{"id":2465,"date":"2025-04-21T14:24:58","date_gmt":"2025-04-21T14:24:58","guid":{"rendered":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=2465"},"modified":"2025-04-21T14:24:58","modified_gmt":"2025-04-21T14:24:58","slug":"ralph-kunz-henning-wrogemann-hg-mission-in-crisis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=2465","title":{"rendered":"Ralph Kunz \/ Henning Wrogemann (Hg.): Mission in Crisis"},"content":{"rendered":"\n<p>Ralph Kunz \/ Henning Wrogemann (Hg.): <em>Mission in Crisis<\/em>. <em>The Church\u2019s Unfinished Homework<\/em>, Leipzig: Evangelische Verlagsanstalt, 2024, Pb., 228 S., \u20ac\u00a048,\u2013, ISBN-13 <a href=\"https:\/\/www.eva-leipzig.de\/de\/mission-in-crisis-2\">978-3374075775<\/a><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Der Sammelband \u201eMission in Crisis: The Church\u2019s Unfinished Homework\u201d, herausgegeben von den Professoren Ralph Kunz (Praktische Theologie, Universit\u00e4t Z\u00fcrich) und Henning Wrogemann (Religionswissenschaft und Interkulturelle Theologie, Kirchliche Hochschule Wuppertal), enth\u00e4lt die Beitr\u00e4ge einer Tagung, die 2022 unter dem gleichnamigen Titel in Z\u00fcrich stattfand. In diesen besch\u00e4ftigen sich protestantische Praktische Theologen und Missionswissenschaftler aus der Schweiz, Deutschland, \u00d6sterreich, den Niederlanden und England mit der Frage, inwiefern die christliche Mission in Westeuropa gegenw\u00e4rtig in einer Krise steckt und wie m\u00f6gliche Wege aus dieser Krise aussehen k\u00f6nnten. Das Buch ist in die zwei Abschnitte \u201eLimits and Chances of Church Mission in the German-Speaking World\u201c und \u201eMission in Crisis \u2013 A Global Phenomenon? Contextual Perspectives\u201d eingeteilt.<\/p>\n\n\n\n<p>Im einleitenden Kapitel diskutiert Kunz (17-42) die innerhalb der Landeskirchen so h\u00e4ufig verbreitete Aversion gegen\u00fcber dem Thema Mission und die Zukunft des Konzepts Volkskirche angesichts dessen. M\u00fcller (43-56) pl\u00e4diert daf\u00fcr, dem Thema J\u00fcngerschaft im deutschen praktisch-theologischen Diskurs mehr Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Diese versteht sie als die hoffnungsspendende Interpretation des eigenen Lebens durch Erfahrungen von Transzendenz im Alltag. Ihr Anliegen ist zu w\u00fcrdigen, jedoch bleibt die normative Komponente der Schrift unterreflektiert. Nach Mt 28,19-20 h\u00e4ngt J\u00fcngerschaft ganz wesentlich mit dem Unterweisen in der Lehre Jesu zusammen. Diese muss die ultimative hermeneutische Brille sein, durch die das eigene Leben mitsamt seinen transzendenten Erfahrungen gedeutet wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Bartholom\u00e4 (57-82) und Todjeras (83-93) fragen dann nach Impulsen f\u00fcr die frei- und landeskirchliche Missionsarbeit in einem post-christlichen Kontext. W\u00e4hrend Bartholom\u00e4 sich dabei an russlanddeutschen Freikirchen orientiert, greift Todjeras Anregungen aus der \u201epost-evangelikalen\u201c Szene auf. Meiner Meinung nach w\u00e4ren auch die Beitr\u00e4ge von Wrogemann (165-179) und Schweyer (193-208) besser im ersten Buchabschnitt verortet gewesen. Ersterer reflektiert, wie angesichts sinkender Mitgliedszahlen die Lebendigkeit von Kirche gedacht werden k\u00f6nnte und letzterer analysiert die drei Sozialformen der Kirche nach Hauschildt und Pohl-Patalong (Institution, Organisation, Bewegung) hinsichtlich ihrer Missionskompatibilit\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n<p>Im zweiten Teil, der erg\u00e4nzende Perspektiven auf die Thematik enth\u00e4lt, heben Tomlin (97-114), van den Toren (149-163) und Breitenstein (209-224) allesamt die Wichtigkeit einer Wiederentdeckung von Apologetik f\u00fcr Mission im sp\u00e4tmodernen Europa hervor. Nach Tomlin und Breitenstein geht es dabei allerdings nicht um die rationale Verteidigung des christlichen Glaubens, sondern um eine erneuerte Vision des Lebens in dieser Welt im Lichte der Offenbarung Gottes in Jesus Christus, in dem alle existenziellen Sehns\u00fcchte des Menschen erf\u00fcllt werden. Unn\u00f6tigerweise sind diese drei \u00e4hnlichen Aufs\u00e4tze jedoch \u00fcber die Kapitel f\u00fcnf, acht und zw\u00f6lf verteilt, was ein gemeinsames Lesen erschwert.<\/p>\n\n\n\n<p>Das gemeinsame Thema des Sammelbandes, die Krise der Mission, wird in den einzelnen Beitr\u00e4gen durchaus unterschiedlich interpretiert. W\u00e4hrend manche diese vor allem im Sinne sinkender Kirchenmitgliedschaftszahlen und mangelnder missionarischer Erfolge deuten, weisen andere in alternative Richtungen. Paas zufolge best\u00fcnde die Missionskrise prim\u00e4r darin, dass die meisten Christen in Europa das praktische Vertrauen in das Evangelium verloren h\u00e4tten und dadurch nicht davon berichten k\u00f6nnen, wie es Personen und Gesellschaften transformieren kann (117). Nach Kunz sollte man eigentlich gar nicht von einer Krise der Mission sprechen, weil es in Wirklichkeit die Mission Gottes ist, die die Kirche immer in die Krise stellt (23). Und auch Flett (131-148) bem\u00e4ngelt \u00e4hnlich, dass die Rede von einer Missionskrise oft nur gebraucht wird, um zu vermehrtem missionarischem Handeln zu motivieren. Dies widerspr\u00e4che aber fundamental der missionstheologischen Einsicht, dass Kirche ihrem Wesen nach, also auch im \u201eNormalbetrieb\u201c, missionarisch sein muss.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eMission in Crisis\u201c bietet unterschiedliche Perspektiven auf die aktuelle Lage und Zukunft der protestantischen Kirchen in Westeuropa. Die Beitr\u00e4ge geben wertvolle Gedankenanst\u00f6\u00dfe hinsichtlich der Frage, wie diese auch angesichts sinkender Mitgliedschaftszahlen und schwindendem gesellschaftlichen Einfluss treu an der Mission Gottes teilnehmen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><em>Thomas Kr\u00e4<\/em><em>uter, M.A. B.A., <\/em><em>PhD-Student an der ETF Leuven und freikirchlicher Pastor in Wien<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ralph Kunz \/ Henning Wrogemann (Hg.): Mission in Crisis. 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