{"id":2774,"date":"2026-10-05T16:28:46","date_gmt":"2026-10-05T16:28:46","guid":{"rendered":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=2774"},"modified":"2026-10-05T16:28:47","modified_gmt":"2026-10-05T16:28:47","slug":"klaus-scholtissek-das-johannesevangelium","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=2774","title":{"rendered":"Klaus Scholtissek: Das Johannesevangelium"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Klaus Scholtissek:<\/em> <em>Das Johannesevangelium. Ein Arbeitsbuch zu innovativen Forschungsperspektiven<\/em>, T\u00fcbingen: Narr Francke Attempto, 2025, geb., 312\u00a0S., \u20ac\u00a029,90, ISBN <a href=\"https:\/\/www.utb.de\/doi\/book\/10.36198\/9783838564098\">978-382-526-409-3<\/a><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Klaus Scholtissekist au\u00dferplanm\u00e4\u00dfiger Professor im Fach Neues Testament an der Friedrich-Schiller-Universit\u00e4t in Jena. Der evangelische Theologe ist Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Diakoniestiftung Weimar Bad Lobenstein und war bis 2004 Privatdozent f\u00fcr katholische Theologie an der Universit\u00e4t W\u00fcrzburg. Scholtisseks Forschungsinteressen bilden neben dem&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Johannesevangelium auch die synoptischen Evangelien und biblische Diakonie. Diese Themen spiegeln sich auch in diesem Arbeitsbuch wider. Es basiert methodisch auf dem von ihm verfassten Band <em>Textwelt und Theologie des Johannesevangeliums<\/em> (WUNT 452, 2021) und deckt damit die aktuelle Forschung der Jahre 1996\u20132021 ab.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ziel des Buches ist also, diese neuen Zug\u00e4nge zum Johannesevangelium zug\u00e4nglich zu machen. Denn: \u201e[d]ie F\u00fclle der wissenschaftlichen Ver\u00f6ffentlichungen zum Johannesevangelium hat in den letzten Jahrzehnten ein Ma\u00df erreicht, das geeignet ist, die \u00dcbersicht zu verlieren.\u201c (9) Neben einem \u201eNachzeichnen\u201c will der Autor aber auch eigene Impulse setzen und zur Weiterarbeit anregen. Dabei sieht er Einsteiger, Studierende und Theologinnen und Theologen als die Zielgruppe seines Bandes. Nach einer zweiseitigen Hinf\u00fchrung vertieft sich der Band in verschiedenen Themenkomplexen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kapitel 2 besch\u00e4ftigt sich mit dem Johannesevangelium im fr\u00fchen Christentum, basierend auf den Studien von Titus Nagel und J\u00f6rg Frey. Dabei geht dieser nicht von einer besonderen N\u00e4he des Johannesevangeliums zur Gnosis aus, sondern begr\u00fcndet dessen Bedeutung vor allem ausgehend von der vielf\u00e4ltigen auslegenden Literatur: \u201eOffensichtlich bestand in diesem Traditionsbereich ein starkes Interesse, das Johannesevangelium im eigenen Sinne \u201aauszulegen\u2018 und damit [\u2026] zu vereinnahmen oder es polemisch zur\u00fcckzuweisen\u201c (15). Weiterhin wird der Zusammenhang aller johanneischen Schriften im NT diskutiert. Ein erster Zugang zur besonderen Sprachwelt des Evangeliums findet sich in Kapitel 3 \u201eDer Johannesprolog als T\u00fcr in die Sinnwelt des Johannesevangeliums\u201c. Hier wird eine Verschl\u00fcsselung, Entschl\u00fcsselung und Neuverschl\u00fcsselung methodisch eingef\u00fchrt \u2013 ein interessanter Ansatz, der sich auf das gesamte Evangelium \u00fcbertragen l\u00e4sst: \u201eDie hochgradig verdichteten Aussagen des Johannesprologs dringen auf weitere Erschlie\u00dfung, auf weitere Vertiefung, um so die Aneignung der Botschaft, die \u201aAufnahme\u2018 Jesu im Glauben zu erm\u00f6glichen, auszuloten und zu sichern\u201c (47). Zurecht wird hier die Welt des Lesers mit aufgenommen und die Frage, ob diese den Weg mitgehen \u201ek\u00f6nnen und wollen\u201c (46). Dieser Schritt wird in Kapitel 4 \u201eDie Sprachwelt des Johannesevangeliums erkunden\u201c konsequent weitergegangen. Ohne theologisches Verst\u00e4ndnis besteht die Gefahr das Johannesevangelium \u201etheologisch und literarisch ganz erheblich zu untersch\u00e4tzen\u201c (60). Dabei werden unter anderem Wiederholungen, Varianten, Ausweitungen, Entfaltungen, Ironie, Rollenwechsel, Bildwelten und Sinnbilder ausf\u00fchrlich gew\u00fcrdigt und dargestellt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Einen n\u00e4chsten Schritt geht Kapitel 5 \u201eDie Denkwelt des Johannesevangeliums nachzeichnen\u201c. Zun\u00e4chst wird hier auf die Sch\u00f6pfung, auch als endzeitliche Neusch\u00f6pfung, eingegangen, mit deren Hilfe der Autor eine \u201egrundlegende Verwurzelung der johanneischen Sch\u00f6pfungstheologie in der Heiligen Schrift Israels einschlie\u00dflich der fr\u00fchj\u00fcdischen Zeugnisse\u201c (138) zeigt. Ebenso wird der Mensch mit Beziehungen und Teilhabe betrachtet, nicht nur als Gesch\u00f6pf Gottes, sondern auch in Beziehung zu Gott, zueinander und zur Sch\u00f6pfung. Dabei wird auch die Geschlechterrolle angerissen. Spannende Exkurse gibt es zum Thema \u201eAntijudaismus im Johannesevangelium?\u201c und zu Konflikten im Johannesevangelium.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im 6. Kapitel wird eine Zusammenfassung des umfangreichen Werkes gegeben: \u201eDie literarische und theologische Kunst des Evangelisten\u201c. Der Autor res\u00fcmiert: \u201eEin erheblicher Teil der Forschungspositionen, die die Auslegung des vierten Evangeliums im 20. Jahrhundert und dar\u00fcber hinaus gepr\u00e4gt haben und pr\u00e4gen, haben Ihre Plausibilit\u00e4t und \u00dcberzeugungskraft verloren. An ihre Stelle treten teils neue, teils neu reflektierte Thesen bzw. Hypothesen, die sich dem Diskurs und der Kritik stellen und sich darin bew\u00e4hren m\u00fcssen.\u201c (268) Und diesem ist zun\u00e4chst wenig hinzuzuf\u00fcgen, denn dieser Aufgabe stellt sich das vorliegende Werk nachdr\u00fccklich und \u00fcberzeugend. Zu den vorgestellten neuen Zug\u00e4ngen mag sich jeder eine eigene Meinung bilden, das vorliegende Arbeitsbuch l\u00e4dt in jedem Fall zu einer Neu- oder Wiederbesch\u00e4ftigung mit dem Johannesevangelium ein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Werk ist in deutscher Sprache verfasst, sprachlich zug\u00e4nglich, auch wenn es sich vermutlich eher an Fachkundige und nur am Rande an interessierte Laien richtet. Eine Auswahlbibliographie (\u201eAusgew\u00e4hlte Literatur zum Johannesevangelium\u201c) und ein Register in Auswahl runden das Werk ab. Der Textsatz des Buches ist gut lesbar, auch wenn die Druckqualit\u00e4t in den Graustufen auf manchen Seiten nicht sehr gut ist und Konturen verlaufen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>PD Dr. Jens D\u00f6rpinghaus, University of Pretoria, Faculty of Theology and Religion, Hatfield, Pretoria, South Africa; Universit\u00e4t Koblenz.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Klaus Scholtissek: Das Johannesevangelium. Ein Arbeitsbuch zu innovativen Forschungsperspektiven, T\u00fcbingen: Narr Francke Attempto, 2025, geb., 312\u00a0S., \u20ac\u00a029,90, ISBN 978-382-526-409-3 Klaus<\/p>\n","protected":false},"author":103,"featured_media":2775,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","inline_featured_image":false,"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":["post-2774","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-neues-testament"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2774","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/103"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2774"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2774\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2776,"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2774\/revisions\/2776"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/2775"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2774"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2774"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2774"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}