{"id":2604,"date":"2025-10-04T18:05:39","date_gmt":"2025-10-04T18:05:39","guid":{"rendered":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=2604"},"modified":"2025-10-04T18:05:39","modified_gmt":"2025-10-04T18:05:39","slug":"tomas-bokedal-ludger-jansen-michael-borowski-hg-scripture-and-theology","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=2604","title":{"rendered":"Tomas Bokedal \/ Ludger Jansen \/ Michael Borowski (Hg.): Scripture and Theology"},"content":{"rendered":"\n<p>Tomas Bokedal \/ Ludger Jansen \/ Michael Borowski (Hg.): <em>Scripture and Theology. Historical and Systematic Perspectives<\/em>, Theologische Bibliothek T\u00f6pelmann 201, Berlin: De Gruyter, 2023, geb., VIII+489 S.,\u00a0\u20ac 114,95, ISBN <a href=\"https:\/\/www.degruyterbrill.com\/document\/doi\/10.1515\/9783110768411\/html\">978-3-11-076826-8<\/a><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Diese Anthologie bietet 19 englischsprachige Beitr\u00e4ge von Verfassern unterschiedlicher nationaler und konfessioneller Herkunft, die auf zwei Jahreskonferenzen der \u201eEuropean Academy of Religion\u201c (Bologna) dargeboten wurden. Als Einleitung (1\u201331) schicken die Herausgeber eine Kontextualisierung der alle Beitr\u00e4ge miteinander verbindenden Frage nach der Relation von Schrift und Theologie in theologiegeschichtlicher Perspektive voraus und stellen die Beitr\u00e4ge vor. Letztere sind plausibel eingeteilt in drei Hauptkapitel. Auf f\u00fcnf exegetische Tiefenbohrungen unter der Kapitel\u00fcberschrift \u201eScripture and the Web of Meanings\u201c folgen in Kapitel II sieben wirkungsgeschichtlich orientierte \u201eHistorical Case Studies\u201c. Sieben systematisch-theologische Perspektiven wurden schlie\u00dflich unter dem Titel \u201eInforming Theological Discourse\u201c geb\u00fcndelt. Allen Beitr\u00e4gen vorangestellt ist ebenfalls jeweils in englischer Sprache ein \u201eAbstract\u201c sowie eine Aufz\u00e4hlung von \u201eKeywords\u201c. Jeder Autor bietet am Ende seines eigenen Textes eine Literaturliste dar (\u201eReferences\u201c). Der Anhang besteht lediglich aus einer Auflistung der Autoren.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Reigen wird er\u00f6ffnet durch eine sachkritische anthropologische Analyse von Ez 13,17\u201321, in der Jeanine Mukaminega (Br\u00fcssel) gegen die Intention des prophetischen Buches und unter Bezugnahme auf altorientalische Texte zur Prophetinnenthematik eine Exegese fordert, die herausarbeitet, was im biblischen Text an Diversit\u00e4t zum Schweigen gebracht wird. Torleif Elgvin (Oslo) widmet sich der komplexen Vielfalt von Messias- und Erl\u00f6ser-Figuren in biblischen und au\u00dferbiblischen nachexilischen Texten. Wie die Verzahnung von Schrift, Narrativit\u00e4t und Bekenntnis im lukanischen Doppelwerk genutzt wird, um eine fr\u00fche Form \u201ehoher\u201c Christologie zu entwerfen, ist Gegenstand der Untersuchung von Luuk van de Weghe (Aberdeen). In Auseinandersetzung mit Zahn, van Unnik, von Campenhausen und Kinzig sowie unter breiter Aufnahme patristischer und exegetischer Beobachtungen an Bibeltexten zum Begriff \u03b4\u03b9\u03b1\u03b8\u03ae\u03ba\u03b7 geht Tomas Bokedal (Aberdeen\/Bergen) der Frage nach der Begr\u00fcndung der kanonstheoretischen Rede von einem \u201eNeuen Testament\u201c nach. Komparatistisch orientiert ist die Betrachtung von fiktiven \u201eEntdeckungsgeschichten\u201c in den Prologen des Sirachbuches, des apokryphen Nikodemusevangeliums sowie der sibyllinischen Orakel durch Francis Borchardt (Bergen).<\/p>\n\n\n\n<p>Im kirchengeschichtlichen Teil untersucht die philippinische Gelehrte Beatrice Ang die Dynamik des gepredigten Wortes anhand von zwei Chrysostomospredigten. Willibald Sandler (Innsbruck) bietet eine Betrachtung zu Augustins Erbs\u00fcndenlehre im Horizont seines Verst\u00e4ndnisses von R\u00f6m 9\u201311 und R\u00f6m&nbsp;5,12 im kritischen Gespr\u00e4ch mit Thomas Pr\u00f6pper, Kurt Flasch und Karl Rahner. Wie aristotelische Psychologie und Metaphysik in der Auslegung des Aquinaten von Joh 1,14a wirksam wird, bedenkt Ludgar Jansen (Rostock). Knut Alfsv\u00e5g (Stavanger) widmet sich der Relation von biblischer Exegese und Theologie im Denken von Johann Georg Hamann und verortet diesen \u201ebetween Luther and Hume\u201c. Hier schl\u00e4gt das Herz des Lesers h\u00f6her, wenn er als Fazit liest: \u201eBiblical interpretation is therefore in Hamann\u2019s view the key to any kind of understanding of the world that has the aspiration of evolving beyond the mere registration of facts without dissolving into incoherence\u201c (279). Alison Milbank (Nottingham) entdeckt in der die Psalmensprache aufnehmenden Poesie der fr\u00fchneuzeitlichen Dichter Henry Vaughan (1621\u20131695) und Christopher Smart (1722\u20131771) Vorl\u00e4ufer einer \u201e\u00d6kotheologie\u201c, aber auch schon der Romantik. Zuletzt kommen auch Karl Barth (Brandon K. Watson, M\u00fcnster: \u201eThe Divine Forwards: Karl Barth\u2019s Early Exegesis of the Pauline Epistles\u201c) und Karl Rahner (Georg Fischer, Innsbruck: \u201eKarl Rahner\u2019s Use of the Bible\u201c) als Schriftausleger in den Blick.<\/p>\n\n\n\n<p>Der systematisch-theologische Teil wird er\u00f6ffnet durch einen adventistischen Beitrag von Boubakar Sanou und John C. Peckham (jeweils Berrien Springs, USA). Diese pl\u00e4dieren f\u00fcr einen dezidiert schriftkanonischen Theologieansatz in dialogisch-globaler Perspektive, durch den allein sowohl dogmatischer Objektivismus als auch subjektivistische Willk\u00fcr zu vermeiden seien. Allerdings macht der Beitrag insofern ratlos, als man prim\u00e4r den Eindruck hat, hier sollen m\u00f6glichst viele Kontexte miteinander ins Gespr\u00e4ch kommen. Dass die Schrift nicht um ihrer selbst willen, sondern um Christi willen und um des durch ihn vollbrachten und zu predigenden Heils willen die Theologie \u2013 in allen vorstellbaren Weltkontexten \u2013 bestimmen sollte, bleibt hierbei v\u00f6llig unterbelichtet. Diese Christuszentriertheit der Schrift kommt durchaus sachgerechter in gleich zwei Beitr\u00e4gen zur Geltung, die sich als reflektierte Pl\u00e4doyers f\u00fcr eine vorsichtige Wiedergewinnung des Konzepts des vierfachen Schriftsinns lesen lassen (Hans Burger, Utrecht: Quadriga without Platonism. In Search for the Usefulness of the Fourfold Sense of Scripture in Dialogue with Hans Boersma; Arnold Huijgen, Amsterdam: Connecting Biblical Exegesis and Systematic Theology through the Anagogical-Eschatological Sense of Scripture). Hier lassen sich \u2013 ohne Aufgabe zentraler reformatorischer Einsichten zur Einfachheit des christologischen Schriftsinnes \u2013 Ankn\u00fcpfungspunkte zur reflektierten und nach wie vor wegweisenden fr\u00fchneuzeitlichen Bibelhermeneutik ausmachen, wenn Burger etwa von einer sakramentalen Pr\u00e4senz Christi in der Schrift redet (394) oder wenn Huijgen f\u00fcr eine trinitarische Auslegung auch des Alten Testaments pl\u00e4diert (410). Tats\u00e4chlich f\u00fchrt dies jeweils zu einer dezidiert soteriologisch-eschatologischen Perspektive, in der das Proprium der Schrift als Christuszeugnis nicht ausgeblendet wird. Mark W. Elliot (Toronto) lernt bei Hans Urs von Balthasar, dass eine betont theologische Kunst der Schriftauslegung notwendigerweise auf kirchliche Lehre (Dogmatik) dr\u00e4ngt. Auch hier spielt \u2013 wesentlich durch das Johannesevangelium inspiriert \u2013 die trinitarische Perspektive eine Schl\u00fcsselrolle. Ida Heikkil\u00e4 (Helsinki) und Elisabeth Maikranz (Heidelberg) behandeln in ihren Beitr\u00e4gen das kontroverstheologisch wichtige Verh\u00e4ltnis von Schrift und Tradition. Maikranz kn\u00fcpft dabei an Wolfhart Pannenbergs Ansatz an. Heikkil\u00e4 wiederum w\u00fcrdigt das \u00f6kumenische Dialogdokument \u201eCommunio Sanctorum\u201c und bekr\u00e4ftigt in nachvollziehbarer Weise Grundz\u00fcge der durch die T\u00fcbinger evangelisch-theologische Fakult\u00e4t formulierten Kritik an diesem Dokument. Michael Borowski (Amsterdam) fragt im Anschluss an die Theologie Vanhoozers nach einer sachgerechten theologischen Lehrentfaltung auf Basis der Heiligen Schrift.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Leser begegnet in diesem Band einem bunten Strau\u00df von doch sehr heterogenen Beitr\u00e4gen. Das reicht von solchen Beitr\u00e4gen, die tats\u00e4chlich, um mit J\u00f6rg Baur zu sprechen, \u201eim Gewande der wissenschaftlichen These [\u2026] eine religi\u00f6se Confessio gegen die Texte\u201c (<em>Luther und seine klassischen Erben. Theologische Aufs\u00e4tze und Forschungen, <\/em>T\u00fcbingen: Mohr, 1993, 106) der Schrift aussprechen, bis hin zu solchen Beitr\u00e4gen, mit denen man gerne in weiterf\u00fchrende Gespr\u00e4che eintritt. Inwieweit die Autoren bei den eingangs erw\u00e4hnten Konferenzen tats\u00e4chlich auch einen Dialog miteinander gef\u00fchrt haben, erf\u00e4hrt der Leser nicht. Wohl aber k\u00fcndigen die Herausgeber in ihrem Vorwort die Fortsetzung des mit diesem Band und den darin dokumentierten Tagungen er\u00f6ffneten Diskurses im Rahmen der \u201eEuropean Academy of Religion\u201c an, auf die man nun gespannt sein darf.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><em>Prof. Dr. Armin Wenz, Lutherische Theologische Hochschule Oberursel<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tomas Bokedal \/ Ludger Jansen \/ Michael Borowski (Hg.): Scripture and Theology. 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