{"id":758,"date":"2019-05-04T05:05:15","date_gmt":"2019-05-04T05:05:15","guid":{"rendered":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=758"},"modified":"2019-05-04T05:06:41","modified_gmt":"2019-05-04T05:06:41","slug":"mark-j-boda-kevin-chau-beth-laneel-tanner-hg-inner-biblical-allusion-in-the-poetry-of-wisdom-and-psalms","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=758","title":{"rendered":"Mark J. Boda \/ Kevin Chau \/ Beth LaNeel Tanner (Hg.): Inner Biblical Allusion in the Poetry of Wisdom and Psalms"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mark J. Boda \/ Kevin Chau \/ Beth LaNeel Tanner (Hg.): <em>Inner Biblical Allusion in the Poetry of Wisdom and <\/em>Psalms, LHBOTS 659, London \/\u00a0New York, NY: T&amp;T Clark, 2019, Hb., 195 S., US\u00a0$ 98.99, ISBN <a href=\"https:\/\/www.bloomsbury.com\/uk\/inner-biblical-allusion-in-the-poetry-of-wisdom-and-psalms-9780567675897\/\">978-0-5676-7589-7<\/a><\/p>\n\n\n\n<a class=\"linkeddiv\" href=\"https:\/\/rezensionen.afet.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Weber_Boda.pdf\"><div class=\"dwnldbtn\">Download PDF<\/div><\/a>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die hohe Verwiesenheit\nzwischen biblischen B\u00fcchern mit ihren Aussagen geh\u00f6rt zur Signatur der\nKanonizit\u00e4t der Heiligen Schrift. Die Diskussion um Methodologie und Ertr\u00e4ge\ninnerbiblischer \u201eIntertextualit\u00e4t\u201c ist derzeit stark im Gange. Der vorliegende\nBand pr\u00e4feriert den Begriff der \u201eAllusion\u201c (Anspielung) und untersucht Texte\naus dem Bereich der Psalmen und (anderer) weisheitlicher Schriften. Es wird\nbeobachtet und bedacht, wie (als bekannt vorausgesetzte) Aussagen aufgenommen werden.\n\u00dcber Herkunft und Setting dieses Sammelbands ist nichts Genaueres zu erfahren.\nEiner der Herausgeber, Mark J. Boda, bietet in seiner \u201eIntroduction\u201c (1\u20138) eine\nknappen \u00dcberblick zur Diskussionslage, der unterschiedlichen Begrifflichkeit\nsowie \u00fcber die neun Beitr\u00e4ge (davon betreffen die ersten sechs die Psalmen).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jeffery M. Leonard (\u201eThe\nPsalmist als Historiographer\u201c, 9\u201323) untersucht Anspielungen im umfangreichsten\nder sog. \u201eGeschichtspsalmen\u201c, Ps 78, und vermittelt Einsichten aus seiner\n(bisher) unpublizierten Ph.D.-Arbeit. Vf. von Ps 78 kennt die\nPlagen-\u00dcberlieferung aus Exodus (JE, \u2260 P); die Differenzen (Rekonfigurierung)\nsind auf \u201eProbleml\u00f6sungen\u201c des Psalmisten mit Blick auf Inkonsistenzen in der\nJE-\u00dcberlieferung zur\u00fcckzuf\u00fchren. \u00c4hnlich ist das Unterfangen der Kl\u00e4rung von\nAussagen in Num 11,1\u20133 (Tabera). Das dritte, besonders interessante, weil im\nFokus des Psalms selbst stehende Beispiel besch\u00e4ftigt sich mit Ps 78,59\u201369:\nAnspielungen auf die Lade-Erz\u00e4hlung (1Sam 4\u20136; 2Sam 6) helfen die Verwerfung von\nSilo\/Ephraim und die Erw\u00e4hlung von Jerusalem\/Juda zu verstehen. Zuletzt wird\ndie Rezeption des Schilfmeerlieds bedacht (vgl. Ex 15,13.17 und Ps 78,52) und\ndie damit verbundene Neuakzentuierung erkl\u00e4rt. Dass sich der Psalm als\n\u201eGleichnis\u201c und \u201eR\u00e4tselrede\u201c ausgibt (V. 2), wird in dem sonst anregenden, aber\nzu kurzen Beitrag leider nicht bedacht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beth LaNeel Tanner (\u201eAllusion\nor Illusion in the Psalms: How Do We Decide?\u201d, 24\u201335) stellt die bekannte\nmethodische Problematik im Blick auf die Diachronie (Abh\u00e4ngigkeitsrichtung)\nheraus. Dabei wirft sie mehr Fragen auf als Antworten zu geben und spricht sich\nam Ende f\u00fcr ein offenes, \u201ehermeneutisches\u201c und d. h. synchrones und\nrezeptionsorientiertes Verst\u00e4ndnis von Anspielung aus. Das gew\u00e4hlte Beispiel\nist freilich diachron, insofern sie das Jesus-Wort am Kreuz aus Ps 22,2 in Mk\n15,34 \/ Mt 27,46 behandelt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hee Suk Kim (\u201eExodus 34.6 in\nPsalms 86, 103, and 145 in Relation to the Theological Perspectives of Books\nIII, IV, and V of the Psalter\u201c, 36\u201348) bedenkt die Aufnahme von einigen, nicht\nallen Belegen von Ex 34,6 (V. 7 bleibt unerw\u00e4hnt) in den Psalter-Teilb\u00fcchern\nIII\u2013V (Ps 73\u2013150). Die bekannte Ex-Aussage wird von den drei untersuchten\nPsalmen in unterschiedlicher Weise und Funktion aufgenommen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">David Emanuel (\u201eThe Elevation\nof God in Psalm 105\u201c, 49\u201364) notiert, dass der geschichtliche Hymnus Ps 105 auf\nAussagen aus dem Pentateuch in der Zeitspanne von der Patriarchenzeit bis zur\nLandnahme anspielt (unter besonderer Beachtung der Plagen-Erz\u00e4hlung). Emanuel\nspricht vom \u201ekreativen\u201c Umgang des Psalmdichters mit Blick auf die Auswahl,\nNeuverwendung und Platzierung der pentateuchischen \u00dcberlieferungen. Er bilanziert: \u201eThe two most outstanding aspects\nthe present study highlights are the subjugation of human actions and the elevation\nof YHWH\u2019s heroic deeds.\u201c (64).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kevin Chau (\u201eThe Poetry of\nCreation and the Victory in the Psalms\u201c, 65\u201383) untersucht die Rezeption der\nTraditionen von der Befreiung am Schilfmeer und des Chaoskampfs sowie die Art\nihrer Verwobenheit in Ps 77; 89; 106 und ausf\u00fchrlicher in Ps 74. Letzterer\ngreift auf Ex 15,13\u201317 und Gen 1,14 zur\u00fcck und verbindet \u201eprimordial and\nnational origins\u201c (77).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Charles Yu (\u201eA Ridiculous God:\nJob Uses Psalm 8.5 [4] to Respond To Eliphaz\u201c, 84\u2013102), bietet, ausgehend von\nseiner (bisher) unpublizierten Ph.D.-Studie zu den Hiobreden, anregende\n\u00dcberlegungen zur bekannten Intertextualit\u00e4t zwischen Hi 7,17\u201318 und Ps 8,5. Diese \u201eintentional allusion\u201c in Hi 7 dient dazu,\n\u201eto buttress Job\u2019s credential as God\u2019s loyal servant by showing him defending\nGod\u2019s reputation from Eliphaz\u2019s spurious defamation of God\u2019s character\u201c (84). Dabei\nvorausgesetzt ist, dass Hiob in Hi 6\u20137 direkt auf die Rede des Eliphas von\nTeman in Hi 4\u20135 antwortet. Hiobs\nAntwort demonstriert seine \u00fcberlegene Weisheit \u201evia his brilliant, satiric\ndemolition of Eliphaz\u2019s ideas, including his use of Psalm 8\u201c (102).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ryan P. O\u2019Dowd (\u201ePoetic\nAllusions in Agur\u2019s Oracle in Proverbs 30,1-9\u201c, 103\u2013119) widmet sich der\n\u00e4nigmatischen Passage am Ende des Spr\u00fcche-Buchs. Agurs Worte paraphrasieren\ndabei Sprachgebrauch von au\u00dferhalb der Spr (vgl. Ps 73,16; Qoh 1,17; 7,23; Sir\n29,7), wobei die deutlichsten Affinit\u00e4ten zu Qoh vorliegen. O\u2019Dowd differenziert zwei unterschiedliche\nTechniken von <em>relecture<\/em>, wobei er\ndavon ausgeht, dass Agur \u201econsistently shortens or edits these sources, omits\nnames, and asks questions in the place of affirmations, drawing our attention\nto a common group of topics and themes throughout Israel\u2019s traditions\u201c (119).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Richard L. Schultz (\u201eThe Reuse of Deuteronomy\u2019s ,Law of the Vow\u2018 in\nEcclessiastes 5,3-5 [4-6] as an Exemplar of Intertexuality and Reinterpretation\nin Ecclesiastes 4.17\u20135.6 [5.1-7]\u201c, 120\u2013132) bietet eine revidierte Fassung\nseines Beitrags zur FS f\u00fcr Daniel Block (2013). Er\nuntersucht die Art und Funktion der Aufnahme der Gel\u00fcbde-Gesetzgebung aus Dtn\n23,22\u201324 in Qoh 4\u20135. Die enge \u00dcbereinstimmung zu Beginn macht den Bezug\ndeutlich, auch wenn nachher vermehrt Variationen vorliegen. Fazit: Dtn und DtrG\n(vgl. Sam) erweisen sich \u2013&nbsp;\u00fcber den erw\u00e4hnten Textbezug hinaus \u2013&nbsp;als\neinflussreich f\u00fcr das Denken von Qohelet und den Endredaktor des Buchs. \u201eThis study, at least, has argued that Qoheleth and\nthe book of Ecclesiastes as a whole affirm some central covenantal claims of\nthe book of Deuteronomy.\u201c (132). Der interessante\nBeitrag setzt damit einen Gegenakzent zu einer bestimmten Linie des\nQoh-Verst\u00e4ndnisses.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Beitrag von Job Y. Jindo\n(\u201eSome Reflections on Interpreting Allusions: The Case of Creation Motifs in\nIsaiah\u201c, 133\u2013165) ist der umfangreichste im Sammelband und geh\u00f6rt zu den\nbesten. Er bringt neue Aspekte zur Methodik zur Intertextualit\u00e4t bei poetischen\nTexten ein und pl\u00e4diert f\u00fcr eine verst\u00e4rkt integrative Interpretation\nbiblischer Literatur. Inhaltlich geht es im ersten Beispiel um Jes 11,1\u201310; der\nAbschnitt wird (auch) im Kontext dieses Bandes unter \u201eWeisheit\u201c subsumiert, von\nJindo aber entschr\u00e4nkt und als \u201efundamental to biblical religion in general\u201c\n(146) eingestuft. Die Bilder im zweiten Teil, Jes 11,6\u201310, sind analog zur\nurgeschichtlichen Abfolge in Gen arrangiert (Gen 1,29\u201330; 3,15; 6,5.11\u201312;\n7,19\u201320). Die messianische Vision von Jes 11,1\u201310 ist\nkonsistent mit dem Urgeschehen und verbindet sich mit der Annahme, \u201ethat the\nlack of the knowledge and fear of God is the ultimate cause of universal\ncorruption and its subsequent deluge, and that the restoration of that\nattribute is the key to returning to primordial cosmic harmony\u201c (149). Das zweite\nBeispiel dreht sich um die Nationen als \u201eraging waters\u201c in Jes (dazu sei auf\nden Beitrag verwiesen). Der Aufsatz schlie\u00dft mit methodischen Reflexionen,\ngefasst in vier Merkmale von Anspielungen im Kontext einer integrativen\nInterpretation.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine alle Beitr\u00e4ge ber\u00fccksichtigende Bibliographie sowie ein Stellen- und Autorenregister beschlie\u00dfen den anregenden Sammelband zu einer in der Bibelwissenschaft wichtigen wie aktuell debattierten Methodik und Thematik.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Beat Weber, Pfr. Dr. theol., Basel, Research Associate am Department of Ancient Languages and Cultures, Universit\u00e4t von Pretoria, S\u00fcdafrika.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mark J. 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