler.<\/p>\n\n\n\n<p>Der <em>zweite Teil <\/em>steht unter der \u00dcberschrift \u201eGreat Performances\u201c (111) und greift historische Beispiele f\u00fcr die Auseinandersetzung mit der Bibel als heiliger Schrift auf. Die Beitr\u00e4ge widmen sich neben Basilius von C\u00e4sarea (<em>Darren Sarisky<\/em>), Thomas von Aquin (<em>Matthew Levering<\/em>), Johannes Calvin (<em>Scott M. Manetsch<\/em>) auch John Wesley (<em>Thomas McCall<\/em>) und Karl Barth (<em>Stephen M. Garrett<\/em>). <em>Gregory W. Lee <\/em>widmet sich Augustinus und seinem Umgang mit der Bibel. Mit Augustinus kommt ein wichtiger Einfluss f\u00fcr Vanhoozers Arbeit zur Sprache. Bereits im einleitenden Aufsatz machte Treier deutlich, wie wichtig der augustinische Ansatz von \u201efaith seeking understanding\u201c (7) f\u00fcr Vanhoozer ist. Lee zeigt dann, wie die Schriftlehre Augustins ihren Nachhall bei Vanhoozer findet (142).<\/p>\n\n\n\n<p>Im <em>dritten Teil <\/em>\u201eTheodrama Today\u201c (204) greifen die Autoren verschiedene Themen von Vanhoozers Arbeit auf. <em>Scott R. Swain<\/em> befasst sich mit der Frage, ob und wie das trinitarische Taufbekenntnis f\u00fcr die Auslegung der Bibel ein hilfreiches oder hinderliches Vorverst\u00e4ndnis darstellt. <em>Michael Allen<\/em> analysiert kritisch die erneuerte Bedeutung der (\u00f6konomischen) Trinit\u00e4tslehre f\u00fcr die Systematische Theologie im Gefolge von Karl Barth, Karl Rahner, J\u00fcrgen Moltmann und Kevin Vanhoozer bzw. die f\u00fcr ihn nicht unbedenkliche Tendenz, andere Themenfelder aus einer trinitarischen Perspektive zu betrachten. <em>Michael Horton<\/em> entfaltet in seinem Aufsatz Paul Ricoeurs Beitrag zu einer theologischen Hermeneutik und besonders zur Idee der Kirche als \u201ecreatura verbi\u201c (236). <em>Hans Madueme<\/em> entfaltet die biblische Begr\u00fcndung und die bleibende theologische Bedeutung der augustinischen Lehre einer \u201eoriginal guilt.\u201c <em>Elizabeth Y. Sung<\/em> widerspricht mit Berufung auf Vanhoozers kanonisch-linguistischen Ansatz einer patristischen Taufwiedergeburtslehre in der Auslegung von Johannes 3,3\u20136. Sie betont das g\u00f6ttliche Handeln in der Geistes-Taufe und unterscheidet sie von der kirchlichen Taufpraxis. <em>Jeremy Begbie <\/em>befasst sich schlie\u00dflich damit, welche Bedeutung das laute Lesen und Vorlesen biblischer Texte f\u00fcr die Auslegung der Bibel hat. Zus\u00e4tzlich schl\u00e4gt er vor, dass der von John Puddefoot entwickelte \u201eResonance Realism\u201c (295) ein hilfreiches Modell f\u00fcr Vanhoozers epistemologische Haltung in seiner biblischen Hermeneutik sein k\u00f6nnte. Die Festschrift endet mit einem Aufsatz von <em>Douglas Sweeney<\/em>. Er enth\u00e4lt erg\u00e4nzende Informationen zum Werdegang von Vanhoozer und gibt einen \u00dcberblick \u00fcber die enthaltenen Beitr\u00e4ge.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Festschrift zeigt beispielhaft die vielf\u00e4ltigen M\u00f6glichkeiten, wie der Dialog mit Kevin Vanhoozer die theologische Arbeit befruchten kann. Die Beitr\u00e4ge stammen aus den Federn von Freunden, Kollegen und Weggef\u00e4hrten von Vanhoozer. Dabei kommen nicht nur evangelikale Exegeten und systematische Theologen zu Wort, sondern auch katholische Forscher. Gleichzeitig wird mit Blick auf die Auswahl der Mitwirkenden deutlich, dass trotz Vanhoozers PhD in Cambridge und seiner Lehre in Edinburgh keine kontinentalen Autoren einen Beitrag leisten. Dies deckt sich mit dem Befund, dass es dem Rezensenten nicht m\u00f6glich war, im <em>Jahrbuch f\u00fcr Evangelikale Theologie<\/em> oder den AfeT-Rezensionen ein Werks von Vanhoozer zu entdecken. Die Festschrift k\u00f6nnte also gerade innerhalb der deutschsprachigen evangelikalen Theologie eine Einladung sein, den Dialog mit Vanhoozer zu suchen. Dies gilt insbesondere angesichts der Tatsache, dass Vanhoozer f\u00fcr 2024 die Publikation von <a><em>Mere Christian Hermeneutics. <\/em><\/a><em>Transfiguring What it Means to Read the Bible Theologically<\/em><em> <\/em>angek\u00fcndigt hat. <\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><em>Daniel Vassen, Doktorand an der ETF in Leuven im Fachbereich Systematische Theologie und Pastor des focusC in Chur (Schweiz).<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Daniel J. Treier \/ Douglas A. Sweeney (Hg.): Hearing and Doing the Word. 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