{"id":2554,"date":"2025-10-04T16:48:12","date_gmt":"2025-10-04T16:48:12","guid":{"rendered":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=2554"},"modified":"2025-10-04T16:48:13","modified_gmt":"2025-10-04T16:48:13","slug":"udo-straeter-johannes-wallmann-in-zusammenarbeit-mit-klaus-vom-orde-hg-philipp-jakob-spener-briefe-aus-der-frankfurter-zeit-1666-1686","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=2554","title":{"rendered":"Udo Str\u00e4ter\u00a0\/\u00a0Johannes Wallmann in Zusammenarbeit mit Klaus vom Orde (Hg.): Philipp Jakob Spener, Briefe aus der Frankfurter Zeit 1666\u20131686"},"content":{"rendered":"\n<p>Udo Str\u00e4ter\u00a0\/\u00a0Johannes Wallmann in Zusammenarbeit mit Klaus vom Orde (Hg.): <em>Philipp Jakob Spener, Briefe aus der Frankfurter Zeit 1666\u20131686, Bd. 8: 1686 mit einem Anhang Briefe aus der Stra\u00dfburger Zeit 1653\u20131666<\/em>, T\u00fcbingen: Mohr Siebeck, 2022, geb., XXXIV+754\u00a0S., geb., Ln., \u20ac\u00a0199,\u2013, ISBN <a href=\"https:\/\/www.mohrsiebeck.com\/buch\/briefe-aus-der-frankfurter-zeit-1666-1686-9783161619793\/\">978-3-16-161979-3<\/a><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Bereits im Vorwort zum 2019 erschienenen siebten Band der Spener-Briefe k\u00fcndigte der Herausgeber Udo Str\u00e4ter das baldige Erscheinen des letzten Bandes an \u2013 nun liegt Band 8 vor und beschlie\u00dft mit den Briefen aus dem ersten Halbjahr des Jahres 1686 die Edition der Briefe Philipp Jakob Speners (1635\u20131705) aus seiner Zeit als Senior der lutherischen Geistlichen in Frankfurt. Neben 38 Briefen, die Spener in den Monaten vor seinem Wechsel nach Dresden verfasste, bietet dieser Band jedoch weitere 110 Briefe, zun\u00e4chst \u201eNachtr\u00e4ge von Briefen aus der Frankfurter oder Dresdner Zeit\u201c (Nr.&nbsp;39\u201352), die im bzw. um das Jahr 1686 entstanden, dann \u201eNachtr\u00e4ge von Briefen aus der Frankfurter Zeit\u201c (1666\u20131686; Nr.&nbsp;53\u2013111) und \u201eNachtr\u00e4ge: Dresdner Zeit\u201c (1686\u20131689; Nr.&nbsp;112\u2013117) sowie schlie\u00dflich \u2013 erstmals kritisch ediert \u2013 die Briefe aus der Stra\u00dfburger Zeit, aus den Jahren 1653 bis zu seiner Berufung nach Frankfurt 1666 (Nr.&nbsp;S\u20131 bis S\u201331). Die Nachtr\u00e4ge bieten bisher undatierte oder unvollst\u00e4ndige Briefe, deren Kontext, Entstehungszeit und Adressaten sorgf\u00e4ltig rekonstruiert wurden. Erstdrucke aus Handschriften finden sich selten, aber kritische Neu-Editionen von Briefen aus Speners \u201eTheologischen Bedencken\u201c und den \u201eConsilia et Iudicia\u201c. Das in Band 8 edierte Briefkonvolut umfasst mehr als drei Jahrzehnte und zeigt dementsprechend eine Adressaten- und Themenvielfalt. Zu w\u00fcrdigen ist daher, dass die Editoren durch die Einleitung (Klaus vom Orde; XIII\u2013XIX), durch Querverweise auf die anderen Briefb\u00e4nde in den Anmerkungen sowie durch das umfangreiche deutsche Sachregister (675\u2013752) zu allen acht B\u00e4nden der Frankfurter Briefe eine erste Einordnung vornehmen. Der Band beschlie\u00dft aber nicht nur die Frankfurter Zeit Speners, sondern gibt mit den fr\u00fchen Briefen aus Stra\u00dfburg, Basel, Genf und T\u00fcbingen Einblick in Speners Studien-, Reise- und Predigerzeit und die Entstehung und Entwicklung des lutherischen Pietismus.<\/p>\n\n\n\n<p>Ediert sind alle Briefe nach dem bereits aus den vorangehenden Briefb\u00e4nden bekannten und bew\u00e4hrten Schema: Adressat, Datum, Inhaltszusammenfassung und Notiz zur \u00dcberlieferung gehen dem Abdruck der deutschen und lateinischen Briefe voraus. Der Anmerkungsapparat bietet wichtige Informationen zu den im jeweiligen Brief genannten Themen, Schriften und Personen und die Zeilenangaben erm\u00f6glichen das pr\u00e4zise Zitieren und schnelle Auffinden von Aussagen. Personen-, Orts- und Bibelstellenregister (653\u2013673) zu diesem Band gehen dem erw\u00e4hnten Gesamtsachregister zu allen B\u00e4nden der Frankfurter Zeit voran.<\/p>\n\n\n\n<p>Die f\u00fcnf Teilkonvolute bieten in den angesprochenen Themen (und Adressaten) sowohl Kontinuit\u00e4t als auch einzelne neue oder bislang von Spener selten angesprochene Aspekte: So zeigen die Briefe des ersten Halbjahrs 1686 (Nr.&nbsp;1\u201338) vor Speners Wechsel nach Dresden vor allem die Kontinuit\u00e4t zu seiner vorausgehenden Briefkorrespondenz. Neben dem Austausch zu Speners Wechsel und damit der grunds\u00e4tzlichen Frage nach der Berufung ins Predigeramt (Briefe Nr.&nbsp;15\u201317, 22\u201323) finden sich hier kirchlich-theologische, vor allem ekklesiologische Fragen, \u00dcberlegungen zu Stellenbesetzungen im Sinne einer pietistischen Personalpolitik und seelsorgerliche Ratschl\u00e4ge, die Spener auch in seinen fr\u00fcheren Briefen immer wieder thematisiert hatte. Dazu geh\u00f6rt auch die Sorge um die verfolgten Glaubensgeschwister, wie z.&nbsp;B. die Hugenotten, die durch die Aufhebung des Edikts von Nantes im Oktober 1685 ihre b\u00fcrgerlichen und religi\u00f6sen Rechte in Frankreich verloren (Nr.&nbsp;19).<\/p>\n\n\n\n<p>Zu den weniger bekannten Aspekten z\u00e4hlen Speners \u00dcberlegungen gegen\u00fcber Ahasver Fritsch [?] in einem Brief vom April 1686 zu einem z\u00f6libat\u00e4ren Leben im Protestantismus (Nr. 26). Hier ist bedauerlich, dass die Briefb\u00e4nde auf \u00dcbersetzungen verzichten. Denn nicht nur dieser Brief, sondern auch der einzig andere, in dem Spener dieses Thema anspricht \u2013 1680 gegen\u00fcber Johann Wilhelm Petersen (Bd. IV, Nr.&nbsp;120, 480) \u2013 ist auf Latein verfasst. Vier Briefe zum Wappen des Hauses Sayn aus den Jahren 1675 bis 1679, die hier nachgereicht werden (Nr.&nbsp;63, 69, 72, 88), zeigen, dass Spener auch in der Zeit der Anf\u00e4nge des Pietismus in Frankfurt \u00fcber geistliche und theologische Fragen hinaus interessiert war und korrespondierte. Seine fr\u00fchen (lateinischen) Briefe aus den Jahren 1662 bis 1664 (Nr.&nbsp;S\u201315, S\u201316, S\u201318) zeugen von seinem Interesse am Hebr\u00e4ischen und der Auseinandersetzung mit der j\u00fcdischen Kabbala (der er wenig abgewinnen kann), und in einem (lateinischen) Brief an Christoph Forstner vom Januar 1665 (Nr.&nbsp;S\u201319) listet Spener fast 60 Auslegungen der Offenbarung des Johannes auf, die er f\u00fcr seine Dissertation eingesehen und erarbeitet hatte. Die bibliographischen Nachweise dieser Kommentare sowie die (an manchen Stellen fast zu) ausf\u00fchrlichen Biogramme ihrer Verfasser sind sehr hilfreich f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis des Briefs. Vor allem aber zeigen diese fr\u00fchen Stra\u00dfburger Briefe, dass Spener sich in dieser Zeit intensiv mit verschiedenen theologischen und historischen Fragen auseinandersetzte, bevor er als Reformer der lutherischen Kirche in Frankfurt bekannt wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit Band 8 der Frankfurter Briefe liegt damit nicht nur ein Abschlussband f\u00fcr die Frankfurter Zeit vor, sondern im besten Sinn ein Erg\u00e4nzungsband zu den B\u00e4nden 1 bis 7 und wieder ein \u2013 buchst\u00e4blich und \u00fcbertragen \u2013 gewichtiger Band. <\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><em>Dr. Ulrike Treusch, Professorin f\u00fcr Historische Theologie an der Freien Theologischen Hochschule Gie\u00dfen<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Udo Str\u00e4ter\u00a0\/\u00a0Johannes Wallmann in Zusammenarbeit mit Klaus vom Orde (Hg.): Philipp Jakob Spener, Briefe aus der Frankfurter Zeit 1666\u20131686, Bd.<\/p>\n","protected":false},"author":21,"featured_media":2555,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","inline_featured_image":false,"footnotes":""},"categories":[7],"tags":[],"class_list":["post-2554","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-historische-theologie"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2554","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/21"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2554"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2554\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2556,"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2554\/revisions\/2556"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/2555"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2554"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2554"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2554"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}