{"id":911,"date":"2019-10-21T14:57:45","date_gmt":"2019-10-21T14:57:45","guid":{"rendered":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=911"},"modified":"2019-10-22T21:05:23","modified_gmt":"2019-10-22T21:05:23","slug":"reformierte-bekenntnisschriften-band-3-2-2-teilband-1647-1675","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=911","title":{"rendered":"Reformierte Bekenntnisschriften Band 3\/2, 2. Teilband 1647\u20131675"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Reformierte Bekenntnisschriften Band 3\/2, 2. Teilband 1647\u20131675<\/em>, bearb. von Emidio Campi u. Torrance Kirby, Neukirchener Theologie, Neukirchen-Vluyn: Neukirchener, 2016, Ln., 528&nbsp;S., \u20ac&nbsp;78,\u2013 , ISBN <a href=\"https:\/\/www.vandenhoeck-ruprecht-verlage.com\/themen-entdecken\/theologie-und-religion\/kirchengeschichte\/4851\/reformierte-bekenntnisschriften\">978-3-7887-3070-3<\/a><\/p>\n\n\n\n\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p>Zum\n1. September 2016 wurde der Programmbereich \u201eNeukirchener Theologie\u201c der\nNeukirchener Verlagsgesellschaft von Vandenhoeck &amp; Ruprecht \u00fcbernommen. Auf\nJahresende 2016 erschien der bisher letzte Band der Reihe \u201eReformierte\nBekenntnisschriften\u201c 3\/2, 2. Teil, der die Jahre 1647 bis 1675 umfasst. Andreas\nM\u00fchling bemerkt im Vorwort zu dem Teilband: \u201eMit ihm wird die inhaltliche\nKonzeption, die der Herausgeberkreis unter Professor Dr. J. F. Gerhard Goeters\nerarbeitet hat, zu ihrem Abschluss gef\u00fchrt\u201c (VII, unpag.). \u2013 Dies mag der Grund\ndaf\u00fcr sein, dass seitdem kein weiterer Band erschienen ist. <\/p>\n\n\n\n<p>In einer\nAnmerkung zum letzten Dokument von 3\/2,2, der Helvetischen Konsensformel von\n1675, kann man \u00fcber die weitere Planung schon in Band 1\/1 lesen: \u201e\u00dcber die\nFortsetzung der Edition \u00fcber diesen Text hinaus besteht im derzeitigen\nHerausgeberkreis Einvernehmen; es wurden aber noch keine Beratungen \u00fcber eine\nTextliste aufgenommen &#8230; Es besteht ebenfalls Einvernehmen dar\u00fcber, da\u00df die\nreformierte Lehrentwicklung nach der Barmer Theologischen Erkl\u00e4rung in dieser\nEdition nicht erfasst wird\u201c (1\/1, 22, Anm. 61). \u2013 So m\u00fcssen sich die Benutzer\nder Edition erwartungsvoll gedulden, welche reformierten Bekenntnistexte seit\nAnfang des 19. Jahrhunderts (Sammlung von Titeln auf den Seiten 22 bis 25 von\nBand 1\/1) in weiteren B\u00e4nden erscheinen werden. <\/p>\n\n\n\n<p>Teilband 3\/2,2\nver\u00f6ffentlicht in chronologischer Reihenfolge an erster Stelle die bedeutenden\nund in vielen englischsprachigen Kirchen rezipierten Texte des\nWestminsterbekenntnisses (Nr. 81, <em>The\nWestminster Confession of Faith 1647<\/em>, 201\u2013273), der beiden Westminster-Katechismen\n(Einleitung zu beiden Texten: 275\u2013285; Nr.82, <em>Westminster Larger Catechism 1647<\/em>, 286\u2013352; Nr. 83, <em>Westminster Shorter Catechism 1647<\/em>,\n353\u2013371, dieser auf Deutsch: <a href=\"https:\/\/kirchenbund.ch\/de\/themen\/ref-credoch\/rb-14-westminster-shorter-catechism\">https:\/\/kirchenbund.ch\/de\/themen\/ref-credoch\/rb-14-westminster-shorter-catechism<\/a>,\nStand: 1.10.2019). Am Ende steht die <em>Helvetische\nKonsensformel <\/em>von 1675 (Nr. 86, 437\u2013465), das \u201esp\u00e4tgeborene Werk einer\nunerweichten Orthodoxie\u201c, dessen normative Geltung \u201eder von au\u00dfen und innen\nanst\u00fcrmende Zeitgeist\u201c in der ganzen Schweiz bis 1722 wieder beseitigt hat\n(BSRK, hg. v. E. F. K. M\u00fcller; LXV). \u2013 Danach legt die reformierte\nBekenntnisbildung eine fast 150j\u00e4hrige Pause ein, um am Anfang des 19.\nJahrhunderts mit Kirchenunionen und Erweckungsbewegung wieder neu einzusetzen. <\/p>\n\n\n\n<p>Zwischen die\nBekenntnisse aus England und der Schweiz sind zwei k\u00fcrzere aus Italien und aus\nden kongregationalistischen Kreisen Englands eingef\u00fcgt: Das Kurze Bekenntnis der\nKirchen im Piemont (Nr. 84, <em>Brieve\nConfession de foy des Eglises Reform\u00e9es de Pietmont, 1655<\/em>, 373\u2013405, noch\nheute bei der Waldenserkirche in Geltung) und die <em>Savoy-Declaration<\/em> von 1658 (Nr. 85, 407\u2013436), die aus\nkongregationalistischer Sicht das anglikanische Westminsterbekenntnis aufnimmt\nund Differenzpunkte einarbeitet: \u201eThe two documents agree substantially on most\ndoctrinal points, and differ solely with respect to the definition of Christian\nliberty and the principles of ecclesiastical polity\u201c (408). <\/p>\n\n\n\n<p>Eine \u00dcbersetzung\nvon Thomas Schirrmacher machte es schon vor zwanzig Jahren m\u00f6glich, den\nenglisch-lateinischen Originaltext der <em>Westminster\nConfession<\/em> mit dem Text aller angef\u00fchrten biblischen Belegstellen auf\nDeutsch nachzulesen (<em>Der evangelische\nGlaube kompakt. Ein Arbeitsbuch; Das Westminster Glaubensbekenntnis von 1647\nmit den Texten aller biblischen Belegstellen und mit den Abweichungen der\npresbyterianischen, kongregationalistischen und baptistischen Fassungen im\nAnhang. \u00dcbers., eingerichtet und eingel. von <\/em>Thomas Schirrmacher, Hrsg.,\n1998; 2. Aufl. 2004; 3. Aufl. 2017). Dank einer dritten Auflage 2017 ist das\nwichtige Bekenntnis auf Deutsch wieder lieferbar.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Theologiestudium\nund bei der wissenschaftlich-theologischen Arbeit wird allerdings die\nNeukirchener Ausgabe des Originals zitiert werden. Inhaltlich \u00fcberzeugt das\nBekenntnis vor alle durch \u201ebiblische Klarheit, Pr\u00e4zision des Ausdrucks und\nv\u00f6llige calvinische Konsequenz\u201c (BSRK, hg. v. E. F. K. M\u00fcller, XLVI) sowie\ndurch die \u201ereichen Schriftcitate\u201c (ebd.), die jeweils am Ende der Abschnitte\nsehr umfassend aufgef\u00fchrt wurden. Auch im <em>Gro\u00dfen\nWestminster-Katechismus<\/em> mit seinen 196 Fragen und im Kleinen mit 107 Fragen\nsetzt sich die umfangreiche Belegpraxis fort, so dass oft nur eine halbe Seite\nmit dem Text, die untere H\u00e4lfte mit Anmerkungen f\u00fcr die Belegstellen gef\u00fcllt\nist. Kennzeichnend f\u00fcr das <em>Bekenntnis von\nWestminster<\/em> ist die Ablehnung der Apokrypha, die nicht in die Liste\nkanonischer Schriften aufgenommen wurden (211\u2013213). Das hebr\u00e4ische AT und das\ngriechische NT gelten als direkt von Gott eingegeben (\u201eimmediately inspired by\nGod\u201c \/ \u201eimmediate a Deo inspirata\u201c, 214 \/ 215). Die Auslegung der Schrift durch\ndie Schrift gilt als unfehlbar (\u201eThe infallible rule of interpretation of\nScripture, ist the Scripture itself\u201c \/ \u201eInfallibilis Scripturam interpretandi\nregula est Scriptura ipsa\u201c (215). Im dritten Kapitel \u00fcber Gottes ewigen\nRatschluss wird die Pr\u00e4destination auch zum ewigen Tod gelehrt (3.3, 218). Die\nLehre von der Heiligung des Sabbaths ist sehr streng gefasst (251f). <\/p>\n\n\n\n<p>In der <em>Helvetischen Konsensformel<\/em> von 1675\nfindet man die bekannte Wendung, dass im hebr\u00e4ischen Text der Bibel sowohl die\nKonsonanten als auch die Vokale von Gott inspiriert seien (454). Eine nach 1710\nerschienene lateinisch-deutsche Ausgabe des Bekenntnisdokuments findet man im\nInternet unter der Adresse <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.3931\/e-rara-15357\">https:\/\/doi.org\/10.3931\/e-rara-15357<\/a>\n[Stand: 1.10.2019], ein modernisierter deutscher Text auf der Seite des\nSchweizer Kirchenbundes <a href=\"https:\/\/kirchenbund.ch\/de\/themen\/ref-credoch\/weiterf-hrende-projekte-und-texte\">https:\/\/kirchenbund.ch\/de\/themen\/ref-credoch\/weiterf-hrende-projekte-und-texte<\/a>\n[Stand: 1.10.2019]. \u2013 Diese inhaltlichen Hinweise m\u00f6gen in der gebotenen K\u00fcrze\nder AfeT-Rezensionen zur eigenen Lekt\u00fcre anregen! \u2013 F\u00fcnf Register f\u00fcr die\nTeilb\u00e4nde 3\/1 und 3\/2, 1 und 2 beschlie\u00dfen den 2. Teilband von Teil 3\/2\n(467\u2013528). <\/p>\n\n\n\n<p>Die gro\u00dfe Edition reformierter Bekenntnisschriften hat seit 2002 langen Atem bewiesen (2002, 2006, 2007, 2009, 2009, 2012, 2015, 2016) und hat mit der Bearbeitung von Werken am Ende des 17. Jahrhunderts die klassische Epoche reformierter Bekenntnisbildung abgeschlossen. Alle B\u00e4nde sind in den Afet-Rezensionen bzw. im vorangegangenen <em>Jahrbuch f\u00fcr evangelikale Theologie<\/em> vorgestellt worden (Bd. III\/2,1 in <a href=\"https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=244\">https:\/\/rezensionen.afet.de\/?p=244<\/a>; JETh: I\/1 in 18, 2004, 296f; Bd. I\/2 und I\/3 in 22, 2008, 257f; II\/1 in 23, 2009, 332f; II\/2 in 24, 2010, 323f; III\/1 in 28, 2014, 293f, Bd). Sicher erwartet nicht nur der Verfasser dieses Beitrags den n\u00e4chsten Band mit Bekenntnistexten aus dem 19. Jahrhundert, auf deren Auswahl wir \u2013 wie oben angemerkt \u2013 gespannt sein d\u00fcrfen!<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p><em>Pfarrer Dr. Jochen Eber, Margarethenkirche Steinen-H\u00f6llstein<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Reformierte Bekenntnisschriften Band 3\/2, 2. Teilband 1647\u20131675, bearb. von Emidio Campi u. 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