{"id":2805,"date":"2026-10-05T17:08:57","date_gmt":"2026-10-05T17:08:57","guid":{"rendered":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=2805"},"modified":"2026-10-05T17:08:58","modified_gmt":"2026-10-05T17:08:58","slug":"andreas-kusch-gottesgespraech-hoerendes-beten-und-bibellesen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=2805","title":{"rendered":"Andreas Kusch: Gottesgespr\u00e4ch: H\u00f6rendes Beten und Bibellesen"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Andreas Kusch: Gottesgespr\u00e4ch: H\u00f6rendes Beten und Bibellesen. 89 inspirierende Zug\u00e4nge f\u00fcr die Gemeindearbeit. G\u00f6ttingen: Vandenhoeck &amp; Ruprecht, 2025, kartoniert, 272 S., 25,- \u20ac, ISBN: <a href=\"https:\/\/www.vandenhoeck-ruprecht-verlage.com\/themen-entdecken\/gemeindepraxis\/gemeindearbeit\/59913\/gottesgespraech-hoerendes-beten-und-bibellesen?number=VUR0010580\">978-3-525-40051-7<\/a><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit seinem Buch <em>Gottesgespr\u00e4ch<\/em> unternimmt Andreas Kusch den Versuch, eine h\u00e4ufig verschlossene T\u00fcr im Haus der Glaubenspraxis zu \u00f6ffnen. Werden Bibellesen und Gebet allzu oft als monologische Kommunikationsformen gedeutet, so ist Kusch an der Dialogizit\u00e4t zwischen Mensch und Gott gelegen. In Anlehnung an Martin Luther w\u00e4hlt er f\u00fcr dieses Ph\u00e4nomen die Metapher des Gespr\u00e4chs. Und eben dieses Gespr\u00e4ch verdankt sich ihm zufolge zwei Einsichten: Einerseits wird der von Gott ausgestattete Mensch als Kreatur verstanden, der sich auf seinen Sch\u00f6pfer bezieht. Und sodann ist es Gott, der in Liebe sich dem Menschen zuwendet. Kusch formuliert es wie folgt: \u201eGottesgespr\u00e4ch entspringt der Gottesliebe\u201c (24). Erfrischend deutlich weist Kusch darauf hin, dass diese Erfahrung im Heilshandeln Gottes gr\u00fcndet: \u201eMenschen erfahren das Reden, F\u00fchren und Verwandeltwerden durch den Heiligen Geist in ihrem Leben und werden dazu bef\u00e4higt, durch seine energetisierende Kraft ein wahrhaft menschliches, von der Gottesliebe bestimmtes Leben zu f\u00fchren\u201c (24). In seinen \u00dcberlegungen fokussiert sich Kusch auf zwei vornehmliche Wege, die Stimme Gottes zu vernehmen: das Gebet und das Lesen der Bibel. Mir scheint, es ist diese biblisch begr\u00fcndete Verkn\u00fcpfung, die ma\u00dfgeblich zur \u00dcberzeugungskraft des Buches beitr\u00e4gt. Unter Hinweis auf Gerhard Tersteegen, S\u00f8ren Kierkegaard und Dietrich Bonhoeffer beschreibt er die Bibel als \u201eLiebesbrief\u201c<em>,<\/em> durch den Gott zu den Menschen spricht. Es ist die \u00dcberzeugung, dass \u201eder liebende Gott durch die Bibel als Liebesbrief mit den Lesern eine liebende Begegnung pflegt\u201c (34). Mit seinem Buch trifft Kusch, so scheint mir, ein wichtiges Desiderat gegenw\u00e4rtiger Spiritualit\u00e4t. Und nicht nur das. Das Bestreben, Gott sprechen zu lassen und ihn zu h\u00f6ren, bildet ein Urmotiv evangelikaler Fr\u00f6mmigkeit. Nun ist es kein Anliegen des Buches, dies n\u00e4her nachzuweisen. Eher en passant wird es beim Lesen gewahr. So rekurriert Andreas Kusch etwa auf August Hermann Francke (217), Ludwig Graf von Zinzendorf (138), immer wieder Gerhard Tersteegen (27, 35, 66 u.a.) und in neuerer Zeit etwa auch auf Klaus Bockm\u00fchl (25).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Neben der einleitenden Besinnung zum \u201eGottesgespr\u00e4ch\u201c enth\u00e4lt das Buch einen methodischen Teil, der das ungef\u00e4hr das Vierfache an Umfang aufweist. Insgesamt 89 Zug\u00e4nge zu Gottes Reden stellt Kusch hier vor. Zweifelsohne ist es dieser Part, der das Buch zu einer wahren Fundgrube f\u00fcr die gemeindep\u00e4dagogische Praxis werden l\u00e4sst. Dabei geh\u00f6rt es zur St\u00e4rke des Buches, dass es sichtlich bem\u00fcht ist, m\u00f6gliche Methoden nicht auf eine konfessionelle Herkunft zu beschr\u00e4nken. Vom Spaziergang mit allen Sinnen, \u00fcber das Fasten bis zum Zungengebet findet sich eine gro\u00dfe Bandbreite solcher \u00dcbungen. Meditative, liturgische sowie charismatische Praktiken werden didaktisch anregend vorgestellt und eingef\u00fchrt. Bei aller Wertsch\u00e4tzung der gemeindep\u00e4dagogischen Umsetzung verweigert sich Kusch einem Methodenoptimismus: \u201eDer durch Gott gerechtfertigte Mensch ist dazu befreit, den Glauben immer wieder neu einzu\u00fcben und ihm im allt\u00e4glichen Lebensvollzug Gestalt zu geben. Gleichzeitig bewahrt die Erfahrung der Rechtfertigung davor, das eigene spirituelle Ein\u00fcben und das damit verbundene ethische M\u00fchen zu \u00fcbersch\u00e4tzen\u201c (20). Klar wird auch, dass das H\u00f6ren auf Gott keine einsame Angelegenheit sein muss (117). Die vorliegende Publikation ist in ihrer Gesamtheit als ein gemeindep\u00e4dagogischer Gl\u00fccksfall zu betrachten, der durch eine Kombination theologischer Tiefe, schriftlicher Dichte und didaktischer Weite gekennzeichnet ist. Gem\u00e4\u00df Kusch ist das Hinh\u00f6ren auf Gott eine lebenslange \u00dcbung. Es ist jedoch eine, die auf bew\u00e4hrte Methoden nicht verzichten sollte. <\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Dr. Arndt Schnepper, Professor f\u00fcr Praktische Theologie an der Theologischen Hochschule Ewersbach und Pastor im Bund Freier evangelischer Gemeinden in Deutschland.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Andreas Kusch: Gottesgespr\u00e4ch: H\u00f6rendes Beten und Bibellesen. 89 inspirierende Zug\u00e4nge f\u00fcr die Gemeindearbeit. 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