{"id":323,"date":"2017-10-09T11:22:48","date_gmt":"2017-10-09T11:22:48","guid":{"rendered":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=323"},"modified":"2017-10-09T11:22:48","modified_gmt":"2017-10-09T11:22:48","slug":"mark-j-boda-the-book-of-zechariah","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=323","title":{"rendered":"Mark J. Boda: The Book of Zechariah"},"content":{"rendered":"<p>Mark J. Boda: <em>The Book of Zechariah<\/em>, NICOT, Grand Rapids: Eerdmans, 2016, XXIII+911 S., $ 58,\u2013, <a href=\"https:\/\/www.eerdmans.com\/Products\/2375\/the-book-of-zechariah.aspx\">ISBN 978-0-8028-2375-5<\/a><\/p>\n<p><a class=\"linkeddiv\" href=\"https:\/\/rezensionen.afet.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Wenzel_Boda.pdf\"><\/p>\n<div class=\"dwnldbtn\">Download PDF<\/div>\n<p><\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p>Wer die englischsprachige Literatur aufmerksam wahrnimmt und \u00fcber Sacharja arbeitet kommt seit vielen Jahren an Mark Boda nicht vorbei. Mit der Ver\u00f6ffentlichung seines \u00fcber 900-seitigen Kommentars wird sich das in den n\u00e4chsten Jahren auch nicht so schnell \u00e4ndern. Der Kommentar ist das Ergebnis seiner \u00fcber 20-j\u00e4hrigen Besch\u00e4ftigung mit diesem spannenden und vielfach als schwierig wahrgenommenen \u201ekleinen\u201c Propheten. Kurz, ein Kommentar, den man immer wieder zur Hand nehmen sollte.<\/p>\n<p>Angesichts eines solch umfangreichen Werkes und der ausgewiesenen Kompetenz des Verfassers bei der Besch\u00e4ftigung mit diesem Prophetenbuch, liegt es nahe, eine Fundgrube an wichtigen und wertvollen Beobachtungen, Diskussionen und Reflexionen in diesem Kommentar zu erwarten. Der Leser wird in dieser Hinsicht auch nicht entt\u00e4uscht. Boda demonstriert seine Vertrautheit mit dem Text und seine aufmerksame Lekt\u00fcre. Es wird auch an einigen Stellen sichtbar, dass Boda mit diesen Texten schon lange unterwegs ist und sich als Lernender begreift. So verweist er auch schon einmal darauf, dass er seine Meinung im Gegensatz zu einer fr\u00fcheren \u00dcberzeugung ver\u00e4ndert hat.<\/p>\n<p>H\u00e4lt man sich die F\u00fclle an Literatur und Perspektiven zu Sacharja vor Augen, \u00fcberrascht weder der Umfang des Kommentars noch die Tatsache, dass es dennoch leicht ist, auf L\u00fccken im Kommentar hinzuweisen. Deswegen k\u00f6nnen und wollen die folgenden Hinweise nicht den wertvollen Beitrag Bodas mit diesem Kommentar in Frage stellen. Vielmehr soll damit klar werden, was man von seinem Kommentar erwarten kann und was man \u2013 bei Interesse und Notwendigkeit \u2013 an anderer Stelle suchen muss.<\/p>\n<p>Bei der Kommentierung der einzelnen Abschnitte schenkt Boda h\u00e4ufig der Beleuchtung von wortsemantischen und intertextuellen Fragen besondere Aufmerksamkeit. Hier werden einige Kommentarteile zu einer wahren Fundgrube f\u00fcr viele gute Beobachtungen und einer Bandbreite von M\u00f6glichkeiten f\u00fcr die Auslegung. Demgegen\u00fcber kommen strukturelle, arch\u00e4ologische, aber auch manchmal theologische Fragen etwas zu kurz. In der Diskussion mit anderen Perspektiven entsteht immer wieder der Eindruck, dass sich Boda mit einigen (ausgew\u00e4hlten) Gespr\u00e4chspartner wie Kommentare von Meyers\/Meyers, Petersen oder Sweeney oder Monographien wie die von Stead, Tollington, Lee, Tai oder die Arbeit von Rex Mason an einen Tisch setzt und seine Beobachtungen und Perspektiven diskutiert. Das hat einen gro\u00dfen Wert, weil er damit seine Auslegung in der breiteren Diskussion verortet.<\/p>\n<p>Bei der Behandlung einleitender Fragen \u00fcberrascht es, dass die Diskussion um das Zw\u00f6lfprophetenbuch auf gut zwei Seiten abgehandelt wird und bei der Kommentierung des Buches kaum eine Rolle spielt. Das ist insbesondere erstaunlich, weil Boda mit Blick auf das Schl\u00fcsselthema der Umkehr festh\u00e4lt, dass \u201ethose responsible for the book of Zechariah are also those who were instrumental in bringing the Book of the Twelve together into much of the form we have today\u201c (31). Die laufende Diskussion zum Zw\u00f6lfprophetenbuch h\u00e4tte hier und da eine gr\u00f6\u00dfere Rolle spielen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Boda misst dem Ph\u00e4nomen gro\u00dfe Bedeutung bei, dass Sacharja vielfach in intertextueller Beziehung zu anderen Texten der Hebr\u00e4ischen Bibel steht. In seiner fortlaufenden Kommentierung verweist er auf viele Texte, die bei der jeweiligen Textstelle in Frage kommen. Damit werden dem Leser wichtige Informationen an die Hand gegeben. Boda widmet der Frage, was als Ausgangspunkt \/ Quelle zu identifizieren ist, immer wieder besondere Aufmerksamkeit. Allerdings \u00fcberrascht zweierlei. Zum einen findet sich keine einf\u00fchrende oder grundlegende Reflexion zur Identifizierung solcher Textstellen. Es reduziert sich auf wenige \u2013 mehr oder minder allgemeine \u2013 Bemerkungen zu \u201einner-biblical allusion\u201c (39\u201341). Die dabei zur Anwendung kommenden Kriterien k\u00f6nnen dabei recht unterschiedlich sein. Wer mit der Diskussion vertraut ist, kann im Lichte anderer Kommentare oder Monographien erkennen, was f\u00fcr Boda von besonderer Bedeutung ist. Manchmal gewinnt man allerdings auch den Eindruck, dass er sich an bevorzugt an Tollingtons, Steads, Lees und Tais Arbeiten orientiert. Man mag sich fragen, warum die Arbeiten von Delkurt oder Pola hier eine geringere Rolle spielen. Neben der Identifizierung der Textstellen ist zum anderen die Gewichtung und Auswertung der intertextuellen Beziehungen bisweilen recht unterschiedlich, nicht immer leicht nachzuvollziehen und manchmal recht knapp. Manchmal reduziert sie sich fast auf die Beschreibung, dass Sacharja von diesen Texten beeinflusst wurde oder an andere Texte erinnert. Dies alles ist angesichts der methodischen Reflexionen in den vergangenen Jahrzehnten im Allgemeinen und mit Blick auf die Situation im Sacharjabuch im Besonderen \u00fcberraschend. Aber hier gilt nat\u00fcrlich wie bei allen anderen Fragen, dass das Format eines Kommentars der\/m Verfasser\/in immer Entscheidungen aufn\u00f6tigt, was er oder sie behandeln kann.<\/p>\n<p>Unter Anerkennung der Unterschiede zwischen Sacharja 1\u20138 und 9\u201314 vertritt Boda die \u00dcberzeugung, dass diese vierzehn Kapitel dennoch als ein Buch behandelt werden sollten. Zur Begr\u00fcndung f\u00fchrt er unter anderem die durchg\u00e4ngig vorliegenden Verweise auf andere biblische Literatur, die Bedeutung von prophetischen Symbolhandlungen in beiden Teilen (Kap. 3; 6,9\u201315 und 11,4\u201316), die gemeinsamen Themen (z.\u00a0B. Leiterschaft) und ihre damit verbundene Entwicklung im Verlauf des Buches (28). F\u00fcr die Entstehung der Kapitel 9\u201314 nennt er verschiedene Zeitpunkte und Zeitr\u00e4ume von 515\u2013433 v.\u00a0Chr. als M\u00f6glichkeiten. Die ersten sechs Kapitel konzentrieren sich auf die Realisierung der versprochenen Wiederherstellung am Anfang der Perserzeit, so dass unter anderem Priester und Propheten ihren Platz bekommen. Sacharja 7\u20138 entwickeln einige Bemerkungen in Sacharja 1\u20136, dass noch mehr aussteht, weiter, insbesondere die Teilnahme der Heiden an der Verehrung Jahwes. Sacharja 9\u201310 gehen hier noch weitere Schritte. Mit den letzten drei Kapitel wird der zeitliche Aspekt unsch\u00e4rfer (\u201ean jenem Tag\u201c) und Jahwes Aktivit\u00e4ten dominieren noch mehr (vgl. 701\u2013702). Die letzten sechs Kapitel verschieben dabei den Fokus von den Menschen als Handelnden auf Gott. Au\u00dferdem arbeiten sie Konsequenzen f\u00fcr die mangelnde Bereitschaft, auf Gottes Ruf zur Bu\u00dfe zu h\u00f6ren, in Kapitel 7\u20138 heraus. Als Adressaten macht Boda Menschen in der Mitte oder am Ende des f\u00fcnften Jahrhunderts aus. Dabei stellt das Buch eine zu Nehemias Unternehmen erg\u00e4nzende Perspektive dar, die Gottes Wunsch betont, dass es um mehr als nur physische Wiederherstellung f\u00fcr das Volk geht. F\u00fcr Boda belegt das vorliegende Nehemiabuch, dass Sacharjas Perspektive letztlich von Nehemia akzeptiert und \u00fcbernommen wurde (37).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Prof. Dr. Heiko Wenzel, Professor f\u00fcr Altes Testament an der Freien Theologischen Hochschule Gie\u00dfen<\/em><br \/>\n&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-nd\/4.0\/\" rel=\"license\"><img decoding=\"async\" style=\"border-width: 0;\" src=\"https:\/\/i.creativecommons.org\/l\/by-nd\/4.0\/88x31.png\" alt=\"Creative Commons Lizenzvertrag\" \/><\/a><br \/>\nDieses Werk ist lizenziert unter einer <a href=\"http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-nd\/4.0\/\" rel=\"license\">Creative Commons Namensnennung &#8211; Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mark J. 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