{"id":2316,"date":"2024-10-16T13:57:27","date_gmt":"2024-10-16T13:57:27","guid":{"rendered":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=2316"},"modified":"2024-10-16T13:57:27","modified_gmt":"2024-10-16T13:57:27","slug":"aaron-schart-einfuehrung-in-die-methode-der-biblischen-exegese","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=2316","title":{"rendered":"Aaron Schart: Einf\u00fchrung in die Methode der biblischen Exegese"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Aaron Schart: Einf\u00fchrung in die Methode der biblischen Exegese, Basiswissen Theologie und Religionswissenschaft, G\u00f6ttingen: Vandenhoeck &amp; Ruprecht, 2024,<\/em> kt., 256\u00a0S., \u20ac\u00a035,\u2013, ISBN <a href=\"https:\/\/www.vandenhoeck-ruprecht-verlage.com\/58922\/einfuehrung-in-die-methode-der-biblischen-exegese\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.vandenhoeck-ruprecht-verlage.com\/58922\/einfuehrung-in-die-methode-der-biblischen-exegese\">978-3-8252-6242-6<\/a><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><em>Aaron Schart <\/em>legt mit diesem Band eine Einf\u00fchrung in die Methode der biblischen Exegese vor. Er ist seit 2003 Professor f\u00fcr Altes Testament und Neues Testament (Biblische Theologie) an der Universit\u00e4t Duisburg-Essen. Schart promovierte 1989 an der LMU M\u00fcnchen und habilitierte 1996 an der Philipps-Universit\u00e4t Marburg im Fach Altes Testament. Beide Arbeiten wurden von Prof. Dr. J\u00f6rg Jeremias betreut.<\/p>\n\n\n\n<p>Das vorliegende Werk besch\u00e4ftigt sich prim\u00e4r mit der historisch-kritischen Methode. Weitere Kapitel behandeln die Kanonkritik, Textkritik, \u00dcbersetzungskritik, Formkritik, Traditionskritik\/Semantik, Literaturkritik (und Redaktionsgeschichte), \u00dcberlieferungs\u00adkritik, die Bestimmung des historischen Ortes, die Textintention, Rezeptionskritik, Hermeneutische Kritik, theologische Stellungnahme, Statistik in der Bibelwissenschaft, Psychologie in der Bibelwissenschaft und neben den Antworten zu den Musterfragen enth\u00e4lt das Werk auch ein Literatur- und Medienverzeichnis sowie ein Register.<\/p>\n\n\n\n<p>Den Anspruch an sein Werk macht der Autor im Vorwort deutlich: \u201eIm Rahmen der Ausbildung der religi\u00f6sen Fachleute kommt es nicht nur darauf an, traditionell akzeptierte Textinterpretationen zu wiederholen und sich anzueignen, sondern auch darauf, diese kritisch zu befragen und weiterzuentwickeln.\u201c (18) Dabei ist sein Buch vor allem im Rahmen der Lehre in Lehramtsstudieng\u00e4ngen entstanden, somit f\u00e4llt der Bezug zu den biblischen Sprachen eher gering aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Interessant an diesem Werk ist, dass es sich \u2013 entgegen seinem Titel \u2013 prim\u00e4r mit der historisch-kritischen Methode in seiner evangelischen Tradition besch\u00e4ftigt. Diese beschreibt der Autor sinngem\u00e4\u00df als einzige \u201evern\u00fcnftige, wissenschaftliche Methode\u201c und stellt sie der \u201ev\u00f6llig unwissenschaftlichen\u201c pers\u00f6nlichen Fr\u00f6mmigkeit gegen\u00fcber (22ff). Dennoch wird aber im weiteren Verlauf nicht nur auf die verschiedenen methodischen Teilaspekte, sondern auch auf weitere methodische Ans\u00e4tze eingegangen. Wer mit diesem inhaltlichen Spagat leben kann, findet in diesem Werk eine sehr gr\u00fcndliche Einf\u00fchrung in die historisch-kritische Auslegung sowohl alttestamentlicher als auch neutestamentlicher Texte. Besonders deutlich wird die Ausrichtung des Werkes in den vielf\u00e4ltigen Beispielen, die den Text inhaltlich gelungen abrunden. Das dabei auch manch kontroverses Thema behandelt wird (z.&nbsp;B. das Eheverst\u00e4ndnis nach Mk 10,1\u201312 in Kapitel 13.7) macht das Buch auch f\u00fcr den Diskurs mit anderen konfessionellen oder theologischen Hintergr\u00fcnden interessant.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr den Studieneinstieg erscheint das vorliegende Werk ein wenig zu umfangreich, f\u00fcr die detaillierte Studie mancher Themen wiederum ein wenig zu kurz geraten. Auch wenn eine deutlichere Fokussierung auf eine Zielgruppe dem Text gutgetan h\u00e4tte, ist er doch durchweg gr\u00fcndlich und hilfreich. Nat\u00fcrlich bleibt bei einem solchen Werk immer ein Wunsch offen, was man dem Autor allerdings nicht negativ anrechnen kann. So h\u00e4tte der Bereich der literaturwissenschaftlichen Bibelauslegung st\u00e4rker ber\u00fccksichtigt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Negativ f\u00e4llt lediglich das Kapitel \u201eStatistik in der Bibelwissenschaft\u201c auf. Nicht nur sind die mathematischen \u201eDefinitionen\u201c wenig hilfreich bis hin zu irref\u00fchrend, sondern das Thema an sich entspricht weder methodisch noch technisch dem aktuellen wissenschaftlichen Stand. Ein Blick in die Digital Humanities, z.&nbsp;B. in den Bereich der reflektierten algorithmischen oder KI-basierten Textanalyse w\u00e4re hier deutlich hilfreicher gewesen. Gerade der Bereich der KI, beispielsweise in Form von LLMs wird von vielen Menschen derzeit intensiv genutzt. Es ist hierbei offen, wie sich dieser Ansatz zu \u201aklassischen\u2018 Methoden der Auslegung \u00fcberhaupt verh\u00e4lt. Insofern ist es kritisch, dieses Thema lediglich in beschr\u00e4nkter Weise darzustellen. Auch ist die Liste der Softwareprodukte nicht vollst\u00e4ndig, da alle FOSS-Produkte ausgelassen werden. Gerade im Hinblick auf digitale Methoden ist allerdings die Reproduzierbarkeit, Interoperabilit\u00e4t und Verf\u00fcgbarkeit von Ergebnissen wissenschaftlich w\u00fcnschenswert. Auch werden Studieneinsteiger dem gro\u00dfen Angebot an verschiedenen Online\u00adangeboten etwas hilflos ausgesetzt, eine folgende Auflage k\u00f6nnte hier f\u00fcr Klarheit sorgen. Die hin und wieder gegebenen Querverweise auf andere Texte mittels DOI erscheinen hier ein guter und ausbauf\u00e4higer Ansatz zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Zusatzmaterial zum Buch ist bei UTB lediglich nach einer Anmeldung, z.&nbsp;B. mit einem Google, Orcid, Microsoft oder Apple Konto m\u00f6glich. Dies ist nat\u00fcrlich von Seiten des Verlags nachvollziehbar, aus Datenschutzgr\u00fcnden aber eher ungl\u00fccklich. Au\u00dferdem war es dem Rezensenten auch nach mehreren Versuchen nicht m\u00f6glich, dass Zusatzmaterial herunterzuladen. Insofern kann es bei dieser Rezension auch nicht besprochen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Werk ist in deutscher Sprache verfasst, zug\u00e4nglich und gut lesbar. Ein Literatur- und (unvollst\u00e4ndiges) Medienverzeichnis sowie ein Register runden das Werk ab. Der Textsatz des Buches ist lesbar, die QR-Codes etwas klein geraten und das digitale Zusatzmaterial war f\u00fcr die Rezension nicht nutzbar. Das Buch eignet sich f\u00fcr Studieneinsteiger, die sich mit der historisch-kritischen Methode besch\u00e4ftigen. Aufgrund der Zug\u00e4nglichkeit ohne weitere Sprachkenntnisse ist es gegebenenfalls auch f\u00fcr den interessierten Laien geeignet.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><em>Dr. Jens D\u00f6rpinghaus, Universit\u00e4t Koblenz, Deutschland, und Linn\u00e9-Universit\u00e4t, V\u00e4xj\u00f6, Schweden<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aaron Schart: Einf\u00fchrung in die Methode der biblischen Exegese, Basiswissen Theologie und Religionswissenschaft, G\u00f6ttingen: Vandenhoeck &amp; Ruprecht, 2024, kt., 256\u00a0S.,<\/p>\n","protected":false},"author":103,"featured_media":2317,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","inline_featured_image":false,"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":["post-2316","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-neues-testament"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2316","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/103"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2316"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2316\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2318,"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2316\/revisions\/2318"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/2317"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2316"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2316"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2316"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}