{"id":2443,"date":"2025-04-21T13:30:44","date_gmt":"2025-04-21T13:30:44","guid":{"rendered":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=2443"},"modified":"2025-04-21T13:30:45","modified_gmt":"2025-04-21T13:30:45","slug":"michael-sommer-uta-poplutz-christina-hoegen-rohls-hg-die-johannesapokalypse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=2443","title":{"rendered":"Michael Sommer \/ Uta Poplutz \/ Christina Hoegen-Rohls (Hg.): Die Johannesapokalypse"},"content":{"rendered":"\n<p>Michael Sommer \/ Uta Poplutz \/ Christina Hoegen-Rohls (Hg.): <em>Die Johannesapokalypse. Geschichte \u2014 Theologie \u2014 Rezeption<\/em>, WUNT 508, T\u00fcbingen: Mohr Siebeck, 2023, geb., VIII+451\u00a0S., \u20ac\u00a0154,00, ISBN <a href=\"https:\/\/www.mohrsiebeck.com\/buch\/die-johannesapokalypse-9783161612510\/\">978-3-16-161250-3<\/a><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Wer sich mit der Johannesoffenbarung (Offb) besch\u00e4ftigt, kommt nicht umhin, neben Kommentaren, Spezialmonographien und Artikeln in Zeitschriften auch die in zahlreichen Sammelb\u00e4nden ver\u00f6ffentlichen Essays zu Einzelthemen der Johannesoffenbarung zu lesen, die seit 1994 regelm\u00e4\u00dfig erschienen sind (<em>Society of Biblical Literature 1994 Seminar Papers<\/em>, ed. E. H. Lovering, SBLSP 33, Atlanta 1994; <em>1900th Anniversary of St. John\u2019s Apocalypse<\/em>, ed. E. V. Oikonomou, Athen 1999; <em>Theologie als Vision: Studien zur Johannes-Offenbarung<\/em>, ed. K. Backhaus, SBS 191, Stuttgart 2001; <em>Studien zur Johannesoffenbarung und ihrer Auslegung<\/em>, FS O. B\u00f6cher, ed. F. W. Horn, Neukirchen-Vluyn 2005; <em>Religious Rivalries and the Struggle for Success in Sardis and Smyrna<\/em>, ed. R. S. Ascough, SCJ 14, Waterloo 2005; <em>The Reality of Apocalypse<\/em>, Symposium 39, ed. D. L. Barr, HTS 53, Atlanta 2006; <em>Apokalyptik und Qumran<\/em>, ed. J. Frey \/ M. Becker, Paderborn 2007; <em>Im Geist und in der Wahrheit. Studien zum Johannesevangelium und zur Offenbarung des Johannes<\/em>, FS M. Hasitschka, ed. K. Huber \/ B. Repschinski, NTA 52, M\u00fcnster 2008; <em>A Feminist Companion to the Apocalypse of John<\/em>, ed. A. J. Levine, London 2009; <em>M\u00e4chtige Bilder. Zeit- und Wirkungsgeschichte der Johannesoffenbarung<\/em>, ed. B. Heininger, SBS 225, Stuttgart 2011; <em>Imagery in the Book of Revelation<\/em>, ed. M. Labahn \/ O. Lehtipuu, CBET 60, Leuven 2011; <em>Die Johannesoffenbarung<\/em>, ABG 38, ed. M. Labahn \/ M. Karrer, Leipzig 2012; <em>Die Johannesapokalypse<\/em>, ed. J.&nbsp;Frey \/ J.&nbsp;A. Kelhoffer \/ F. T\u00f3th, WUNT 287, T\u00fcbingen 2012; <em>Revelation and the Politics of Apocalyptic Interpretation<\/em>, ed. R.&nbsp;B. Hays \/ S. Alkier, Waco 2012; <em>Die Offenbarung des Johannes<\/em>, ed. T. Schmeller \/ M. Ebner \/ R. Hoppe, QD 253, Freiburg 2013; <em>Paul, John, and Apocalyptic Eschatology<\/em>, FS M. C. de Boer, ed. J. Krans \/ L.&nbsp;J.&nbsp;L. Peerbolte \/ P.&nbsp;B. Smit \/ A. W. Zwiep, NovTSup 149, Leiden 2013; <em>The Book of Revelation<\/em>, ed. G.&nbsp;V. Allen \/ I. Paul \/ S.&nbsp;P. Woodman, WUNT 2.411, T\u00fcbingen 2015; <em>Das Gottesbild in der Offenbarung des Johannes<\/em>, ed. M. Stowasser, WUNT 2.397, T\u00fcbingen 2015; <em>Poetik und Intertextualit\u00e4t der Johannesapokalypse<\/em>, WUNT 346; ed. S. Alkier \/ T. Hieke \/ T. Nicklas, T\u00fcbingen 2015; <em>Book of Seven Seals: The Peculiarity of Revelation, Its Manuscripts, Attestation, and Transmission<\/em>, ed. T.&nbsp;J. Kraus \/ M. Sommer, WUNT 363, T\u00fcbingen 2016; <em>New Perspectives on the Book of Revelation<\/em>, ed. A. Yarbro Collins, BETL 291, Leuven 2017; <em>Reading Revelation in Context<\/em>, ed. B.&nbsp;C. Blackwell \/ J.&nbsp;K. Goodrich \/ J. Maston, Grand Rapids 2019; <em>The Oxford Handbook of the Book of Revelation<\/em>, ed. C.&nbsp;R. Koester, Oxford 2020). Ich habe die Titel dieser Sammelb\u00e4nde, die zumeist auf Konferenzen zur\u00fcckgehen, bewusst aufgelistet, um aufzuzeigen, dass der Johannesoffenbarung seit drei\u00dfig Jahren ein Ausma\u00df an akademischer Aufmerksamkeit gewidmet wird, das es so zuvor nicht gegeben hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Der hier zu rezensierende Band ist im Zusammenhang mehrerer Tagungen entstanden (2015 in Halle-Wittenberg, 2017 in Wuppertal, 2018 in M\u00fcnster). Die f\u00fcnfzehn Autoren sind zumeist durch fr\u00fchere Beitr\u00e4ge zur Offb ausgewiesene Kenner der Materie. Unter der \u00dcberschrift \u201eGeschichte\u201c behandelt Jan Dochhorn (in dem einzigen auf Englisch ver\u00f6ffentlichten Aufsatz) die Tradition des letzten Kaisers der Geschichte, den Iren\u00e4us in klassischer Weise beschrieben und mit dem Tier aus dem Meer (Offb 13; 17) identifiziert hat, das im Kontext der Visionen Daniels im Sinne des <em>Nero redivivus<\/em> verstanden wurde. Thomas Witulski beschreibt lokalgeschichtliche Beziehungen von Offb 18 zur Stadt Rom als Handelsplatz und versucht gleichzeitig, seine Datierung der Offb in die Zeit nach 112 n.&nbsp;Chr. zu rechtfertigen. Die lokalgeschichtlichen Bez\u00fcge verankern die Offb \u00fcberzeugend in der Wirtschaftsgeschichte des r\u00f6mischen Reiches, ohne dass sich daraus Konsequenzen f\u00fcr eine Sp\u00e4tdatierung ergeben.<\/p>\n\n\n\n<p>Unter dem Stichwort \u201eTheologie\u201c behandelt Konrad Huber das Gottesverst\u00e4ndnis der Offb im Kontext der Christologie, die er in seiner Habilitation (Linz 2006) sowie in mehreren Aufs\u00e4tzen behandelt hatte. Huber betont, dass die Person und die Funktion Jesu Christi von allen Gesch\u00f6pfen und allen himmlischen Gestalten abgehoben wird, was die Folgerung nahelegt, dass Johannes Christus g\u00f6ttlichen Status zuerkennt und ihm g\u00f6ttliche W\u00fcrde verleiht. Tobias Nicklas behandelt das Gottesbild der Offb im Kontext der Frage nach menschlicher Identit\u00e4t, die nach dem Autor ans Ziel kommt, wenn Menschen bei dem Gott ankommen, der sich selbst als der \u201eKommende\u201c (Offb 1,8) bezeichnet, dessen Angesicht sie schauen und dessen Namen sie auf ihrer Stirn tragen (Offb 22,4). Thomas Bauer, der sich in seiner Dissertation mit dem tausendj\u00e4hrigen Reich besch\u00e4ftigt hatte (Diss. Gie\u00dfen 2006; BZNW 148, 2007), verteidigt die Forschungstradition, die der Offb Antipaulinismus attestiert; Johannes und Paulus haben beide, zeitversetzt, in Ephesus gewirkt, wobei Johannes der paulinischen Tradition feindselig gegen\u00fcberstehe. W\u00e4hrend sowohl Johannes als Paulus das mosaische Gesetz f\u00fcr irrelevant hielten, fordere Johannes Werke als Zeichen der Bew\u00e4hrung nach der Taufe, um das Heil zu erlangen, und bezeichne Repr\u00e4sentanten der paulinischen Tradition als \u201eBileam\u201c und \u201eIsebel\u201c und somit als falsche Propheten. Der Fragenkreis von atl. Gesetz und Ethik im Kontext von Gottesverst\u00e4ndnis, Christologie und Ekklesiologie verdient, in einer gr\u00f6\u00dferen Arbeit ausf\u00fchrlich und ohne kritische Eingrenzung dessen, was \u201epaulinisch\u201c ist (Eliminierung von Eph, Kol, und der Pastoralbriefe), behandelt zu werden. Martin Stowasser schreibt \u00fcber das Schicksal der V\u00f6lker in der Offb und sieht die Antwort auf die Frage, ob die feindlichen V\u00f6lker im Feuersee \u201everdampfen\u201c oder in der neuen Welt Gottes pr\u00e4sent sind, in der Textpragmatik: die positiven Aussagen \u00fcber die V\u00f6lker (Offb 21,1-8, 23-27) sollen die Kirche daran erinnern, dass sie missionarische Strahlkraft f\u00fcr die V\u00f6lker besitzen soll. Beate Kowalski (Habil. Innsbruck 2003 \u00fcber die Rezeption von Hesekiel in der Offb) behandelt die ekklesiologischen Konzepte und Realisierungen durch eine skizzenhafte Besch\u00e4ftigung mit den Sendschreiben (Offb 2-3) und mit Bildern und konkreten Vorstellungen (Offb 1,5-6; christologische und liturgische Dimension; lokale Kirchen und universale Kirche; Kirche als heilige Stadt und neues Jerusalem); diese sollen der bedr\u00e4ngten Gemeinde helfen, die Ideale mit der Wirklichkeit zu verbinden und damit Trost und Hoffnung zu gew\u00e4hren.<\/p>\n\n\n\n<p>Unter der \u00dcberschrift \u201eRezeption\u201c referiert Marcus Sigismund \u00fcber die Editio Critica Maior der Offb (erschienen im Mai 2024) als textkritische und editionswissenschaftliche Herausforderung. Johannes Stettner besch\u00e4ftigt sich mit der Vorstellung des tausendj\u00e4hrigen Reichs, dem Weltende, und der Welterneuerung bei Commodian (3.&nbsp;Jh.); David Ganz in einem reich bebilderten Artikel mit Buchvisionen und Schreibszenen in mittelalterlichen Apokalypsedarstellungen; Jan Rohls in einem Artikel ohne Bilder mit der Darstellung des J\u00fcngsten Gerichts in der Kunstgeschichte (\u201eTheologie im Bild\u201c) von D\u00fcrer \u00fcber Rogier, Membling, Hieronymus Bosch, Signorelli, Cranach (in Luther\u2019s September-Testament), Michelangelo (Sixtinische Kapelle), Robusti, El Greco, Rubens, Cornelius, Rodin, Kandinsky, Marc und Meidner bis M. Beckmann; Heike St\u00f6cklein mit Illustrationen der Offb in Bibelausgaben von der Mitte des 15. Jh. bis 1530 (nicht bebildert); Beate Kowalski und Michaela C. Hastetter in einem ausf\u00fchrlichen Artikel mit Musik in der Offb (z. B. 1,10; 4,1; 5,8; 15,2; 18,22, 23; 19,1-7), dessen zweiter Teil die Hymnen der Offb in der Musik des 20. Jh. (F. Schmidt, J. Fran\u00e7aix) darstellt.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie bei jeder Aufsatzsammlung sind manche Artikel ausf\u00fchrlicher, detaillierter recherchiert und \u00fcberzeugender als andere. Alle Aufs\u00e4tze zwingen den Leser zur genauen Lekt\u00fcre nicht nur der Aufs\u00e4tze selbst, sondern der Johannesoffenbarung, was das Ziel jeder exegetischen und theologischen Besch\u00e4ftigung mit dem Neuen Testament sein sollte.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><em>Prof Dr. Eckhard J. Schnabel<\/em>, <em>Gordon-Conwell Theological Seminary USA<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Michael Sommer \/ Uta Poplutz \/ Christina Hoegen-Rohls (Hg.): Die Johannesapokalypse. 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