{"id":2286,"date":"2024-10-16T13:21:30","date_gmt":"2024-10-16T13:21:30","guid":{"rendered":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=2286"},"modified":"2024-10-16T13:21:31","modified_gmt":"2024-10-16T13:21:31","slug":"hannes-bezzel-uwe-becker-matthijs-de-jong-hg-prophecy-and-foreign-nations","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=2286","title":{"rendered":"Hannes Bezzel \/ Uwe Becker \/ Matthijs de Jong (Hg.): Prophecy and Foreign Nations"},"content":{"rendered":"\n<p>Hannes Bezzel \/ Uwe Becker \/ Matthijs de Jong (Hg.): <em>Prophecy and Foreign Nations. Aspects of the Role of the \u201eNations\u201c in the Books of Isaiah, Jeremiah, and Ezekiel<\/em>, FAT\u00a0II\/135, T\u00fcbingen: Mohr Siebeck, 2022, geb., 230\u00a0S., \u20ac\u00a084,\u2013, ISBN <a href=\"https:\/\/www.mohrsiebeck.com\/buch\/prophecy-and-foreign-nations-9783161615962\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.mohrsiebeck.com\/buch\/prophecy-and-foreign-nations-9783161615962\/\">978-3-16-161596-2<\/a><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>In der Forschung bisher zu wenig beachtet, aber f\u00fcr die Gesamtbotschaft Jesajas, Jeremias und Ezechiels bedeutend sind die V\u00f6lkerspr\u00fcche und die Rolle der V\u00f6lker. Mit dem vorliegenden Sammelband ger\u00e4t damit ein wichtiges Thema in den Blick. Das Buch geht auf eine Forschungsgruppe der EABS zur\u00fcck, die sich mit \u201eProphecy and Foreign Nations\u201c bei Jesaja, Jeremia und Ezechiel besch\u00e4ftigt. Einzelaspekte und Ergebnisse dieser Forschungsgruppe werden nun pr\u00e4sentiert, daher beabsichtigt das vorliegende Werk \u2013 trotz des umfassend klingenden Titels \u2013 keinen \u00dcberblick \u00fcber die V\u00f6lkerthematik zu liefern (V). Stattdessen analysieren fast alle Beitr\u00e4ge einen Komplex oder einzelne V\u00f6lkerspr\u00fcche im Zusammenhang mit der Botschaft des jeweiligen Prophetenbuches.<\/p>\n\n\n\n<p>In <em>Jesaja<\/em> untersucht <em>Archibald L.&nbsp;H.&nbsp;M. van Wieringen<\/em> die Perspektive des textimmanenten Lesers auf Jes 13\u201323. Er zeigt Fluchtlinien und Orientierungspunkte innerhalb des V\u00f6lkerspruchkomplexes auf. Zudem betrachtet er 13\u201323 als Hilfe f\u00fcr den Leser, die assyrische (36\u201339) und babylonische Krise um den Fall Jerusalems und das Exil zu verstehen, und deutet die V\u00f6lkerspr\u00fcche als Br\u00fccke zu 40\u201366.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Uwe Becker<\/em> analysiert die diachrone Entstehung der V\u00f6lkerspr\u00fcche Jesajas, die er im Einklang mit vielen Forschern am Anfang der prophetischen \u00dcberlieferung verortet. Er skizziert kurz, aber f\u00fcr den Einstieg in das Thema sehr hilfreich die dazugeh\u00f6rigen Forschungsfragen und grundlegenden diachrone Hinweise in den Texten. Becker sieht in der jesajanischen Prophetie einen typisch heilsprophetischen Charakter der V\u00f6lkerspr\u00fcche vorliegen, die sp\u00e4ter entsprechend der deuteronomistischen Histografie theologisch gedeutet wurde. Eine Verh\u00e4ltnisbestimmung Jahwes zur V\u00f6lkerwelt sei dann in der anti-assyrischen Redaktion erfolgt, wonach Jahwe als Herr der V\u00f6lker und Besch\u00fctzer Zions pr\u00e4sentiert werde.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Burkard M. Zapff<\/em> untersucht den drastischen, unheilvollen V\u00f6lkerspruch Jes 63,1\u20136 und seine Funktion im Jesajabuch, insbesondere im Hinblick auf die scheinbar unpassende Platzierung inmitten positiverer Texte \u00fcber die V\u00f6lker in Jes 56\u201366.<\/p>\n\n\n\n<p>In <em>Jeremia <\/em>analysiert <em>Eric Peels<\/em> die unterschiedliche Reihenfolge der einzelnen V\u00f6lkerspr\u00fcche in MT und alexandrinischen Textform sowie die Positionierung des V\u00f6lkerspruchkomplexes im Gesamtwerk. Peels geht davon aus, dass der MT die \u00e4ltere Komposition bewahrt habe. Dazu untersucht er strukturiert die \u00dcber- und Unterschriften, chronologischen Angaben und die Idee hinter den zwei unterschiedlichen Kompositionen. U.&nbsp;a. in der Stellung des Elam-Spruchs zu Beginn des Komplexes in der LXX sieht er eine Anpassung an die historische Situation der persischen Zeit, genauer in die Zeit des persischen Zusammenbruches.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Matthijs J. de Jong<\/em> sieht in den V\u00f6lkerspr\u00fcchen keine eigene Gattung, sondern eine literarische Entwicklung prophetischer Formen vorliegen. Dazu analysiert er den historischen Kontext von Jer 28,8\u20139 und dessen Zusammenhang mit dem V\u00f6lkerspruchkomplex Jeremias.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Else K. Holt<\/em> widmet sich der synchronen Analyse der Berufung Jeremias zum \u201ePropheten f\u00fcr die V\u00f6lker\u201c (Jer 1,5). Den V\u00f6lkern spricht sie vier Funktionen zu: 1) Gerichtsinstrumente Jahwes, 2) Opfer von Jahwes Zorn, 3) Vergleichsobjekte f\u00fcr Israel und 4) Empf\u00e4nger der g\u00f6ttlichen Gnade. Diese Funktionen sieht sie in entsprechenden Rollen Israels gespiegelt.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Rannfrid I. Thelle<\/em> betrachtet den Moab-Spruch (Jer 48) synchron im Hinblick auf die Bedeutung Moabs f\u00fcr das Gesamtbuch. Dabei analysiert sie insbesondere die zahlreichen Echos auf andere Prophetien Jeremias \u00fcber Juda und die Funktion des Spotts, der Ironie, der Empathie und des Mitleids, die im Moab-Spruch eng miteinander verwoben sind. Thelle zufolge werde Moab als Spiegel f\u00fcr Judas Schicksal gebraucht.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Hannes Bezzel<\/em> untersucht wie Holt die Bestimmung Jeremias zum \u201ePropheten f\u00fcr die V\u00f6lker\u201c. Er fokussiert sich auf den ersten \u00c4gypten-Spruch Jer 46,2\u201312, indem er zwei unterschiedliche literarische Schichten feststellt, die er anhand ihrer Terminologie nicht in die Zeit Jeremias verorten kann.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Mikl\u00f3s K\u0151szeghys<\/em> Aufsatz bietet einen sehr guten Einstieg in diachrone Forschungsfragen zum Babylon-Spruch Jer 50\u201351, wobei er sich auf die Spannung zwischen dem Babylon-Bild des Babylon-Spruches und den anderen Buchabschnitten Jeremias konzentriert. Intensiver beleuchtet er dabei die Entstehung und Gedankenwelt von 50\u201351.<\/p>\n\n\n\n<p>In <em>Ezechiel<\/em> sieht <em>Andrew Langley<\/em> die Rechtfertigung Jahwes als zentrales Element des V\u00f6lkerspruchkomplexes an. \u00c4hnlich wie die Deutung des Moab-Spruches als Spiegel f\u00fcr Juda bei Thelle meint auch Langley, dass die Exilierten Judas in den V\u00f6lkerspr\u00fcchen angesprochen w\u00fcrden, denen rhetorisch anhand der Hybris der V\u00f6lker ihre eigene S\u00fcndhaftigkeit, ihre eigene Rebellion gegen Jahwe aufgezeigt werde.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Lydia Lee<\/em> untersucht text- und literarkritisch die Darstellung des tyrischen K\u00f6nigs (Ez 28,12b\u201315) in MT und LXX. Sie rekonstruiert verschiedene sp\u00e4tere Erg\u00e4nzungen. Dessen ungeachtet, meint sie, dass im MT das urspr\u00fcngliche Verst\u00e4ndnis der Perikope bewahrt worden sei.<\/p>\n\n\n\n<p><em>R. Sofia Salo<\/em> analysiert das masoretische Sondergut des Edom-Spruches Ez 35. Verst\u00e4ndlich betrachtet sie die einzelnen Stellen und kommt zum Schluss, dass der MT auch nach der \u00dcbersetzung des Ezechielbuches ins Griechische noch leicht ver\u00e4ndert wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Insgesamt bieten die zw\u00f6lf Beitr\u00e4ge einen weiten und methodisch unterschiedlichen (st\u00e4rker diachronen) Beitrag zur Forschung bez\u00fcglich der V\u00f6lkerspr\u00fcche Jesajas, Jeremias und Ezechiels. W\u00e4hrend einige Aufs\u00e4tze Spezialthemen in den Blick nehmen (bspw. Lee, Salo), eignen sich andere Beitr\u00e4ge auch zum Einstieg in die Forschung zum jeweiligen V\u00f6lkerspruchkomplex (bspw. Becker, Peels, K\u0151szeghys).<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><em>Christian Hilbrands, Doktorand an der Theologischen Universit\u00e4t Utrecht, Niederlande<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hannes Bezzel \/ Uwe Becker \/ Matthijs de Jong (Hg.): Prophecy and Foreign Nations. 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