{"id":448,"date":"2017-10-28T11:12:50","date_gmt":"2017-10-28T11:12:50","guid":{"rendered":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=448"},"modified":"2017-10-28T11:13:46","modified_gmt":"2017-10-28T11:13:46","slug":"j-b-lightfoot-the-acts-of-the-apostles","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=448","title":{"rendered":"J. B. Lightfoot: The Acts of the Apostles"},"content":{"rendered":"<p>B.\u00a0Lightfoot: <em>The Acts of the Apostles. A Newly Discovered Commentary<\/em>, Hg. Ben Witherington III \/ Todd D. Still, The Lightfoot Legacy Series Set 1, Downers Grove\/IL: IVP Academic, 2014, Hb., 397\u00a0S.,\u00a0US\u00a0$\u00a040,\u2013, <a href=\"https:\/\/www.ivpress.com\/the-acts-of-the-apostles-lls\">ISBN 978-0-8308-2944-6<\/a><\/p>\n<p><a class=\"linkeddiv\" href=\"https:\/\/rezensionen.afet.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Lightfoot_Paschke.pdf\"><\/p>\n<div class=\"dwnldbtn\">Download PDF<\/div>\n<p><\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p>Die Apostelgeschichte (Apg) berichtet im achten Kapitel, dass dem \u00e4thiopischen K\u00e4mmerer bei seiner Lekt\u00fcre des Jesajabuches unerwartet ein Ausleger \u2013 Philippus \u2013 zu Hilfe kommt, der ihm die Bedeutung einer schwer verst\u00e4ndlichen Textpassage erschlie\u00dft.<\/p>\n<p>Dem Leserkreis der Apg kommt nun ebenfalls unversehens ein Ausleger zu Hilfe, und zwar der bereits vor \u00fcber 125 Jahren verstorbene renommierte englische Exeget und ehemalige Bischof von Durham (England) Joseph Barber Lightfoot (1828\u20131889). Im Fr\u00fchling 2013 n\u00e4mlich hat der amerikanische Neutestamentler Ben Witherington\u00a0III in einem B\u00fccherschrank in der Bibliothek der Kathedrale von Durham hunderte in Vergessenheit geratene Manuskriptseiten mit Vorbereitungsnotizen zu Acta-Vorlesungen von J.\u00a0B.\u00a0Lightfoot entdeckt, die dieser in den Jahren 1855 bis 1879 an der Universit\u00e4t Cambridge gehalten hatte (21\u201336).<\/p>\n<p>Zusammen mit Todd D. Still und unter Mitwirkung von Jeanette M. Hagen hat Witherington die lediglich die Kapitel Apg 1\u201321 behandelnden Aufzeichnungen Lightfoots inzwischen digitalisiert, transkribiert und ediert, sodass diese nun in Form des vorliegenden Kommentars, um dessen Inhalt (53\u2013276) es nun gehen soll, als Nachschlagewerk zur Verf\u00fcgung stehen.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst zu Lightfoots Antworten auf die Einleitungsfragen zur Apg: Der Paulusbegleiter Lukas ist der Autor (65), Theophilus \u2013 und mit ihm evtl. \u201ethe whole church\u201c \u2013 ist der\/die Adressat(in) (75\u201376). Die Abfassungszeit kann nicht genau bestimmt werden (75: \u201ewe have really no date\u201c). Lightfoot legt sich lediglich dahingehend fest, dass die Apg die Fortsetzung des von ihm in die Zeit vor 70 n.\u00a0Chr. datierten Lukasevangeliums ist (69\u201371). Zum Abfassungsort \u00e4u\u00dfert sich Lightfoot zwar nicht ausdr\u00fccklich, geht aber davon aus, dass Lukas und Theophilus geb\u00fcrtig aus der Stadt Philippi stammen (215 bzw. 75).<\/p>\n<p>Im Hinblick auf die in der Apg berichteten Ereignisse bzw. die Pauluschronologie kommt Lightfoot, der die erst 1905 entdeckte Gallio-Inschrift noch nicht kannte, z.\u00a0T. zu einer vom heutigen Forschungskonsens abweichenden Datierung: Ihm zufolge war Paulus 52\u201354 n.\u00a0Chr. in Korinth (188).<\/p>\n<p>Lightfoots Auslegung von Apg 1\u201321, die im Aufbau an seine drei ber\u00fchmten, jeweils aus \u201eIntroductions, Notes, and Dissertations\u201c bestehenden Kommentare zu den Paulusbriefen (Gal, Phil, Kol\/Phlm) erinnert (ein entsprechender \u201eRevised Text\u201c der Apg fehlt jedoch), ist teils druckreif ausformuliert, teils stichwortartig und rudiment\u00e4r. Letzteres hat zur Folge, dass sich eine fortlaufende Lekt\u00fcre streckenweise m\u00fchsam gestaltet. Zu empfehlen ist daher die bei Kommentaren ohnehin \u00fcblichere gezielte Konsultation zu einzelnen Versen. Unter Verweis auf biblische Parallelstellen und weitere antike Prim\u00e4rtexte sowie in Auseinandersetzung mit Arbeiten anderer Forscher (z.\u00a0B. H.\u00a0Alford, J.\u00a0A.\u00a0Bengel, H.\u00a0A.\u00a0W.\u00a0Meyer, J.\u00a0J.\u00a0Wettstein und G.\u00a0B.\u00a0Winer) bietet Lightfoot oftmals eine F\u00fclle von textkritischen, philologischen, grammatischen, historischen und geographischen Einsichten, die zum besseren Verst\u00e4ndnis des jeweiligen Verses f\u00fchren.<\/p>\n<p>Freilich wird man Lightfoot nicht immer und in allen Einzelheiten zustimmen k\u00f6nnen. So stellt er in Bezug auf die Apg als Ganze fest: \u201e[T]hroughout the body of this treatise our Lord himself is represented as the chief agent \u2026 Baumgarten [<em>The Acts of the Apostles<\/em>, Bd. 1, Edinburgh 1854, 28\u201329] is right in referring \u1f41 \u03ba\u1f7b\u03c1\u03b9\u03bf\u03c2 to \u201athe Lord Jesus\u2018\u201c (71\u201372). Diese Einsch\u00e4tzung steht in Spannung zu Aussagen der Apg, die Jesus als \u201eKnecht\u201c (\u03c0\u03b1\u1fd6\u03c2) Gottes (Apg 3,13.26; 4,27.31) und vielmehr Gott als den \u03ba\u1f7b\u03c1\u03b9\u03bf\u03c2 (Apg 3,20; 13,47; 15,13\u201321; 17,24) und als denjenigen identifizieren, der die in der Apg berichteten Geschehnisse ma\u00dfgeblich lenkt (Apg 1,7; 5,30\u201332; 22,14\u201315) bzw. dem die Apostel sich verpflichtet f\u00fchlen (Apg 4,19; 5,29).<\/p>\n<p>In Anbetracht dieser Stellen ist dann auch Lightfoots Annahme, bei dem in Apg 1,24 im Gebet adressierten \u03ba\u1f7b\u03c1\u03b9\u03bf\u03c2 handele es sich um Jesus (71), zu bezweifeln. Vielmehr legt der eindeutige Gebrauch von sowohl \u03ba\u1f7b\u03c1\u03b9\u03bf\u03c2 in Apg 4,24\u201330 (ebenfalls im Gebet) als auch \u03ba\u03b1\u03c1\u03b4\u03b9\u03bf\u03b3\u03bd\u1f7d\u03c3\u03c4\u03b7\u03c2 in Apg 15,8 (vgl. auch Lk 16,15) nahe, dass auch in Apg 1,24 mit dem \u201eHerrn\u201c und \u201eHerzenskenner\u201c Gott (\u03b8\u03b5\u1f79\u03c2), d.\u00a0h. der aus dem Alten Testament bekannte Sch\u00f6pfergott, gemeint ist.<\/p>\n<p>In seiner Auslegung zu Apg 8,4\u201324 vertritt Lightfoot die historisch unzutreffende und inzwischen \u00fcberholte Position, welche \u201eSimon Magus as the father of Gnosticism\u201c betrachtet (139). In der entsprechenden Anmerkung schreibt Witherington denn auch: \u201eGnosticism probably did not exist in the first century a.\u00a0d. and probably cannot be traced back to Simon the Magician\u201c (139, Anm. 3).<\/p>\n<p>Im Anhang (279\u2013386) werden drei bisher schwer zug\u00e4ngliche Ver\u00f6ffentlichungen von Lightfoot zur Apg sowie ein langer anonymer Nachruf auf ihn nachgedruckt. Der dann durch Autoren- (387\u2013389) und Bibelstellenregister (390\u2013397) abgerundete Kommentarband enth\u00e4lt einige Fotos (z.\u00a0B. vom B\u00fccherschrank in Durham und von einigen der darin gefundenen Manuskriptseiten der Acta-Vorlesungen) und ist (von Ausnahmen abgesehen) sorgf\u00e4ltig herausgegeben.<\/p>\n<p>Im achten Kapitel der Apg wird abschlie\u00dfend berichtet, dass der \u00e4thiopische K\u00e4mmerer nach seiner Begegnung mit und Unterweisung durch Philippus \u201eseine Stra\u00dfe fr\u00f6hlich zog\u201c. Ganz \u00e4hnlich wird es wohl auch denen gehen, die bei ihrer Lekt\u00fcre der Apg den Kommentar J.\u00a0B. Lightfoots zu Rate ziehen: Die hierin enthaltenen Erl\u00e4uterungen f\u00fchren zu einem Erkenntnisgewinn im Hinblick auf die Apg und somit zu (neuer) Freude \u00fcber die biblische Botschaft.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Dr. Boris Paschke, Gastprofessor f\u00fcr Neues Testament an der <\/em><em>Evangelische Theologische Faculteit, Leuven<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-nd\/4.0\/\" rel=\"license\"><img decoding=\"async\" style=\"border-width: 0;\" src=\"https:\/\/i.creativecommons.org\/l\/by-nd\/4.0\/88x31.png\" alt=\"Creative Commons Lizenzvertrag\" \/><\/a><br \/>\nDieses Werk ist lizenziert unter einer <a href=\"http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-nd\/4.0\/\" rel=\"license\">Creative Commons Namensnennung &#8211; Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>B.\u00a0Lightfoot: The Acts of the Apostles. A Newly Discovered Commentary, Hg. 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