{"id":887,"date":"2019-10-21T14:28:38","date_gmt":"2019-10-21T14:28:38","guid":{"rendered":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=887"},"modified":"2019-10-22T21:07:56","modified_gmt":"2019-10-22T21:07:56","slug":"ann-kathrin-knittel-das-erinnerte-heiligtum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=887","title":{"rendered":"Ann-Kathrin Knittel: Das erinnerte Heiligtum"},"content":{"rendered":"\n<p>Ann-Kathrin Knittel: <em>Das erinnerte Heiligtum. Tradition und Geschichte der Kultst\u00e4tte in Schilo <\/em>(FRLANT 273), G\u00f6ttingen: Vandenhoeck &amp; Ruprecht, 2019, geb., 274&nbsp;S., \u20ac&nbsp;59,99, ISBN <a href=\"https:\/\/www.vandenhoeck-ruprecht-verlage.com\/themen-entdecken\/theologie-und-religion\/exegese\/50974\/das-erinnerte-heiligtum\">978-3-525-57135-4<\/a><\/p>\n\n\n\n\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p>Bei\nder vorliegenden Monographie handelt es sich um eine Heidelberger Dissertation,\nwelche die Verfasserin als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl von Jan\nChristian Gertz (Doktorvater) verfasst hat. Zwei Fragestellungen interessierten\nden Rezensenten besonders: Was wei\u00df die Verf. zu Schilo (Neues?) zu sagen? 2.\nWie \u201eschafft\u201c sie es, im Kontext des (jedenfalls kontinentaleurop\u00e4isch)\nvorherrschenden Forschungs\u00adparadigmas der Sp\u00e4tdatierungen die Zeitspanne von\nvielen hundert Jahren zwischen der Zerst\u00f6rung Schilos und der Literaturwerdung\nzu \u00fcberbr\u00fccken bzw. zu erkl\u00e4ren? Fazit: Die Lekt\u00fcre hat sich gelohnt \u2013 aber nun\nder Reihe nach.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Band beginnt sinnvollerweise mit\neinem bibelkundlichen \u00dcberblick \u00fcber die biblischen Belege von \u201eSchilo\u201c (es\nliegen im Hebr\u00e4ischen unterschiedliche Schreibweisen vor). Daran schlie\u00dft sich\neine Darstellung und Diskussion (mit) der Forschungsgeschichte an (19. Jh. bis\nGegenwart), die in die Offenlegung ihres Ansatzes und Vorgehens m\u00fcndet. Die Verf.\nmoniert, dass in der neueren redaktionsgeschichtlich orientierten Forschung\nAusf\u00fchrungen \u00fcber Israels (vork\u00f6nigzeitliche) Fr\u00fchzeit eher selten bzw. \u201ezu\neinem gro\u00dfen Teil in die Arch\u00e4ologie abgewandert sind\u201c (17). Eine\nInterpretationslinie, die diese Fr\u00fchzeit und das Heiligtum in Schilo noch\nbedenkt und rekonstruiert, ist die namentlich in den USA verbreitete Annahme\nvon (einst) dort lokalisierten mosaisch-levitischen (\u201emuschitischen\u201c) Kreisen\nund von ihnen ausgehenden Tr\u00e4ger- und Traditionsgruppen (als profilierter\nVertreter dieser Ansicht kann Mark Leuchter gelten, dessen neustes Werk <em>The Levites and the Boundaries of Israelite\nIdentity<\/em>, Oxford 2017, von der Verf. nicht mehr erw\u00e4hnt wird). Diese mit\nSchilo verbundene Hypothese einer Priesterlinie, die \u00fcber l\u00e4ngere Zeitr\u00e4ume\nwirkte und u.&nbsp;a. vom Dtn ausgehendes Schrifttum pr\u00e4gte, steht gem\u00e4\u00df der Verf.\njedoch auf \u201et\u00f6nernen F\u00fc\u00dfen\u201c und wird als eine \u201eArt <em>Blackbox<\/em>\u201c abgelehnt. Lediglich die einzige j\u00fcngere Studie zu Schilo\nvon Donald G. Schley (<em>Shiloh. A Biblical\nCity in Tradition and History<\/em> [JSOTS 63], Sheffield 1989; Neuabdruck: 2009)\nist \u201eein Schritt in die richtige Richtung\u201c (25). Die Verf. will mit ihrem\nBeitrag die Diskussion um Schilo im Kontext der deutschsprachigen Forschung\n(und ihrem historisch-kritischen Verstehensparadigma) wieder aufnehmen. Basis\nist, dass die alttestamentliche Tradentenliteratur \u201eim Modus der Erinnerung auf\nSchilo zur\u00fcckgreift\u201c (28). Es geht um die Rekonstruktion dieser Erinnerungen in\nihren Kontexten und damit verbunden in historischer Wirklichkeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu Beginn der eigentlichen\nErarbeitung evaluiert sie die Bedeutung des Namens, die Ortslage und die\narch\u00e4ologischen Ergebnisse der bisherigen Grabungen samt den ausgel\u00f6sten\nDebatten \u00fcber Schilo. Funde am <em>Tel Schilo<\/em>\ngibt es ab der Mittelbronzezeit; relativ deutlich ist eine (zweite) Zerst\u00f6rung\nin der fr\u00fchen Eisenzeit (zweite H\u00e4lfte des 11. Jh. v.&nbsp;Chr. \u2013&nbsp;im\nKontext der 1Sam 4 erw\u00e4hnten Philisterschlacht bei Aphek?). Eine Neubesiedlung\nin der sp\u00e4teren Eisenzeit ist wahrscheinlich. Wahrscheinlich ist auch, dass in\nSchilo (in der fr\u00fchen Eisenzeit) eine Kultst\u00e4tte war. Bei den Grabungen stie\u00df\nman auf \u00dcberreste, die auf ein \u00f6konomisch wichtiges Zentrum schlie\u00dfen lassen,\nfand bisher allerdings wenig Anhaltspunkte f\u00fcr ein (Zelt- oder fest gebautes)\nHeiligtum (nach der d\u00e4nischen und der israelischen ist seit 2017 eine\nUS-amerikanische Grabungskampagne im Gang, vgl. <a href=\"https:\/\/biblearchaeology.org\/shiloh-excavations\">https:\/\/biblearchaeology.org\/shiloh-excavations<\/a>,\nderen Ergebnisse es abzuwarten gilt).<\/p>\n\n\n\n<p>Die Erarbeitung der Texte, der\nHauptteil der Monographie, folgt weithin den literargeschichtlichen Annahmen.\nSie beginnt mit den einschl\u00e4gigen Passagen in 1Sam 1\u20134 und schlie\u00dft mit\ndenjenigen aus dem Jos-Buch. Die Anfangskapitel von Samuelis sind zweifellos\nSchl\u00fcsseltexte f\u00fcr die Fragestellung. Die Verf. geht von einer k\u00f6nigszeitlichen\nGrunderz\u00e4hlung (mehrheitlich in Kap. 1 und 4) und mehreren, punktuellen oder\numfangreicheren Erg\u00e4nzungen (Kap. 3 sp\u00e4tdtr.) aus. Die Verbindung der Lade mit\nSchilo bzw. umgekehrt findet sich bereits in den fr\u00fchsten schriftlichen Strata\n(Schilos Verbindung mit den Vorstellungen von Kerubenthroner und Zebaoth-Titel\nsind darin [noch] nicht inbegriffen). Wie weit man \u00fcber die Erinnerung zu\nfr\u00fcheisenzeitlicher Geschichte vordringen kann, ist nicht abschlie\u00dfend zu\nbeantworten, zumal keine der literarischen Stufen in der fr\u00fchen K\u00f6nigszeit (und\ndamit zeitnah zur erz\u00e4hlten Zeit) anzusetzen sind. Die erz\u00e4hlten Geschehnisse\nrund um Ahija, dem Schiloniter (in 1K\u00f6n 11; 14), lassen annehmen, dass Schilo\nerneut besiedelt und Ort besonderer Gottespr\u00e4senz war; dar\u00fcber hinaus ergibt\nsich historisch wenig Substantielles (die Legende \u00fcber Jerobeams Frau bei Ahija\nd\u00fcrfte bereits in der K\u00f6nigszeit bekannt gewesen sein).<\/p>\n\n\n\n<p>Ausf\u00fchrlicher diskutiert werden die\nSchilo-Erw\u00e4hnungen in ihren Zusammenh\u00e4ngen innerhalb der Tempelrede(n) Jer 7\nund 26 (dazu Jer 41,5) sowie im geschichtstheologischen Ps 78. Eine\ngenealogische Verbindung zwischen Schilo und Jeremia ist nicht vorauszusetzen. Die\nAndrohung, Jerusalem werde wie einst Schilo zerst\u00f6rt werden, k\u00f6nnte auf den\nPropheten selbst zur\u00fcckgehen. Ein vorexilischer, schriftlicher Niederschlag\nl\u00e4sst sich indes nicht finden, vielmehr sind die Fassungen der Tempelreden\njer-dtr Tr\u00e4gerkreisen zuzuschreiben. Dass mit diesem Abl\u00f6sungsparadigma\nargumentiert werden konnte, l\u00e4sst freilich annehmen, dass eine kollektiv\nverankerte Erinnerung vorlag. Jer 41,5 l\u00e4sst eine gewisse kultische\nOrientierung der ehemaligen Nordreichsbev\u00f6lkerung an Jerusalem annehmen (wenn\nnicht sogar die Idee einer Kultzentralisation f\u00fcr Gesamtisrael vorausgesetzt\nist). Auch Ps 78 wird eingehend untersucht, die im Pro\u00f6mium (V. 1\u201311)\nangezeigten Genre- und damit Lesehinweise erkannt, den lyrisch-narrativen Aussagen\nnachgegangen, der Quellenwert mit Blick auf Kenntnisse fr\u00fchk\u00f6nigszeitlicher\nGeschehnisse in und um Schilo allerdings als gering eingestuft: Es handelt sich\num einen sp\u00e4tnachexilischen Reflexionstext. Damit schlie\u00dft sich die Verf. \u2013\nnicht ohne zuvor andere Verst\u00e4ndnisse und Ansetzungen ausgelotet zu haben \u2013\nderjenigen Datierung an, der die deutschsprachige Forschung zuneigt: Ps 78\ndeutet nicht (allein) den Untergang des Nordreichs, will vielmehr <em>gesamt<\/em>israelitisch gelesen werden und\nverarbeitet den Untergang <em>beider<\/em>\nTeilreiche (V. 9 wird als sekund\u00e4r ausgeschieden und als sp\u00e4te Spitze gegen die\nReligionsgemeinschaft auf dem Garizim eingestuft). Gleichwohl steht \u2013&nbsp;wie\nder Psalmschluss zeigt \u2013&nbsp;\u201eganz Israel eine Zukunft unter Ausrichtung auf\nden Jerusalemer Tempel und jud\u00e4isch-davidischer Herrschaft offen\u201c (176). Der\nVerbindung von Schilo und Zelttradition liegt keine alte Tradition zugrunde,\ndoch kennen die Verfasserkreise m\u00f6glicherweise Traditionen in Bezug auf Schilo.\nDa gem\u00e4\u00df der Verf. Ps 78 nachzeitig zu den Jer-Stellen ist, f\u00e4llt die Annahme\nweg, dass die prophetischen Aussagen sich auf die im Psalm greifbaren abst\u00fctzen\nbzw. sie voraussetzen k\u00f6nnten. Damit bleibt gem\u00e4\u00df der Verf. f\u00fcr die R\u00fcckfrage\nnach einem \u00e4lteren Abl\u00f6sungsnarrativ allein der \u00e4nigmatische Judaspruch in Gen\n49,8\u201310 und darin die Schilo-Erw\u00e4hnung (V. 10). Entgegen einer messianischen\nDeutung wird eine lokal-politische Bedeutung vertreten. Mit Erhard Blum setzt\nsie den Spruch in die Zeit Josias, im Kontext seiner\nrestaurativ-gesamtisraelitischen Politik, an. Darin kommt Schilo gleichsam eine\nSymbolfunktion zu: Indem der jud\u00e4ische Herrscher nach Schilo kommt, kehrt er\ndahin zur\u00fcck, wo alles angefangen hat. <\/p>\n\n\n\n<p>Die drei Schilo-Erw\u00e4hnungen in Ri\n17\u201321 (Nachtr\u00e4ge) werden unterschiedlichen und sp\u00e4ten Redaktionsschichten zugewiesen,\ndie eine Br\u00fcckenfunktion zwischen Jos- und Sam-Buch einnehmen. Eine alte\nschilonitische Festtradition ist nicht zu greifen. Mit \u201eAm Ende der Anfang\u201c\nsind die Schilo-Belege im Jos-Buch \u00fcberschrieben. Damit wird deutlich, dass es\nsich um sehr sp\u00e4te St\u00fccke handelt (Sp\u00e4tphase der Formierung des DtrG), auch\nwenn sie im kanonisierten Erz\u00e4hlablauf den Anfang (mit Ausnahme von Gen 49,10)\ndarbieten. Entsprechend wird die Verbindung vom W\u00fcstenheiligtum zum Standort in\nSchilo als \u201el\u00e4ngst \u00fcberf\u00e4llige Synchronisierungsleistung\u201c (230) zwischen\nPentateuch und den Vorderen Propheten interpretiert. <\/p>\n\n\n\n<p>Zum Schluss wird eine dreiteilige\nBilanz im Sinne einer literarisch-diachronen, einer literarisch-arch\u00e4ologischen\nSynthese und einem theologischen Ausblick dargeboten. Die gro\u00dfe Zeitspanne\nzwischen erz\u00e4hlter Zeit und (rekonstruierten) Erz\u00e4hlzeiten l\u00e4sst annehmen, dass\ndie kultische Signifikanz Schilos wie auch die Zerst\u00f6rung Teil des kulturellen\nGed\u00e4chtnisses Israels und Judas gewesen war. F\u00fcr die fr\u00fchsten literarischen\nTraditionen sind Tr\u00e4gergruppen im ehemaligen Nordreich zu vermuten. Eine\ninstitutionell verankerte Erinnerungspflege lie\u00df sich am ehesten f\u00fcr die Zeit\nJosias plausibilisieren. Literatur- und Abk\u00fcrzungsverzeichnis sowie ein\nBibelstellenregister beschlie\u00dfen die Arbeit.<\/p>\n\n\n\n<p>In der alttestamentlichen Wissenschaft historische Aussagen \u00fcber die vor- und fr\u00fchk\u00f6nigliche Zeit (und dies im Rahmen einer Qualifikationsarbeit) zu machen \u2013 und um die geht es im Wesentlichen bei Schilo \u2013, ist ein schwieriges wie riskantes Unternehmen. Ann-Kathrin Knittel hat dies im Rahmen des vorherrschenden (deutschsprachigen) Verstehensparadigmas sorgf\u00e4ltig, gr\u00fcndlich und gut getan. In der mir als Rezensent vertrauten Debatte um das Verst\u00e4ndnis von Ps 78 ist mir dies besonders aufgefallen und ich habe neue Anst\u00f6\u00dfe bekommen. Sie vermutet mit Recht, dass ein Kern in der Verbindung von Schilo und Lade (Gottespr\u00e4senz) anzunehmen sei, denn wo Rauch ist, muss ja auch ein Feuer brennen. Die zeitliche Abst\u00e4ndigkeit zwischen literargeschichtlichen Annahmen und historischen Kern wird mittels kollektiver Erinnerungen erkl\u00e4rt (s. Titel). Dieses Erkl\u00e4rungsmodell ist nachvollziehbar, jedoch wenig ausgearbeitet und bleibt im Nebel, da daf\u00fcr n\u00f6tige \u00dcberlieferungsorte und -tr\u00e4ger bestenfalls angedeutet werden. Ein zweites, von Mark Leuchter j\u00fcngst profiliertes Verstehensparadigma ist dasjenige von levitisch-muschitischen, urspr\u00fcnglich mit Schilo verbundenen Kreisen (s.\u00a0o.). Es kommt angesichts der Beschr\u00e4nkungen mit Blick auf die Datenlage und den Textumfang ebenfalls nicht ohne deutliche Rekonstruktionen und Br\u00fcckenelemente aus, f\u00fchrt insgesamt jedoch n\u00e4her an das historische Geschehen selbst und deren Tradenten heran. Wenn die Verf. dieses als auf \u201et\u00f6nernen F\u00fc\u00dfen\u201c stehend beurteilt, muss sie sich angesichts ihrer eigenen, wenn auch anders gearteten Rekonstruktionen ein \u00e4hnliches Verdikt gefallen lassen. Ob es ein drittes Paradigma des Verstehens geben k\u00f6nnte? Ein Schl\u00fcsselmoment darin w\u00e4re eine Neusituierung und -datierung des Dtn (und des ihm nachfolgenden bzw. von ihm beeinflussten Schrifttums). F\u00fchrt nicht das als \u201eMosefiktion\u201c apostrophierte Geschehen an den Gefilden Moabs im \u00dcbergang zur Sesshaftigkeit im Land unter Niederlassung des Zeltheiligtums gleichsam \u00fcber Gilgal nach Schilo? Ist Schilo bereits in Dtn 12 reflektiert und als Ort der Gottespr\u00e4senz wie der Schriftbildung und -\u00fcberlieferung \u2013 und wom\u00f6glich auch des St\u00e4mmeverbunds \u2013 (auch) deshalb \u00fcber viele Jahrhunderte verhaftet geblieben? M\u00f6glicherweise macht man sich bereits mit dem Stellen solcher Fragen des \u201eFundamentalismus\u201c verd\u00e4chtig. Die josianisch-nachexilische Ansetzung des Dtn ist derzeit breit verankert und eine Fr\u00fchdatierung \u2013\u00a0abgesehen von der Annahme eines auf die Zeit Hiskias zur\u00fcckreichenden \u201eUrdtn\u201c \u2013 praktisch nicht diskussionsf\u00e4hig. Gegen\u00fcber dem persisch-hellenistischen Generalparadigma der Schriftwerdung Israels melden sich freilich j\u00fcngst Stimmen, die das Israel der St\u00e4mme fr\u00fch ansetzen (Kristin Weingart), mit Schriftproduktion in Israel vor dem 8. Jh. v. Chr. rechnen (Matthieu Richelle; Erhard Blum) und aufgrund eines fr\u00fcheisenzeitlichen Kultorts am Ebal und in Verbindung einer Neubeurteilung von Jos 24 und Dtn 27,4\u20136 (mit Variantenlesung eines Qumran-Fragments) in Sichem ein fr\u00fcheisenzeitliches Zentrum Israels vermuten (Sandra Richter) bzw. die Abh\u00e4ngigkeitslage zwischen Dtn und Hos neu beurteilen (Carsten Vang).<a href=\"#_ftn1\"><sup>[1]<\/sup><\/a> Solches bringt noch kein neues Paradigma. Sollten freilich deutliche Reste eines Heiligtums in Schilo ausgegraben werden, w\u00fcrde dies die Debatte neu befeuern. Allerdings ist zu bef\u00fcrchten, dass \u2013 wie im Fall von Qeiyafa \u2013 der Streit erst richtig losginge. Es bleibt zu hoffen, dass die derzeitigen, \u201eevangelikalen\u201c Ausgr\u00e4ber in Schilo die Daten m\u00f6glichst unvoreingenommen beurteilen und gewichten.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p><em>Beat Weber, Pfr. Dr. theol., Basel, Research Associate am Department of Ancient Languages and Cultures, Universit\u00e4t Pretoria, S\u00fcdafrika<\/em><br><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a> Die erw\u00e4hnten Publikationen sind\nbeispielhaft erw\u00e4hnt: K. Weingart: <em>St\u00e4mmevolk\n\u2013&nbsp;Staatsvolk \u2013 Gottesvolk? Studien zur Verwendung des Israel-Namens im\nAlten Testament<\/em>, FAT II\/68, T\u00fcbingen 2014; M. Richelle: \u201eElusive\nScrolls. Could Any Hebrew Literature Have Been Written Prior to the Eigth\nCentury BCE\u201c, in: <em>Vetus Testamentum<\/em> 66, 2016, 556\u2013594\n(vgl. dazu auch: <a href=\"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=779\">https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=779<\/a>); E. Blum: \u201eInstitutionelle\nund kulturelle Voraussetzungen der israelitischen Traditionsliteratur\u201c, in: R.\nEbach \/ M. Leuenberger (Hg.): <em>Tradition(en)\nim alten Israel. Konstruktion, Transmission und Transformation<\/em>, FAT 127,\nT\u00fcbingen 2019 (im Druck). Die Beitr\u00e4ge von S.&nbsp;L. Richter (\u201eThe Archaeology\nof Mount Ebal and Mount Gerizim and Why It Matters\u201c, 304\u2013337) und C. Vang\n(\u201eWhen a Prophet Quotes Moses. On the Relationship between the Book of Hosea and\nDeuteronomy\u201c, 277\u2013303) finden sich in: D.&nbsp;I. Block \/ R.&nbsp;L. Schultz (Hg.):\n<em>Sepher Torath Mosheh. Studies in the\nComposition and Interpretation of Deuteronomy<\/em>, Peabody\/MA 2017 (vgl. dazu <a href=\"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=717\">https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=717<\/a>).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ann-Kathrin Knittel: Das erinnerte Heiligtum. 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