{"id":605,"date":"2018-04-11T16:31:19","date_gmt":"2018-04-11T16:31:19","guid":{"rendered":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=605"},"modified":"2018-04-11T16:31:19","modified_gmt":"2018-04-11T16:31:19","slug":"karl-jaros-die-aeltesten-griechischen-handschriften-des-neuen-testaments","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=605","title":{"rendered":"Karl Jaro\u0161: Die \u00e4ltesten griechischen Handschriften des Neuen Testaments"},"content":{"rendered":"<p>Karl Jaro\u0161: <em>Die \u00e4ltesten griechischen Handschriften des Neuen Testaments. Bearbeitete Edition und \u00dcbersetzung<\/em>, K\u00f6ln u.\u00a0a.: B\u00f6hlau, 2014, geb., 952\u00a0S., \u20ac\u00a0110,\u2013, <a href=\"http:\/\/www.boehlau-verlag.com\/978-3-412-22215-4.html\">ISBN 978-3-412-22215-4<\/a><\/p>\n<p><a class=\"linkeddiv\" href=\"https:\/\/rezensionen.afet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/Stuhlhofer_Jaros.pdf\"><\/p>\n<div class=\"dwnldbtn\">Download PDF<\/div>\n<p><\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p>Karl Jaro\u0161, geb. 1944, katholisch, war in \u00d6sterreich Professor f\u00fcr Altes Testament. Er ver\u00f6ffentlichte mehrere B\u00fccher zum Neuen Testament aus einem konservativen Standpunkt, was die Fragen der Historizit\u00e4t betrifft. 2006 gab er, unterst\u00fctzt von anderen Fachleuten, eine CD-ROM mit den 95 \u00e4ltesten griechischen NT-Handschriften heraus, im Umfang von mehr als 5000 Seiten und mit mehr als 1000 Abbildungen. Solche Abbildungen von Handschriften enth\u00e4lt der hier zu besprechende Band nicht, ansonsten ist der Inhalt \u00e4hnlich: Die (hier: 104) griechischen NT-Handschriften (n\u00e4mlich: Abschriften) werden im vollen Umfang transkribiert und interlinear \u2013 zu einem gro\u00dfen Teil neu (26) \u2013 ins Deutsche \u00fcbersetzt. Diesem Anliegen ist der weitaus gr\u00f6\u00dfte Teil des Buches gewidmet. Daneben werden zu Beginn jeder Handschrift wichtige Angaben geliefert, n\u00e4mlich: Herkunft, Aufbewahrungsort, Beschreibung, Inhalt, Datierung, Bibliographie und Abbildungen (wo sie zu finden sind). Der Herausgeber eines solchen Werkes ben\u00f6tigt Liebe zum Detail und gro\u00dfe Genauigkeit.<\/p>\n<p>Diese \u00e4ltesten Handschriften werden von Jaro\u0161 auf die Zeit von etwa der Mitte des ersten bis zum Beginn des vierten Jahrhunderts datiert. In diesen Handschriften finden sich fast 60\u00a0% des griechischen Textes des Neuen Testaments (11); ganz fehlen darin 2.Timotheus und 3.Johannes. Nur in kleinen Teilen darin vorhanden sind Matth\u00e4us, 2.Thessalonicher, 1.Timotheus, Titus, Philemon und 1.Johannes (16). Ein Bibelstellenregister mit der Angabe, in welchen Handschriften sich die einzelnen Abschnitte des NTs finden, steht vorne in der Einleitung (11\u201315).<\/p>\n<p>Die Handschriften, haupts\u00e4chlich Papyri und einige Pergamente, sind in diesem Band chronologisch angeordnet. Bei vielen Handschriften datiert Jaro\u0161 fr\u00fcher als Nestle-Aland, was sich im Anhang des Buches (\u201eKonkordanzen\u201c, 947\u2013952) rasch \u00fcberblicken l\u00e4sst. Seine eigenen Datierungen begr\u00fcndet Jaro\u0161 \u2013 z.\u00a0T. sehr ausf\u00fchrlich \u2013 durch Vergleiche mit anderen Handschriften, deren Datierung als sicher gilt. Jaro\u0161 meint, dass insgesamt etwa 90 NT-Abschriften aus der Zeit bis 300 n.\u00a0Chr. stammen (9). Jedenfalls hofft er auf eindeutige \u2013 und seine eigenen best\u00e4tigende \u2013 Datierungen durch das zuk\u00fcnftige Einbeziehen der Altersbestimmung durch die C14-Methode.<\/p>\n<p>Bei einer solchen Zusammenstellung werden die enormen Unterschiede im Umfang schnell deutlich. Die drei umfangreichsten Papyri (P<sup>46<\/sup>, P<sup>75<\/sup> und P<sup>66<\/sup>) haben miteinander mehr Umfang als alle anderen dieser ca. 100 Papyri zusammengenommen. Die erhaltenen Papyri sind durchwegs Fragmente, aber von einigen blieb der Gro\u00dfteil des urspr\u00fcnglichen Umfanges erhalten. Besonders umfangreiche Papyri sind folgende:<\/p>\n<ul>\n<li>P<sup>46<\/sup> (= Paulusbriefe von R\u00f6mer bis 1.Thessalonicher, einschlie\u00dflich Hebr\u00e4er), in Jaro\u0161\u2019 Band umfassen Transkription und \u00dcbersetzung 166 S.<\/li>\n<li>P<sup>75<\/sup> (= Lukas 3 bis Johannes 14), 144 S.<\/li>\n<li>P<sup>66<\/sup> (= Johannes), 102 S.<\/li>\n<li>P<sup>45<\/sup> (= Matth\u00e4us 20 bis Apostelgeschichte 17), 61 S.<\/li>\n<li>P<sup>72<\/sup> (= Judas und 1. und 2.Petrus), 33 S.<\/li>\n<\/ul>\n<p>An manchen Stellen w\u00fcrde ich noch st\u00e4rker differenzieren oder pr\u00e4zisieren. Von den 104 Handschriften dieses Bandes stammen zwei von Qumran und eine von Dura Europos. \u201eDie restlichen 101 stammen aus \u00c4gypten\u201c (17). Das ist aber nicht sicher, denn von 34 dieser Handschriften ist der genaue Herkunftsort nicht bekannt, wie Jaro\u0161 selbst angibt (und vermutet, dass diese \u201eam ehesten\u201c ebenfalls aus \u00c4gypten stammen). In Auseinandersetzung mit den Hypothesen zur schriftlichen Vorgeschichte etwa des Markusevangeliums meint Jaro\u0161: \u201eWenn ein Buch in zwei verschiedenen Fassungen tats\u00e4chlich existierte, wurden beide Fassungen tradiert\u201c, und verweist auf die beiden unterschiedlichen Fassungen der Apostelgeschichte (21). Aber die blo\u00dfe <em>Existenz<\/em> f\u00fchrte noch nicht zum Tradiertwerden. Dass eine urspr\u00fcngliche Fassung eines Evangeliums in einem kleinen Kreis benutzt \u2013 und abge\u00e4ndert \u2013 wurde, bevor eine bestimmte Fassung zur Verbreitung freigegeben wurde, w\u00e4re m.\u00a0E. denkbar, auch wenn sich von dieser urspr\u00fcnglichen Fassung keine Spuren in der handschriftlichen \u00dcberlieferung zeigen.<\/p>\n<p>Diese umfangreiche Edition der 104 \u00e4ltesten griechischen NT-Abschriften ist eine wertvolle Zusammenstellung. Neben dem heute im Internet m\u00f6glichen Zugang haben interessierte Leser hier ein gedrucktes Buch zum Studieren. Die durchgehende deutsche \u00dcbersetzung der griechischen Texte l\u00e4dt auch solche Leser zur Besch\u00e4ftigung mit den NT-Abschriften ein, die das neutestamentliche Griechisch (noch) nicht beherrschen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Dr. Franz Graf-Stuhlhofer, BSc., Prof. f\u00fcr freikirchliche Theologie an der Kirchlichen P\u00e4dagogischen Hochschule Wien\/Krems <\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Karl Jaro\u0161: Die \u00e4ltesten griechischen Handschriften des Neuen Testaments. 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