{"id":2717,"date":"2026-04-11T16:21:13","date_gmt":"2026-04-11T16:21:13","guid":{"rendered":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=2717"},"modified":"2026-04-11T16:21:15","modified_gmt":"2026-04-11T16:21:15","slug":"ralph-kunz-henning-wrogemann-hg-many-modes-one-goal","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=2717","title":{"rendered":"Ralph Kunz\/Henning Wrogemann (Hg.): Many Modes \u2013 One Goal?"},"content":{"rendered":"\n<p>Ralph Kunz\/Henning Wrogemann (Hg.):<em> Many Modes \u2013 One Goal? Evangelism in Discourse<\/em>,MuK 7,<em> <\/em>Leipzig: Evangelische Verlagsanstalt, 2025, Pb., 222\u00a0S., \u20ac\u00a048,<em>\u2013<\/em>, ISBN\u00a0<a href=\"https:\/\/www.eva-leipzig.de\/de\/kunz-wrogemann-many-modes-one-goal\">978-3-374-07917-9<\/a><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Der vorliegende, auf englisch verfasste Aufsatzband pr\u00e4sentiert die Vortr\u00e4ge der vom Praktologen Ralph Kunz (Z\u00fcrich) und Missionswissenschaftler Henning Wrogemann (Wuppertal) organisierten internationalen Tagung im Herbst 2024 unter dem sprechenden Titel \u201cEvangelisation: Many Modes \u2013 One Goal\u201d. Wie dieses eine, bleibende und der Kirche Jesu Christi ins Stammbuch geschriebene Ziel (vgl. Mt 28), das unter den Beitr\u00e4gen als Konsens sichtbar ist, nun konkret verwirklicht wird, stellt den thematischen Mittelpunkt dar. Die Aufs\u00e4tze sind in die drei Abschnitte \u201cEssence of Evangelisation\u201d, \u201cModels of Evangelisation\u201d sowie \u201cContextual Perspectives\u201d eingeordnet.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Folgenden kann nur ein exemplarischer Einblick in die Beitr\u00e4ge des Tagungsbandes erfolgen:<\/p>\n\n\n\n<p>Den Auftakt macht Ralph Kunz, der seinem Aufsatz neben dem namensgebenden Buchtitel den Untertitel \u201cOr How to Evangelise as Evangelicals\u201d beif\u00fcgt. Kunz beschreibt, dass Evangelisation dazu tendiere, unter den Evangelischen eher zu trennen als zu vereinen. Er konstatiert, dass es kein Agreement gebe, \u201con <em>how<\/em> his mission is to be carried out by the una sancta\u201d (13). Anhand der Vorbereitung einer \u201cevangelistic campaign\u201d (21) illustriert Kunz die Herausforderungen einer Veranstaltungsevangelisation: die Frage nach der (Un)verzichtbarkeit eines Rufs zum Altar, die Frage nach Emotionalit\u00e4t und einer Rhetorik, die unter Umst\u00e4nden manipulativ oder suggestiv eingesetzt oder zumindest so wahrgenommen wird. Leitend ist f\u00fcr Kunz das Wissen darum, dass alle evangelistischen Bem\u00fchungen im Grunde abh\u00e4ngig von Gott und seiner Verhei\u00dfung sind, in dieser Welt sch\u00f6pferisch und heilvoll am Werk zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Diesen Akzent unterstreicht Markus Weimer mit seiner Betrachtung der Church of England und deren Entwicklung seit den 1980er-Jahren. Damals wurde Canon John Tiller beauftragt, in die Zukunft zu blicken \u2013 \u00e4hnlich wie es Schriftsteller George Orwell in seinem Buch \u201e1984\u201c auch tat. Tiller zeigte auf, dass ein \u201eWeiter so\u201c nicht denkbar ist. Prophetisch formulierte er damals, dass Mission der Auftrag der Kirche sei und deshalb Kirche innovativ, neugierig und in Bewegung sein m\u00fcsse. Er sprach dabei u. a. auch \u00fcber die Zukunft der Parochie. Von der Church of England k\u00f6nne man \u2013 so Weimer \u2013 lernen, wie mit unterschiedlichen theologischen Traditionen produktiv umgegangen werden kann, wie die \u201cFive marks of mission\u201d als breit akzeptierte theologische Basis fungieren und wie sie ein experimentierfreudiges Klima f\u00fcr neue Ausdrucksformen von Kirche bietet. F\u00fcr Weimer sind dies hilfreiche Formen, die Raum geben f\u00fcr das sch\u00f6pferische und erneuernde Wirken des Heiligen Geistes.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Philipp Bartholom\u00e4, freikirchlicher Professor der FTH Gie\u00dfen, stellt im Anschluss an eine Aussage von Martin Reppenhagen fest, dass Evangelisation nicht nur der Kirche als Ganzer, sondern auch der lokalen Ortsgemeinde zukommt. Wie Evangelisation hier in einer gew\u00f6hnlichen Gemeinschaft aussehen kann, verdeutlicht Bartholom\u00e4 mit \u201ckey principles for church-based evangelism\u201d (122).<\/p>\n\n\n\n<p>Ausgehend von Simon Sineks \u201cStart with Why\u201d zeigt Bartholom\u00e4 auf, dass es eines starkes Commitments f\u00fcr Evangelisation vor Ort bedarf, bevor mit einer kontextsensiblen Herangehensweise \u2013 in Offenheit f\u00fcr Skeptiker und Zweifler \u2013 das Evangelium mit dem jeweiligen Kontext in Verbindung gebracht wird. Als \u201cWhat\u201d schl\u00e4gt Bartholom\u00e4 die Etablierung einer Kultur der Gastfreundschaft vor, die reflektiert: \u201cHow do people who are scarcely socialised in a Christian context feel when they come across a Christian church culture that is foreign for them?\u201d (130). Bartholom\u00e4 pl\u00e4diert final f\u00fcr eine Integration von Elementen der Komm- und Gehstruktur.<\/p>\n\n\n\n<p>Innerhalb der kontextuellen Perspektiven werden vier Studien zu Evangelisation in der Nachbarschaft in Groningen, brasilianischen Christen in den Niederlanden, der chinesischen Untergrundkirche in S\u00fcdostasien sowie der Situation in Pakistan&nbsp;vorgestellt.<\/p>\n\n\n\n<p>Weitere Beitr\u00e4ge zu diesem Aufsatzband steuerten Drew Collins, Julie Cordeiro, Oleg Dik, Leonie Schweizer, Andreas Rauhut, Stefan Schweyer, Graham Tomlin, Benno van den Toren, Oliver Wright und Zhaoyu Yan bei.<\/p>\n\n\n\n<p>Fazit: Der Aufsatzband bietet ein Kaleidoskop unterschiedlicher Formen und Ans\u00e4tze f\u00fcr Evangelisation in praktisch-theologischer und interkultureller Perspektive und unterstreicht damit auch die bleibende Bedeutung und immer wieder erforderliche Reflexion des Themas innerhalb der Theologie. <\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><em>Andreas Schmierer,Pfarrer der W\u00fcrtt. Landeskirche, Studienassistent im Albrecht-Bengel-Haus in T\u00fcbingen und Doktorand an der STH Basel<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ralph Kunz\/Henning Wrogemann (Hg.): Many Modes \u2013 One Goal? 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