{"id":251,"date":"2017-05-01T19:44:14","date_gmt":"2017-05-01T19:44:14","guid":{"rendered":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=251"},"modified":"2017-05-01T20:32:19","modified_gmt":"2017-05-01T20:32:19","slug":"donald-sinnema-u-a-hg-acta-of-the-synod-of-dordt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=251","title":{"rendered":"Donald Sinnema, u.a. (Hg.): \u201eActa of the Synod of Dordt\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Donald Sinnema, Christian Moser, Herman J. Selderhuis (Hg.): <em>\u201eActa of the Synod of Dordt\u201c. <\/em><em>Acta et Documenta Synodi Nationalis Dordrechtanae (1618-1619)<\/em>, ADSND 1, G\u00f6ttingen: Vandenhoeck &amp; Ruprecht, 2014, CVII+ 539 S., \u20ac 175,\u2212, <a href=\"http:\/\/www.v-r.de\/de\/acta_of_the_synod_of_dordt\/t-0\/1008021\/\">ISBN 978-3-525-55078-6<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/rezensionen.afet.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Sinnemann_Dordt.pdf\"><\/p>\n<div class=\"dwnldbtn\">Download PDF<\/div>\n<p><\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p>Es geh\u00f6rte bisher zu den R\u00e4tseln der kirchengeschichtlichen Forschung, dass es zu einem der wichtigsten Ereignisse der reformierten Kirchen, n\u00e4mlich der Synode von Dordrecht, bisher keine kritische Edition der Abschlussdokumente gab und die meisten Quellen in zahlreichen europ\u00e4ischen Archiven bisher nie verwendet, geschweige denn \u00f6ffentlich zug\u00e4nglich gemacht wurden.<\/p>\n<p>Im Auftrag der Johannes a Lasco Bibliothek Emden erschien Ende 2014 der 1. Band der Edition Acta et Documenta Synodi Nationalis Dordrechtanae 1618-1619 (ADSND). Der Band und die Reihe \u201eActa of the Synod of Dordt\u201c werden herausgegeben von Donald Sinnema, Christian Moser, Herman J. Selderhuis unter Mitarbeit von Janika Bischof, Johanna Roelevink und Fred van Lieburg. Der erste Band ist mit knapp unter 600 S. der am wenigsten umfangreichste, denn die acht Folgeb\u00e4nde sind im Schnitt auf 900 S. angelegt. Das h\u00e4ngt damit zusammen, dass der erste Band nur die verschiedenen Varianten der seinerzeit angefertigten Abschlussberichte umfasst, die aber bereits viel \u00fcber den Ablauf der Synode aussagen.<\/p>\n<p>Die weiteren B\u00e4nde werden dagegen Vorbereitungsdokumente, Protokolle, die Stellungnahmen der 19 Delegationen, Berichte der verurteilten Remonstranten und schlie\u00dflich die Berichte und Tagebuchaufzeichnungen der ausl\u00e4ndischen und der niederl\u00e4ndischen Delegierten enthalten. Die B\u00e4nde werden dann im Gegensatz zu Band 1 fast ausschlie\u00dflich unver\u00f6ffentlichte und \u00fcberwiegend lateinische Texte enthalten (daneben einzelne Texte in Niederl\u00e4ndisch, Englisch, Deutsch und Franz\u00f6sisch), die aus Archiven in den Niederlanden, der Schweiz, England und Deutschland zusammengetragen wurden. Das Ganze ist ein internationales Unternehmen. Allein die drei Hauptinitiatoren spiegeln das wider, denn Selderhuis ist Professor in den Niederlanden, Moser in Z\u00fcrich und Sinnema in Palis Heights, Illinois, USA. Deutschland ist durch die federf\u00fchrende Johannes a Lasco Bibliothek involviert, die sich auch sonst in vorbildlicher Weise um die Erforschung und Darstellung der Geschichte der reformierten Kirchen verdient macht. Man darf gespannt sein, ob dieses ambitionierte Werk tats\u00e4chlich rechtzeitig zum 400j\u00e4hrigen Jubil\u00e4um der Synode fertig sein wird.<\/p>\n<p>Auch wenn es bei einem Blick auf die bisherigen herausragenden Leistungen der Herausgeber nicht verwundert, insbesondere von Herman Selderhuis, ist die kritische Edition der verschiedenen Abschlussberichte der Synode hervorragend gelungen. Die ausf\u00fchrlichen, einleitenden Texte in englischer Sprache fassen das bisher Bekannte \u00fcbersichtlich zusammen, erg\u00e4nzen es aber um zahlreiche Informationen, die w\u00e4hrend des Prozesses des Edierens zug\u00e4nglich wurden. Das Namensregister erw\u00e4hnt kurz die Funktionen der Genannten, obwohl vorne (LXXI-CVII) alle Delegierten mit Kurzbiografien vorgestellt werden, was eine immense Flei\u00dfarbeit gewesen sein muss. Daneben gibt es ein sehr kurzes Bibelstellenregister und ein Themenregister. Die Texte selbst sind \u00fcbersichtlich ediert. Allerdings sind die Texte der Abschlussberichte nur \u00fcber das Themenregister vergleichbar, sind sie doch zu unterschiedlich, um sie parallel abzudrucken.<\/p>\n<p>Es handelt sich n\u00e4mlich erstens um den im 17. Jh. nicht ver\u00f6ffentlichten offiziellen Abschlussbericht der Synodenprotokollanten (\u201eActa Authentica\u201c), zweitens um eine gedruckte starke Kurzfassung daraus direkt nach der Synode (\u201eActa Contracta\u201c) und drittens um eine im folgenden Jahr erarbeitete offizielle Version auch f\u00fcr das Ausland, die eine stark \u00fcberarbeitete und leicht gek\u00fcrzte Fassung der Acta Authentica darstellt, wobei auch sprachlich fast jeder Satz ge\u00e4ndert wurde. Es ist diese Fassung, die f\u00fcr lange Zeit das Bild von Dordrecht bestimmt hat. Erst durch die neue Ausgabe wird das Ausma\u00df der Bearbeitung deutlich. Auch wenn das meiste stilistischer Natur ist, wurden doch einerseits viele eher subjektiv formulierte Meinungen jetzt zu objektiven Aussagen. Umgekehrt wurden zahlreiche sehr scharfe Aussagen im Lateinischen abgeschw\u00e4cht.<\/p>\n<p>Die Dordrechter Synode (13.11.1618\u201309.05.1619) war und ist die erste und einzige allgemeine Synode der reformierten Kirchen in Europa, alle anderen reformierten Synoden der Geschichte waren nationale Synoden. (Die letzten beiden Wochen 13.\u201329.05.1619 waren dann nach Abreise der internationalen Vertreter auch tats\u00e4chlich eine niederl\u00e4ndische Nationalsynode.)<\/p>\n<p>In 154 Sitzungen pr\u00e4gte die Dordrechter Synode die Zukunft des Calvinismus. Aufgrund der Bedeutung der eigentlichen Dordrechter Beschl\u00fcsse zur Heilslehre wird oft \u00fcbersehen, dass die Synode vor Eintreffen der Arminianer und dann wieder im Anschluss an die eigentliche Synode wesentliche Beschl\u00fcsse fasste, so die Erarbeitung einer neuen Bibel\u00fcbersetzung aus dem Grundtext durch ein gro\u00dfes Expertengremium, die 1637 als \u201eStatenvertaling\u201c (Staaten\u00fcbersetzung) erschien, eine Kirchenordnung f\u00fcr die niederl\u00e4ndische Kirche, die lange Bestand hatte und auf viele reformierte Kirchenordnungen weltweit einwirkte, die Festlegung der sonnt\u00e4glichen Katechismuspredigt \u00fcber den Heidelberger Katechismus, die weit \u00fcber die Niederlande hinaus Usus wurde, weiterhin die Ordnung des kirchlichen Unterrichts von der Familie bis zum Theologiestudium, wobei die ausl\u00e4ndischen Teilnehmer gerade hier tiefe Spuren hinterlie\u00dfen, sowie die Austeilung des Abendmahls an Kinder von Sklaven und weitere Punkte.<\/p>\n<p>Die Bedeutung des Ergebnisses der Synode ist meines Erachtens in etwa mit der des Konkordienbuches der lutherischen Kirche vergleichbar (so auch Selderhuis, XV), in dem hier die nachfolgenden Generationen der Reformatoren der ersten Generation Streitigkeiten zugunsten einer \u201eFormulieren von eenigkeit\u201c bzw. \u201ethree forms of unity\u201c aufl\u00f6ste.<\/p>\n<p>Die 18 Vertreter der acht niederl\u00e4ndischen Generalstaaten bestanden aus neun hochrangigen Mitgliedern der obersten Leitungsgremien der Staaten (von denen sechs in Jura promoviert waren), gefolgt von einer Gruppe von f\u00fcnf B\u00fcrgermeistern gro\u00dfer St\u00e4dte plus einem Scheriff und au\u00dferdem vier Adeligen (LXXII\u2013LXXVI). Diese 18 Staatenvertreter hatten immer das letzte Wort, sie hatten geheime Instruktionen mitbekommen (LIV+LIII). Daran \u00e4nderte auch nichts, dass die fast 60 Pfarrer bzw. Theologen, die die Provinzsynoden gew\u00e4hlt hatten, die Mehrheit der Synode bildeten.<\/p>\n<p>Die ausl\u00e4ndischen Vertreter kamen vor allem aus dem Bereich des Heiligen R\u00f6mischen Reiches Deutscher Nation, n\u00e4mlich aus der Pfalz, Hessen, Nassau-Wetterau, Bremen, Emden, den Schweizer Kantonen Z\u00fcrich, Basel, Bern, Schaffhausen und daneben eigenst\u00e4ndig Genf. Die Delegierten Brandenburgs lie\u00df der Kurf\u00fcrst von Brandenburg wegen Sorge um Spannungen mit den Lutheranern im Land nicht teilnehmen. Die franz\u00f6sischen Delegierten konnten wegen eines Reiseverbotes von K\u00f6nig Ludwig XIII. nicht kommen (XXX\u2013XXXI), weswegen vier leere St\u00fchle die gesamte Zeit der Synode ihre Zugeh\u00f6rigkeit dokumentierten. Allerdings nahm die Synode der franz\u00f6sischen reformierten Kirche die Ergebnisse von Dordrecht bereits 1620 an. Weitere ausl\u00e4ndische Vertreter kamen aus England. Der Leiter der Delegation der anglikanischen Kirche, George Carleton, wurde die gesamte Synode \u00fcber mit seinem Titel \u201aBischof\u2018 angesprochen und sa\u00df auf einem Stuhl mit einer bisch\u00f6flichen Umh\u00fcllung. Walter Balcanqual war zwar anglikanischer Priester, vertrat aber offiziell die reformierte \u201aChurch of Scotland\u2018. Diese ungew\u00f6hnlichen Beziehungen sind kaum erforscht, man darf gespannt auf die Dokumente aus britischen Archiven sein.<\/p>\n<p>Unter Fachleuten gibt es eine Diskussion, ob es schon auf der Synode beabsichtigt war, einen neuen Lehrstandard in einer Bekenntnisschrift aufzurichten oder, ob sich die Ergebnisse erst sp\u00e4ter allm\u00e4hlich zu einem Bekenntnisstandard entwickelten. Die Herausgeber vertreten eher erstere Sicht und ich stimme ihnen zu. Meines Erachtens l\u00e4sst der Band keine andere Schlussfolgerung zu, aber man wird nat\u00fcrlich die vielen unver\u00f6ffentlichten Quellen in den n\u00e4chsten B\u00e4nden abwarten m\u00fcssen, bevor man ein endg\u00fcltiges Urteil f\u00e4llen kann. Denn von Anfang an ging es darum, auf der Grundlage des Ergebnisses der Synode andersdenkende und anders lehrende Pfarrer vom Amt auszuschlie\u00dfen. Der Pr\u00e4sident der Synode, Johannes Bogermann, verwies die Remonstranten am 14.01.1619 der Synode. Sie durften ab dann also noch nicht einmal mitdiskutieren oder \u00fcberpr\u00fcfen, ob ihre Sicht wenigstens korrekt dargestellt wurde. Und am Ende unterschrieben alle Teilnehmer feierlich neben dem Belgischen Bekenntnis und dem Heidelberger Katechismus auch die Dordrechter Beschl\u00fcsse.<\/p>\n<p>Der Ratspension\u00e4r Johan van Oldenbarnevelt, der die Arminianer unterst\u00fctzt hatte, wurde bereits wenige Tage nach Ende der Synode im Mai 1619 zum Tode verurteilt und enthauptet. Sicher w\u00e4re es zu einfach, seinen Tod rein als Folge seiner remonstrantischen Position zu sehen.Moritz von Oranien, der seinen Gegenspieler auf diese Weise aus dem Weg r\u00e4umte, interessierte sich kaum wirklich f\u00fcr Theologie und die calvinistische Position und die Todesstrafe wurde f\u00fcr Hochverrat verh\u00e4ngt, n\u00e4mlich den Versuch, Moritz zu entmachten oder zu beseitigen. Trotzdem zeigt die Vermengung des Wettstreits um die Macht in den Niederlanden mit den theologischen Positionen, dass es von Anfang an um mehr ging, als einen freundlichen theologischen Konsens. Im Gefolge der Synode wurden nach Anerkennung der Ergebnisse durch die Generalstaaten zudem etwa 200 arminianische Geistliche des Amtes enthoben und mussten die Niederlande verlassen. Schon 1620 wurden die Beschl\u00fcsse der Synode von Dordrecht in Frankreich von der nationalen (reformierten) Synode von Al\u00e8s best\u00e4tigt. Schon sechs Jahre sp\u00e4ter, 1625, verloren die Calvinisten ihren wichtigsten G\u00f6nner durch den Tod des Generalstatthalters Moritz von Oranien, trotzdem blieb der Dordrechter Bekenntnisstand als Synodenbeschluss auf Dauer erhalten. Zugleich ist darauf hinzuweisen, dass ein wichtiger Effekt der Synode die Symbolisierung des Heidelberger Katechismus f\u00fcr die Breite der reformierten Kirche war \u2013 auch das ist ein Hinweis auf den bekenntnisstiftenden Charakter der Synode.<\/p>\n<p>Die Entscheidung, die \u201eCanones\u201c popul\u00e4r, nicht scholastisch-akademisch zu formulieren und deswegen auch zu jedem Punkt auszuf\u00fchren, welche Konsequenzen sie f\u00fcr das praktische Glaubensleben haben, trug zu ihrer Popularit\u00e4t und ihrem sp\u00e4teren \u00dcberleben bei.<\/p>\n<p>Neben dem Sieg \u00fcber die innerkirchliche Opposition und dem kurzzeitigen internationalen Prestigegewinn f\u00fcr Moritz von Oranien d\u00fcrfte geschichtlich gesehen der Haupteffekt der Dordrechter Synode gewesen sein, die reformierte Konfession als konfessionelle Gr\u00f6\u00dfe neben der lutherischen Konfessionen eindeutig zu formen und sichtbar zu machen. Gleichzeitig wurden die Niederlande \u2013 vor allem nach dem Zusammenbruch der Kurpfalz im 30j\u00e4hrigen Krieg und dem Verlust der Heidelberger theologischen Fakult\u00e4t \u2013 das theologisch f\u00fchrende Zentrum des Calvinismus.<\/p>\n<p>Die Auseinandersetzung, die zur Synode f\u00fchrte, begann 1603\/1604 als Konflikt zwischen den beiden Leidener Professoren Jacobus Arminius und Franciscus Gomarus. 1610 verfassten 43 arminianische Theologen eine \u201eRemonstranz\u201c in 5 Artikeln. Die \u201eGomaristen\u201c wurden deswegen auch \u201eArminianer\u201c und \u201eContraremonstranten\u201c genannt. Jakob Arminius (1560\u20131609) vertrat, das Gott beschlossen habe, alle Menschen zu retten, tats\u00e4chlich aber nur die gerettet w\u00fcrden, die durch eigenen Glauben die Rettung ann\u00e4hmen. Es geh\u00f6re aber zur Freiheit des Menschen, dass sie der g\u00f6ttlichen Gnade widerstehen k\u00f6nnten. Franciscus Gomarus (1565\u20131641) folgte dem Standpunkt des Nachfolgers von Calvin in Genf, Theodor Beza, der Calvin gewisserma\u00dfen radikalisiert hatte: Gott hat noch vor dem S\u00fcndenfall bestimmt, wer gerettet wird und wer verloren ist (Supralapsarismus), das hei\u00dft, bevor es die S\u00fcnde \u00fcberhaupt gab und deswegen nicht aus seiner Barmherzigkeit heraus, sondern aus seiner Souver\u00e4nit\u00e4t und Allmacht heraus. Der an der Spitze der niederl\u00e4ndischen Generalstaaten stehende Statthalter Moritz von Oranien, der Gomarus leidenschaftlich unterst\u00fctze, veranlasste eine endg\u00fcltige Entscheidung in diesem Streit durch eine Synode, der die calvinistische Pr\u00e4destinationslehre zum Gegenstand hatte. Die Remonstranten -mit Simon Episcopius, Professor in Leiden, an der Spitze- \u00fcberreichten den ausl\u00e4ndischen Delegierten eine Apologie und verteidigten sich vor der Synode kurzfristig, wurden aber nach ihrer Weigerung, sich vorab den Beschl\u00fcssen der Synode zu unterwerfen und deren Rechtm\u00e4\u00dfigkeit anzuerkennen, in der 57. Sitzung (von 154) ausgewiesen. War also die Verurteilung der Position des Arminius schon vorher beschlossene Sache, wundert es, dass die Gegenposition des Gomarus auf der Synode keine Mehrheit fand. Auch wenn der Supralapsarismus (Erw\u00e4hlung und Verwerfung gehen Sch\u00f6pfung und S\u00fcndenfall voraus, sind also Teil der Souver\u00e4nit\u00e4t Gottes, nicht Folge seiner Barmherzigkeit) nirgends explizit verworfen wird, hatten seine Bef\u00fcrworter das Nachsehen \u2013 hier waren sich die meisten ausl\u00e4ndischen Delegierten gegen die Position von Gomarus einig. Denn durchg\u00e4ngig wird der Infralapsarismus (Erw\u00e4hlung und Verwerfung folgen Sch\u00f6pfung und S\u00fcndenfall, ergeben sich also vor allem aus Gottes Barmherzigkeit) vorausgesetzt (so auch Selderhuis, XVIII, XXX). Man muss deswegen sagen, dass die Synode gerade nicht die strenge Linie von Gomarus verfolgt hat, die sich auf Theodor von Beza zur\u00fcckf\u00fchrte, sondern eher Heinrich Bullingers moderaterer Linie zum Durchbruch verholfen hat. Das ist um so erstaunlicher, als Gomarus selbst Mitglied der Synode war und das Ohr von Moritz von Oranien hatte! Aber vor allem die deutschsprachigen und die englischen Delegierten verhinderten eine Festlegung auf den Supralapsarismus des Gomarus, darunter vor allem Mathias Martinius aus Bremen sowie Georg Cruciger und Rudolph Goclenius aus Hessen (genauer aus Marburg) zu nennen sind.<\/p>\n<p>Es bleibt zu hoffen, dass gerade diese Thematik von Forschern anhand der nun sukzessive leichter zug\u00e4nglichen Dokumente genauer erforscht wird. Jedenfalls sei zu guter Letzt dem Verlag gedankt, dass er ein so kompliziertes, arbeitsaufwendiges und umfangreiches Werk mit allerlei Risiken erm\u00f6glicht und f\u00f6rdert.<\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p><em>Prof. Dr. Dr. Thomas Schirrmacher, <\/em><em>Friedrichstra\u00dfe 38, 53111 Bonn<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-nd\/4.0\/\" rel=\"license\"><img decoding=\"async\" style=\"border-width: 0;\" src=\"https:\/\/i.creativecommons.org\/l\/by-nd\/4.0\/88x31.png\" alt=\"Creative Commons Lizenzvertrag\" \/><\/a><br \/>\nDieses Werk ist lizenziert unter einer <a href=\"http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-nd\/4.0\/\" rel=\"license\">Creative Commons Namensnennung &#8211; Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Donald Sinnema, Christian Moser, Herman J. Selderhuis (Hg.): \u201eActa of the Synod of Dordt\u201c. 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