{"id":2560,"date":"2025-10-04T16:58:57","date_gmt":"2025-10-04T16:58:57","guid":{"rendered":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=2560"},"modified":"2025-10-04T16:58:58","modified_gmt":"2025-10-04T16:58:58","slug":"andreas-tasche-krisenmanager-in-herrnhut","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=2560","title":{"rendered":"Andreas Tasche: Krisenmanager in Herrnhut"},"content":{"rendered":"\n<p>Andreas Tasche: <em>Krisenmanager in Herrnhut. Friedrich von Watteville und die Anf\u00e4nge der Br\u00fcdergemeine<\/em>, Neuendettelsau: Erlanger Verlag f\u00fcr Mission und \u00d6kumene, 2024, Pb., 278 S., \u20ac 22,90, ISBN <a href=\"https:\/\/erlanger-verlag.de\/product\/krisenmanager-in-herrnhut\/\">978-3-87214-585-7<\/a><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Das vorliegende Buch des fr\u00fcheren Herrnhuter Pfarrers Andreas Tasche schlie\u00dft eine Forschungsl\u00fccke. Obwohl Friedrich Freiherr von Watteville (1700\u20131770) mehrere Jahrzehnte lang einer der bedeutendsten Mitarbeiter Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorfs war, des Gr\u00fcnders der Herrnhuter Br\u00fcdergemeine, ist er in der \u00d6ffentlichkeit kaum bekannt und liegt die einzige existierende gr\u00f6\u00dfere Arbeit \u00fcber sein Wirken mittlerweile mehr als 100 Jahre zur\u00fcck: eine Dissertation von Johannes Grosse, <em>Studien <\/em><em>\u00fc<\/em><em>ber Friedrich von Watteville. Ein Beitrag zur Geschichte des Herrnhutertums<\/em>, Halle (Saale), 1914. Tasches Buch zeigt, dass die Br\u00fcdergemeine von Anfang an keine Zinzendorf-Gemeinde war. Neben dem Grafen war zu allen Zeiten eine gr\u00f6\u00dfere Anzahl sowohl von M\u00e4nnern als auch von Frauen an ihrem Aufbau und Fortgang ma\u00dfgeblich beteiligt. Eine der gro\u00dfen F\u00e4higkeiten Zinzendorfs bestand darin, au\u00dfergew\u00f6hnlich begabte und einsatzfreudige M\u00e4nner und Frauen f\u00fcr den Dienst in der Br\u00fcdergemeine zu gewinnen. Das sollte bei aller (notwendigen) Kritik an seinem oft schwierigen Umgang mit seinen Mitarbeitern nicht vergessen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Keiner von ihnen lebte und wirkte so lange an der Seite Zinzendorfs wie der Berner Patriziersohn und Bankier Watteville, der bereits zu den Mitsch\u00fclern des Grafen auf dem P\u00e4dagogium Regium August Hermann Franckes in Halle geh\u00f6rt hatte. Ihre Verbundenheit reichte schon damals \u00fcber das normale Mitsch\u00fclersein insofern hinaus, als Watteville zum sog. Senfkornorden geh\u00f6rte, einer von Zinzendorf gestifteten Gemeinschaft von Jugendlichen, die sich noch in den Franckeschen Stiftungen zum Engagement f\u00fcr den Bau des Reiches Gottes zusammengeschlossen und verpflichtet hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>Dennoch war es alles andere als selbstverst\u00e4ndlich, dass Watteville einer der langj\u00e4hrigen leitenden Mitarbeiter des entstehenden Herrnhut wurde. Nach der gemeinsamen Schulzeit hatte sich der Lebensweg von Zinzendorf und Watteville n\u00e4mlich zun\u00e4chst getrennt. Watteville war in die v\u00e4terliche Bank eingestiegen und hatte diese zu h\u00f6chster Bl\u00fcte gef\u00fchrt. Der vielfache Million\u00e4r war jedoch durch den pl\u00f6tzlichen Zusammenbruch der v\u00e4terlichen Bank in Paris wirtschaftlich in den Ruin geraten, und hatte auch in seelischer Hinsicht Schaden genommen. Zusammen mit dem Lebensmut war ihm der christliche Glaube abhandengekommen. Indem ihn Zinzendorf dauerhaft an die im Aufbau befindliche und sehr bald weltweit expandierende Br\u00fcdergemeine zu binden verstand, konnte Watteville seine Lebenskrise \u00fcberwinden, fand neuen Lebenssinn und auch wieder zum Glauben zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p>Das vorliegende Buch ist aus den Quellen gearbeitet, von denen es sogar eine Reihe bisher unbekannter erschlie\u00dft. Auch in \u00e4u\u00dferer Hinsicht ist es ansprechend gestaltet: So enth\u00e4lt es eine Vielzahl von (z. T. weniger bekannten) Abbildungen und neben einem ausf\u00fchrlichen Literaturverzeichnis ein weiterf\u00fchrendes Register der Orts- und Personennamen. Zur Orientierung hilfreich sind auch die beiden Beigaben \u00fcber die Watteville-Nachkommen und \u00fcber die vielf\u00e4ltigen \u00c4mter, die er w\u00e4hrend seiner T\u00e4tigkeit im Rahmen der Br\u00fcdergemeine ausge\u00fcbt hat. Gerade die Aufstellung \u00fcber die Nachkommen ist erhellend, um die verschiedenen verwandtschaftlichen Verh\u00e4ltnisse zwischen den Familien Watteville und Zinzendorf entwirren zu k\u00f6nnen. War doch ein Neffe Wattevilles, der Sohn seines zweit\u00e4ltesten Bruders, mit der j\u00fcngsten Tochter Zinzendorfs, Elisabeth, verheiratet und hat Watteville den sp\u00e4teren Schwiegersohn Zinzendorfs, Johann von Watteville, geb. Johann Michael Langguth, adoptiert, damit dieser die \u00e4lteste Tochter des Grafen Zinzendorf, Henriette Benigna Justine, heiraten konnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Buch erhebt nicht den Anspruch, eine ausf\u00fchrliche Biographie Wattevilles zu sein, sondern legt den Schwerpunkt auf die ersten Jahrzehnte seines Wirkens nach der Gr\u00fcndung Herrnhuts im Jahr 1722. Es ist in 14 ungleich lange und auch in inhaltlicher Hinsicht unterschiedlich gewichtige Kapitel untergliedert. Ohne die Kapitel hier im Einzelnen alle nennen zu k\u00f6nnen: Es gelingt dem Verfasser darin, einen weiten Bogen von der Vorgeschichte Wattevilles bis zu dessen letzten Jahren und Verm\u00e4chtnis zu spannen.<\/p>\n\n\n\n<p>Einen Beleg f\u00fcr Zinzendorfs seelsorgliche F\u00e4higkeiten stellt die Darstellung des komplizierten Weges von Wattevilles nach Herrnhut dar und vor allem der Umst\u00e4nde, die zu seiner Entscheidung f\u00fcr ein dauerhaftes Engagement in der Br\u00fcdergemeine f\u00fchrten (Kap. 2 und 3). Tasche hat recht, wenn er in Watteville neben Zinzendorf den zweiten \u201eStifter\u201c der Br\u00fcdergemeine sieht (Kap. 4 und 5). W\u00e4hrend der Graf als Vision\u00e4r wesentlich die Wege der Gemeinde und ihre weltweite Expansion bestimmte und zeitlebens im \u00f6ffentlichen Rampenlicht stand, verk\u00f6rperte Watteville das stabile Element im Hintergrund. Ohne seine organisatorischen F\u00e4higkeiten, seine Begabung, zwischen Konfliktpartnern zu vermitteln (Tasche nennt ihn \u201eZinzendorfs Krisenmanager\u201c), und vor allem seinen Sachverstand in finanziellen Angelegenheiten h\u00e4tte die Br\u00fcdergemeine nicht \u00fcberlebt. Er bew\u00e4hrte sich dabei auch als Berater der Gr\u00e4fin Erdmuthe von Zinzendorf (Kap. 12), die in den ersten Jahrzehnten Herrnhuts so etwas wie die Finanzdezernentin der Br\u00fcdergemeine mit ihren weit ausgreifenden missionarischen Aktivit\u00e4ten war.<\/p>\n\n\n\n<p>Hervorheben m\u00f6chte ich auch das Kapitel 6, in dem es um die Ehe Wattevilles mit Johanna Sophia von Zezschwitz geht. Von Haus aus pietistisch gepr\u00e4gt, geh\u00f6rte sie zusammen mit ihren beiden Schwestern neben \u2013 in mancher Hinsicht sogar vor \u2013 der Ehefrau Zinzendorfs zu den ersten einer Reihe von hochbegabten, verm\u00f6genden Frauen, die ihr Leben unter der Anleitung Zinzendorfs im Rahmen der Br\u00fcdergemeine eigenverantwortlich in den Dienst f\u00fcr Jesus stellten. So ist ihr \u2013 noch vor dem Eheschluss mit Watteville \u2013 die Gr\u00fcndung der ersten M\u00e4dchenschule in Berthelsdorf, dem urspr\u00fcnglichen Hauptort der G\u00fcter des Grafen, zu verdanken. Sie lie\u00df das daf\u00fcr n\u00f6tige Schulgeb\u00e4ude aus eigenen Mitteln erbauen. Das Ehepaar Watteville f\u00fchrte wie die Zinzendorfs eine \u201eStreiterehe\u201c, setzte sich gemeinsam f\u00fcr die Belange des Reiches Gottes ein und war dabei immer wieder bereit, daf\u00fcr auch Teile ihres Privatverm\u00f6gens zur Verf\u00fcgung zu stellen. Nach der Darstellung Tasches m\u00fcssen sie sich von ihrem Charakter her gut erg\u00e4nzt haben: W\u00e4hrend Watteville Zeit seines Lebens unter Minderwertigkeitsgef\u00fchlen litt, war Johanna Sophia offensichtlich eine zupackende Frau. Von den sechs Kindern erreichte nur eine Tochter das Erwachsenenalter, die mit ihrem Mann, Heinrich von Bruiningk, der sp\u00e4ter u. a. auch Bischof wurde, im Dienst der Br\u00fcdergemeine stand.<\/p>\n\n\n\n<p>Bemerkenswert ist ebenso das k\u00fcrzere Kapitel 10 \u00fcber Watteville als Dichter. Es ist Zinzendorf, einer der gro\u00dfen Lyriker der evangelischen Christenheit, \u00e4hnlich wie Luther darum gegangen, die Mitglieder der Br\u00fcdergemeine zu eigenen geistlichen Gedichten anzuregen. Auch wenn Watteville nur in bescheidenem Umfang als Lieddichter t\u00e4tig war, scheinen bis zum vorletzten, 1967 erschienen, Gesangbuch der Br\u00fcdergemeine immer Lieder von ihm enthalten gewesen zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Kapitel 11 \u201eSp\u00e4tere eigenst\u00e4ndige Missionen\u201c wird deutlich, dass Watteville auch weit \u00fcber Herrnhut hinausreichende Aufgaben im Rahmen der Br\u00fcdergemeine \u00fcbernahm. Zwar besuchte er nicht wie Zinzendorf die amerikanischen Niederlassungen der Br\u00fcdergemeine, daf\u00fcr wurde er aber von diesem mit schwierigen diplomatischen Missionen in Europa beauftragt. \u00dcber ihn konnte Zinzendorf den Kontakt zum Pariser Kardinal Louis-Antoine de Noailles aufrechterhalten, den er bei seiner Kavaliersreise kennen- und sch\u00e4tzen gelernt hatte. Watteville kamen dabei seine exzellenten Franz\u00f6sischkenntnisse zugute. Er war auch der Initiator der ersten fremdsprachigen Ausgabe des Losungsbuches \u00fcberhaupt, die 1741 auf Franz\u00f6sisch erschien. Watteville ist zu verdanken, dass die Br\u00fcdergemeine in Zeist in den Niederlanden dauerhaft Fu\u00df fassen konnte, obwohl die erste Ansiedlung Herrendijk bei Ijsselstein wieder aufgegeben werden musste. Schlie\u00dflich sei hier noch auf seinen entscheidenden Anteil am positiven Ausgang der Verhandlungen zwischen der Br\u00fcder-Unit\u00e4t und dem s\u00e4chsischen Staat hingewiesen. Durch die Gew\u00e4hrung zweier gro\u00dfer Darlehen an Sachsen wurde es m\u00f6glich, dass der Graf nach \u00fcber 10 Jahren Verbannung 1747 dauerhaft nach Herrnhut zur\u00fcckkehren konnte. Gleichzeitig best\u00e4tigte eine \u201eK\u00f6niglich-s\u00e4chsische Untersuchungskommission\u201c, dass die Br\u00fcdergemeine trotz ihrer besonderen liturgischen Formen und Gemeinde\u00e4mter innerhalb der s\u00e4chsischen lutherischen Staatskirche verbleiben durfte.<\/p>\n\n\n\n<p>Tasche will sich in seinem Buch nach eigenen Worten auf das Wirken Wattevilles in den Anfangsjahren Herrnhuts beschr\u00e4nken. Beim genaueren Hinsehen zeigt sich allerdings, dass er immer wieder dessen T\u00e4tigkeit w\u00e4hrend seines ganzen Lebens in den Blick genommen hat. Ein Problem stellt in meinen Augen die philadelphische Deutung des Herrnhuter Experiments dar. Tasche hat sich hier der These Paul Peuckers aus dessen Buch <em>Herrnhut 1722\u20131732<\/em> (G\u00f6ttingen 2021) angeschlossen, eine Auffassung, die in der Vergangenheit zwar immer wieder vertreten wurde, sich aber nicht durchsetzen konnte. Im Moment wird sie von einem Gro\u00dfteil der Zinzendorf-Forschung geteilt. Ich bin weiterhin anderer Meinung. Zinzendorfs hat die traditionelle lutherische Ekklesiologie seiner Zeit zwar weiterentwickelt. Aber genauso \u00fcbernahm er nicht einfach philadelphische Gedanken, sondern unterzog sie einer Transformation. In seiner ganz eigenst\u00e4ndigen Ekklesiologie verband er lutherische, philadelphische, pietistische, mystische u. a. Ans\u00e4tze. Folgende Charakteristika zeichnen diese aus: Der Graf ist \u00fcberzeugt, dass zum Christsein die \u00dcberwindung des Konfessionshasses geh\u00f6rt. Die Universalkirche darf auch nicht ausschlie\u00dflich als eschatologische Gr\u00f6\u00dfe gedacht werden. Damit verbunden ist eine Kritik an der Fokussierung lutherischer Ekklesiologie auf Ortsgemeinde und Territorialkirche. Stattdessen betont der Graf die beiden kirchlichen Sozialgestalten der Universalkirche und der Nachfolgegruppen, d. h. der Orden, wobei er sich um eine Reintegration dieser vierten Sozialgestalt der Kirche in die lutherische Ekklesiologie bem\u00fcht. Noch wichtiger als seine \u00f6kumenischen Bestrebungen war Zinzendorf zeitlebens sein missionarisches bzw. evangelistisches Engagement. Dankenswerterweise kommt das auch im vorliegenden Buch im Hinblick auf Wattevilles eigenes Wirken immer wieder zum Ausdruck \u2013 trotz der von Tasche vertretenen philadelphischen Interpretation des Herrnhuter Gemeindeexperiments. <\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><em>Prof. Dr. Peter Zimmerling, Leipzig<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Andreas Tasche: Krisenmanager in Herrnhut. Friedrich von Watteville und die Anf\u00e4nge der Br\u00fcdergemeine, Neuendettelsau: Erlanger Verlag f\u00fcr Mission und \u00d6kumene,<\/p>\n","protected":false},"author":39,"featured_media":2561,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","inline_featured_image":false,"footnotes":""},"categories":[7],"tags":[],"class_list":["post-2560","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-historische-theologie"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2560","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/39"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2560"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2560\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2562,"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2560\/revisions\/2562"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/2561"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2560"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2560"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2560"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}