{"id":424,"date":"2017-10-18T08:33:28","date_gmt":"2017-10-18T08:33:28","guid":{"rendered":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=424"},"modified":"2017-10-18T08:33:28","modified_gmt":"2017-10-18T08:33:28","slug":"sabrina-mueller-fresh-expressions-of-church","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=424","title":{"rendered":"Sabrina M\u00fcller: Fresh Expressions of Church"},"content":{"rendered":"<p>Sabrina M\u00fcller: <em>Fresh Expressions of Church. <\/em><em>Ekklesiologische Beobachtungen und Interpretationen einer neuen kirchlichen Bewegung<\/em>, Z\u00fcrich: TVZ, 2016, Pb., 340 S., \u20ac\u00a058,\u2013, <a href=\"http:\/\/www.tvz-verlag.ch\/index.php?id=72&#038;tx_commerce_pi1[showUid]=160666&#038;tx_commerce_pi1[catUid]=\">ISBN 978-3-290-17854-3<\/a><\/p>\n<p><a class=\"linkeddiv\" href=\"https:\/\/rezensionen.afet.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Mueller_Boeckel.pdf\"><\/p>\n<div class=\"dwnldbtn\">Download PDF<\/div>\n<p><\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p>Sabrina M\u00fcller legt mit ihrer Dissertation eine der ersten und insofern eine besonders wichtige Dissertation zu \u201efresh expressions of Church\u201c (fxC) im deutschsprachigen Raum vor. Dabei konzentriert sie sich ganz auf die neue kirchliche (Gemeinde-) Bewegung in England, speziell innerhalb der anglikanischen Kirche. Diese Fokussierung scheint, wie der folgende Aufriss zeigt, sowohl terminologisch als auch begrifflich bzw. genealogisch gerechtfertigt. In dieser interpretativen Konzentration auf ein aus unserer praktisch-theologischen Perspektive kirchlich und gesellschaftlich zun\u00e4chst einmal fremdes Handlungsfeld, liegt das Hauptgewicht und die analytische wie heuristische St\u00e4rke der Arbeit. Lediglich in einem abschlie\u00dfenden neunten Kapitel wird ein Fazit gezogen, bei dem es unter anderem auch um Fragen eines m\u00f6glichen Transfers in den (Heimat-) Kontext der Autorin, den der Schweizer Reformierten Kirche geht.<\/p>\n<p>Das methodologische Vorgehen der Studie, die sich als praktisch-theologische Arbeit versteht und dabei nach der Korrelation von Mission und Ekklesiologie fragt (15), basiert daher auch auf einer \u201eethnographischen Methodentriangulation\u201c, genauer einer Kombination aus teilnehmender Beobachtung in einzelnen fxC, auf Konferenzen, der Analyse bewegungsinterner Literatur sowie aus Experteninterviews mit leitenden Pers\u00f6nlichkeiten der fxC-Bewegung (darunter einigen Bisch\u00f6fen wie die fr\u00fcheren Leiter der fxC-Bewegung, Steven Croft und Graham Cray sowie den (fr\u00fcheren) Erzbischof von Canterbury, Rowan Williams), welche in einer ganzen Reihe von \u2013 \u00fcber dreieinhalb Jahre verteilten \u2013 Studienreisen seit 2011 durchgef\u00fchrt wurden. Forschungsprinzipien und Datenerhebung folgen dabei dem interpretativen Paradigma qualitativer Sozialforschung, deren Grundentscheidungen (Auswahl und Selektion der 5 untersuchten fxC und der Experten, Gespr\u00e4chsf\u00fchrungsprinzipien, Auswertungsverfahren \u201eGrounded Theory\u201c) die Autorin in einem einleitenden Methodenkapitel solide reflektiert. Dabei kommen auch m\u00f6gliche Rollenkonflikte der Autorin zur Sprache (31), die sich explizit als Bef\u00fcrworterin von fxC, mithin als positionell, ausweist.<\/p>\n<p>F\u00fcr die hiesige Diskussion inhaltlich bereichernd sind bereits die in Kapitel 4 und 5 geschilderten grundlegenden Ausf\u00fchrungen zu den variierenden Definitionen des Gegenstandes \u201efxC\u201c im Entstehungskontext der anglikanischen Kirche (42, 45f u.\u00a0\u00f6.). Hier erh\u00e4lt der Leser eine fundierte und pr\u00e4gnante Einf\u00fchrung zu den Grundanliegen, der Verbreitung und der Entstehungsgeschichte der fxC-Bewegung, die \u00fcbersichtlich gestaltet ist und eine gute Orientierung auch f\u00fcr jene bietet, f\u00fcr die die ganze fxC-Thematik \u201eNeuland\u201c darstellt. Zentraler Dreh- und Angelpunkt dabei ist der Synodenbericht \u201eMission-Shaped Church\u201c-Report von 2004. Der Weg dorthin (u.\u00a0a. anhand des Vorl\u00e4ufers \u201eChurch Planting Movement\u201c um Pfr. Bob Hopkins) wird ebenso wie die daran anschlie\u00dfenden weiteren Bem\u00fchungen sowie (strukturrelevanten) Leitungsentscheidungen (z.\u00a0B. \u201eBishops Mission Order\u201c, das Prinzip der \u201eMixed economy\u201c) geschildert. Dabei arbeitet die Autorin sehr sch\u00f6n heraus, dass die begriffliche Programmatik \u201efxC\u201c den Versuch darstellt, eine missionarisch-diakonische Bewegung von nichtparochialen, kontextbezogenen Gemeindeformen anhand von gemeinsamen Kriterien erfassend zu beschreiben und nicht zuletzt im Interesse einer sich dieser Bewegung wohlwollend \u00f6ffnenden Anglikanischen Kirche und ihrer Leitung f\u00fcr diese Kirche fruchtbar zu machen. Dabei kann sie auf umfangreiche Datenerhebungen zu Typisierungen, Gemeinsamkeiten und Unterschiede, Gr\u00f6\u00dfe und Verbreitung von fxC vor allem der \u201eChurch Army\u2019s Research Unit\u201c um George Lings in England zur\u00fcckgreifen. Neben der ersten skizzenhaften Darstellung dieser sehr stark von Laien gepr\u00e4gten Gemeindebewegung und ihrer Exponenten kommen auch einzelne kritische Stimmen innerhalb der Church of England zu Wort (99f), was m.\u00a0E. allerdings durchaus etwas ausf\u00fchrlicher h\u00e4tte ausfallen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Kapitel 6 schlie\u00dflich bereitet die Darstellung von f\u00fcnf expemplarischen fxC auf. Dabei werden sowohl urbane als auch l\u00e4ndliche, aber auch theologisch, fr\u00f6mmigkeitstypisch und zielgruppenbezogen unterschiedliche Ans\u00e4tze geschildert (\u00dcbersicht S.\u00a0106). Dies geschieht jeweils anhand einer Kurzcharakterisierung, Angaben zur Entstehung und Entwicklung, zum Leitbild, zu Zielgruppe und Fokus, Leitung und Aktivit\u00e4ten, zur finanziellen Situation sowie zu \u201etheologischen, ekklesiologischen und missionalen\u201c Aspekten. Auch hierbei wird, wie im vorangegangenen Kapitel, eine solide und orientierende Einf\u00fchrung in die Bewegung, diesmal anhand von konkreten Praxisbeispielen, geboten.<\/p>\n<p>Kapitel 7 widmet sich sodann der Analyse der Experteninterviews. Dabei geht es vor allem um deren eigene praktisch-theologische Reflexion, die interessante Einblicke in im besten Sinne geistliches und kirchenleitendes Handeln gew\u00e4hrt. Methodisch versucht die Autorin die Aussagen zu bestimmten \u201eCodes\u201c zu Clustern zusammenzuf\u00fcgen \u2013 entweder indem sie wesentliche Stichworte aufgreift oder indem sie eigene \u201e\u00dcberschriften\u201c bildet und so zu einer eigenst\u00e4ndigen Strukturierung beitr\u00e4gt. Dadurch wird das ekklesiologische Selbstverst\u00e4ndnis der fxC-Bewegung, ihr Missionsverst\u00e4ndnis, aber auch deren Standortbestimmung der Kirche in der Postmoderne, die summarisch erhebbare Praxis sowie ihre programmatischen Begriffe eingehend er\u00f6rtert. Diese \u00fcberwiegend deskriptive und strukturierende Darstellung l\u00e4sst das zuvor anhand der Praxisbeispiele Geschilderte nochmals vertiefend verstehen. So wird insgesamt das Bild einer am \u201emissionalen\u201c, d.\u00a0h. am missio-Dei-Ansatz orientierten Bewegung skizziert, deren Prinzip der Inkarnation nicht nur christologisch, sondern auch ekklesiologisch bzw. auf den Einzelnen und sein Umfeld bezogen gedeutet wird. Demzufolge spielen Umkehr und Lebenserneuerung (\u201eDiscipleship\u201c) eine ebenso gro\u00dfe Rolle wie die im besten Sinne Gemeinwesen-diakonische Hilfe in der Nachbarschaft. Es wird verstanden, einen innovativen, gemeinschaftszentrierten Ansatz nicht gegen Tradition und parochiale Strukturen auszuspielen, sondern als Erg\u00e4nzung zu verstehen und ekklesiologisch zu integrieren (\u201emixed economy\u201c) \u2013 so jedenfalls die Darstellung der (immerhin namhaften) Experten. Aber auch empirisch kann man aufzeigen, dass das Verh\u00e4ltnis zu Parochien offenbar gut ist, zumal die \u00fcberwiegende Zahl von fxC gezielte \u201eAusgr\u00fcndungen\u201c von parochialen Gemeinden darstellen (159ff). Kirche und Gemeinde werden hier offenbar auch ganz praktisch im Sinne eines prozessualen Geschehens gesehen, wobei das Grundprinzip \u201eEinheit in Vielfalt\u201c (\u201eunity in diversity\u201c) leitend ist (171f). Weitere wesentliche und f\u00fcr die hiesige Diskussion weiterf\u00fchrende Aspekte k\u00f6nnen anhand der hohen Bedeutung der Gemeinschaft (\u201ecommunity\u201c) sowie des Prinzips \u201eDiscipleship\u201c aufgezeigt werden, mithin der lebenserneuernden Bildung im Lichte des Evangeliums bzw. infolge der Begegnung mit dem Auferstandenen (173f). Der daf\u00fcr grundlegende Prozess der Transformation bleibt jedoch nicht bei dem Einzelnen und seiner Berufung stehen, sondern bezieht sich ebenso auf die Gemeinde, die Gemeinschaft und davon ausgehend schlie\u00dflich auch auf deren Kontext bzw. die Gesellschaft (180f u.\u00a0\u00f6.). Als theologische Gew\u00e4hrsleute f\u00fcr den so hervortretenden, missionarisch akzentuierten missio-Dei-Ansatz werden neben den Interviewten (darunter der Theologe Michael Moynagh) von der Autorin auch immer wieder Lesslie Newbigin und David Bosch genannt. Der missio-Dei-Ansatz wird dort, so lernt man, nicht nur pointiert zum Ausdruck gebracht, wie etwa vom damaligen Erzbischof R. Williams, sondern auch das Ziel von Mission benannt (discipleship, \u201eenabling people to go into ever deeper relationship with God\u201c, 223f). Das \u201eH\u00f6ren\u201c auf den Kontext (Listening) wird durch das \u201eH\u00f6ren auf Gott\u201c erg\u00e4nzt und erst komplett. Gott begegnet dem Christen im auferstandenen Christus, aber auch im gesellschaftlichen \u201eKontext\u201c.<\/p>\n<p>Zwei einzelne, aufschlussreiche Aspekte dieser ausf\u00fchrlich darstellenden Praxisreflexion seien gerade aus der hiesigen Perspektive hervorgehoben: Zum einen wird das f\u00fcr die Einzelnen motivierende Selbstverst\u00e4ndnis herausgearbeitet, Berufene Gottes zu sein und daher auch an der Mission Gottes teilzuhaben (148f, 218f). Hierin liegt sicherlich eine bisher kaum beachtete praktisch-theologische und kybernetische St\u00e4rke des missionalen Ansatzes. Ein anderer Aspekt betrifft den f\u00fcr das Pfarrerbild in England (und erst recht bei uns) herausfordernden Typus des \u201ePioniers\u201c und seinem \u201eentrepreneurial spirit\u201c (237ff, 243), welcher f\u00fcr den Start von fxC ma\u00dfgeblich ist und auch auf Laien bezogen wird. Die gro\u00dfe Diversit\u00e4t von Menschen, die Pionierarbeit leisten, f\u00fchrte schlie\u00dflich zu intensiven Ausbildungsbem\u00fchungen in diesem Bereich, weshalb auch einer der interviewten Experten der Leiter der ordanied-pioneer-Ausbildung Dave Male war.<\/p>\n<p>Kapitel 8 beinhaltet schlie\u00dflich eine theologische Deutung der Ergebnisse. Hierbei wird deutlich, dass die Autorin vor allem ekklesiologische Fragestellungen aufgreift. Kirche erscheint so \u2013 in Folge der missio-Dei-Theologie \u2013 als \u201ekommunikative dialogische Erfahrung im Deutungshorizont der Trinit\u00e4t\u201c, deren Dynamik vor Ort vor allem durch die auch aus anderen Zusammenh\u00e4ngen bekannte Trias Berufung (calling), Sammlung (gathering) und Sendung (sending) gekennzeichnet ist. Dabei wird das \u201emissionale\u201c Missionsverst\u00e4ndnis f\u00fcr die Ekklesiologie als theologisch zentral herausgearbeitet und mit dem des Dialogs und der Gemeinschaft kombiniert. Neben interessanten kybernetischen Einzelparadigmen wie z.\u00a0B. \u201eTradition + Kontext = Innovation\u201c (286) werden andere, im engeren Sinne praktisch-theologische Fragestellungen, kaum er\u00f6rtert. So hat der Leser den Eindruck, dass die Arbeit in diesen Passagen bisweilen sehr stark im Grenzbereich zur systematischen Theologie verortet ist. Auch wird nicht genug deutlich, worin der Unterschied der theologischen Deutung der Ergebnisse in Kapitel 8 zur theologischen Inhaltsanalyse in Kapitel 7 besteht. Die interpretativen Ausf\u00fchrungen h\u00e4tten daher auch im Blick auf die kybernetischen Fragestellungen durchaus noch umfangreicher sein k\u00f6nnen. Einen Schwerpunkt bildet f\u00fcr die Autorin der dialogische Ansatz, welcher \u2013 ausgehend von Martin Buber \u2013 mit einem an F.\u00a0D.\u00a0E. Schleiermacher angelehnten Erfahrungsbegriff akzentuiert wird und die Gemeinschaft pr\u00e4gt. Durch fxC wird dem postmodernen, \u201erelational verarmten\u201c Individuum ein neuer Gemeinschaftsraum angeboten, der \u201enicht nur gemeinsame Erfahrungen erm\u00f6glicht, sondern auch eine sinnstiftende, transzendente und dialogische Deutung in der Trinit\u00e4t anbietet&#8230; Glaube ist gelebter und geteilter Glaube\u201c (269ff, 274).<\/p>\n<p>Praktisch-theologisch interessant erscheint auch das recht kurze, neunte Auswertungskapitel. Dabei werden Besonderheiten herausgearbeitet und als Anfragen an unseren Kontext er\u00f6rtert. Hierzu geh\u00f6ren die erw\u00e4hnte \u201edialogisch-missionale Ekklesiologie\u201c mit ihrem Erfahrungsbezug sowie ihrem auf Engagement und Gemeinschaft ausgerichteten Fokus. Ebenfalls thematisiert wird der Milieubezug, etwa im Blick auf den Gottesdienst, was jedoch auch schon andernorts geschehen ist. Im Blick auf einen \u201eTransfer\u201c wird zuletzt ein Gedanke hervorgehoben, der indirekt eine vielerorts bereits bestehende Vernetzung von Ortsgemeinde, Freikirchen, kath. Kirchen, fxC und Evangelisch-reformierten Landeskirchen intendiert (78f, 318f). Auch hierf\u00fcr d\u00fcrfte das gemeinsame missionale Anliegen ma\u00dfgeblich sein.<\/p>\n<p>Insgesamt gelingt es der Autorin in dieser pilothaften Studie, die wesentlichen Kennzeichen und Prinzipien von fxC so herauszuarbeiten, dass sie die Diskussion im deutschsprachigen Raum sehr bereichern kann. Dabei bleibt der Blick \u00fcberwiegend auf der Entwicklung in England ruhen \u2013 was kein Nachteil sein muss und auch ohne Fragen nach dem Transfer sinnvoll bleibt (dies zu er\u00f6rtern bleibt ohnehin folgenden Arbeiten vorbehalten). So werden dem aufmerksamen Leser eher indirekt wesentliche Herausforderungen f\u00fcr unseren Kontext deutlich. Diese bestehen vielleicht weniger in der (theoretischen) Einsicht, dass Kirche kontextuell und ver\u00e4nderungsbereit sein sollte, sondern vielmehr in der grundlegenden Bedeutung von Mission f\u00fcr das Wesen von Kirche \u2013 und den Konsequenzen, die sich daraus f\u00fcr das kirchenleitende Handeln auch auf h\u00f6chster Ebene ergeben k\u00f6nnen. Ebenfalls bereichernd kann es sein, erfahrbare Gemeinschaft infolge des missionalen Ansatzes neu in den Horizont von Mission zu stellen, was unter anderem zur Folge hat, dass auch der Kontextbezug von kirchlichem Handeln nicht (wie bei unseren \u201efunktionalen Diensten\u201c) an theologische Profis delegiert zu werden braucht, um dieses wirksam werden zu lassen. \u2013 Eine kritische Reflexion des ekklesiologisch akzentuierten missio-Dei-Ansatzes (\u201emissionales\u201c Prinzip) wird indes kaum geleistet, was sicherlich f\u00fcr einige Leser ein Manko sein wird. Hier h\u00e4tte z.\u00a0B. die missionstheologische Diskussion herangezogen werden k\u00f6nnen, man h\u00e4tte aber auch in kybernetischer Perspektive andere missionarische Gemeindemodelle (z.\u00a0B. das im Buch erw\u00e4hnte \u201eattraktionale\u201c, am Gottesdienst orientierte) vergleichend analysieren k\u00f6nnen. Aus der Perspektive unserer (volks-)kirchlichen Landschaft h\u00e4tte man \u00fcberdies kritisch zur\u00fcckfragen k\u00f6nnen, ob der konsequente Kontextbezug auch eine Problematik beinhaltet. Dies ber\u00fchrt indes einen ganz wesentlichen biblisch-theologischen Punkt. Systematisch gesprochen: Wenn Gott auch (und vor allem?) im Kontext redet, kann die Christologie auf Kosten der Pneumatologie abgewertet und schlie\u00dflich entbehrt, zumindest moralisierend \u201everd\u00fcnnt\u201c und um ihr zentrales Eigenrecht gebracht werden. Transformation w\u00fcrde dann nicht mehr auf Umkehr und Lebenserneuerung (Discipleship) bezogen, sondern durch die Transformation der Gesellschaft tendenziell ersetzt werden (Christus als \u201eChiffre\u201c f\u00fcr Mitmenschlichkeit). Die Exponenten und Akteure in der anglikanischen Kirche und fxC-Bewegung verstehen es, dieser Gefahr durch ihre christologische Zentrierung zu entgehen, sodass es hier zu einer Befruchtung beider Pole kommt \u2013 der Umkehr als Begegnung mit dem Auferstandenen und der Hinkehr zur Welt \u2013 und dies ekklesiologisch gedeutet sowie gemeinschaftsstiftend umgesetzt wird. Dies ist wohl nicht zuletzt deshalb der Fall, weil dort die im weiteren Sinne evangelikale Bewegung eine wesentlich gr\u00f6\u00dfere Rolle spielt und sich dies auch in den relevanten Leitungspersonen widerspiegelt. Auch diese weiterf\u00fchrenden Gedanken sprechen indes f\u00fcr die offensichtlich anregende Wirkung des Buches und der Auseinandersetzung mit der englischen fxC-Bewegung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>PD Pfr. Dr. Holger B\u00f6ckel, Leiter AGAPLESION Institut Frankfurt,<br \/>\nDirektor am Institut f\u00fcr Wirtschafts- und Sozialethik Marburg,<br \/>\nPrivatdozent KiHo Wuppertal, Institut f\u00fcr Diakoniewissenschaft<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-nd\/4.0\/\" rel=\"license\"><img decoding=\"async\" style=\"border-width: 0;\" src=\"https:\/\/i.creativecommons.org\/l\/by-nd\/4.0\/88x31.png\" alt=\"Creative Commons Lizenzvertrag\" \/><\/a><br \/>\nDieses Werk ist lizenziert unter einer <a href=\"http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-nd\/4.0\/\" rel=\"license\">Creative Commons Namensnennung &#8211; Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sabrina M\u00fcller: Fresh Expressions of Church. 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