{"id":296,"date":"2017-06-14T11:37:36","date_gmt":"2017-06-14T11:37:36","guid":{"rendered":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=296"},"modified":"2017-06-14T11:39:10","modified_gmt":"2017-06-14T11:39:10","slug":"eckhard-j-schnabel-der-brief-des-paulus-an-die-roemer-kapitel-1-5","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=296","title":{"rendered":"Eckhard J. Schnabel: Der Brief des Paulus an die R\u00f6mer (Kapitel 1-5)"},"content":{"rendered":"<p>Eckhard J. Schnabel: <em>Der Brief des Paulus an die R\u00f6mer<\/em>. <em>Band 1: Kapitel 1-5<\/em>, HTA, Witten: SCM R-Brockhaus, 2015, geb., 700\u00a0S., \u20ac\u00a049,90, <a href=\"https:\/\/www.scm-shop.de\/der-brief-des-paulus-an-die-roemer-kapitel-1-5.html\">ISBN 978-3-417-29731-7<\/a><\/p>\n<p><a class=\"linkeddiv\" href=\"https:\/\/rezensionen.afet.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Schnabel_Roemerbrief.pdf\"><\/p>\n<div class=\"dwnldbtn\">Download PDF<\/div>\n<p><\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p>Eckhard J. Schnabel \u2013 seit 2012 als Mary F. Rockefeller Distinguished Professor of New Testament Studies am Gordon-Conwell Theological Seminary in South Hamilton\/Boston t\u00e4tig \u2013 hat 2015 den ersten Band seines Kommentars zum R\u00f6merbrief (Kapitel 1\u22125) in der Reihe \u201eHistorisch-Theologische Auslegung\u201c (HTA) vorgelegt. Erfreulicherweise folgte der zweite Band (Kapitel 6\u221216) nur ein Jahr sp\u00e4ter; er ist aber nicht Gegenstand der Rezension. Zusammen haben beide B\u00e4nde einen Umfang von 1.740 Seiten. Das ist beeindruckend, f\u00fcr manche vielleicht auch abschreckend.<\/p>\n<p>Wie die anderen B\u00e4nde der HTA-Reihe ist der Kommentar nach einer ausf\u00fchrlichen Einleitung (13\u201374) in der Auslegung der einzelnen Abschnitte jeweils in vier Teile gegliedert. Auf die \u00dcbersetzung (I) folgt eine Analyse des Abschnitts (II). Den weitaus gr\u00f6\u00dften Teil nimmt die Einzelexegese (III) ein, an die sich eine kurze Zusammenfassung anschlie\u00dft (IV), verbunden mit Bez\u00fcgen zu aktuellen Fragestellungen und Themen.<\/p>\n<p>Der Kommentar ist \u00e4u\u00dferst kenntnis- und detailreich und stellt f\u00fcr den Exegeten eine Fundgrube sowohl f\u00fcr die Auslegungsgeschichte als auch den historischen Hintergrund dar. Die unterschiedlichen Auslegungen eines Verses oder einer Aussage werden mit ihren Argumenten fair, \u00fcbersichtlich und nachvollziehbar dargestellt, bevor Schnabel danach eine begr\u00fcndete Entscheidung f\u00fcr seine eigene Auslegung gibt. Gelegentlich verbindet er alternative Verst\u00e4ndnisse miteinander, die sich nach seiner Meinung nicht gegenseitig ausschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Beim ersten Vorkommen eines wichtigen Begriffs wird eine exkursartige Untersuchung dieses Begriffs geboten \u2013 zum Beispiel zu \u03b5\u1f50\u03b1\u03b3\u03b3\u1f73\u03bb\u03b9\u03bf\u03bd (90\u201393) und zu \u03c0\u1f77\u03c3\u03c4\u03b9\u03c2 (116\u2013120); diese ber\u00fccksichtigen den alttestamentlich-j\u00fcdischen Hintergrund als auch den au\u00dferbiblischen Sprachgebrauch. F\u00fcr das Verst\u00e4ndnis des untersuchten Verses sind sie in der lexikalischen Ausf\u00fchrlichkeit nicht immer erforderlich. Da sie in einer kleineren Schrifttype gesetzt sind, kann der Leser sie auch \u00fcberspringen, wenn ihm etwa f\u00fcr eine Predigtvorbereitung nicht so viel Zeit zur Verf\u00fcgung steht.<\/p>\n<p>Auch wenn der Rezensent einzelne Aussagen des R\u00f6merbriefs anders als der Autor versteht, fordern die sachliche Argumentation und die \u00fcbersichtliche Zusammenstellung der Gr\u00fcnde f\u00fcr eine Position doch immer wieder dazu heraus, sich mit der von Schnabel vertretenen Auslegung auseinanderzusetzen. Das hilft dazu, das bisherige eigene Verst\u00e4ndnis zu \u00fcberpr\u00fcfen und in der Auseinandersetzung zu einem tieferen Verstehen der Aussagen des R\u00f6merbriefs zu gelangen.<\/p>\n<p>Zwei kritische Bemerkungen: Zweifel habe ich daran, ob die Satisfaktionslehre des Anselm von Canterbury wirklich die Aussagen von Paulus in R\u00f6m 3,21\u201331 trifft, auch wenn Schnabel sich zu Recht gegen eine reflexhafte Polemik gegen\u00fcber Anselm wendet (431\u2013433). Das Verst\u00e4ndnis Schnabels von \u03b8\u1f71\u03bd\u03b1\u03c4\u03bf\u03c2 (Tod) in R\u00f6m 5,12f vornehmlich als physischen Tod bzw. als Sterblichkeit des Menschen (554.559\u2013561.567) kann ich so nicht teilen; die Herrschaft des Todes als Strafe und Gerichtstod reicht bei Paulus m.\u00a0E. tiefer.<\/p>\n<p>Diese Kritik schm\u00e4lert aber nicht den hohen Wert des Kommentars. Er stellt vielmehr mit seiner gr\u00fcndlichen Auslegung einen gro\u00dfen Gewinn f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis des R\u00f6merbriefs dar. Das kann hier nur ansatzweise dargestellt werden. Dazu tr\u00e4gt auch die verst\u00e4ndliche Ausdrucksweise von Schnabel bei. Deshalb kann ich diesen Kommentar nur w\u00e4rmstens empfehlen, nicht nur f\u00fcr Fachexegeten. Die sorgf\u00e4ltige Arbeit zeigt sich \u00fcbrigens auch an der geringen Zahl der Druckfehler.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Dr. Wilfrid Haubeck Professor em. f\u00fcr Neues Testament an der Theologischen Hochschule Ewersbach in Dietzh\u00f6lztal<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-nd\/4.0\/\" rel=\"license\"><img decoding=\"async\" style=\"border-width: 0;\" src=\"https:\/\/i.creativecommons.org\/l\/by-nd\/4.0\/88x31.png\" alt=\"Creative Commons Lizenzvertrag\" \/><\/a><br \/>\nDieses Werk ist lizenziert unter einer <a href=\"http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-nd\/4.0\/\" rel=\"license\">Creative Commons Namensnennung &#8211; Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eckhard J. Schnabel: Der Brief des Paulus an die R\u00f6mer. 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