{"id":431,"date":"2017-10-18T09:42:01","date_gmt":"2017-10-18T09:42:01","guid":{"rendered":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=431"},"modified":"2017-10-18T09:42:01","modified_gmt":"2017-10-18T09:42:01","slug":"peter-meyer-kathrin-oxen-hg-predigen-lehren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=431","title":{"rendered":"Peter Meyer \/ Kathrin Oxen (Hg.): Predigen lehren"},"content":{"rendered":"<p>Peter Meyer \/ Kathrin Oxen (Hg.): <em>Predigen lehren. Methoden f\u00fcr die homiletische Aus- und Weiterbildung<\/em>, Kirche im Aufbruch 17, Leipzig: EVA, 2016, 376 S., \u20ac 19,90, <a href=\"http:\/\/www.eva-leipzig.de\/product_info.php?info=p3746_Predigen-lehren.html\">ISBN 978-3-374-04126-8<\/a><\/p>\n<p><a class=\"linkeddiv\" href=\"https:\/\/rezensionen.afet.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Meyer_Klippert.pdf\"><\/p>\n<div class=\"dwnldbtn\">Download PDF<\/div>\n<p><\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p>Um es vorweg zu sagen: Ein Buchtitel zur Homiletik, der sich nicht an Studierende, sondern an Dozierende richtet, ist allein schon dieses unerwarteten und seltenen Umstands willen wert, beachtet zu werden. Er hat bei mir von Anfang an Interesse und Neugier geweckt. Im Alltagsgesch\u00e4ft homiletischer Ausbildung wirkt ein Titel, der eine Sammlung von \u201eMethoden f\u00fcr die homiletische Aus- und Weiterbildung\u201c verspricht, geradezu wie ein ge\u00f6ffnetes Fenster, durch das der Hauch eines frischen Windes Einzug halten k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Ausgangspunkt ist f\u00fcr die beiden Herausgeber Peter Meyer und Kathrin Oxen die Beobachtung, dass im Curriculum theologischer Ausbildung fundamentaltheologische Themen in der Regel ausf\u00fchrlich behandelt werden, dass aber auf der anderen Seite die f\u00fcr eine gemeindliche Predigtt\u00e4tigkeit notwendige Praxis h\u00e4ufig zu wenig Beachtung findet. Das Gef\u00fchl der \u00dcberforderung, die unreflektierte \u00dcbernahme von vorgefundenen homiletischen Leitbildern und das schlechte Gewissen, unter der allt\u00e4glichen Arbeitslast des Gemeindedienstes der Predigtaufgabe sowieso nicht angemessen gerecht werden zu k\u00f6nnen, pr\u00e4gt entsprechend die Befindlichkeit Vieler im sp\u00e4teren Dienst. So sehr sich das Buch also an Lehrende wendet, so sehr zielt es auf das Heranreifen einer engagierten Predigtpers\u00f6nlichkeit, die in vielf\u00e4ltiger Weise und praxiskompetent das Wort Gottes zur Sprache bringt.<\/p>\n<p>Die 51 Einzelbeitr\u00e4ge, die von 41 unterschiedlichen Autoren verfasst sind, setzen deshalb das theologische Handwerkszeug der Exegese und Systematik voraus. Sie reflektieren keine Hermeneutik und keine fundamental-homiletischen Grundentscheidungen, auch wenn diese in der Darstellung der einen oder anderen Methode erkennbar werden. In einem ersten Abschnitt werden praxisnah die Besonderheiten unterschiedlicher Lernorte beschrieben: Studium, Predigtseminar, Kirchengemeinde, Pr\u00e4dikanten- und Diakonenausbildung sowie homiletische Fortbildungsangebote. An dieser Stelle wird die Verortung des Buchs im Kontext landeskirchlicher Strukturen erwartungsgem\u00e4\u00df am st\u00e4rksten deutlich. Der besondere Wert dieses Abschnittes lag f\u00fcr mich als Lehrendem vor allem darin, mich selbst und meine eigenen Studierenden \u201ewiederzufinden\u201c \u2013 mit lachendem und weinendem Auge. Auch wenn hier insgesamt sieben Beitr\u00e4ge plausibel machen, dass die eine oder andere beschriebene Methode am besten an diesen oder jenen Lernort passt, h\u00e4tte ich mir eine kompaktere Darstellung gew\u00fcnscht, um nicht erst auf Seite 89 \u201ezum Eigentlichen\u201c kommen zu m\u00fcssen, dem Hauptteil \u201eHomiletische Methoden \u2013 homiletische Lernarrangements\u201c.<\/p>\n<p>Die 38 Betr\u00e4ge des Hauptteils sind in sechs unterschiedliche \u201eBrennpunkte\u201c gegliedert: 1. homiletische Orientierung, 2. die eigene Ausrichtung als Prediger und Predigerin, 3. die Erschlie\u00dfung von Texten,\u00a0 4. die Erschlie\u00dfung von Situation und Lebenswelt, 5. Schritte der Predigtvorbereitung und Performanz sowie 6. Weiterarbeit an fertigen bzw. gehaltenen Predigten. Alle Beitr\u00e4ge folgen einer gemeinsamen Struktur. Nach einer stichwortartigen Beschreibung von Sozialform (Einzelarbeit, Gruppengespr\u00e4ch usw.), Zeitbedarf und notwendigem Material wird die jeweilige Methode unter vier Fragestellungen dargestellt: 1. Worum geht es? 2. Wozu f\u00fchrt das? 3. Wie geht das? 4. Homiletisch-didaktischer Kommentar. Diese klare und \u00fcbersichtliche Struktur erleichtert die Lekt\u00fcre und erm\u00f6glicht eine schnelle Orientierung, wenn man das Eine oder Andere ausprobieren m\u00f6chte. Verwendete Beispieltexte oder Vorlagen lassen sich auf der dazu geh\u00f6rigen und analog zum Buch aufgebauten Homepage (www.predigen-lehren.de) bequem herunterladen.<\/p>\n<p>Trotz der groben Systematisierung der Einzelbeitr\u00e4ge in \u201eBrennpunkten\u201c unterscheiden sie sich methodisch, in Sozialform und im Zeitaufwand deutlich. Von f\u00fcnfmin\u00fctigen \u00dcbungen in der Kleingruppe bis zum Tagesseminar ist alles zu finden. Die meisten \u00dcbungen zielen auf Arbeit in einer Gruppe ab und sind stark auf die F\u00f6rderung von Selbstwahrnehmung und Kreativit\u00e4t in unterschlichen Kompetenzbereichen angelegt. Einige f\u00f6rdern notwendige Fertigkeiten zu einer Predigt im Sinne der New Homiletic. Andere greifen moderne Kommunikationsformen auf (z.\u00a0B. Wordslam). Eine Reihe von vorgestellten Methoden unterst\u00fctzen die klassische Predigtmeditation\/Predigtreflexion (z.\u00a0B. \u00dcbungen im Umfeld des sogenannten \u201ehomiletischen Dreiecks\u201c) oder auch der Rhetorik (z.\u00a0B. Wortscan zur Enttarnung von Worth\u00fclsen). Wer aus der Praxis kommt, wird sich naturgem\u00e4\u00df die Frage stellen, ob das Eine oder Andere in seinem Lehr- und Lernumfeld in dieser Form klappen kann und ob es seinem Stil und Anliegen entspricht. Zu manchen methodischen Wegen habe ich keinen Zugang gefunden. Anderes halte ich f\u00fcr bedenkenswert, einiges kann ich \u00fcbernehmen. Und wieder andere Konzepte waren eine gute Anregung f\u00fcr eigene Ideen im Rahmen meines Kontexts. Dieses Schicksal teilen wohl alle Methodensammlungen und ich gehe davon aus, dass sich die Autoren dessen bewusst gewesen sind.<\/p>\n<p>Der letzte Teil des Buchs verweist in sechs Beitr\u00e4gen auf die internationale Situation und beschreibt Entwicklungen und Perspektiven aus Afrika, Schweden, England, Norwegen und den USA. Auch wenn in diesen Beitr\u00e4gen keine dezidierten Einzelmethoden homiletischer Arbeit beschrieben werden wie im Hauptteil des Buchs, weiten die dahinter liegenden Grundsatz\u00fcberlegungen im Kontext des jeweiligen Landes den Blick, regen zur kritischen Diskussion auch f\u00fcr unsere Situation in Deutschland an und runden das Buch inhaltlich ab.<\/p>\n<p>\u201ePredigen lehren\u201c will ein Buch f\u00fcr Dozierende sein. Hat es sich die Lekt\u00fcre gelohnt? F\u00fcr mich auf jeden Fall. Auch wenn das Buch nicht aus einem evangelikalen theologischen Ansatz heraus verfasst wurde und f\u00fcr mich diskussionsw\u00fcrdige Konzepte neuerer Homiletik durchscheinen l\u00e4sst, bietet es viele methodischen Anregungen, die meine eigene Arbeit bereichern werden. Wenn sich jetzt noch Liebe zu Christus, Liebe zum Wort Gottes, Begeisterung f\u00fcr das Evangelium und Liebe zu den Zuh\u00f6rern methodisch ein\u00fcben lie\u00dfen, h\u00e4tte ich wenig Sorge um die Zukunft der Predigt auf unseren Kanzeln.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Wolfgang Klippert, Dozent an der Biblisch Theologischen Akademie Wiedenest<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-nd\/4.0\/\" rel=\"license\"><img decoding=\"async\" style=\"border-width: 0;\" src=\"https:\/\/i.creativecommons.org\/l\/by-nd\/4.0\/88x31.png\" alt=\"Creative Commons Lizenzvertrag\" \/><\/a><br \/>\nDieses Werk ist lizenziert unter einer <a href=\"http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-nd\/4.0\/\" rel=\"license\">Creative Commons Namensnennung &#8211; Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Peter Meyer \/ Kathrin Oxen (Hg.): Predigen lehren. 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