{"id":2589,"date":"2025-10-04T17:34:18","date_gmt":"2025-10-04T17:34:18","guid":{"rendered":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=2589"},"modified":"2025-10-04T18:34:51","modified_gmt":"2025-10-04T18:34:51","slug":"nico-limbach-muendige-nachfolge-gemeinsam-lernen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=2589","title":{"rendered":"Nico Limbach: M\u00fcndige Nachfolge gemeinsam lernen"},"content":{"rendered":"\n<p>Nico Limbach: <em>M\u00fcndige Nachfolge gemeinsam lernen. Theologische sowie bildungs- und lerntheoretische Orientierungen f\u00fcr eine Erwachsenenbildung im Glauben am Lernort Gemeinde<\/em>, MuK 4, Leipzig: Evangelische Verlagsanstalt, 2024, 408 S., \u20ac 68,\u2013, ISBN <a href=\"https:\/\/www.eva-leipzig.de\/de\/mundige-nachfolge-gemeinsam-lernen-2\">978-3-374-07565-2<\/a><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend das Thema \u201ediscipleship\u201c als Beschreibung von christlichem Leben im internationalen Raum seit Jahren eine breite Beachtung erf\u00e4hrt, geschieht der Diskurs im deutschsprachigen Kontext bis dato eher verhalten. Mit der bildungs- und lerntheoretischen Arbeit von Nico Limbach, die den Titel \u201eM\u00fcndige Nachfolge gemeinsam lernen\u201c tr\u00e4gt, wird nun ein fundierter Beitrag aus deutscher, evangelisch-lutherischer Perspektive in die Diskussion eingebracht, der besagtes Desiderat schlie\u00dfen k\u00f6nnte. Die Forschungsarbeit wurde als Dissertation von der Universit\u00e4t Greifswald angenommen. In vier Hauptteilen wird darin der Frage nachgegangen, wie sich Nachfolge als \u201eBildungs- bzw. Lernprozess begreifen, gestalten und f\u00f6rdern\u201c l\u00e4sst und wie \u201eGemeinden einen solchen Prozess unterst\u00fctzten\u201c k\u00f6nnen (22).<\/p>\n\n\n\n<p>Im ersten Teil kommt es zu einer begriffsgeschichtlichen Bestimmung eines angemessenen Verst\u00e4ndnisses von Nachfolge (31\u2013118). Dem Verfasser gelingt es, \u201eNachfolge\u201c biblisch-exegetisch nicht als abstrakten Begriff, sondern als \u201edynamisches, konkretes und sichtbares Geschehen\u201c (32), als \u201eChiffre f\u00fcr das ganze christliche Leben\u201c (41), das an die Person Jesus Christus gebunden ist (43), greifbar zu machen. Durch kirchengeschichtliche und systematisch-theologische Ausarbeitungen kommt es zu sinnvollen Konkretisierungen des Nachfolgebegriffs als metaphorische Beschreibungsfigur der \u201eGestaltwerdung des christlichen Glaubens als Dasein bestimmendes Vertrauen auf Jesus Christus, welches eine Teilhabe an dessen Gemeinde [\u2026] sowie an dessen Sache [<em>Missio Dei<\/em>] mit sich bringt\u201c \u2013 oder einfach kurz: Nachfolge steht \u201ef\u00fcr ein christusgem\u00e4\u00dfes Leben\u201c (116).<\/p>\n\n\n\n<p>Im zweiten Teil wird der Begriff und das Ph\u00e4nomen \u201eNachfolge\u201c im Bildungskontext verortet. Es wird die Frage gekl\u00e4rt, was \u201e<em>m<\/em><em>\u00fc<\/em><em>ndige<\/em> Nachfolge\u201c bedeutet \u2013 womit der Fokus auf die \u201eSubjektgem\u00e4\u00dfheit\u201c des Nachfolgenden verschoben wird (121\u2013195). Nach einer sinnvollen Kl\u00e4rung, was ein evangelisches Bildungskonzept beinhaltet, wird Nachfolge als ein durch den Glauben vollzogener Lern- und Bildungsprozess beschrieben. Dahingehend wird die wichtige Rolle der Bibel, des Gebets und der christlichen Gemeinde er\u00f6rtert. Limbach kommt zur logischen Schlussfolgerung, m\u00fcndige Nachfolge als einen \u201elebenslangen, von Gottes Geist durchwirkten Prozess des Freilegens aller einem Menschen gew\u00e4hrten M\u00f6glichkeiten f\u00fcr ein christusgem\u00e4\u00dfes Leben\u201c zu deuten (191).<\/p>\n\n\n\n<p>In einem dritten Teil kommt es zu lerntheoretischen Vertiefungen (199\u2013295). Menschliches Lernen wird multidisziplin\u00e4r, vor allem psychologisch und philosophisch, als komplexes, von keiner einzelnen Theorie vollst\u00e4ndig zu erschlie\u00dfendes Ph\u00e4nomen bestimmt. Es kommt dahingehend zu Differenzierungen zwischen formativem und transformativem, bewusstem und unterbewusstem sowie intentionalem und inzidentellem Lernen. Anhand der Lerndimensionen des <em>Inhaltes<\/em> (Christusbeziehung, Teilhabe an seiner Gemeinde und Sache), des <em>Antriebs<\/em> (im Glauben) und der <em>Interaktion<\/em> (Umfeld Gemeinde) wird sinnvoll beschrieben, wie m\u00fcndige Nachfolge gelernt werden kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Im vierten Teil fokussiert sich Nico Limbach auf die Bedeutung des gemeinsamen Lernortes christlicher Gemeinden als Praxisgemeinschaft. Schwerpunktm\u00e4\u00dfig konzentrieren sich die Ausf\u00fchrungen auf formelle (bspw. Hauskreise, Mentoring) und informelle (u. a. ehrenamtliches Engagement oder Andachten) Lernprozesse (299\u2013382). Genannten lerntheoretischen Reflexionen konkreter Nachfolge-Lernangeboten in Gemeinden ist ein vertiefter Zugang zu Bibel, Gebet und Gemeinschaft besonders wichtig.<\/p>\n\n\n\n<p>Insgesamt \u00fcberzeugt Nico Limbachs Arbeit mit einem umfassenden sowie multiperspektivischen Blick auf \u201eNachfolge\u201c. Die Verortung des Nachfolgebegriffs und -ph\u00e4nomens in bildungs- und lerntheoretische Kontexte ist \u00e4u\u00dferst gelungen und macht das Thema f\u00fcr landes- <em>und<\/em> freikirchliche Gemeinden fruchtbar.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><em>Dr. Manuel Gr\u00e4\u00dflin, Pastor im ICF Karlsruhe, Content Creator bei FeedYourself und Gastdozent am Theologischen Seminar St. Chrischona.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nico Limbach: M\u00fcndige Nachfolge gemeinsam lernen. 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