{"id":785,"date":"2019-05-04T12:11:20","date_gmt":"2019-05-04T12:11:20","guid":{"rendered":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=785"},"modified":"2019-05-04T12:11:22","modified_gmt":"2019-05-04T12:11:22","slug":"jan-p-lettinga-heinrich-von-siebenthal-grammatik-des-biblischen-hebraeisch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=785","title":{"rendered":"Jan P. Lettinga, Heinrich von Siebenthal: Grammatik des Biblischen Hebr\u00e4isch"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jan P. Lettinga, Heinrich von Siebenthal: <em>Grammatik des Biblischen Hebr\u00e4isch<\/em>, 2. Auflage bearbeitet und erweitert von Heinrich von Siebenthal, Gie\u00dfen: Brunnen; Basel: Immanuel-Verlag, 2016, geb., XV+495\u00a0S., \u20ac\u00a060,\u2013, ISBN <a href=\"https:\/\/brunnen-verlag.de\/grammatik-des-biblischen-hebraisch.html\">978-3-7655-9555-4 <\/a><\/p>\n\n\n\n<a class=\"linkeddiv\" href=\"https:\/\/rezensionen.afet.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Malessa_Lettinga.pdf\"><div class=\"dwnldbtn\">Download PDF<\/div><\/a>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese neue Grammatik des\nbiblischen Hebr\u00e4isch ist eine hervorragende Erg\u00e4nzung der Hilfsmittel zum\nStudium der Hebr\u00e4ischen Bibel. Heinrich von Siebenthal, Professor f\u00fcr Biblische\nSprachen an der STH Basel, hat sie auf der Grundlage der 12. Auflage der <em>Grammatica\nvan het Bijbels Hebreeuws<\/em> von Jan P. Lettinga (bearbeitet von\nM.&nbsp;F.&nbsp;J. Baasten und W.&nbsp;Th. Van Peursen; Leiden: Brill, 2012)\nneu bearbeitet und erweitert. Sie ist damit wie das niederl\u00e4ndische Pendant auf\ndem neuesten Stand der hebraistischen Forschung. Die drei klassischen Teile\neiner Grammatik \u2013 Schrift- und Lautlehre, Formenlehre und Syntax \u2013 werden f\u00fcr\ndas biblische Hebr\u00e4isch systematisch, umfassend und detailliert dargestellt.\nDer Syntaxteil wurde von Heinrich von Siebenthal v\u00f6llig neu erarbeitet. W\u00e4hrend\ner in der niederl\u00e4ndischen Ausgabe nur etwa halb so lang wie die anderen Teile\nmit der Schriftlehre, der Phonologie und der Morphologie ist, ist er in der\ndeutschen Ausgabe l\u00e4nger als diese und umfasst nicht weniger als ca. 55% des\nUmfangs (ohne die Beigaben am Ende des Buches). Dies ist auch ein Hinweis auf\ndie besondere St\u00e4rke der Grammatik.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besonderes Gewicht wurde auf\ndie Benutzerfreundlichkeit gelegt. Das Werk ist \u00fcbersichtlich und\nleserfreundlich gestaltet. Grammatische Erscheinungen werden mit \u00fcbersetzten\nBeispielen illustriert, was gerade im Syntaxteil hilfreich ist. Die f\u00fcr die\nErkl\u00e4rungen relevanten hebr\u00e4ischen Elemente sind in den Beispielen optisch\nhervorgehoben. Zahlreiche Querverweise und ein neues Gliederungssystem mit\nRandziffern zus\u00e4tzlich zu den herk\u00f6mmlichen Paragraphen erm\u00f6glichen es, schnell\nan zus\u00e4tzliche Informationen in anderen Teilen des Buches zu gelangen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Grammatik ist f\u00fcr\njeden, der Hebr\u00e4isch lernt oder lehrt oder die Hebr\u00e4ische Bibel lesen und\nauslegen m\u00f6chte, empfehlenswert. Die Teile \u00fcber die Phonologie und die\nMorphologie sind umfassend und detailreich genug, um ein gutes Verst\u00e4ndnis der\ngrammatischen Erscheinungen zu erm\u00f6glichen. Besonders die sprachgeschichtlichen\nErkl\u00e4rungen zum Wandel von Lauten und Formen sind zum Verst\u00e4ndnis der\nunterschiedlichen Formen hilfreich. So wird z.&nbsp;B. auf S. 129 kurz auf den\nmarginalen Imperfekt-Typus *<em>yaq<\/em><em>\u1e6d<\/em><em>il<\/em> (neben *<em>yaq<\/em><em>\u1e6du<\/em><em>l<\/em> und <em>yiq<\/em><em>\u1e6da<\/em><em>l<\/em>)\nhingewiesen; die au\u00dfergew\u00f6hnlich erscheinenden Imperfektformen der Verben \u05e0\u05ea\u05df und \u05d9\u05e9\u05c1\u05d1 (und vergleichbaren \u05e4\u05f4\u05d5-Verben) werden dadurch auf den Seiten 152 und 155, wo sich der\nHinweis auf *<em>yaq<\/em><em>\u1e6d<\/em><em>il<\/em> als Ausgangsbasis der\nFormen selbstverst\u00e4ndlich ebenfalls findet, verst\u00e4ndlicher macht. Wegen der\ngeschickten Pr\u00e4sentation wird der Leser meines Erachtens aber nie \u00fcberfordert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der umfangreiche Syntaxteil\nist besonders hervorzuheben. Hier ist es Heinrich von Siebenthal gelungen,\neinen hervorragenden \u00dcberblick zu bieten. Themenbereiche, die in anderen\nNachschlagewerken weniger Aufmerksamkeit erhalten, wie die Prinzipien des\nSatzbaus, des Aufbaus von Satzliedern und ihrer Funktion im Satz und die\nVerbindung von W\u00f6rtern zu Wortgruppen werden systematisch dargestellt. Daneben\nwerden die \u201eklassischen\u201c Themen Wortstellung, Kongruenz, Ellipse und der\nGebrauch der einzelnen Wortarten im Satz ausf\u00fchrlich behandelt. Zu letzterem\ngeh\u00f6rt auch die Darstellung des biblisch-hebr\u00e4ischen Verbalsystems. Hier\nverfolgt Heinrich von Siebenthal einen pragmatischen, aber meines Erachtens\nlinguistisch gut begr\u00fcndeten Ansatz. Alle drei Bedeutungsbereiche Tempus,\nAspekt und Modalit\u00e4t werden ausgewogen zur Beschreibung der Bedeutung der\neinzelnen Verbformen herangezogen, ohne einen Bereich zu stark zu gewichten\noder zu vernachl\u00e4ssigen. Abgerundet wird der Syntaxteil mit einer Darstellung\nder einzelnen Satzarten. Die f\u00fcr das Textverst\u00e4ndnis wichtigen Aspekte der\nSemantik werden grunds\u00e4tzlich verst\u00e4ndlich, feinf\u00fchlig und differenziert, aber\nohne unn\u00f6tigen Jargon pr\u00e4sentiert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am Ende des Buches befinden\nsich Paradigmentabellen, hilfreiche \u00dcbersichten \u00fcber den Gebrauch von\nVerbformen, ein teilweise kommentiertes Literaturverzeichnis und die ebenso\n\u00fcblichen wie sinnvollen Wort-, Stellen- und Sachregister.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wegen der dargestellten\nQualit\u00e4ten macht diese Grammatik die Benutzung von anderen Nachschlagewerken\nwir Jo\u00fcon-Muraoka, Gesenius-Kautzsch oder Waltke-O\u02bcConnor und anderen zwar\nnicht \u00fcberfl\u00fcssig, aber doch bis zu einem gewissen Grad entbehrlich, zumal die\ngute Pr\u00e4sentation und die Tatsache, dass dieses Werk auf Deutsch ist, die\nErarbeitung eines vertieften Verst\u00e4ndnisses der grammatischen Inhalte relativ\nleicht machen. Man kann es nur empfehlen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Angesichts der St\u00e4rken dieses Werkes m\u00f6gen die folgenden Kritikpunkte unerheblich erscheinen. Genannt seien sie trotzdem. Die Bezeichnungen \u201eTrenner\u201c und \u201eVerbinder\u201c f\u00fcr trennende und verbindende Akzente kamen mir als jemandem, dessen Aufenthaltszeiten im deutschsprachigen Raum in den letzten 25 Jahren sehr begrenzt waren, seltsam vor (28). Im Abschnitt \u00fcber F\u00e4lle, in denen der Subjektsausdruck fehlen <em>k\u00f6nne<\/em>, werden auch die monovalenten Verben, die nur eine Pr\u00e4positionalphrase mit \u05dc erfordern, wie z.\u00a0B. \u05d7\u05b8\u05e8\u05b8\u05d4 \u05dc\u05b0 (\u201ejemand wurde zornig\u201c), genannt, obwohl der Subjektsausdruck bei ihnen grunds\u00e4tzlich fehlt (197). Bei der Diskussion von temporalen Adverbials\u00e4tzen zur Darstellung von Gleichzeitigkeit w\u00e4re es zumindest m\u00f6glich, wenn nicht sinnvoll gewesen, Konstruktionen mit zwei Haupts\u00e4tzen mit Perfektformen zu nennen (z.\u00a0B. 1 Sam 9,17 \u05d5\u05bc\u05e9\u05b0\u05c1\u05de\u05d5\u05bc\u05d0\u05b5\u05dc \u05e8\u05b8\u05d0\u05b8\u05d4 \u05d0\u05b6\u05ea\u05be\u05e9\u05b8\u05c1\u05d0\u05d5\u05bc\u05dc \u05d5\u05b7\u05d9\u05d4\u05d5\u05b8\u05d4 \u05e2\u05b8\u05e0\u05b8\u05d4\u05d5\u05bc \u201esobald Samuel Saul sah, sagte der Herr zu ihm&#8230;\u201c). Die Frage, ob die Relativpartikel \u05d0\u05b2\u05e9\u05b6\u05c1\u05e8 Satzgliedstatus hat, h\u00e4tte auch mit mehr Klarheit im Sinne einer negativen Antwort beantwortet werden k\u00f6nnen. So bleibt die Erkl\u00e4rung schwammig, wenn festgestellt wird: \u201eDie Rolle des eigentlich zu erwartenden Satzgliedes wird dabei scheinbar von der hebr\u00e4ischen Relativpartikel \u00fcbernommen\u201c (419). In den folgenden Erkl\u00e4rungen kann man trotz des Adverbs \u201escheinbar\u201c den Eindruck gewinnen, dass dies tats\u00e4chlich so ist. In diesem Punkt ist die neueste niederl\u00e4ndische Ausgabe erfrischend deutlich: Die Relativpartikel ist kein Satzglied. Dessen ungeachtet hat Heinrich von Siebenthal mit der <em>Grammatik des Biblischen Hebr\u00e4isch<\/em> allen, die sie benutzen, einen gro\u00dfen Dienst erwiesen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Dr. Michael Malessa, Dozent f\u00fcr Altes Testament und biblische Sprachen am Biblical Seminary of the Philippines und an der Asia Graduate School of Theology, Manila, Philippinen<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jan P. Lettinga, Heinrich von Siebenthal: Grammatik des Biblischen Hebr\u00e4isch, 2. Auflage bearbeitet und erweitert von Heinrich von Siebenthal, Gie\u00dfen:<\/p>\n","protected":false},"author":49,"featured_media":786,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","inline_featured_image":false,"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[],"class_list":["post-785","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-altes-testament"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/785","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/49"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=785"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/785\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":787,"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/785\/revisions\/787"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/786"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=785"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=785"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=785"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}